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Alt 22.02.2012, 16:56   #1
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superbild ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Zusammenhang: Canossa - 1. Kreuzzug

Hallo,

hätte mal eine Frage:

wie hängt denn der Gang nach Canossa von Heinrich IV mit dem 1. Kreuzzug zusammen?
Es gab zu dieser Zeit ja zwei Päpste; bedeutete dies einfach mehr Macht für den byz. Papst, oder...?

Danke
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Alt 22.02.2012, 17:30   #2
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Mitgliederbild von El Quijote
 
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Hallo,

hätte mal eine Frage:

wie hängt denn der Gang nach Canossa von Heinrich IV mit dem 1. Kreuzzug zusammen?
Es gab zu dieser Zeit ja zwei Päpste; bedeutete dies einfach mehr Macht für den byz. Papst, oder...?

Danke
In Byzanz gab es einen Patriarchen. Du meinst das morgenländische Schisma. Von zwei Päpsten (Treffen sich zwei Päpste...., haha... ) sprechen wir hingegen beim abendländischen Schisma, das kommt aber erst später.
Direkt hat der Gang von Canossa mit den Kreuzzügen nichts zu tun (bedenke, Urban II. rief erst 1095 zum Kreuzzug auf), also knapp 20 Jahre später. Indirekt hat es aber miteinander zu tun, weil Gregor nun mal ein Reformpapst war und Urban ihm gewissermaßen - wenn auch nicht direkt - nachfolgte. Auch Urban ist unter die Refrompäpste zu zählen, wenn auch Gregor quasi der Reformpapst ist.
Dann ist noch Mathilde von Tuszien mit von der Partie, auf der Seite Gregors und gegen den König. Später, während des Ersten Kreuzzugs, als sie Welf V. von Bayern heiratete - der locker ihr Sohn hätte sein können - war dies auch ein Akt, um Heinrich IV. zu schwächen. Der befand sich, zu Beginn des Ersten Kreuzzugs und vor allem des Bauernkreuzzugs in Italien und kam wegen Mathilde und Welf nicht über die Alpen ins Reich, um dort für Ordnung zu sorgen, was insbesondere für die jüdischen Gemeinden entlang des Rheins fatale Folgen hatte.
__________________
Chi vuku zik Ah xel roxa ru camay zak yuhuh.

Und darum Kinder eins bedenket: Wer Trollen respondieret Zeit verschenket!
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Alt 22.02.2012, 18:37   #3
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superbild ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
danke,

wir haben in der Schule gerade die Kreuzzüge durchgenommen, und dazu auch den Gang nach Canossa, deshalb die Frage.

Aber irgendwie hatten wir einen anderen Zusammenhang gefunden, auf welchen ich nicht mehr komme...

aber du hast mir damit schon geholfen

Geändert von superbild (22.02.2012 um 18:39 Uhr).
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Alt 22.02.2012, 19:10   #4
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Mitgliederbild von Ravenik
 
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Ein weiterer indirekter Zusammenhang war, dass Kaiser Heinrich IV. zur Zeit des Ersten Kreuzzugs wieder einmal vom Papst gebannt war und daher nicht teilnehmen konnte. Dass der Papst den Kaiser bannte, wäre vor Gregor VII. kaum vorstellbar gewesen.
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Alt 23.02.2012, 08:44   #5
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superbild ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
danke

ja, nach dem Gang nach Canossa waren Heinrichs Kräfte ja erstmal rehabilitiert; die Treue quasi wieder hergestellt.

Und wie genau ist jetzt der Zusammenhang Investiturstreit und 1. Kreuzzug?


danke :-)
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Alt 23.02.2012, 20:30   #6
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Mitgliederbild von Reinecke
 
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Reinecke ist einfach richtig nettReinecke ist einfach richtig nettReinecke ist einfach richtig nettReinecke ist einfach richtig nett
Der eine Zusammenhang, der sich mir sofort aufdrängt, durchzieht das halbe Mittelalter als latenten Konflikt, der immer wieder akut wurde: Der Streit zwischen weltlicher und religiöser Macht, personifiziert in Kaiser und Papst, der zumindest die deutsch-italienische Geschichte dieser Zeit prägte.
__________________
"Klug hat der Mann gehandelt, der die Menschen lehrte, den Worten auch der Anderen Gehör zu schenken."
Euripides
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Alt 25.02.2012, 15:57   #7
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Zitat:
Reinecke Beitrag anzeigen
Der eine Zusammenhang, der sich mir sofort aufdrängt, durchzieht das halbe Mittelalter als latenten Konflikt, der immer wieder akut wurde: Der Streit zwischen weltlicher und religiöser Macht, personifiziert in Kaiser und Papst, der zumindest die deutsch-italienische Geschichte dieser Zeit prägte.
Etwa seit dem 14. Jh. war die Waffe der Exkommunikation gegenüber Königen stumpf geworden und die Päpste in ihrem Kirchenstaat wurden immer mehr zum Spielball weltlicher Gewalten.

Heinrich VIII. von England hat der vom Papst verhängte Kirchenbann im Jahr 1538 in keiner Weise mehr gestört und er koppelte die englische Kirche einfach von Rom ab. In den Kriegszügen der Habsburger und Franzosen in Italien waren Papst und Kirchenstaat nur noch Verfügungsmasse. Den Päpsten waren zu dieser Zeit bereits die Giftzähne ausgefallen - jedenfalls machtpolitisch.
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