Geschichtsforum.de
Die Community für Geschichtsinteressierte und Geschichtsfans


Alt 09.07.2017, 12:32   #1
Moderator
 
Mitgliederbild von El Quijote
 
Registriert seit: 04.2005
Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 40.293
El Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer Anblick
Columban, Finnian und der Bücherstreit

Um 560 schrieb der Apostel der Pikten gegen den Willen seines Gastgebers, Finnian von Moville (nicht zu verwechseln mit Columbans Lehrer Finnian von Conard - was leider auf vielen Websites passiert) einen Psalter ab. Das wurde entdeckt, der Psalter konfisziert und zwischen Finnian und Columban entbrannte ein Bücherstreit, der gerne auch als erster Copyrightprozess der Welt apostrophiert wird. Der Hochkönig schlug sich als Richter auf die Seite Finnians und beschied, dass die Kopie zum Buch gehöre, wie das Kalb zur Kuh. Daraufhin soll Columban den König verflucht haben und es kam zu einer Schlacht zwischen dem Clan des Königs und dem Clan Columbans. Columban ging ins Exil (er sollte wohl zunächst exkommuniziert werden, aber das Urteil wurde abgemildert in Exil) er solle bei den Pikten so viele Menschen zum Christentum bekehren, wie in der Schlacht umgekommen waren.
Mein Problem ist: Ich finde die Story in den Quellen nicht, weder bei Columbas 9. Nachfolger als Abt von Iona Adomnán, noch bei Beda Venerabilis, der ebenfalls als Quelle angegeben wird. Ist da jemand findiger als ich?
__________________
Chi vuku zik Ah xel roxa ru camay zak yuhuh.

Und darum Kinder eins bedenket: Wer Trollen respondieret Zeit verschenket!
El Quijote ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.07.2017, 12:54   #2
Mitglied
 
Mitgliederbild von Carolus
 
Registriert seit: 12.2008
Ort: Duisburg (= Dispargum?)
Beiträge: 3.425
Carolus ist ein LichtblickCarolus ist ein LichtblickCarolus ist ein LichtblickCarolus ist ein LichtblickCarolus ist ein Lichtblick
Zitat:
El Quijote Beitrag anzeigen
Um 560 schrieb der Apostel der Pikten gegen den Willen seines Gastgebers, Finnian von Moville (nicht zu verwechseln mit Columbans Lehrer Finnian von Conard - was leider auf vielen Websites passiert) einen Psalter ab. Das wurde entdeckt, der Psalter konfisziert und zwischen Finnian und Columban entbrannte ein Bücherstreit, der gerne auch als erster Copyrightprozess der Welt apostrophiert wird. Der Hochkönig schlug sich als Richter auf die Seite Finnians und beschied, dass die Kopie zum Buch gehöre, wie das Kalb zur Kuh. Daraufhin soll Columban den König verflucht haben und es kam zu einer Schlacht zwischen dem Clan des Königs und dem Clan Columbans. Columban ging ins Exil (er sollte wohl zunächst exkommuniziert werden, aber das Urteil wurde abgemildert in Exil) er solle bei den Pikten so viele Menschen zum Christentum bekehren, wie in der Schlacht umgekommen waren.
Mein Problem ist: Ich finde die Story in den Quellen nicht, weder bei Columbas 9. Nachfolger als Abt von Iona Adomnán, noch bei Beda Venerabilis, der ebenfalls als Quelle angegeben wird. Ist da jemand findiger als ich?
Nein, leider nicht, in den englischen Wiki-Artikeln, die Du wahrscheinlich auch schon konsultiert hast, steht etwas von tradition:


https://en.wikipedia.org/wiki/Battle...3%BAl_Dreimhne

https://en.wikipedia.org/wiki/Finnian_of_Movilla

Wann diese Überlieferung (tradition) nun schriftlich fixiert wurde, steht da leider nicht. Ich vermute, dass die Verfasser des Artikels sich nicht auf eine 1400 Jahre alte Oral History, die mündlich in Irland seit damals weitergegeben wurde, berufen.

Bei Interesse könnte ich im englischsprachigen Forum (Historum.com) einen Thread erstellen. Da könnte ich mir vorstellen, dass man dort vielleicht eher auf findige Iren stößt, die die Geschichte und ihren Ursprung kennen könnten.
__________________
Butter statt Kanonen!
Carolus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.07.2017, 18:30   #3
Mitglied
 
Mitgliederbild von Sepiola
 
Registriert seit: 01.2013
Beiträge: 4.384
Sepiola ist einfach richtig nettSepiola ist einfach richtig nettSepiola ist einfach richtig nett
Hier findet sich etwas:


Proceedings of the Royal Irish Academy

Manus O'Donnells Betha Colaim Chille (1532) gibt es hier:

https://archive.org/details/bethacolaimchill00odonuoft
__________________
"Nun ja! denkt sich der Jägersmann. Jetzt zieh' ich meine Handschuh an!" (W. Busch)

Geändert von Sepiola (09.07.2017 um 18:33 Uhr).
Sepiola ist offline   Mit Zitat antworten
Sponsored Links


Alt 10.07.2017, 09:56   #4
Mitglied
 
Registriert seit: 06.2015
Beiträge: 571
Gangflow befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hier steht ein kleiner Hinweis auf Bede und Adamnan.

Ireland and the making of Britain. By Benedict Fitzpatrick. 1921. Seite 128-130. (Einige Seiten gesperrt).



...skilled scribe, succeeded by sitting up several nights, in making a secret transcription which Finnian, when he learned of it, claimed as his property. Columcille refused to surrender his transcription and the matter was brought up for decision at the court of the High Monarch, Diarmuid II, at Tara. The decision is the first we know of in the law of copyright and as such is extremely interesting, tho it is condemned by most of the Irish annalists. Appealing to the precedent of the old Irish laws that le gach boin a boinin “With every cow her calf"” the monarch decided in favor of Finnian, adjudging that “as with every cow her calf so with every book its son ” The decision greatly offended Columcille, to whom books were a passion, and fuel was added to his resent ment by another event. It happened during the great Feis, or Parliament, of Tara, that the son of the King of Connacht, in violation of the law of sanctuary which was universally held as sacred on these occasions, slew the son of the High King’s steward and, knowing the penalty was certain death fled to the residence in the royal city of the northern princes, Fergus and Domhnaill, who im mediately placed him under the protection of Columcille.

The offense was too grave, however, for temporizing, and King Diarmuid, who was a strenuous upholder of the law, had him immediately seized and put to death. The action exasperated Columcille to the last degree. Shaking the dust of Tara from his feet he sped northward and called on his kindred for vengeance. A great army was collected, led by Prince Fergus and Prince Domhnaill, two first cousins of Columcille, and by the King of Connacht, whose son had been put to death. The High King marched to meet the combination with all the troops he could muster, with the result that a furious battle was fought between Benbulbin and the sea in which he was defeated with the loss of 3,000 lives.

It was in the year following this battle that Columcille decided to leave Ireland. He had filled Ireland with arms and bloodshed and he seems not to have been insensible to the cloud that lay upon him. Adamnan tells that a synod assembled at Tailtenn in Meath for the purpose of excommunicating Columcille. The assembly, however, was not unanimous. Brendan of Birr protested against any condemnation and later Finnian of Moville testified his sense of veneration for the accused, who had been his pupil.

There is much evidence that Columcille’ s exile to Iona was assumed as a sort of penance, imposed on him by St. Molaise of Devenish, who, according to several Irish accounts, made the penalty one of perpetual exile. Other testimony would seem to indicate that the missionary enterprise was voluntary “Pro Christo peregrinari volens, enavigavit,” the common formula of missionary enterprise, is Adamnan’s statement of his motive; with which Bede’s expression “ex quo ipse praedicaturus abiit” is in keeping. That Columcille returned to Ireland repeatedly and took an active part in civil and religious transactions is demonstrable from Adamnan.
In 563 Columcille now in his forty-second year set sail with a number of associates from his well-beloved Derry, determined, according to popular tradition, to convert in Scotland as many souls as had fallen at Culdreimhne. The parting was bitter and the lament ascribed to him reveals his feeling:

Too swiftly my coracle flies on her way;
From Derry I mournfully turned her prow;
I grieve at the errand which drives me today
to the land of the Ravens, to Alba, now.
How swiftly we glide! there is a grey eye
Looks back upon Erin, but it no more
Shall see while the stars shall endure in the sky
Her women, her men, or her stainless shore.
Gangflow ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist aus.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are aus
Pingbacks are aus
Refbacks are aus



Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 01:35 Uhr.


Powered by: vBulletin Version 3.8.9 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.3.2 ©2009, Crawlability, Inc.
Copyright © 2000-2017 Geschichtsforum.de