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Alt 17.05.2016, 10:42   #1
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max.schmidt ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Verpflegung bei Afrika/Asien/Amerika Expedionen

Hallo.
Eine Frage.
Was für Lebensmittel, Vorräte wurden für eine Expedition dringend benötigt?
PS: durchs Land, nicht auf See!

Zwieback, Zitronen, Pökelfleisch (auch bei der Hitze Afrikas möglich?), Kekse, Süßwasser.
Was fehlt noch?
Danke im Voraus.
max.schmidt ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.05.2016, 11:25   #2
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Registriert seit: 11.2013
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Matze007 wird schon bald berühmt werden
Zum Pökelfleisch: Wenn es getrocknet ist, sollte das kein Problem darstellen.
Weiterhin: Afrika ist groß, kommt also auf die Gegend an. Die Versorgung aus dem Land wäre in fruchtbaren Gegenden kein größeres Problem, sofern man über Mittel zum Erwerb oder zum Raub verfügt. Transportkapazitäten wären also da besser investiert. Außer, man ist mit einem großen Heereszug unterwegs, da mag das Land einfach so viel nicht mehr hergeben.

Gleiches gilt für Wasser. Trinkwasserdesinfektion ist je nach Region wichtiger als das Wasser selber, mit dem Wasser das man tragen kann kommt man ja nicht weit (Transportmittel?).
Heute wären das Filter oder Desinfektionstabletten, früher war man wohl auf Geräte zum Abkochen angewiesen, bzw hat das Risiko in Kauf genommen. Letzteres ist ein probater Weg um an verkeimtem Wasser zu sterben, da man nur durch weiteres verkeimtes Wasser den Durchfall kompensieren kann den z.B. eine Amöbenruhr verursacht.

Medizinische Versorgung (Malariamittel, Wundversorgung etc) wäre in der Hinsicht wesentlich wichtiger als Nahrungsmittel. Man nimmt halt vorrangig das mit, was es vor Ort nicht gibt. In Mittelamerika wächst so viel leckeres gesundes Essen, da würde ich den Teufel tun, mich mit Zwieback abzuschleppen.

Geändert von Matze007 (17.05.2016 um 11:39 Uhr).
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Alt 17.05.2016, 11:50   #3
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Mitgliederbild von Ralf.M
 
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Beiträge: 1.900
Ralf.M ist ein sehr geschätzer MenschRalf.M ist ein sehr geschätzer Mensch
Zum Beispiel Mungo Park und Friedrich Parrot dürften ja diejenigen sein, die Deiner Bedingung entsprechen.

Aus dem Tagebuch von Mungo Park zitiere ich mal:

"Ich besorgte mir ein Pferd für mich selbst und zwei Esel für meine Begleiter. An Gepäck nahm ich so wenig wie möglich mit, bloß Lebensmittel für zwei Tage, etwas Korallen, Bernstein und Tabak, etwas Wäsche, die unentbehrlichen Kleidungsstücke, einen Sonnenschirm, einen Taschensextanten, einen Kompaß und ein Thermometer, zwei Vogelflinten, zwei Paar Pistolen und einige andere Kleinigkeiten“.

Im Moment lese ich „Reise zum Ararat“ von Friedrich Parrot.

Er beginnt seine Reise von Dorpat (Tartu/Estland) aus.
Außer der Mitnahme technischer Instrumente habe ich nichts zu Lebensmittel gelesen. Er versorgt sich mit Lebensmitteln die er bei seinen Stationen vorfindet.
__________________
Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben“.
Theodor Fontane 1819 - 1898
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Alt 17.05.2016, 12:08   #4
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Riothamus ist ein sehr geschätzer MenschRiothamus ist ein sehr geschätzer Mensch
Das kommt auf Zeit, Ort und Art der Entdeckungsreise an. Mackenzie vertraute bei der Erstdurchquerung des breiten Teils von Nordamerika auf Pemmikan. Stanley musste Tauschwaren mitnehmen, um freien Durchzug und Lebensmittel zu kaufen und Amundsen hatte Konserven dabei.

Mackenzie bewegte sich, wie es in Kanada von den Ureinwohnern übernommen wurde, Stanley führte Kraft- und Gewaltakte durch und Emin Pascha unternahm kleinere Ausflüge von seiner Provinzhauptstadt aus. Cook hielt sich an das Reglement der Britischen Marine und die Konquistdoren agierten meist wie ein Haufen Söldner, vertrauten, was auch die Verpflegung anging, oft genug auf Gott.

Beim Wasser war man von den Bewohnern oder vom Glück abhängig, da man es kaum jemals in ausreichender Menge mitführen konnte.
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Alt 17.05.2016, 15:19   #5
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Beiträge: 662
Ugh Valencia sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
James Cook scheint im Kampf gegen den Skorbut erfolgreich auf Sauerkraut gesetzt zu haben. Ich frage mich, wie die längere Lagerung von Sauerkraut ohne effektive Kühlung auch in tropischen Gegenden so problemlos möglich war.
__________________
Morgenstund hat Gold im Mund. Gold im Mund ist ungesund.

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Alt 17.05.2016, 15:23   #6
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Mitgliederbild von Matze007
 
Registriert seit: 11.2013
Beiträge: 693
Matze007 wird schon bald berühmt werden
Zitat:
Ugh Valencia Beitrag anzeigen
James Cook scheint im Kampf gegen den Skorbut erfolgreich auf Sauerkraut gesetzt zu haben. Ich frage mich, wie die längere Lagerung von Sauerkraut ohne effektive Kühlung auch in tropischen Gegenden so problemlos möglich war.
Das sowieso saure Kraut könnte in Essig eingelegt gewesen sein.
Ohnehin hielt man bei der RN eine Weile den sauren Charakter von Zitronensaft für das gegen Skorbut wirksame Element und versuchte, die teuren Zitronen durch Essig zu ersetzen.
Matze007 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 17.05.2016, 16:18   #7
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Riothamus ist ein sehr geschätzer MenschRiothamus ist ein sehr geschätzer Mensch
Bei Sauerkraut verdirbt nur die obere Lage im Fass. Bei Holzfässern vielleicht auch der Rand.
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Alt 17.05.2016, 17:00   #8
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Beiträge: 5.605
dekumatland ist ein Lichtblickdekumatland ist ein Lichtblickdekumatland ist ein Lichtblickdekumatland ist ein Lichtblickdekumatland ist ein Lichtblick
Zitat:
max.schmidt Beitrag anzeigen
PS: durchs Land, nicht auf See!
wenn Flußläufe erlaubt sein sollten: Alexander von Humboldt hat seine Expeditionen in Süd- und Mittelamerika ausführlich beschrieben. Als Einstieg recht nützlich: https://books.google.de/books?id=-gq...page&q&f=false
__________________
Tutto nel mondo è burla, l’uom è nato burlone. (Boito/Verdi, Falstaf)
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