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Alt 21.03.2012, 13:49   #41
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Melchior ist ein LichtblickMelchior ist ein LichtblickMelchior ist ein LichtblickMelchior ist ein LichtblickMelchior ist ein LichtblickMelchior ist ein Lichtblick
@fioravanti

"...Du hast recht, ich habe noch nichts nachgewiesen..."

Wohl wahr. Deine These lautet, wenn ich es richtig verstanden habe, Stalin wurde erst später zum "Alleinherrscher" als von vielen Historikern angenommen bzw. behauptet.

Daran schließen sich nun Fragen an.

Welchen Zeitraum siehst Du als Transformationsphase, hin zur "Alleinherrschaft" Stalins an? Begrenzt von Zäsuren oder ein dynamischer Prozeß? Wer/Was hat eventuell die Dynamik verursacht bzw. vorangetrieben? Dann die Auswirkungen auf die Innen-, Außen- und Wirtschaftspolitik und wenn Du noch eines draufsetzen willst, die Militärpolitik. Fein wäre noch die Geschichte der ideologischen Absicherung der Transformationsperiode und dann der "Alleinherrschaft".

Wie begründest Du das? (Beispiele von Herrschaftsausübung vor dieser Transformationsperiode, während der Transformationsperiode und danach).

Dann lege atrtis nachprüfbare Literaturverweise und soweit möglich Primärquelleneditionen oder Findbücher.

M.
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Alt 21.03.2012, 14:19   #42
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fioravanti zeigte ein beschämendes Verhalten in der Vergangenheit
Um mit etwas zu beginnen. Wie bekannt, wetteiferte Stalin 1926 mit Kirow um den Posten des Leningrader Gebietskommittee der Partei und verlor die Wahlen. Dieser Fakt ist oft zitiert, als Grund warum Stalin Kirow hassen sollte. Ist das also bewiesen, dass wenigstens bis 1926 Stalins Posten etwas niedriger war, als Posten des Gouverneur der zweitgrössten Stadt Russlands? Verglichen mit den heutigen Verhältnissen, des Bürgermeisters von Chikago, oder von München, na egal, Hauptsache, der zweitgrössten Stadt des Landes.
fioravanti ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.03.2012, 14:56   #43
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Melchior ist ein LichtblickMelchior ist ein LichtblickMelchior ist ein LichtblickMelchior ist ein LichtblickMelchior ist ein LichtblickMelchior ist ein Lichtblick
@fiorafanti

Ich fürchte Du irrst oder bringst etwas durcheinander. Stalin war zu dieser Zeit, 1926, bereits einige Jahre Generalsekretär der gesamten kommunistischen Partei, der hätte niemals für die Funktion des 1. Sekretärs der Leningrader Parteileitung kandidiert.

Auf was Du anspielst ist der XVII. Parteitag (1934), auf dem Kirow weniger Gegenstimmen als Stalin bei der Wahl zum ZK bekam.

M.
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Melchior ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2012, 20:28   #44
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Maulwurf2013 zeigte ein beschämendes Verhalten in der Vergangenheit
Zitat:
In der Folge des Angriffs der Wehrmacht auf Russland hat sich Stalin (depressiv?) auf seine Datscha zurück gezogen (vgl. Montefiori/Holl: Stalin).
Das ist schon wieder ein Märchen, das im modernen Russland schon längst widerlegt wurde. Am 22,23,24,25,26,27 und 28 Juni 1941 hat Stalin sehr intensiv gearbeitet. 28 und 29 Juni sind fraglich. Ich zitiere hier russische Wikipedia:

?????? 29?30 ???? 1941 ? ?????????

Данные журнала посещений кабинета Сталина показывают, что до 28 июня включительно Сталин работал в своём кремлёвском кабинете достаточно интенсивно и ежедневно принимал большое количество людей; в ночь с 28 на 29 июня у него находились Берия и Микоян, которые покинули кабинет около 1 часа ночи. После этого записи прекращаются и за 29-30 июня совершенно отсутствуют, что показывает, что Сталин в эти дни в своём кабинете в Кремле никого не принимал. Записи возобновляются только 1 июля, и первые, кого принимает Сталин — Молотов, Микоян, Маленков, Берия, Тимошенко и Жуков (в основном те, кто, как следует из их воспоминаний, ездили на дачу к Сталину)[8][11][14]. Также данные этого журнала показывают, что Сталин принимал в своем кабинете вплоть до 9 марта 1953-го года.
[править]

Die Daten der Zeitschrift der Besuche des Kabinetts Stalins führen vor, dass bis zum 28. Juni einschließlich Stalin im Kremlkabinett genug intensiv arbeitete und täglich übernahm die große Menge der Menschen; in der Nacht befanden sich mit 28 für 29. Juni bei ihm Berija und Mikojan, die den Kabinett neben 1 Uhr nachts verlassen haben. Danach hören die Aufzeichnungen auf und für 29-30 fehlt der Juni ganz, was vorführt, dass Stalin in diesen Tagen im Kabinett im Kreml niemanden übernahm. Die Aufzeichnungen werden nur am 1. Juli, und erste, wen Stalin — Molotow, Mikojan, Malenkow, Berija übernimmt, Timoschenko und Schukow (hauptsächlich erneuert, wer, wie es aus ihren Erinnerungen ist nötig, aufs Land zu Stalin) [8] [11] [14] fuhr. Auch führen die Daten dieser Zeitschrift vor, dass Stalin im Kabinett bis zum 9. März 1953 Jahr übernahm.
[zu lenken]
Maulwurf2013 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2012, 20:53   #45
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thanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekannt
Zitat:
Maulwurf2013 Beitrag anzeigen
Das ist schon wieder ein Märchen, das im modernen Russland schon längst widerlegt wurde.
Mit Deiner Vereinnahmung des "modernen Russlands" oder ähnlicher unsinniger nichtssagender Konstrukte, erzeugst Du zwar Aufmerksamkeit und Kopfschütteln, aber nicht viel mehr.

Die derzeit wichtigste Biographie über Stalin basiert auf der Arbeit von Wolkogonow. Und genau von S. 556 bis 567 beschreibt er einen Stalin, der von ca. Mitte Juni bis Anfang Juli 1941 Probleme hatte, seiner Rolle im Rahmen der Stavka gerecht zu werden. Ob man diesen Zustand von Stalin als paralysiert, verzweifelt, resigniert, deprimiert oder wie auch immer bezeichnet, ist dabei sekundär.

Fakt ist, dass ihn der Angriff überrascht hat, obwohl er die Fakten eigentlich kannte, auch die Härte, die Intensität und die Geschwindigkeit des Vormarsches der WM. Und dass Stalin nur begrenzt handlungsfähig schien, gemessen an der früheren und späteren dominanten bzw. autoritären Führung seiner Amtsgeschäfte.

Dmitri Antonowitsch Wolkogonow ? Wikipedia

Stalin: Triumph und Tragödie : ein politisches Porträt - Dmitrij A. Volkogonov - Google Books

Der Aussagewert Deines russischen Textes tendiert gegen Null, gemessen an der umfangreichen Darstellung von Wolkogonow.

Der Rest Deiner Ausführungen, bezogen auf "Dein" modernes Russland" dürfte reine Stalin-Apologetik sein bzw. ein unkritischer revisionistischer Stalin-Kult.

Dein Problem ist, dass Du seriöse historische Forschung von ideologischer Indoktrination offensichtlich nicht unterscheiden kannst. Andernfalls würdest Du Dich nicht auf Deine dubiosen Quellen beziehen, sondern auf international !!!! anerkannte !!!!!!russische oder auch nicht-russische Historiker.
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Noch ne kleine Anmerkung zu Deiner unkritischen Übernahme der Übersetzung des russischen Textes. Es gibt keine "Zeitschrift der Besuche", bestenfalls ein "Verzeichnis der Besuche".
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Geändert von thanepower (10.12.2012 um 21:15 Uhr).
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Alt 11.12.2012, 19:55   #46
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Die Radiobotschaft soll Stalin in Sotschi aufgenommen haben. Ist das zutreffend?

"During the first week of the war, Stalin refused to see any Politburo members except Beria, with whom he discussed the depositions of Meretskov and other ‘plotters’ and the scenario of the planned show trial. But on 30 June 1941 a group of Politburo members saw Stalin and pleaded with him to take immediate steps to improve the situation at the front.14 Stalin began to face the reality of the threat the war posed to his regime. He appointed himself supreme commander-in-chief and head of the stavka (military headquarters). His radio address was tape-recorded in Sochi and the tape was broadcast several times during 3 July 1941 while Stalin was on his way to Moscow. He spoke in a nervous, halting voice with the familiar Georgian accent. His train made frequent stops along the way while the track was checked for mines"

Brackman, The Secret Life of Josef Stalin.
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Alt 11.12.2012, 20:10   #47
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Eine weitere sehr interessante Facette umgibt die Rede Stalins vom 3. Juli 1941. Es war das einzige Mal, in dem Stalin der USA anbot, die zu dem Zeitpunkt kein Kriegsteilnehmer war, mit US-Soldaten unter einem eigenen US-Kommando, mit eigener Wahl der Front am Krieg in Russland teil zu nehmen !!!!!!!!!(vgl. Deutscher, S. 464ff).

Stalin: A Political Biography - I Deutscher - Google Books

Das ist vor allem auch deswegen interessant, weil Stalin in späteren Phasen des Krieges eine sehr harte gegenteilige Position einnahm, die jegliches Überfliegen oder Betreten von west-alliierten Soldaten von sowjetischem Boden strikt ablehnte.

Dieses Angebot am 3. Juli 1941 kann man deshalb durchaus als ungewöhnlich bezeichnen und jeder mag seine eigenen Vermutungen anstellen, aus welcher, auch subjektiv empfundenen Notlage, Stalin dieses Angebot formuliert hat.
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Kurze Anmerkung zu der russischen Darstellung auf dem russischen Wikipedia. Sie ist nicht stalinistisch in der Aussage oder Ideologie und deswegen war ich wohl etwas vorschnell in meinem Urteil (vgl. # 45) über diese russische Wiki-Seite. Tendenziell werden mit primär Medvedev oder mit Pleshakov ("Stalin`s Folly" ist aber m.E. eher mittelmäßig in Darstellung und Analyse / Präventivkriegsthese ala Suvorow) eher stalinkritische Historiker zitiert. Dennoch ist die Darstellung, soweit ich sie verstanden habe, m.E. wenig geeignet, eine stringente historische Argumentation aufzubauen, nicht zuletzt, weil die Auswahl der Literatur eingeschränkt ist.
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Geändert von thanepower (11.12.2012 um 20:32 Uhr).
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Alt 11.12.2012, 20:34   #48
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silesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekannt
Montefiore erwähnt in ihrer Stalin-Biographie nichts von dieser Reise, sondern bietet folgendes bekannte Bild:

Bis zum 28.6.41 war Stalin in hektischer Betriebsamkeit, oft in der Nacht, und mit Dispositionen beschäftigt.

Den Bruch brachte der 28.6., als die Nachricht vom Fall Minsks eintraf. Diese Meldung soll Stalin sinngemäß zu der Äußerung veranlasst haben, dass man nun das Werk Lenins verspielt habe. Der Weg auf Smolensk und dann Moskau schien der Wehrmacht nun offen zu stehen, die Meldungen von den westlichen Fronten ließen das Ausmaß der Katastrophe erahnen.

Er verschwand dann für 2 Tage auf seiner Datscha, führte dort erst am 30.6. wieder Gespräche mit Beria, und erschien am 1.7.41 wieder im Kreml, um die Kompetenzen für die Reorganisation zu verteilen.
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