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Alt 14.04.2016, 08:08   #141
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Zitat:
-muck- Beitrag anzeigen
Die schulische Fragestellung, die zu diesem Themenstrang führte, ist unsinnig, da die Fakten die Vermutung des Genozids überhaupt nicht nahelegen.
Die ursprüngliche Frage ist ja zunächst einmal ergebnisoffen formuliert, sie forderte dazu auf, sich mit Definitionen von Völkermord auseinanderzusetzen und den Ereignissen 1900 in China und beides miteinander in Beziehung zu setzen. Ein Ergebnis war damit nicht vorweggenommen.

Zitat:
-muck- Beitrag anzeigen
So hässlich diese Vorstellung ist: Was wir heute durchweg als empörend empfinden, konnte vor hundertsechzehn Jahren als gerecht oder vernünftig angesehen werden.
Was allerdings kein Grund für uns ist, darüber kein Urteil zu fällen. (Das tust du ja selbst auch, wenn du von zweitgenanntem Verbrechen sprichst.)
__________________
Chi vuku zik Ah xel roxa ru camay zak yuhuh.

Und darum Kinder eins bedenket: Wer Trollen respondieret Zeit verschenket!
El Quijote ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.04.2016, 10:38   #142
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Zitat:
El Quijote Beitrag anzeigen
Die ursprüngliche Frage ist ja zunächst einmal ergebnisoffen formuliert, sie forderte dazu auf, sich mit Definitionen von Völkermord auseinanderzusetzen
Das schien mir nicht so, da das gewählte Beispiel sich m.E.n. der Fragestellung nicht eröffnet; aber über solche Fragen der Lesart lässt sich nicht streiten.
Zitat:
El Quijote Beitrag anzeigen
Was allerdings kein Grund für uns ist, darüber kein Urteil zu fällen. (Das tust du ja selbst auch, wenn du von zweitgenanntem Verbrechen sprichst.)
Schwierig, schwierig. Die Menschenrechte und gewisse andere Grundsätze gelten universell, und galten auch schon früher, universell und zu allen Zeiten — oder, um diese missverständliche Ausdrucksweise noch zu übertrumpfen: Sie galten, obwohl sie nicht galten, d.h., obwohl sie und ihre Geltung unbekannt waren. Ein Verbrechen, gleich wie lange es zurückliegt, ist deswegen stets ein Verbrechen.
Der Gedanke, den ich in Worte gießen wollte, lautet aber: Wenn wir moderne Maßstäbe anlegen wollen, werden wir nicht umhinkommen, uns mit allen diesen, also auch den Grundsätzen der Strafbarkeit nach heutigem Verständnis, zu befassen. Und dann wird es hässlich. Denn in vielen Fällen, wenn unter den Zeitgenossen eines Täters das Unrecht der Tat nicht als Faktum akzeptiert war, würde man nicht umhinkommen, den Täter von seiner Schuld freizusprechen. Wir hätten also ein Verbrechen, da nach heute vorherrschender Rechtslehre das Unrecht der Tat unabhängig von der Schuld des Täters besteht, aber keinen Verbrecher, der schuldhaft gehandelt hätte. Ob man Alfred von Waldersee (oder Lothar von Trotha nach ihm) mithin als Völkermörder bezeichnen könnte, müsste, selbst wenn man einen Genozid grundsätzlich bejahte, erst eingehend und auf der Basis zeitgenössischer Normen diskutiert werden. Zum Beispiel fällt auf, dass viel zeitgenössische Kritik an der Brutalität, mit welcher der Boxeraufstand niedergeschlagen wurde, das Leid unter der chinesischen Zivilbevölkerung nicht beachtete, sondern eher darauf abstellte, ein rechter Soldat habe sich anders zu verhalten. Nicht umsonst erregte seinerzeit der Raub chinesischer Kulturgüter die Weltöffentlichkeit anscheinend ärger als der Tod von soundsoviel Chinesen.

Danke für die Aufmerksamkeit, übrigens. Dieses Forum verleitet mich dazu, in einem Beitrag mehr zu schreiben, als sonst in einer ganzen Woche.
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