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Alt 25.05.2012, 16:07   #1
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General Höhl zeigte ein beschämendes Verhalten in der Vergangenheit
Hätte die SPD den 1. Weltkrieg verhindern können?

Als der Erste Weltkrieg ausgelöst wurde, stimmte die SPD-Reichstagsfraktion der Gewährung von Kriegsanleihen zu und ermöglichte es so dem Deutschen Reich 60% (Laut Wikipedia) der Kriegskosten zu decken.

Also eine gewaltige Summe ohne die der Krieg nicht zu führen gewesen wäre.

Jetzt zur meiner Frage.

Hätte die SPD nicht zugestimmt hätte man den Krieg dann trotzdem geführt?

Hätte überhaut ein Nein seitens der SPD was gebracht oder hätte sich das Reich auch ohne die SPD die Kriegsanleihen holen können?
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Alt 25.05.2012, 17:13   #2
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Der besagte Kriegskredit wurde von der SPD am 04.August 1914 genehmgit und die Reichstagsfraktion wurde entsprechend autorisiert. Zu dem Zeitpunkt befand sich das Deutsche Reich bereit mit Russland, Frankreich und Großbritannien im Krieg.

Die SPD hätte mit ihren 110 Sitzen im Reichstag den Kriegskredit aber auch gar nicht verhindern können; dafür reichten die Mandate einfach nicht aus.

Die Sozialdemokraten wollte nicht den ihren Ruf als vaterlandslose Gesellen bestätigen. Dafür spricht schon das Statment ihres Parteichefs Haase :""Wir lassen in der Stunde der Gefahr das eigene Vaterland nicht im Stich".
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Alt 25.05.2012, 17:53   #3
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silesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekannt
Wenn man hier etwas im Forum sucht, findet man die Hinweise auf die vorbereitete Verhaftung der SPD-Abgeordneten und sonstigen Sicherheitsmaßnahmen, falls da etwas "schiefgelaufen" wäre.

Dem Kriegsausbruch lag ausserdem die Dynamik der allseitigen Mobilmachungs- und Kriegspläne zu Grunde. Da war nichts mehr zu stoppen - die Finanzierung hätte ausserdem in der jeweiligen Siegesgewissheit kaum jemanden interessiert.
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Alt 26.05.2012, 13:02   #4
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Cliomara hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
Eine Ablehnung hätte nichts verhindern können. Ein zweites Sozialistengesetz wäre wohl die Folge gewesen.

Außerdem war die Sozialdemokratie in ihrer Mehrheit längst zu einer Partei der sozialen Reform geworden. In einigen Bundesstaaten des Reiches unterstützte sie in den Landtagen auch die Regierungen. Lediglich der linke Flügel um Rosa Luxemburg dachte noch an eine sozialistische Revolution.
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Alt 07.06.2012, 13:26   #5
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Der große Krieg würde ein Volkskrieg, kein Kabinettskrieg à la 1870/71 werden, das war 1914 bekannt. Ein Volkskrieg bedurfte zwangsläufig der Zustimmung des Volkes wollte man denn auch siegreich sein. Diese Zustimmung zu möglichst 100% der Abgeordneten des Reichstags - damit auch von den Sozialdemokraten - zu erlangen war der Punkt den die deutschen Protagonisten der Julikrise 1914 anstrebten. Dazu bedurfte es der "Schurken" Serbien und Russland, der "Königsmörder" und der "Kriegstreiber". Nur wenn Russland als Verursacher des Krieges zu brandmarken war, würde größte Zustimmung im Volk herrschen einen Krieg zu führen. Die Finanzierung war tatsächlich nicht von Bedeutung, man hätte sonst vermutlich wie im Rahmen der preußischen Verfassungskrise von 1862 gehandelt.
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Alt 09.06.2012, 17:36   #6
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Zitat:
Franz Ferdinand
Der große Krieg würde ein Volkskrieg, kein Kabinettskrieg à la 1870/71 werden, das war 1914 bekannt
Einen Moltke war das schon 1890 vollkommen klar. Aber warum waren die Armeen, insbesondere die deutsche mit ihren vermeintlichen Siegesrezept namens Schlieffenplan, denn alle auf einem kurzen Krieg vorbereitet?, wenn den Generalstäben klar war, das es im vollindustrialisierten Europa eben keinen kurzen Feldzug geben würde.

Wie äußerte sich Wilhelm II. gegenüber den Truppen: "Ehe noch die Blätter fallen, seid ihr wieder zu Hause."
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Alt 04.08.2012, 20:18   #7
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Zitat:
Turgot Beitrag anzeigen
...Aber warum waren die Armeen, insbesondere die deutsche mit ihren vermeintlichen Siegesrezept namens Schlieffenplan, denn alle auf einem kurzen Krieg vorbereitet?, wenn den Generalstäben klar war, das es im vollindustrialisierten Europa eben keinen kurzen Feldzug geben würde...
Jede Nation hatte ihren "Schlieffenplan" oder "Plan 17" um den Feind innerhalb kürzester Zeit zu besiegen. Für den - undenkbaren! - Fall, dass der Krieg nicht "planmäßig" verlaufen sollte war man selbst bereit, bis zum letzten Atemzug, bis zur letzten Patrone zu kämpfen - dieses Verhalten erwartete man kurioser Weise nicht beim Gegner in vergleichbarer Lage, vielleicht weil bereits um 1914 unterschwellig die Minderwertigkeit anderer Nationen (Slawen, Romanen, Hunnen) angenommen wurde?
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Alt 10.02.2013, 08:38   #8
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Turgot ist ein LichtblickTurgot ist ein LichtblickTurgot ist ein LichtblickTurgot ist ein LichtblickTurgot ist ein LichtblickTurgot ist ein Lichtblick
Die SPD war fest davon überzeugt, dass das Deutsche Reich einen Verteidigungskrieg führe. Dies ist sicher der geschickten Presse- und Informationspolitik der Regierung zu danken. Bethmann hatte im Vorfeld dafür gesorgt, dass Russland ins Unrecht gesetzt wurde und darüber hinaus, das die geplanten „Präventivmaßnahmen“ gegen die SPD eben nicht zur Ausführung gelangten.
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Alt 10.02.2013, 09:26   #9
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silesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekanntsilesia ist jedem bekannt
Zitat:
Turgot Beitrag anzeigen
Die SPD war fest davon überzeugt, dass das Deutsche Reich einen Verteidigungskrieg führe. Dies ist sicher der geschickten Presse- und Informationspolitik der Regierung zu danken. Bethmann hatte im Vorfeld dafür gesorgt, dass Russland ins Unrecht gesetzt wurde und darüber hinaus, das die geplanten „Präventivmaßnahmen“ gegen die SPD eben nicht zur Ausführung gelangten.
Die Sache lief damit prinzipiell so, wie beim und im Umfeld des Kriegsrates vom Dezember 1912 beschlossen. Der große Krieg musste ein "Existenzkrieg" sein, Russland unbedingt der Angreifer. Briefe und Vermerke belegen die notwendige psychologische "Vorbereitung des Volkes", und damit war in erster Linie die SPD gemeint.

Im Zuge der Heeresrüstungsvorlagen 1913, die weitere Vermehrung, wurden beispielhaft Einzelheiten der russischen Rüstung und der deutschen Zweitfrontenplanung einem exklusiv kleinen Kreis an SPD-Abgeordneten ausgebreitet, um das Stimmverhalten zu beeinflussen. Es wurde so einige Aufbauarbeit in dem abgesprochenen Sinne bis August 1914 geleistet.
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