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Alt 08.05.2013, 17:06   #1
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Eckert ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Friedenschance 1940

1940 war England das einzig verbliebene Land, das gegen Deutschland Krieg führte. Deutsche Bemühungen zur Einstellung der Kämpfe wurden zurückgewiesen. Englands einsamer aber tapferer Kampf habe Europa und die Welt vor dem Joch Hitlerdeuschlands bewahrt.

Gab es außer der Weiterführung des Krieges noch andere Möglichkeiten, etwa eine Friedenskonferenz unter Einschluß der USA? Die USA unter F.D. Roosevelt wollten nicht Gewalt von Staaten gegen andere Länder dulden, auch nicht Gewalt innerhalb eines Landes. Sie wollten weder die Expansionspolitik Japans noch die des Deutschen Reichs hinnehmen. Mit einer Konferenz konnten die Westmächte von außen auf die NS-Innenpolitik einwirken, auf die Welt der Lager und Verfolgungen. Für unsere Bevölkerung hätte dies eine Begriffsklärung zu den Rechten anderer Menschen bedeutet, auch die Offenlegung der NS-Verbrechen. Bei Weiterführung des Krieges hieß es aber "das Vaterland ist in Gefahr" mit der Bereitschaft zur Verteidigung.

1. Hitlerdeutschland sah sich in einer fatalen Lage: Als Mittelmacht war es stark genug gewesen, ein Land wie Polen zu besetzen, aber zu schwach, es auf Dauer gegenüber einem Imperium zu halten. England als imperiale Macht mit Kanada, Indien, Australien und ca. der Hälfte Afrikas konnte den Krieg beliebig lange führen, Deutschland nicht. Es sei denn, es würde auch eine imperiale Macht, z.B. auf Kosten der Sowjetunion. Nämlich ab 1940 wurde die Neutralität der Sowjetunion immer kostspieliger, es gab aus Moskau immer neue Wünsche und Forderungen. Natürlich, wurde sie doch von England und den USA als möglicher Partner umworben.

2. Auf deutsche Bitten wollten schwedische Diplomaten in England vermitteln. Premierminister Churchill befahl, schwedische Schiffe einschließlich Fischerbooten anzugreifen. Schweden stellte darauf seine Bemühungen ein.

3. Der Englandflug des Hitler-Stellvertreters Heß geht in die Richtung: Man müsse außer mit Churchill auch mit anderen Politikern sprechen. Dies wurde jedoch verhindert.

4. Der Rundfunksprecher des BBC 1940: "So schieben wir dieses sog. Friedensangebot dem Herrn Hitler zurück in sein ungewaschenes Maul!"

5. Deutsches Fernsehen ca. 2008 über den deutschen Widerstand: "Herr von Dohnanyi, Ihr Vater war doch damals im Widerstand, wie haben Sie diese Zeit erlebt?" "Für den Widerstand war es einfach - wäre England bereit, mit einem Deutschland ohne Hitler in Frieden zu leben oder weiter mit Hitlerdeutschland Krieg zu führen. Die Antwort ist bekannt".

Das Ende des Krieges: 50 Millionen Tote, darunter 6 Millionen Juden, Europa ein zerstörter Kontinent. War es das wert? Das TV-Drama "Blut, Schweiß und Tränen" (GB/USA 2009): Churchill besucht nach Kriegsende in London eine Theateraufführung. Er wird erkannt, das Publikum jubelt ihm zu. Schließlich habe er England gerettet.
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Alt 08.05.2013, 20:07   #2
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thanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekannt
Kein renomierter deutscher oder internationaler Historiker würde Deiner generellen Darstellung der Außenpolitik von Hitler für 1940 folgen.

In zwei Klassikern finden sich gegenteilige Ausführungen zur Ernsthaftigkeit der Friedenstrategie von Hitler.
Das vergangene Reich: Deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler 1871 ... - Klaus Hildebrand - Google Books

Hitler's Foreign Policy 1933 - 1939 - Gerhard L. Weinberg - Google Books

Die Abfolge und die konkrete Inszenierung der außenpolitischen Kontakte mit dem Ziel einer Beendigung wird zudem bei B. Martin (Das Dritte Reich und die Friedens-Frage im Zweiten Weltkrieg, S. 526ff) anders dargestellt, im Vergleich zu Deiner Ausführung

Nationalsozialistische Außenpolitik - Google Books

Insgesamt erscheint Dein Beitrag inhaltlich in vielen Passagen nicht korrekt bis grob verzerrend. Das wirkt sich auf eine "Beschönigung" der Rolle des NS-Systems als dynamisierende, aggressive und mit weiterführenden Zielen agierende kriegsführende Macht aus.

Hitler hatte diesen Krieg begonnen und wollte ihn fortführen mit dem Ziel einer kontinentalen Hegemonie, die auf die komplette Unterwerfung aller Ländern in diesem Bereich hinauslief!!!! Als ersten Schritt!!! Um in der Fortsetzung (folgende Generationen vgl. dazu das "zweite Buch") die USA herauszufordern und Deutschland die hegemoniale Position in der Welt zu sichern!!!!

Dieser Aspekt kommt bei Deinen Darstellungen über den friedfertigen Hr. Hitler und seiner Sensucht nach Frieden mit GB nicht zum Ausdruck, obwohl integral verwoben.

Und mindestens im letzten Abschnitt gewinnt die Darstellung eine nicht unerhebliche polemische und dubiose politische Ausrichtung.

Sollen uns die letzten Absätze suggerieren, man hätte die Millionen von Toten vermeiden können, wenn Churchill nicht so starrsinnig gewesen wäre, die "friedfertigen" Absichten von Hitler angemessen zu würdigen?

Vor diesem Hintergrund ergibt sich eine nicht unerhebliche "Bringschuld", Deine wilden Spekulationen durch entsprechende Ausführungen von seriösen Historiker zu unterlegen. Um es freundlich und sachlich zu formulieren.
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Geändert von thanepower (08.05.2013 um 20:15 Uhr).
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Alt 30.05.2013, 20:52   #3
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Turgot ist jedem bekanntTurgot ist jedem bekanntTurgot ist jedem bekanntTurgot ist jedem bekanntTurgot ist jedem bekanntTurgot ist jedem bekanntTurgot ist jedem bekannt
Wenn ich deinen Beitrag lese, gewinne ich den Eindruck, das nicht etwa das Dritte Reich Hitlers an dem Zweiten Weltkrieg, sondern Großbritannien, schuld an dem Krieg hätte.

Man könnte das auch Geschichtsklitterung nennen.
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Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.
Benjamin Franklin
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Alt 30.05.2013, 21:14   #4
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Am 19.Juli 1940 richtete Hitler an Großbritannien einen Friedensappell. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte er sich aber bereits sehr ernsthaft mit der Ausweitung des Krieges, nämlich seinen persönlichen Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion. Dafür wäre natürlich ein freier Rücken von erheblichen Vorteil gewesen.

Bereits am 03.Juli 1940 hatte Halder dem Chef der Operationsabteilung Greiffenberg angewiesen, wie ein militärischer Schlag gegen die Sowjetunion zu führen sei.

Hitler und auch der Generalstab dachten wohl, das Großbritanniens Hoffnung auf ein Eingreifen der UDSSR lag und deshalb auch nicht friedenswillig sein wird.
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churchill, frieden, konferenz

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