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#1 |
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Gast
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Hindenburg ernannte Hitler
Warum genau ernannte Hindenburg Hitler zum Reichskanzler? War Hindenburg ein schwacher Reichspräsident, der sich von von Papen und seinem Sohn beeinflussen lies oder war es im Endeffekt doch Hindenburgs Entscheidung Hitler zum Kanzler zu machen?
Vielen Dank für eine Antwort, Steffi |
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#2 |
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Moderator
Registriert seit: 04.2005
Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 17.817
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Weil es keine Alternative gab. Hitler war bei Lage der Dinge der einzige, der eine mehrheitsfähige Regierung beisammen bekam. Die NSDAP war mit 33 % die stärkste Partei, unterstützt von der DNVP (8 %, gemeinsam Harzburger Front). Hindenburg hatte sich schon gesträubt, Hitler, den "Böhmischen Gefreiten", zum Reichskanzler zu ernennen, aber welche Wahl blieb ihm?
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"Bey mir kann Jede Frau mit ihrem flacon glücklich werden." Frei nach dem alten Fritz |
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#3 |
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Premiummitglied
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hier entsteht in nicht absehbarer Kürze eine neue Signatur
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#4 | |
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Moderator
Registriert seit: 04.2005
Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 17.817
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Zitat:
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"Bey mir kann Jede Frau mit ihrem flacon glücklich werden." Frei nach dem alten Fritz |
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#5 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Aber wie soll man den 33% + 8% als mehrheitsfähig verstehen/sehen? weiter wird in diesem Interview von einem starken Hindenburg gesprochen, der wusste was er tat etc.:
Von Hindenburg zu Hitler : "Der Reichspräsident war nie eine Marionette" - Nachrichten Kultur - WELT ONLINE |
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#6 |
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Mitglied
Registriert seit: 06.2006
Ort: Land Brandenburg + geschichtsforum.de + Politik-Forum + Homepage: "Die Germanen" (schaut mal ins "Öffentliche Profil"! ;-)
Beiträge: 3.190
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Da hast du recht - rechnerisch reichte auch das nicht, deshalb löste v. Hindenburg den Reichstag am 1. 2. 1933 auf und es gab am 8. 3. 1933 eine Neuwahl.
Hier ist ein Überblick über alle Reichtagswahlen: Deutschland: Übersicht der Reichstagswahlen 1919-1933
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"Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann." Geändert von Barbarossa (06.05.2008 um 22:56 Uhr). |
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#7 | |
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Moderator
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Zitat:
Daneben war die Auflösung des Reichstages beschlossene Sache, bevor die Regierung Hitler ernannt wurde. Schließlich war die Mitwirkung der Reichswehr bei der Kabinettsbildung eine Forderung des Kreises um Hindenburg, weswegen Blomberg als erster Minister - vor dem restlichen Kabinett - unter recht zweifelhafter Beugung der Verfassung von Hindenburg bestellt wurde. |
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#8 |
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Mitglied
Registriert seit: 04.2008
Ort: Brno
Beiträge: 174
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Im Januar 1933 es war ein grosses Schachspiel in dem einige Kreise zum Beispiel Papen wolltem Hitler ausnutzen and dann abwerfen. Hitler diese warscheinlich wussteund hatte diese Leute gegeseitig ausgeschaltet. Es war sehr gefärliche Spiel in welche hatte Hindenburg relativ pasive Role. Tragisch war dass diese Spiel war mit Milionen Menschen zu tun.
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#9 |
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Mitglied
Registriert seit: 10.2004
Ort: Frankfurt a.M. + Cali (Kolumbien)
Beiträge: 207
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Noch 1932, nach der Reichstagswahl vom 31. Juli, bei der die NSDAP rund 37% der Stimmen gewann, sagte Hindenburg: "Diesen Herrn Hitler würde ich nicht einmal zum Postminister machen". Doch obwohl Hindenburg Reichspräsident der ersten deutschen Demokratie war, hasste er diese, er war und blieb Monarchist und träumter von der Wiedereinführung der Hohenzollern-Monarchie. So gesehen hielt er 1933 - nach etlichen Kabinetten und bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen auf der Strasse - Hitler inzwischen für das geringere Übel als die verhassten Roten (Sozialdemokraten), schliesslich regierten mit Hitler wenigstens die Nationalen.
Auch liess sich Hindenburg durch seinen Sohn Oskar, Papen und anderen bedrängen, nur Hitler sei in der Lage, einen Bürgerkrieg zu verhindern. Hinzu kam, dass einflussreiche Industrielle, Kaufleute und Bankiers eine Petition an Hindenburg sandten, mit dem Ersuchen, Adolf Hitler zum Kanzler zu berufen - aus Angst vor der KPD... Saludos! |
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#10 |
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Mitglied
Registriert seit: 04.2008
Ort: Ganz in der Nähe der Elbe
Beiträge: 1.528
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Festzuhalten gilt es, das die NSDAP zu jenen Zeitpunkt ihren Zenit in der Wählergunst schon überschritten hatte. Bei der Reichstagswahl vom 06.11 1932 erreichten die Nazis "nur" noch 33,1% der Stimmen. Am 31.07.1932 waren es noch 37,3% der Stimmen gewesen.
Franz von Papen spielte bei der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler eine nicht zu unterschätzende Rolle. Mit Hilfe des Sohnes von Paul von Hindenburg, Oskar, integrierte er fortlaufend gegen Schleicher und hatte dabei ausschließlich die eigenen Interessen, ganz gewiss nicht die des Staates, im Auge. Papen wollte sich unbedingt an Schleicher rächen, denn dieser hatte als Strippenzieher dafür gesorgt, das Papen sein Amt als Reichskanzler Ende 1932 verloren hatte. Und Papen hatte eine persönliche ausgezeichnete Beziehung zum Staatsoberhaupt. So hatte Hindenburg ihm doch bei seiner Verabschiedung ein Bild mit persönlicher Signierung, "Ich hatt einen Kameraden", geschenkt gehabt. Was für ein Gegensatz zu der Verabschiedung von Heinrich Brünning. Das Kabinett von Schleicher hatte bei Hindenburg beantragt den Reichstag aufzulösen und Neuwahlen erst für den Herbst anzuordnen. Hindenburg lehnte ab. Hindenburg schenkte auch den ostelbischen Rittergutbesitzern sein Ohr, die ein Interesse daran hatten, das Schleicher entlassen wird. Diese Herrn wußten genau, das Hindenburg sauer auf Schleicher war, weil dieser ihm nicht gegen Vorwürfe hinsichtlich der Entrichtung der fälligen Stueren in Zusammenhang mit der Schenkung seines Guts Neudecks in Schutz nahm. Die ganzen Vorgänge, die zur der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler fürhten, waren ein einziges übles Ränkespiel. Quelle: Winkler, Weimar, C.H.Beck 1993
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Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen. Heinrich Heine Geändert von Turgot (07.05.2008 um 10:23 Uhr). |
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#11 | |
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Moderator
Registriert seit: 04.2005
Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 17.817
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Zitat:
Kann man also tatsächlich davon ausgehen, dass die NSDAP vier Prozent der Gesamtwählerschaft bzw. 11 % ihrer Stammwähler verlor? Oder sind dies nur Wechselwählerverluste gewesen, die sich auch wieder hätten einfahren lassen?
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#12 |
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Moderatorin
Registriert seit: 04.2004
Ort: Eigenamt/Argovia
Beiträge: 13.660
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Ich kann euch dieses Buch empfehlen:
Jürgen W. Falter Hitlers Wähler C.H. Beck 1991 Eine sehr gute Analyse des Wahlverhaltens, der Wähler und der Hintergründe der Wahlen.
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„Ein guter Aphorismus ist die Weisheit eines ganzen Buches in einem einzigen Satz.“ Theodor Fontane |
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#13 |
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Mitglied
Registriert seit: 04.2008
Ort: Ganz in der Nähe der Elbe
Beiträge: 1.528
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Immerhin waren Hitler und seine Vasallen so erschrocken, das sie im Wahlkampf der letzten freien Wahl vor Amtsantritt Hitlers am 30.01.1933, der eigentlich nicht bedeutenden Landtagswahl in Lippe am 15.Januar 1933 einen beispiellosen, kaum zu überbietenden, Aufwand im Wahlkampf betrieben, um ja nicht den negativen Eindruck zu erwecken, das es mit der NSDAP berab ginge.
Die Wahl wurde dann auch klar gewonnen, aber interessant ist, das die SPD auch schon immerhin 30% der Stimmer erreichte.
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#14 | |
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Mitglied
Registriert seit: 04.2008
Ort: Ganz in der Nähe der Elbe
Beiträge: 1.528
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Zitat:
Danke für den Tipp. ![]()
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Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen. Heinrich Heine |
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#15 |
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Premiummitglied
Registriert seit: 10.2007
Ort: Wo de Oostseewellen trekken an den Strand...
Beiträge: 6.568
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Hindenburg war 1933 schlichtweg senil. Es gibt die Anekdote, dass er beim Aufmarsch von brauner SA und Stahlhelm gesagt haben soll: "Unsere tapferen Truppen - seht wie viele Russen sie gefangen haben..."
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Semper aliquid haeret. |
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#16 |
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Moderator
Registriert seit: 04.2005
Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 17.817
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Oder - *spekulier* - er wollte die Nazis einfach noch mal foppen.
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#17 | |
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Moderator
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Zitat:
Wahlkampf 1933 in Lippe |
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#18 | |
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Gast
Beiträge: n/a
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Da wäre ich mir nicht so sicher, Anekdote hin oder her:
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#19 |
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Premiummitglied
Registriert seit: 07.2006
Ort: männlich / Freiburg im Breisgau
Beiträge: 8.107
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Senilität hat für mich zumindest immer wieder den Geruch zu beabsichtigen, dass man Hindenburg von seinem Makel, gewissermaßen an Hitlers Aufstieg schuld zu sein, frei spricht. Ich glaube das Problem gibt es aber schon seit Jahrzehnten, dass immer wieder darauf hingewiesen wird, er sei senil gewesen. Ärztliche Analysen oder dergleichen kenne ich aber nicht, auch wenn sie interessant wären.
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"Wie einfältig war nicht die Poesie unserer Vorfahren, die noch immer glaubten, man müsse Vernunft haben, um ein Dichter zu sein!"(F.J. Riedel) |
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#20 |
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Mitglied
Registriert seit: 08.2007
Ort: Nahe Frankfurt
Beiträge: 431
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Die Vermutung, dass Hindenburg senil gewesen sei, muss schon kurz nach der Machtergreifung aufgekommen sein. In einem politischen Witz aus dieser Zeit (für den es damals einige Jahre KZ gab) heißt es:
Hindenburg soll eine Dame empfangen, die ihm einen großen Blumenstrauß zu überreichen gedenkt. Das Einwickelpapier will sie im Vorzimmer zur Seite tun. Da ruft ihr Staatssekretär Meißner entsetzt zu: "Lassen Sie doch um Gottes willen keine Papier hier herumliegen. Der alte Herr unterschreibt es sonst sofort!" Die Frage ließe sich wohl wirklich nur durch ein ärztliches Gutachten klären, aber eine solche Quelle ist mir nicht bekannt. |
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