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Alt 08.01.2012, 22:18   #1
Literatur1856x
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Verfolgung der Juden zwischen 1933 - 1939

Sehr geehrte Damen und Herren,

Das wichtigste Werk zum Holocaust wurde von Raul Hilberg mit dem Titel "Die Vernichtung der europäischen Juden" geschrieben und veröffentlicht.

Welche (ausführlichen) Werke gibt es zur NS-Politik gegenüber den Juden zwischen 1933 - 1939 (zur Ausgrenzung und Verfolgung)?

Ich bedanke mich recht herzlich für ihre Buchtipps.

Mit freundlichen Grüßen
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Alt 08.01.2012, 22:46   #2
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ursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekannt
Schau mal hier:

Standardwerke und Links zum Holocaust

Sicher Saul Friedländer. Hier vor allem der erste Band. Darin findest du auch eine ausführliche Bibliographie.

Wenn du unter Saul Friedländer suchst, findest du noch weitere wichtige Literautur zu diesem Thema.

Ebenso die Reihe Orte des Terrors von Wolfgang Benz gehören zur Standardliteratur.
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Geändert von ursi (08.01.2012 um 22:49 Uhr).
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Alt 09.01.2012, 11:48   #3
Literatur1856x
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Sehr geehrte Damen und Herren,

Vielen Dank!

1. Gibt es eine Rezension von Prof. Hilberg zu Friedländers Bücher (2 Bände)?

2. Die KZ's interessieren mich weniger (bzgl. Benz). Gibt es Werke über die alltägliche Diskriminierung und die Implementierung der anti-jüdischen Gesetze und wie die Juden darauf reagierten? Gibt es vielleicht Tagebücher, Memoiren etc.?

Ich bedanke mich recht herzlich für weitere Buchtipps.

MfG
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Alt 09.01.2012, 13:36   #4
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Zitat:
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Sehr geehrte Damen und Herren,

Vielen Dank!

1. Gibt es eine Rezension von Prof. Hilberg zu Friedländers Bücher (2 Bände)?
Nein die gibt es meines Wissens nicht. Kann ich aber noch recherchieren.


Für den Fall das du Zweifel an den Bücher von Saul Friedländer hast. Die wären nicht berechtigt, denn sie sind erstens auf dem neusten Forschungstand, was bei den Büchern von Raul Hilberg nicht der Fall ist. Was jetzt nicht heisst das die Standardwerke von Hilberg nicht mehr gelten, sondern sie sind einfach bei einigen Themen von der Forschung überholt worden. Saul Friedländer ist wie Hilberg jüdischer Abstammung.

In der Holocaustforschung gelten die beiden Bände, kannst es auch in einem haben, als Standardwerke. Friedländer bezieht sich darin ja auch auf die Literatur von Hilberg.

Zitat:
2. Die KZ's interessieren mich weniger (bzgl. Benz). Gibt es Werke über die alltägliche Diskriminierung und die Implementierung der anti-jüdischen Gesetze und wie die Juden darauf reagierten? Gibt es vielleicht Tagebücher, Memoiren etc.?

Hier eine kleine Auswahl an Literatur:

Inge Deutschkorn
Ich trug den gelben Stern
DTV

Barbara Lovenheitm
Überleben im Verborgenen. Sieben Juden in Berlin. Ein Bericht
Siedler Verlag

Wolfgang Benz
Überleben im Dritten Reich
Juden im Untergrund und ihre Helfer
DTV


Mascha Rolnikaite
Ich muss erzählen: Mein Tagebuch. 1941-1945
rororo

Dann sicher das Tagebuch der Anne Frank

Ich kann dir noch mehr raussuchen, wenn du möchtest.

Wenn du mal in einer Gedenkstätte eines Konzentrationslagers oder auch in der Buchhandlung beim Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin bist, findest du eine grosse Auswahl an Biographien etc.

Wenn du exemplarisch einen Lebensweg einer jüdischen Familie anschauen möchtest, dann empfehle ich dir diese Seite:

Lebenswege einer jüdischen Familie | www.chotzen.de

Hier wird die Geschichte von 1914 bis heute erzählt, mit vielen Hintergrundinformationen.
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Geändert von ursi (09.01.2012 um 13:44 Uhr).
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Alt 09.01.2012, 14:16   #5
Literatur1856x
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Sehr geehrte Damen und Herren,

Vielen Dank nochmals. Ich muss dazu sagen das ich der Ansicht bin das der Holocaust in der Schule zu emotional beigebracht wurde. Deswegen fand ich die sachliche Darstellung des Vernichtungsprozesses bei Prof. Hilberg genial.

Ich werde mir die Bücher von Friedländer besorgen. Es hätte mich nur gefreut zu sehen wie Prof. Hilberg seine Bücher kommentiert.

So wie ich das sehe geht es in den Memoiren etc. um die Zeit nach 1939.

Mich interessiert vorallem der foranschreitende Diskriminierungsprozess bis 1939. (Quasi Hilbergs sachliche Darstellung auf die Zeit von 1933 - 1939.)

Welche Werke wären den empfehlenswert bzgl der Diskrimierungs- und Beseitigungspolitik gegenüber der politischen Opposition (Kommunisten etc.) zwischen 1933 - 1939?

Mit freundlichen Grüßen
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Alt 09.01.2012, 14:44   #6
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Zitat:
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Sehr geehrte Damen und Herren,

Vielen Dank nochmals. Ich muss dazu sagen das ich der Ansicht bin das der Holocaust in der Schule zu emotional beigebracht wurde. Deswegen fand ich die sachliche Darstellung des Vernichtungsprozesses bei Prof. Hilberg genial.
Saul Fiedländers Bücher sind nicht emotional sondern historisch sachlich.


Zitat:
Ich werde mir die Bücher von Friedländer besorgen. Es hätte mich nur gefreut zu sehen wie Prof. Hilberg seine Bücher kommentiert.
Vielleicht findest du ja selber über google was. Dann wohl eher in der amerikanischen Presse, da Hilberg in den USA lebte. Kann aber auch sein, dass er nicht mehr dazu gekommen ist. Hilberg starb 2007 an Krebs.

Wie gesagt, da müsste man noch näher recherchieren. Wenn mir was ins Auge fällt, stell ich es rein.


Zitat:
So wie ich das sehe geht es in den Memoiren etc. um die Zeit nach 1939.

Mich interessiert vorallem der foranschreitende Diskriminierungsprozess bis 1939. (Quasi Hilbergs sachliche Darstellung auf die Zeit von 1933 - 1939.)

Welche Werke wären den empfehlenswert bzgl der Diskrimierungs- und Beseitigungspolitik gegenüber der politischen Opposition (Kommunisten etc.) zwischen 1933 - 1939?

Mit freundlichen Grüßen
Inge Deutschkrons Erinnerungen beginnen bei ihrer Kindheit um 1922, sie hat also alles bis 1945 in Berlin miterlebt. Lohnt sich zu lesen. W

Dann einfach mal die Bibliographie von Hilbergs Werk anschauen, dort findet sich auch noch weiterführende Literatur.

Dann dies noch:

Seven Felix Kellerhoff
"Kristallnacht" Das Novemberprogrom 1938 und die Verfolgung der Berliner Juden 1924 bis 1945

Wenn du was aus der politischen Oppostion lesen möchtest, dann kann ich dir folgende Bücher empfehlen:

Michael Schneider
Unterm Hakenkreuz. Arbeiter und Arbeiterbewegung 1933 bis 1939
Dietz Verlag


Dann diese Biographien zur Oppostion:

Clarita von Trott zu Solz
Adam Trott zu Solz. Eine Lebensbeschreibung
Lukas Verlag

Shareen Blair Brysac
Mildred Harnack und dir Rote Kapelle
Scherz Verlag

Greta Kuckhoff
Vom Rosenkranz zur Roten Kapelle
Verlag Neues Leben Berlin (gibt es nicht mehr im Buchhandel)

Frauke Geyken
Freya von Moltke
Ein Jahrundertleben 1911 bis 2010
Beck Verlag



Ebenso die Biographie über Sophie Scholl gehört dazu oder auch über Stauffenberg etc.
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Geändert von ursi (09.01.2012 um 14:46 Uhr).
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Alt 09.01.2012, 14:48   #7
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Cannonball zeigte ein beschämendes Verhalten in der Vergangenheit
Zitat:
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Saul Fiedländers Bücher sind nicht emotional sondern historisch sachlich.


Ebenso die Biographie über Sophie Scholl gehört dazu oder auch über Stauffenberg etc.
Kann ich so bestätigen.........
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Alt 09.01.2012, 15:32   #8
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Vielen Dank Ursi. Werde mir bis Freitag einige Bücher zulegen. Ich fang mal mit Fiedländers 2 Bänden an.
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Alt 09.01.2012, 15:46   #9
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Zitat:
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Vielen Dank Ursi. Werde mir bis Freitag einige Bücher zulegen. Ich fang mal mit Fiedländers 2 Bänden an.
Gern geschehen. Du kannst auch das Einbändige kaufen, es ist nicht gekürzt. Nur viel kleiner geschrieben.
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Alt 09.01.2012, 16:30   #10
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Zitat:
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Gern geschehen. Du kannst auch das Einbändige kaufen, es ist nicht gekürzt. Nur viel kleiner geschrieben.
Danke für dein Ratschlag. Das gilt aber nicht für die Ausgabe von der Bpb oder?
Das Dritte Reich und die Juden 1933-1945 - Schriftenreihe (Bd. 1089)

Nur noch folgendes. Prof. Hilberg erwähnte in einem Vortrag in Wien das Dieter Pohl ein sehr guter Wissenschaftler sei. Ist sein Werk zu komprimiert?

Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933-1945.
Dieter Pohl
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Alt 09.01.2012, 18:09   #11
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Vielen Dank,
das sind sehr ausführliche Werke.
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Alt 09.01.2012, 20:38   #12
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Zitat:
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Danke für dein Ratschlag. Das gilt aber nicht für die Ausgabe von der Bpb oder?
Das Dritte Reich und die Juden 1933-1945 - Schriftenreihe (Bd. 1089)
Das ist eine gekürzte Ausgabe

Zitat:
Nur noch folgendes. Prof. Hilberg erwähnte in einem Vortrag in Wien das Dieter Pohl ein sehr guter Wissenschaftler sei. Ist sein Werk zu komprimiert?

Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933-1945.
Dieter Pohl
Bin gerade unterwegs, sobald ich am PC sitze gebe ich dir darauf eine Antwort
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Alt 09.01.2012, 22:43   #13
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Zitat:
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Nur noch folgendes. Prof. Hilberg erwähnte in einem Vortrag in Wien das Dieter Pohl ein sehr guter Wissenschaftler sei. Ist sein Werk zu komprimiert?

Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933-1945.
Dieter Pohl
Dieter Pohl ist ein hervorragender Historiker. Er arbeitet für bis vor zwei Jahren im Institut für Zeitgeschichte in München. Zur Zeit hat er einen Lehrauftrag an der Uni Klagenfurt Zeitgeschichte und Geschichte Ost- und Südosteuropas.

Das Buch Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit ist auf dem neusten Stand der Forschung und ist für den Einstieg ins Thema sehr zu empfehlen. Es ist aber eine komprimierte Darstellung, das darf man nicht vergessen.

Hier die Rezension auf Sehepunkte:

SEHEPUNKTE - Rezension von: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933-1945 - Ausgabe 4 (2004), Nr. 12


Hier gibt es noch eine Rezension zum gekürzten Buch von Saul Friedländer:

SEHEPUNKTE - Rezension: Saul Friedländer und die Geschichtsschreibung zum jüdischen Leben im nationalsozialistischen Deutschland - Ausgabe 11 (2011), Nr. 4
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Geändert von ursi (09.01.2012 um 22:55 Uhr).
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Alt 10.01.2012, 06:09   #14
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Vor lauter Hilberg und Friedländer habe ich noch eines der wichtigsten Tagebücher, neben Anne Frank, vergessen.

Victor Klemperer. Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933-1945 8 Bände Taschenbuchaussgabe.

Victor Klemperer ? Wikipedia
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Alt 25.01.2012, 09:16   #15
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Die Historikerin Marion Kaplan veröffentlichte 2001 ein Buch das sich mit folgender Frage beschäftigt: Wie haben die deutschen Juden den Alltag im Nationalsozialismus erfahren? In diesem Buch wird vor allem die Sicht von jüdischen Frauen angeschaut. Dabei wurden Briefe, Tagebücher, Erinnerungen und Interviews ausgewertet.

Marion Kaplan
Der Mut zum Überleben
Jüdische Frauen und ihre Familien in Nazideutschland
Aufbau Verlag 2001
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Alt 26.01.2012, 08:58   #16
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Registriert seit: 07.2006
Ort: wer hat Angst vor dem schwarzen Wald?
Beiträge: 1.214
beetle hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
ich habe noch folgende Vorschläge:

Martin Doerry "nirgendwo und überall zu Hause"
Gespräche mit Überlebenden des Holocaust

Primo Levi "ist das ein Mensch?"
der Autor schildert 11 Monate Überleben in Auschwitz

Margarete Limberg "Sie durften nicht mehr Deutsche sein"
jüdischer Alltag in Selbstzeugnissen 1933 - 1838

Bernhard Müller "Alltag im Zivilisationsbruch: das Ausnahme-Unrecht gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland 1933 -1945"

Ruth Elias "die Hoffnung erhielt mich am Leben"
mein Weg von Theresienstadt und Auschwitz nach Israel

Herman Zimmermann "ein Engel an meiner Seite"

Erwin Leiser "Leben nach dem Überleben"
Dem Holocaust entronnen - Begegnungen und Schicksale
__________________
man braucht 2 Jahre um sprechen zu lernen und 50, um schweigen zu lernen. (Hemingway)
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