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Alt 06.11.2006, 14:55   #41
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Repo ist einfach richtig nettRepo ist einfach richtig nettRepo ist einfach richtig nettRepo ist einfach richtig nett
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Arcimboldo Beitrag anzeigen
Wenn diese Frage geklärt ist, geht es danach darum, wie man die Opfer aus den Tötungsanlagen weggeschafft hat , ob durchs Fenster oder die Tür ?
Was haben diese "Fragen " hier im Forum verloren ? Stelle diese doch bitte an Stellen oder Leute, die sich damit befassen-
Was die Wannseekonferenz betrifft, so hat die Erörterung ob Diesel-oder Ottomotor nichts mehr mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung des Themas zu tun. Ich bitte dich daher uns mit deinen nicht leicht zu ertragenden privaten Erörterungen zu verschonen...Danke
Ah, so.
Na dann OK

Grüße Repo
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Alt 06.11.2006, 15:33   #42
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Repo ist einfach richtig nettRepo ist einfach richtig nettRepo ist einfach richtig nettRepo ist einfach richtig nett
Ich weiß zwar nicht, was am Holocaust-Komplex überhaupt leicht zu ertragen sein soll.
Aber nun denn.
Eigentlich wollte ich noch erläutern, warum mir diese Frage wichtig erscheint, aber dazu hab ich nun einfach keine Lust mehr.

Grüße Repo
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Alt 20.09.2007, 15:21   #43
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Mittwoch, 10. September 1941 ... Baupläne

14.15 Uhr Ankunft
Mittagessen Hegewald
Teilnahme Besprechung RF, Gruf. Pohl, Oberf. Dr. Kammler, Vogel (Baupläne ...)

Quelle ist der Dienstkalender Heinrich Himmlers. Unter dem harmlosen Titel „Baupläne“ verbirgt sich die Besprechung und Genehmigung des "Flächenaufteilungsplanes für das Interessengebiet des Konzentrationslagers Auschwitz".. Himmler ordnete neben der Billigung der Pläne an, zwei „Versuchsgüter“ und zwei Bauernhöfe zur Ausdehnung der Landwirtschaftsbetriebe (im Hinblick auf die geplante Belegungsstärke des Lagers) zu errichten, vgl. Entwürfe eines Vermerkes Kammlersvom 11.9.1941, Sonderarchiv Moskau, zitiert nach Witte et al., Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1941/42, S. 206.

Für die zeitliche Zuordnung ist auf die kurz zurück liegenden Besuche Himmlers bei den Erschießungskommandos und Einsatzgruppen in Lemberg, Minsk etc., und auf die vielfältigen Termine mit den Befehlshabern der Einsatzgruppen und SS-Verbände (Jeckeln, Fegelein, etc.) in den letzten 3 Monaten hinzuweisen. Der Brief Görings, der der Wannsee-Konferenz vorausging, datiert vom 31.7.1941.

Die Wannsee-Konferenz zieht ihre Bedeutung wohl eher aus der Dokumentation als für die Frage der zeitlichen Einordnung der Entscheidungen zum Holocaust.
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In der Theorie sind Theorie und Praxis das Gleiche. In der Praxis sind sie es nicht (Yogi Berra). Der Unterschied ist Unsicherheit (Stephen Ross).
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Alt 20.09.2007, 17:11   #44
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Ach ja,

falls Euch irgendwann ein Kfz-Mechaniker-Lehrling begegnet, und Euch erklärt, "kann gar nicht sein, alles erlogen mit dem Holocaust, denn mit Diesel-Abgasen kann man gar niemanden umbringen"

könnt Ihr dem sagen: Stimmt nicht, Gerstein hat sich geirrt, die SS hat einen erbeuteten russischen "Großvolumigen Benzin-Motor US-Amerikanischer Konstruktion" verwendet.

Allerdings war gleichzeitig tatsächlich ein russischer Diesel-Motor im Betrieb, aber als Antrieb für die Stromerzeugung.

OT: Gerstein hat seine letzten Wochen in Halb-Freiheit übrigens im Hotel zum Mohren in Rottweil verbracht, wo er eine Fassung seines berühmten Berichts für seine Frau deponierte, die ihn allerdings erst Monate später bekam, da sie nichts von der Existenz wusste.
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Alt 30.09.2007, 02:14   #45
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Scorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekannt
Von den Teilnehmern der Wannseekonferenz kamen einige wie Gestapochef Heinrich Müller, Lange oder Schöngarth buchstäblich mit blutigen Händen zur Konferenz. Schöngarth war als Chef des SD im Generalgouvernement an Aktionen gegen polnische Intelligenz und Juden beteiligt. Lange hatte am Bau von Belzec massgeblichen Anteil und hatte noch zuvor Juden in Riga erschiessen lassen, wobei er Heydrich Lettland als "judenrein" melden konnte. Da wurde ganz offen über Mord gesprochen, hatten die Herren Müller, Heydrich, Lange und Eichmann bereits Erfahrungen mit der Ermordung von Menschen, wobei Rauff die Gaswagen meines Wissens bereits während der Euthanisieaktionen konstruierte. Lange und Schöngarth hatten noch "handwerklich" erschossen, wobei man wegen der Kälte keine Masssengräber ausheben konnte. Erschiessungen waren auch für die Psyche der Täter belastender. In Auschwitz hatte ein Mitarbeiter von Höß auch schon Erfahrungen mit Zyklon B gesammelt, damals noch gegen sowjetische Kriegsgefangene angewendet. Über das "was" war man sich einig, und hatte auch schon eine Ahnung "wie". Dazu musste das Ganze aber noch besser organisiert werden, andere Dienststellen eingeweiht und zur Zusammenarbeit verpflichtet werden. Tatsächlich konnte Heydrich zufrieden sein, Widerspruch gab es nur zeitweise in einem Punkt betreffend "Halbjuden". Darüber wurde dann auch kein endgültiger Konsens erzielt, doch stimmte Stuckart, Fricks graue Emminenz der Sterilisierung zu.

eichmann sagte, glaube ich, in seinem Prozess, dass ihn Müller wegen eines Schwächeanfalls gehänselt habe, und lapidar sagte, bei den Gaswagen sei ein simples technisches Problem, man dürfe nicht Vollgas fahren, weil sonst das Kohlenmonoxid nicht verbrannt sei.
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Man muss das Grundgesetz vor seinen Vätern schützen und die Verfassung vor ihren Schützern
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Alt 20.01.2017, 10:08   #46
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Das Thema ist gerade bei Spon angesprochen.

Die "Akteure":
Wannsee-Konferenz: Die kalten Bürokraten des Genozids - SPIEGEL ONLINE - einestages

Der "Madagaskar - Plan"
Wannsee-Konferenz: Massenmord statt Madagaskar-Deportation - SPIEGEL ONLINE - einestages
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When the facts change, I change my mind. What do you do, sir? J.M. Keynes
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Alt 20.01.2017, 15:18   #47
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Ralf.M ist ein sehr geschätzer MenschRalf.M ist ein sehr geschätzer Mensch
Heute (20.01.2017) ARD Alpha -> Wannseekonferenz 20.01.1942, 21.00 Uhr, 80 Min.
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Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben“.
Theodor Fontane 1819 - 1898
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Alt 29.01.2017, 14:35   #48
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In Bezug auf die Anklage vor dem IMT in Nürnberg hatte Göring seine Unschuld beteuert und führte als Beleg an, er sei von ihm kein Befehl unterzeichnet worden.

Auf die komplizierte Befehlslage und die damit verbundenen Dokumente ist Longerich in "Wannseekonferenz" eingegangen.

Die Ereignisse lassen sich rückwirkend eher als ein Netzwerk und somit kollektive Willensbildung rekonstruieren.

Heydrich bezog sich auf den Befehl bzw. Wunsch von Göring zur Einleitung der "Endlösung" (vgl. dazu beispielsweise Cesarini)

Interessant sind dabei die persönlichen Netzwerke der Personen im Rahmen der Wannseekonferenz.

Bereits im April 1934 war Paul Körner (als SS Gruppenführer) Görings Adjutant, der zu dem Zeitpunkt Preußischer Ministerpräsident war (vgl. Wildt, S. 49 über das Bild bin ich auf diesen punktuellen Zusammenhang gestoßen)

https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_K%C3%B6rner

In 1934 wurde Körner Staatssekretär im preußischen Innenministerium und 1936 Staatssekretär der Vierjahresbehörde, dem wohl zu dem Zeitpunkt mächtigsten staatlichen Instrument.

Parallel war Erich Neumann seit 1932 Ministerialdirektor im Preußischen Staatsministerium und wurde 1938 zum Stellvertreter von Körner als Staatssekretär in der Vierjahresbehörde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_...sekret%C3%A4r)

In der Rolle als Stellvertreter von Körner, die beide Göring unterstanden, nahm Neumann an der Wannseekonferenz im Januar 1942 teil.

Interessant ist, dass Wiki die Rolle von beiden verschweigt und die enge Beziehung von Göring, der Vierjahresplanungsbehörde und seinen administrativen Spitzen auch im Rahmen der Wannseekonferenz keine Erwähnung findet.

In dieser Konstellation der Netzwerke der "Schreibtischtäter" konnte man "dem Führer entgegenarbeiten" und entsprach intentional den Absichten des Führers.

Es waren dann die "kalten Technokraten" wie bei Herbert "Best" beschrieben wird, die durch ihre spezifische Form von weltanschaulich untermauertem Denken in Kategorien einer entmenschlichten Effizienz die Maschinerie der Konzentrationslager emotionslos in Gang setzen.

Dieses konnten sie aber nur in Übereinstimmung mit einer kollektiv gedachten und gelebten NS-Ideologie, die ihre Sicht förderte und auch deckte, durchführen. Und aus dieser Perspektive waren Göring und in letzter Konsequenz natürlich Hitler die Impulsgeber für die Wannseekonferenz und die Endlösung. Es hatte dazu keines expliziten "Befehls" bedurft, da man sich in der Spitze der NSDAP aus vielen Gründen zu dem Zeitpunkt zunehmend einig war über die Richtung der "Endlösung"

Cesarani, David (2016): "Endlösung". Das Schicksal der Juden 1933 bis 1948. Unter Mitarbeit von Klaus-Dieter Schmidt. Berlin: Propyläen.
Herbert, Ulrich (2016): Best. Biographische Studien über Radikalismus, Weltanschauung und Vernunft, 1903-1989. Neuauflage. München: C.H. Beck.
Longerich, Peter (2016): Wannseekonferenz. Der Weg zur "Endlösung". München: Pantheon.
Wildt, Michael; Kreutzmüller, Christoph (Hg.) (2013): Berlin 1933 - 1945. Siedler.
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Geändert von thanepower (29.01.2017 um 14:50 Uhr).
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