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| | #1 |
| Gast
Beiträge: n/a
| Ausbruch II Weltkrieg Ohne dass ich die deutsche Schuld am Ausbruch des zweiten Weltkriegs in Frage stellen will, versuche ich doch herauszufinden, warum die Historiker nicht zwei Schuldige dafür sehen. Auf Grund des Hitler/Stalin Pakts war ja zwischen den beiden Ländern beschlossene Sache, Polen nach einem Krieg aufzuteilen. Kurze Zeit nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Polen drang von Osten her die Rote Armee ebenfalls noch im September 1939 in Polen ein und das Land wurde aufgeteilt. Nun meine Fragen: Warum haben England und Frankreich nur Deutschland und nicht auch der Sowjetunion den Krieg erklärt? Warum kam bei den Nürnberger Prozessen nie der Einmarsch der Roten Armee zur Sprache? |
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| | #2 |
| Mitglied Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 59
![]() | Der zweite Teil Deiner Frage ist leicht erklärt. Die Sowjetunion saß in Nürnberg am Siegertisch. Schon lange vor Ende des 2. Weltkrieges brachte Churchill die Polenfrage auf den Tisch, doch Stalin bestand vehement darauf, die besetzten Gebiete von 1939 zu behalten. Schließlich einigten sich die Alliierten auf eine Abtrennung deutscher Gebiete zugunsten von Polen, als Ausgleich für die an Stalin verlorene Gebiete. Der erste Teil Deiner Frage ist schon schwieriger. Ich vermute, dies hängt mit der Vertragslage zwischen Polen und England/Frankreich zusammen. Als es im Frühjahr/Sommer 1939 zu immer größeren Spannungen zwischen Deutschland und Polen kam, traten die beiden Alliierten auf die Seite Polens und es kam zum Beistandsvertrag, der sich eindeutig gegen Nazideutschland richtete. Englands Premier Chamberlain hatte seinen Fehler aus dem Vorjahr erkannt, als er in der tschechischen Frage nachgegeben hatte. Diesmal wollte er hart bleiben gegenüber Deutschlands Expansionsplänen. Nachdem die Sowjetunion ebenfalls in Polen einmarschiert war, wollte man sicher vermeiden, sich auch noch diese zweite kontinentale Großmacht zum Feind zu machen. Tatsächlich kam es bis in das Frühjahr 1941hinein zu einer deutlichen Annäherung zwischen Nazideutschland und Stalin. |
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| | #3 | |
| Mitglied Registriert seit: 03.2004 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 2.365
![]() | Zitat:
Weil die Sowjetunion tatkräftig den Hitler-Fachismus bekämpft hat und zugleich in Nürnberg Kläger war. ![]()
__________________ Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu. | |
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| | #4 |
| Mitglied Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 6
![]() | Hat Churchill nicht die Amis gedrängt, nach dem Zusammenbruch des dt. Reiches gegen Stalin zu Felde zu ziehen? |
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| | #5 | |
| Gesperrt Registriert seit: 10.2004 Ort: in den Alpen
Beiträge: 216
![]() | Zitat:
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| | #6 |
| Gast
Beiträge: n/a
| Ist mir schon klar, das die Sowjetunion den Hitlerfaschismus bekämpft hat, aber nur gezwungener Maßen. Zunächst gab es diesen Pakt zwischen Stalin und Hitler, der das Ziel hatte, Polen aufzuteilen. Um es mit einem Kriminalfall zu vergleichen: Wenn 2 Gauner gemeinsam beschließen, jemand zu überfallen und anschließend fällt der erste über den zweiten Gauner her, tilgt das nicht die Schuld von der gemeinsamen Straftat. Nach meiner Moral hätte auch Stalin auf die Anklagebank gehört. |
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| | #7 |
| Gast
Beiträge: n/a
| Später hat die Sowjetunion Deutschland später ja auch bekämpft. Das hat ziemlich sicher dazu geführt, dass die Sowjetunion nicht von England, USA, und Frankreich bekämpft wurde. |
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| | #8 |
| Gast
Beiträge: n/a
| Übrigens in der DDR-Geschichtsschreibung über den Überfall Deutschlands auf Polen bekommt insbesondere Großbrittanien so richtig Prügel. So der Wortlaut: die Briten ließen die Polen einfach im Stich (weil man "kapitalistisch mit Deutschland symphatisierte"). Der Einmarsch der Roten Armee in Polen wurde nur schwerlich verdaut - mit der Begründung - die Sowjetunion besetzte den Ostteil Polens um nicht in deutsche Besatzung zu enden. Letzteres aber nur nach energischem Nachfragen der Schüler, da es eine Okkupation durch die Rote Armee grundsätzlich nicht gab. Dass der Einmarsch der Russen in Polen 1939 nicht zur Sprache kam, lag auch am Wissen der Briten. Sie wußten vom Hitler/Stalin-Pakt schon rechtzeitig. Und somit Mitschuld. Denn an einen militärischen Beistand für Polen war nicht zu denken. Dann hätten die Briten einen idiotischen Zweifrontenkrieg führen müssen. Und das nur für Polen. In der großen Weltpolitik werden immer Opfer gebracht, die man auch formal zur Schlachtbank preisgibt. |
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| | #9 | ||
| Mitglied Registriert seit: 10.2004
Beiträge: 358
![]() | Zitat:
Molotow-Ribbentropp-Abkommen: hat eine längere diplomatische Vorgeschichte und ist nicht so eindeutig, wie die Guido-Knopp-Geschichtsschreibung sich das vorstellt. Auf jeden Fall müsste man das Verhalten der Westmächte in München 1938 genauer betrachten. Im Grunde hat Stalin nichts anderes versucht: Zeit gewinnen auf Kosten eines Dritten. Zitat:
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| | #10 | |
| Mitglied Registriert seit: 03.2004 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 2.365
![]() | Zitat:
__________________ Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu. | |
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| | #11 | |
| Moderatorin Registriert seit: 04.2004 Ort: Eigenamt
Beiträge: 20.830
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Stalin - Kriegsverbrecher???
__________________ Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund deiner Einsamkeit. Antoine de Saint-Exupery, 1900-1944 | |
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| | #12 | |
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
Kann natürlich auch sein, dass das nur auf seine Einheit zutraf ![]() | |
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| | #13 | |
| Mitglied Registriert seit: 10.2004
Beiträge: 358
![]() | Zitat:
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| | #14 | |
| Gast
Beiträge: n/a
| In der Tat aber wie auch immer das ist ja nicht der eigentliche Knackpunkt der Frage gewesen. Zitat:
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| | #15 | |
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
Zudem muß man den Polen zugute halten, sie wollten in Frieden leben, deshalb die eher zur Belustigung gehaltenen Kavallerieartilleristen und ihre 10 Flugzeuge. Wir sehen immer nur Kampfbereitschaft, Waffenstarre und Angriffe. Von Friedenswillen redet hier niemand. Wer auch noch so lebt und dies bekundet, scheint geschichtlich im Geschichtsforum völlig deplaziert sein. | |
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| | #16 |
| Mitglied Registriert seit: 01.2005 Ort: im Nordwesten am Rhein
Beiträge: 942
![]() | Hier ein paar Ansätze für eine Antwort auf deine Frage: 1. Die SU hatte seit dem Versailler Vertrag einen Anspruch auf die Gebiete östlich der Curzon-Linie, das ist ungefähr die Trennlinie, die auch im dt.-sowjet. Nichtangriffsvertrag 1939 festgelegt wurde. 2. Die SU war Verbündeter der Briten und der USA (Anti-Hitler-Koalition) und lange Zeit Hauptträger des Krieges gegen die Nazis in Europa. 3. Die SU hat den Vertrag auch geschlossen in dem Bewusstsein, damit einen erwarteten deutschen Überfall nur hinauszuzögern und sich auf den Krieg vorbereiten zu können. 4. Die SU hat 1939 lange mit den Briten und Polen über eine gemeinsame Verteidigung gegen einen erwarteten dt. Angriff verhandelt. Das scheiterte vor allem an der Frage eines - von den Polen abgelehnten - sowjet. Durchmarsches gegen deutsche Angreifer über polnisches Gebiet. Interessant zu diesen Verhandlungen und zur Vorgeschichte des deutschen Überfalls auf die SU aus sowjet. Sicht: Lew Besymenski: Sonderakte Barbarossa, rororo (Reinbek 1968) 5. Nicht zuletzt müsste in diesem Zusammenhang dann auch über das Verhalten der Briten und Franzosen im Kontext des Münchner Abkommens diskutiert werden. Soviel zunächst mal. Gruß Klaus |
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| | #17 | |
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
Punkt 3 hat mit dem Kriegsbeginn nichts zu tun. Ob Stalin einen Angriff erwartete ist spekulativ. Man kann nicht ausschließen, dass er einen Angriff erwartete, um als Verteidiger zum Angreifer zu werden. Hier muss die kommunistische Betrachtungsweise herangezogen werden (ein zweites 1812-Großer Vaterländischer Krieg). Ansonsten sind Deine Punkte sehr interessant. | |
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| | #18 |
| Mitglied Registriert seit: 01.2005 Ort: im Nordwesten am Rhein
Beiträge: 942
![]() | Liebe/r Hurvinek, Ich habe nicht behauptet, dass die SU bereits 1939 mit GB und USA verbündet gewesen seien. Vielmehr gibt es Anzeichen, dass beide ein Bündnis mindestens bis Ende 1941 hinausgezögert haben - Motive dafür lassen sich verschiedene denken: so gab es bis in den Krieg hinein z.T. enge Geschäftsbeziehungen zwischen dem Reich und wichtigen US-Firmen; ferner standen führende US-Politiker als "bekennende" Anti-semiten der NS-Ideologie nicht völlig ferne; auch spielte die Auseinandersetzung mit dem Sozialismus/der SU sicher eine Rolle: Der spätere US-Präsident Truman z.B. äußerte sich laut New York Times vom 24.7.1941 folgendermaßen: "Wenn wir sehen, dass Deutschland den Krieg gewinnt, sollten wir Russland helfen, und wenn Russland gewinnt, sollten wir Deutschland helfen und die Deutschen auf diese Weise soviele wie möglich umbringen lassen..." (zit.nach: Horowitz, David: Kalter Krieg. Hintergründe der US-Außenpolitik von jalta bis Vietnam, Bd. 1, Berlin 1973, S. 52) Will sagen: In den USA gab es wichtige Kräfte, die schon zu dieser Zeit an einer Schwächung der SU sehr interessiert waren. Im Oktober 1943 kam es erstmals zu Verhandlungen zwischen den USA, GB und der SU auf Außenministerebene in Moskau, m.E. der eigentliche Beginn der Anti-Hitler-Koalition. Zu meinem Punkt 3: Falls die SU keinen deutschen Angriff erwartet hätte, was man sich angesichts der von den Nazis veröffentlichten antikommunistischen und antisowjetischen Äußerungen kaum vorstellen kann, wären auch die in meinem Punkt 4 angesprochenen Verhandlungen mit Briten und Polen 1939 und der später abgeschlossene Nichtangriffsvertrag mit dem Reich samt Geheimabkommen unsinnig gewesen. Gruß Klaus
__________________ Wer keine Hilfe weiß, der schweige. (B.Brecht) |
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| | #19 |
| Mitglied Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 59
![]() | gerade bin ich auf einige interessante Informationen bei der Lektüre eines Buches gestoßen. Demnach wurde am 25. August 1939 zwischen Polen und Großbritannien eine Vereinbarung unterzeichnet, wonach jede Seite der anderen "jede Unterstützung und Hilfe, die in seiner Macht steht, für den Fall zu gewähren, daß einer von ihnen in Feindseligkeiten mit einer europäischen Macht verwickelt wird, infolge einer Aggression der letzteren mit der vertragsschließenden Partei". So stand es jedenfalls im Artikel 1, der veröffentlicht wurde. Im geheimen Zusatzprotikoll war jedoch zu lesen, daß "unter der Formulierung >europäische Macht< Deutschland zu verstehen ist". Dieses Geheimprotokoll gelangte erst am 05. April 1945 an die Öffentlichkeit. Demnach richteten sich die Garantien der westlichen Alliierten gegenüber Polen ausschließlich gegen das deutsche Streben nach einer Machterweiterung auf Kosten der polnischen Nation. Es war das Eingeständniss des Scheiterns der Appeasement-Politik unter der Regierung von Premierminister Neville Chamberlain. Ein russischer Angriff auf Polen interessierte die westeuropäischen Nationen nicht. |
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| | #20 | |
| Gast
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