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Alt 07.06.2010, 10:17   #41
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Zitat:
Ashigaru Beitrag anzeigen
Was dieses Thema betrifft, so möchte ich darauf hinweisen, dass die Japaner nicht überall und immer so hartnäckig Widerstand leisteten wie auf Okinawa und Iwo Jima. Bei der letzten Großoffensive der Sowjets in der Mandschurei ließen sich z.B. viele Soldaten gefangen nehmen.
Bei einer Invasion des japanischen Kernlandes musste aber von einem sehr viel größeren Einsatz ausgegangen werden als bei Kämpfen irgendwo in einer Kolonie auf dem Festland. Die japanische Führung plante mWn tatsächlich, bei einer amerikanischen Invasion der japanischen Inseln vehement Widerstand zu leisten und den USA so schwere Verluste beizubringen, dass diese auf die bedingungslosen Kapitulation verzichten und sich auf einen Frieden einlassen würden, bei dem Japan noch ein Wort mitzureden hat.

http://usaerklaert.wordpress.com/2008/08/02/der-krieg-gegen-japan-teil-3-ketsu-go-japans-letzter-plan/

P.S. (Off-Topic):
Zitat:
IronDuke Beitrag anzeigen
...was mich bei dem Pisa-Niveau der deutschen 68er-Pädagogik nicht wundert....

Soweit ist es mit dem Anti-Amerikanismus und Anti-Zionismus der linken 68er Bildungs-Sünder hier in Deutschland also schon gekommen (...)
Ich würde darum bitten, auf solche Provokationen zu verzichten; politische Debatten sind hier nicht erwünscht, aber so einen dämlichen Dreck will ich eigentlich nicht unwidersprochen stehen lassen. Danke.
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Alt 07.06.2010, 10:40   #42
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Köbis17 ist jedem bekanntKöbis17 ist jedem bekanntKöbis17 ist jedem bekanntKöbis17 ist jedem bekanntKöbis17 ist jedem bekanntKöbis17 ist jedem bekannt
Also mal abegsehen, von den Hintergründen der Ergeignisse, die Petra 44 in einem Zuge nennt, kann ich hier keinen Vergleich erkennen. Maximal eine Aufzählung, in die jeder etwas anderes interpretiert, da halt nur diese Ergeignisse von ihr genannt wurden.

Die USA vertrat halt die These, warum sollen noch weitere US-amerikanische Soldaten sterben, was doch eigendlich sinnvoll erscheint, wenn man hier als Vergleich das verheizen sowjetischer Soldaten gegenüber stellt.
In jedem Fall hat die Zivilbevölkerung in den umkämpften Gebieten gelitten und ihre Opfer gebracht, wobei ein anonymer Bombenabwurf dazuführt, das Leid des Krieges einseitig zu verbreiten.

Gab es eigentlich Planungen der US-Amerikanern, die Atombomben auch über Deutschland einzusetzen, oder ist das eine von diesen Geschichten...?
Köbis17 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.06.2010, 12:00   #43
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Zitat:
Köbis17 Beitrag anzeigen
Gab es eigentlich Planungen der US-Amerikanern, die Atombomben auch über Deutschland einzusetzen, oder ist das eine von diesen Geschichten...?
Nein, keine Geschichte.
Die Entwicklung der Bombe wurde vor allem deshalb so vehement forciert weil man große Angst vor den deutschen Wissenschaftlern hatte, die vor dem Krieg auf diesem Gebiet führend waren.
Vor allem Heisenberg hatte eine Ruf wie Donnerhall, es waren nicht zuletzt die Exilanten aus Europa, wie z.B. Leo Szilard und Edward Teller, die sehr genau wussten daß Deutschland sowohl das Know-how als auch die Resourcen hatte um den Amerikanern zuvorzukommen.

Nur der schnelle Zusammenbruch '45 hat Deutschland wohl vor dem Einsatz bewahrt.
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Alt 07.06.2010, 12:19   #44
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thanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekanntthanepower ist jedem bekannt
Im Jahr 1943 waren sich die Briten sicher, dass Deutschland keine A-Bombe bauen kann.

Und im Jahr 1944 waren sich die Amerikaner auch sicher.

Die amerikanischen A-Bomben waren demnach keine Abschreckungswaffen gegen einen potentiellen Einsatz durch Hitler, sondern zielten in der politischen und militärischen Wirkung über den WW2 hinaus.
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Alt 07.06.2010, 12:53   #45
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Zitat:
Reinecke Beitrag anzeigen
Bei einer Invasion des japanischen Kernlandes musste aber von einem sehr viel größeren Einsatz ausgegangen werden als bei Kämpfen irgendwo in einer Kolonie auf dem Festland. Die japanische Führung plante mWn tatsächlich, bei einer amerikanischen Invasion der japanischen Inseln vehement Widerstand zu leisten und den USA so schwere Verluste beizubringen, dass diese auf die bedingungslosen Kapitulation verzichten und sich auf einen Frieden einlassen würden, bei dem Japan noch ein Wort mitzureden hat.
Ganz genau.

Die Wirkung der A-Bomben bzgl. Kriegsausgang wurden übrigens in den USSBS 1947 gering eingeschätzt. Die Einschätzungen der Airforce gingen mit gewisser Wahrscheinlichkeit von der Kapitulation vor dem 1.11.1945, mit Sicherheit vor dem Jahresende 1945 aus.

Hier ist allerdings eine wichtige Prämisse eingestreut: die USAAF hatte die Wucht der Bombardierungen 1945 permanent gesteigert, und man ging auch für die Phase August-November von einer weiteren Eskalation im Bombenkrieg aus. Ca. 40% der 66 größten japanischen Städte waren bereits zerstört, mit vor den A-Bomben bereits knapp 900.000 Toten und einer Millionenzahl an Verletzten (eine größere Auswirkung als bei den Angriffen auf deutsche Städte, was auch auf die Siedlungsdichte und Bauweise sowie Luftschutz zurückzuführen war).

Der weiter intensivierte Bombenkrieg bis November 1945 - nach Planungsstand August 1945, wenn man die günstige Prognose für das Kriegsende zugrunde legt - hätte ähnliche oder höhere Opferzahlen bewirkt.

Die USSBS erwähnen übrigens auch, dass beide Bombentypen (Gun-Design/Uran und Implosions-Design/Plutonium) unabhängig von den Auswirkungen auf den Kriegsverlauf verwendet werden sollten.
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Geändert von silesia (07.06.2010 um 12:59 Uhr).
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Alt 07.06.2010, 13:08   #46
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Zitat:
P.S. (Off-Topic):
Zitat:
IronDuke http://www.geschichtsforum.de/images...s/viewpost.gif
...was mich bei dem Pisa-Niveau der deutschen 68er-Pädagogik nicht wundert....

Soweit ist es mit dem Anti-Amerikanismus und Anti-Zionismus der linken 68er Bildungs-Sünder hier in Deutschland also schon gekommen (...)


Ich würde darum bitten, auf solche Provokationen zu verzichten; politische Debatten sind hier nicht erwünscht, aber so einen dämlichen Dreck will ich eigentlich nicht unwidersprochen stehen lassen. Danke.
Diesem Aufruf möchte ich mich anschließen.
Ich finde es sehr traurig wie schnell , angeblich gebildete Menschen, solche haltlosen Behauptungen und Unterstellungen postulieren.

Zurück zum Thema:
Schaut man sich den Kriegsverlauf am Ende des 2. WK an so kann man m.E. den Abwurf der A-Bombe unter Innen- und Außenpolitischen Gesichtspunkten nachvollziehen.
1. Schon während der Potsdamer Konferenz zeichnet sich ab, dass sich nach dem Zusammenbruch von Nazideutschland sich 2 Machtblöcke herausbildeten, die USA und UDSSR.
2. Die USA wollte mit dem Abwurf mglw. ihren Führungsanspruch innerhalb der Weltgemeinschaft deutlich unterstreichen und natürlich auch den "Russen" ein Zeichen ihrer Überlegenheit senden.
3. Die USA haben einen sehr hohen Blutzoll während des 2.WK sowohl in Europa und auch im asiatischen Raum bezahlt. Man wollte innenpolitisch der Bevölkerung entgegenkommen und demonstrieren, dass man den Krieg gegen Japan auch ohne weitere Verluste an Soldaten zu Ende bringen kann.
4. Wie hier schon verschiedentlich dargelegt wurde, war der militärische Nutzen des Abwurfes der A-Bombe im Vergleich mit konventioneller Kriegsführung eher geringer.
Vgl. u.A. http://www.geschichtsforum.de/501021-post19.html
Luftkrieg: Atombombenabwurf auf Hiroshima - warum dort?
Der psychologische Effekt dagegen war außerordentlich stark.


Zitat:
Soweit ist es mit dem Anti-Amerikanismus und Anti-Zionismus der linken 68er Bildungs-Sünder hier in Deutschland also schon gekommen: jetzt werden die amerikanischen Kriegsanstrengungen auf eine Ebene mit dem Holocaust gestellt!!!... Aus meiner Sicht ist das wissenschaftlich derartig unseriös, dass es keines weiteren Kommentars bedarf. Den kann sich jeder Leser des eingangs angeführten Zitates selber denken.
Ich sehe nicht das die Aussage auf die dich beziehst Anti-Amerikanisch oder Anti-Zionistisch sein soll.
Ich sehe hierbei viel mehr ein Geschichtsbewusstsein, dass vor allem durch die "Schuldfrage" hier in Deutschland geprägt wurde.
Wenn man als Deutscher sich mit einem solchen heiklen Thema beschäftigt, wird man nun mal und das ist auch gut so mit der eignen Geschichte konfrontiert, das soll aber doch heute nicht mehr bedeuten, dass man nicht auch Stellung zu Kriegsverbrechen der Allierten beziehen darf, und für mich ganz pers. ist der Abwurf der A-Bomben ein solches Kriegsverbrechen, es richtete sich nicht auf militärische Einrichtungen, Verbände sondern direkt gegen die Zivilbevölkerung.
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Alt 07.06.2010, 18:52   #47
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kwschaefer ist ein sehr geschätzer Menschkwschaefer ist ein sehr geschätzer Mensch
Eine ausgezeichnete Auswahl von Primärquellen zu den hier behandelten Themen ist zu finden unter

The Atomic Bomb and the End of World War II: A Collection of Primary Sources

Ich denke, die Lektüre der einzelnen Dokumente zeigt, wie schwierig und gewunden der Weg bis zur Entscheidung über den Einsatz der Bombe war, welche militärischen und politischen Optionen erwogen wurden und welche politischen Ziele man für die Nachkriegszeit im Auge hatte.
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Alt 07.06.2010, 19:17   #48
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naty ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Atombombenabwurf

Hallo zusammen

Ich habe eine Frage: Warum wurden die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen und nicht an einem anderen Ort? Hatte Hiroshima eine besondere Bedeutung?

Danke für eure Antwort.

Grüsse

Naty
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Alt 07.06.2010, 19:25   #49
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naty ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Ist dies die Antwort:

Hiroshima war bis dahin als eine der wenigen japanischen Großstädte von Bombardierungen verschont geblieben. Es war Sitz des Hauptquartiers der 2. Armee unter Feldmarschall Hata Shunroku, das für die Verteidigung Südjapans zuständig war. Es war daher Truppensammelpunkt und diente zur Lagerung kriegswichtiger Güter. Doch die meisten der ca. 255.000 Einwohner waren Zivilisten, davon zehn Prozent koreanische sowie chinesische Zwangsarbeiter.
Spaatz hielt Hiroshima für das am besten geeignete Ziel, da es als einzige der Städte, die zur Auswahl standen, keine Kriegsgefangenenlager hatte. Nur einige amerika
Hiroshima war bis dahin als eine der wenigen japanischen Großstädte von Bombardierungen verschont geblieben. Es war Sitz des Hauptquartiers der 2. Armee unter Feldmarschall Hata Shunroku, das für die Verteidigung Südjapans zuständig war. Es war daher Truppensammelpunkt und diente zur Lagerung kriegswichtiger Güter. Doch die meisten der ca. 255.000 Einwohner waren Zivilisten, davon zehn Prozent koreanische sowie chinesische Zwangsarbeiter.
Spaatz hielt Hiroshima für das am besten geeignete Ziel, da es als einzige der Städte, die zur Auswahl standen, keine Kriegsgefangenenlager hatte. Nur einige amerikanische Kriegsgefangene und rund ein Dutzend Deutsche befanden sich dort. Die Annahme, die Japaner würden Kriegsgefangene als menschliche Schutzschilde in die Stadt verlegen, war auch der Grund, dass man jede konkrete Vorwarnung unterließ.[14]
Hiroshima bestand bis auf einige Betonbauten im Zentrum aus Holzbauten. Die US-Militärs rechneten daher mit einem Feuersturm. Industrieanlagen in den Außenbezirken der Stadt sollten dadurch ebenfalls zerstört werden.nische Kriegsgefangene und rund ein Dutzend Deutsche befanden sich dort. Die Annahme, die Japaner würden Kriegsgefangene als menschliche Schutzschilde in die Stadt verlegen, war auch der Grund, dass man jede konkrete Vorwarnung unterließ.[14]
Hiroshima bestand bis auf einige Betonbauten im Zentrum aus Holzbauten. Die US-Militärs rechneten daher mit einem Feuersturm. Industrieanlagen in den Außenbezirken der Stadt sollten dadurch ebenfalls zerstört werden.
naty ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.06.2010, 19:27   #50
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Aus dem Wiki-Artikel:

Zitat:
Wahl des Ziels Hiroshima

Flugrouten bis zum Abwurfsort Hiroshima war bis dahin als eine der wenigen japanischen Großstädte von Bombardierungen verschont geblieben. Es war Sitz des Hauptquartiers der 2. Armee unter Feldmarschall Hata Shunroku, das für die Verteidigung Südjapans zuständig war. Es war daher Truppensammelpunkt und diente zur Lagerung kriegswichtiger Güter. Doch die meisten der ca. 255.000 Einwohner waren Zivilisten, davon zehn Prozent koreanische sowie chinesische Zwangsarbeiter.

Spaatz hielt Hiroshima für das am besten geeignete Ziel, da es als einzige der Städte, die zur Auswahl standen, keine Kriegsgefangenenlager hatte. Nur einige amerikanische Kriegsgefangene und rund ein Dutzend Deutsche befanden sich dort. Die Annahme, die Japaner würden Kriegsgefangene als menschliche Schutzschilde in die Stadt verlegen, war auch der Grund, dass man jede konkrete Vorwarnung unterließ.[14]

Hiroshima bestand bis auf einige Betonbauten im Zentrum aus Holzbauten. Die US-Militärs rechneten daher mit einem Feuersturm. Industrieanlagen in den Außenbezirken der Stadt sollten dadurch ebenfalls zerstört werden.

Wahl des Ziels Nagasaki
Die Fat-Man-Bombe wird für den Angriff vorbereitet Nagasaki war damals ein wichtiger Kriegshafen und Standort des Mitsubishi-Rüstungskonzerns. Dort produzierten und reparierten etwa 20.000 koreanische Zwangsarbeiter u. a. Kreuzer und Torpedoboote für die kaiserliche Kriegsmarine.[20] Sie hatten auch die Torpedos gebaut, mit denen Japan die US-Flotte auf Pearl Harbour angegriffen hatte. Die Stadt gehörte damit zu den möglichen Angriffszielen der US-Luftwaffe. Sie hatte damals insgesamt etwa 240.000 bis 260.000 Einwohner
Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ? Wikipedia
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Alt 07.06.2010, 19:31   #51
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Danke Ursi!

Könntest du mir aber bitte diesen Satz erklären:

Die Annahme, die Japaner würden Kriegsgefangene als menschliche Schutzschilde in die Stadt verlegen, war auch der Grund, dass man jede konkrete Vorwarnung unterließ.

Heisst es, dass die Amerikaner keine ihrer Landsleute töten wollten, die in den Gefängnissen waren?
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Alt 07.06.2010, 19:32   #52
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Wenn Du außerdem auf die von kwschaefer verlinkten Quellen schaust, findest Du hier einiges zur Zieldiskussion:

http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB162/4.pdf
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Alt 08.06.2010, 21:42   #53
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War entweder Hiroshima oder Nagasaki nicht ursprünglich ein Ersatzziel, dass nur angeflogen wurde, weil das eigentliche Primärziel aus irgendwelchen Gründen nicht erreicht werden konnte (Schlechtes Wetter o.ä.)? Hab das irgendwie im Kopf, finde dazu aber nichts im Netz.

Zitat:
Die Annahme, die Japaner würden Kriegsgefangene als menschliche Schutzschilde in die Stadt verlegen, war auch der Grund, dass man jede konkrete Vorwarnung unterließ.

Heisst es, dass die Amerikaner keine ihrer Landsleute töten wollten, die in den Gefängnissen waren?
Ich bin zwar nicht ursi, würde den Satz aber genau so interpretieren; wenn es sich vermeiden lässt ist es ziemlich schlecht für die Moral, die eigenen Soldaten massenweise niederzubomben.
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Alt 08.06.2010, 21:56   #54
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Zitat:
Reinecke Beitrag anzeigen
War entweder Hiroshima oder Nagasaki nicht ursprünglich ein Ersatzziel, dass nur angeflogen wurde, weil das eigentliche Primärziel aus irgendwelchen Gründen nicht erreicht werden konnte (Schlechtes Wetter o.ä.)? Hab das irgendwie im Kopf, finde dazu aber nichts im Netz.
Das betraf wetterbedingt Nagasaki.
"Bei der Ankunft lag Kokura unter einer dichten Wolkendecke; bei drei Anflügen war die Sicht stark behindert, so dass Sweeney den Angriff abbrach. Er durfte die Bombe nur nach Sicht abwerfen, da er die Rüstungsbetriebe treffen sollte. Da dies nicht möglich war und das Flugbenzin zur Neige ging, flog er das Ausweichziel Nagasaki an."
Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ? Wikipedia

Hiroshima war von Beginn an ein primäres Ziel. Der Hinweis auf Kriegsgefangenenlager stammt von Spaatz, wie auch aus den von kwschaefer verlinkten Dokumenten hervor geht.
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Alt 08.06.2010, 21:56   #55
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Die Möglichkeit einer Vorwarnung hat man, nach meinem Kenntnisstand, wieder verworfen, da die erste Bombe (Little Boy) in dieser Form nicht getestet wurde.
Bei dem vorangegangenen Trinity-Test im Zuge des Manhattan Projects ist keine Bombe abgeworfen worden. Darin lag eine große Unsicherheit: Funktioniert der Zünder beim Abwurf?

Aufgrund dieser Unsicherheit wollte man beim Gegner keine große Ankündigung machen. Ohne Vorwarnung waren die Folgen eines Scheiterns der Mission nicht so folgenreich, sprich "peinlich".

Gruß
Andreas
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Alt 09.06.2010, 18:06   #56
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Die Sichtweise das die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki eine US-Landungsoperation unnötig machte und die Opfer durch die Landung beiden Ländern ersparte ist falsch.

Einfacher Grund.
Es gab für die USA keinen Grund zu landen.

Japan hatte den Krieg bereits verloren, eine Abriegelung (Blockade der Häfen) wäre ebenso möglich gewesen. Die dafür benötigen Mittel, US-Marine und US-Luftwaffe, war in absolut ausreichender Zahl vorhanden und eine Blockade hätte eher über kurz als über lang eine japanische Kapitulation nach sich gezogen.
Dazu gab es auf japanischer Seite bereits starke Überlegungen diesen Schritt zu vollziehen. EINZIGER Grund warum die japanische Führung diesen noch nicht durchgeführt hatte war die US-Forderung nach Absetzung des japanischen Kaisertums und die vor Gericht Stellung des Tennos.
Diese Forderung wurde allerdings, seltsamerweise möchte man hinzufügen, nach den Atombombenabwürfen gestrichen.

Der Grund für die Abwürfe lagen ALLEINE im politischen Spektrum. Man wollte der aufstrebenen Sowjetunion zeigen welch mächtige Waffe die USA hatte. Also schon ein erster Schritt in den Kalten Krieg.

Zitat:
Nicht die USA haben Japan ohne Kriegserklärung angegriffen, sondern Japan die USA.
Nun, nur wenn man den seit Mitte der 30Jahre laufende Wirtschaftskrieg ignoriert kann man zu diesem Schluß kommen.
Zitat:
Ich kann zwar dein Entsetzen in Ansätzen nachvollziehen, doch glaubst du wirklich, ein mit "konventionellen" Waffen geführter Krieg wäre soviel besser gewesen?! Es wären ganz sicher mehr Amerikaner gestorben und ob mehr oder weniger Japaner als durch die Atombombenabwürfe gestorben wären, lässt sich nicht einmal ermessen.
siehe oben.

Im übrigen sollte man nicht vergessen das es VOR den Atombombenabwürfen Überlegungen und Vorschläge gab eine Atombombe auf einer unbewohnten Insel zu zünden. Und DAZU Vertreter Japans einzuladen. Sozusagen um die Terrorwirkung der Bombe zu demonstrieren. Warum ist die US-Führung nicht darauf eingegangen?
Man wollte die Atombombenwirkung auf lebende Objekte testen. Das kann man an der Tatsache klar erkennen das in beiden japanischen Städten nach der Kapitulation haufenweise US-Wissenschafter herumliefen. Aber weniger um der Bevölkerung zu helfen sondern um Forschungsergebnisse zu erhalten.
---------
Zitat:
"Wir haben noch einmal weitere 50.000 Ihrer Söhne geopfert, damit wir 200.000 Japaner, Angehörige eines Feindes, der uns 1941 angegriffen hat, verschonen konnten, Angehörige eines Feindes, der im gesamten Pazifik Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hat, die jeder Beschreibung spotten..."
unglaublicher Unfug.
----------
Im übrigen gab es auch nach den beiden Atombombenabwürfen den Einsatz von Atomwaffen, allerdings niederschwelliger aber im Endeffekt ebenso giftig. Die Panzerbrechenden Geschosse, welche zb. Panzer aus Nato- und GUS-Staaten, nutzen sind aus Uran. Beim Auf- und Durchschlag bildet sich feinster Uranstab der hochgiftig ist.

Geändert von mhorgran (09.06.2010 um 18:10 Uhr).
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Alt 09.06.2010, 19:11   #57
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Zitat:
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...

Der Grund für die Abwürfe lagen ALLEINE im politischen Spektrum. Man wollte der aufstrebenen Sowjetunion zeigen welch mächtige Waffe die USA hatte. Also schon ein erster Schritt in den Kalten Krieg.
...
An solchen Entscheidungen wirken immer eine Vielzahl an Personen mit, die unterschiedliche Interessen und Vorstellungen haben! Somit gibt es auch immer eine Vielzahl an Gründen für eine Entscheidung (auch wenn die Wichtung der einzelnen Gründe unterschiedlich ist)!


Mit diesen Schwarz-Weiß-Malereien springt man immer zu kurz!
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Alt 09.06.2010, 19:21   #58
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Zitat:
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Die Sichtweise das die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki eine US-Landungsoperation unnötig machte und die Opfer durch die Landung beiden Ländern ersparte ist falsch.

Einfacher Grund.
Es gab für die USA keinen Grund zu landen.

Japan hatte den Krieg bereits verloren, eine Abriegelung (Blockade der Häfen) wäre ebenso möglich gewesen. Die dafür benötigen Mittel, US-Marine und US-Luftwaffe, war in absolut ausreichender Zahl vorhanden und eine Blockade hätte eher über kurz als über lang eine japanische Kapitulation nach sich gezogen.
Dazu gab es auf japanischer Seite bereits starke Überlegungen diesen Schritt zu vollziehen. EINZIGER Grund warum die japanische Führung diesen noch nicht durchgeführt hatte war die US-Forderung nach Absetzung des japanischen Kaisertums und die vor Gericht Stellung des Tennos.
Diese Forderung wurde allerdings, seltsamerweise möchte man hinzufügen, nach den Atombombenabwürfen gestrichen.

Der Grund für die Abwürfe lagen ALLEINE im politischen Spektrum. Man wollte der aufstrebenen Sowjetunion zeigen welch mächtige Waffe die USA hatte. Also schon ein erster Schritt in den Kalten Krieg.

Nun, nur wenn man den seit Mitte der 30Jahre laufende Wirtschaftskrieg ignoriert kann man zu diesem Schluß kommen.
siehe oben.

Im übrigen sollte man nicht vergessen das es VOR den Atombombenabwürfen Überlegungen und Vorschläge gab eine Atombombe auf einer unbewohnten Insel zu zünden. Und DAZU Vertreter Japans einzuladen. Sozusagen um die Terrorwirkung der Bombe zu demonstrieren. Warum ist die US-Führung nicht darauf eingegangen?
Man wollte die Atombombenwirkung auf lebende Objekte testen. Das kann man an der Tatsache klar erkennen das in beiden japanischen Städten nach der Kapitulation haufenweise US-Wissenschafter herumliefen. Aber weniger um der Bevölkerung zu helfen sondern um Forschungsergebnisse zu erhalten.
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unglaublicher Unfug.
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Im übrigen gab es auch nach den beiden Atombombenabwürfen den Einsatz von Atomwaffen, allerdings niederschwelliger aber im Endeffekt ebenso giftig. Die Panzerbrechenden Geschosse, welche zb. Panzer aus Nato- und GUS-Staaten, nutzen sind aus Uran. Beim Auf- und Durchschlag bildet sich feinster Uranstab der hochgiftig ist.
Wo sind deine Quellen?
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Alt 09.06.2010, 19:56   #59
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Zitat:
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Wo sind deine Quellen?
Ja wo sind sie denn?
Wo sind denn die Quellen der anderen Teilnehmer?

und letztendlich
Für welchen Teil meinst du?


@Xander
Na dann gewichte doch die Anteile.
Militärisch gesehen haben die Abwürfe nichts gebracht was man anders (siehe oben) nicht ebenfalls erreicht hätte.

----

Im übrigen sehe ich es wie Petra.
Der Holocaust war ein widerliches Verbrechen, die Atombombenabwürfe ebenso.
Wer jetzt meint ich würde die beiden vergleichen irrt sich.
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Alt 09.06.2010, 20:04   #60
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Zitat:
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Ja wo sind sie denn?
Hast du denn keine? Von irgendwas hast du dir ja schliesslich deine Meinung gebildet.

Zitat:
Wo sind denn die Quellen der anderen Teilnehmer?
Die möchte ich aber nicht, ich möchte gerne wissen woher du dein Wissen hast.

Zitat:
und letztendlich
Für welchen Teil meinst du?
Eigentlich für den ganzen Beitrag. Aber du kannst mir auch nur für diese Aussage deine Quellen nennen.

Zitat:
mhorgran Beitrag anzeigen
Im übrigen sollte man nicht vergessen das es VOR den Atombombenabwürfen Überlegungen und Vorschläge gab eine Atombombe auf einer unbewohnten Insel zu zünden. Und DAZU Vertreter Japans einzuladen. Sozusagen um die Terrorwirkung der Bombe zu demonstrieren. Warum ist die US-Führung nicht darauf eingegangen?
Man wollte die Atombombenwirkung auf lebende Objekte testen. Das kann man an der Tatsache klar erkennen das in beiden japanischen Städten nach der Kapitulation haufenweise US-Wissenschafter herumliefen. Aber weniger um der Bevölkerung zu helfen sondern um Forschungsergebnisse zu erhalten.
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Geändert von ursi (09.06.2010 um 20:30 Uhr).
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