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Alt 04.02.2012, 18:39   #1
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Geschichtsvereine

Da ich in meinem Job viel mit Geschichtsvereinen zu tun habe, würde ich dazu gerne mal eine Diskussion anstoßen.
Vor allem geht es mir dabei auch um die Generationenfrage. Die meisten Leute in den Vereinen sind Rentner, auch wenn ich mehrere Vereine kenne, bei denen zu den Aktiven kleinere Freundeskreise jüngerer Leute zählen, und gerade diese sind besonders fleißig. Dies steht für mich ein wenig in Diskrepanz zu einem allgemein doch recht großen Geschichtsinteresse in Deutschland, vielleicht nicht gerade angefangen beim Teenager, aber doch durchgehend ab den "jungen Erwachsenen". Diese Altersgruppen sind jedoch kaum in den Vereinen präsent, weder aktiv noch passiv.
Das finde ich eigentlich etwas schade, aus zwei Gründen. Zum einen bieten Vereine die Möglichkeit, auch als Laie ein gewisses Forum für Forschung und Publikationen zu haben. Und gerade die vielen Diskussionen im Internet, auch außerhalb dieses Forum, weisen auf ein Bedürfnis dazu hin. Durch die immer bessere Vernetzung wäre man dabei meiner Meinung nach gar nicht mehr so aufs Lokalgeschichtliche "beschränkt", wie es sich einst mehr oder weniger zwangsläufig ergab.
Zum anderen ergibt sich in Vereinen eher die Möglichkeit von gemeinsamen Geschichtserlebnissen, durch Fahrten, Vorträge etc. - denn eins ist klar, Geschichtsinteresse ist auch kein Massenphänomen.
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Alt 04.02.2012, 19:14   #2
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Ich selbst bin in keinem Geschichtsverein und möchte auch keinem beitreten.

Dass so wenige junge Leute sich in Vereinen engagieren möchten, könnte dieselben Ursachen haben wie die sogenannte "Politikverdrossenheit" der Jugend: Nähere Untersuchungen zeigen, dass sich junge Leute sehr wohl für Politik interessieren, bloß mit den etablierten Parteien haben viele nichts am Hut.
Ähnlich könnte es auch mit Geschichtsinteresse und Geschichtsvereinen stehen: Vereine haben ebenso wie Parteien (zumindest in Österreich) das Image, dass in ihnen viel intrigiert wird, dass es vielen Mitgliedern eher um vereinsinterne Macht, Seilschaften und Vorteile geht als um die Beschäftigung mit dem Thema des Vereins. So etwas schreckt dann eben vor allem jüngere Menschen, die nicht mehr in einer Gesellschaft aufgewachsen sind, in der Freunderl- und Vetternwirtschaft und das "richtige" Parteibuch und die "richtigen" Vereinsmitgliedschaften selbstverständlich und entscheidend waren, ab. Dazu kommt noch, dass vor allem jüngere Menschen anscheinend oft generell Vorbehalte gegen eine allzu straffe Institutionalisierung haben, sondern, wenn überhaupt, eher lockerere Organisationsformen bevorzugen.

Geändert von Ravenik (04.02.2012 um 19:33 Uhr).
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Alt 04.02.2012, 19:21   #3
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Liegt das vielleicht an der Organisationsform "Verein"?
Obwohl ich mich nicht zu den Jüngeren zähle, höre ich bewußt das erste Mal von Geschichtsvereinen, die sich mit allgemeiner Geschichte beschäftigen. Ortsgeschichte ist für mich ein anderes Interessengebiet und meist lokal sehr begrenzt, obwohl das auch interessant sein kann.

Was unternehmen die dir bekannten Geschichtsvereine denn?
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Alt 04.02.2012, 19:27   #4
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Es liegt doch wahrscheinlich daran, dass Rentner überhaupt die Zeit haben, sich in einem Verein zu engagieren - was wir jüngere uns einbilden nicht zu haben. Vermutlich allerdings verbringen wir mehr Zeit im Internet (und im Geschichtsforum), als uns ein Verein Zeit rauben würde. Ich habe auch den Eindruck, dass die meisten Geschichtsvereine auf einer eher lokal begrenzten Ebene existieren und Lokalgeschichte untersuchen. Möglicherweise fehlt aber auch bei vielen jüngeren Leuten das Bewusstsein dafür, dass es so etwas wie eine Lokalgeschichte gibt, die es wert ist erforscht zu werden. Das liegt wohl auch daran, dass die Lokalgeschichte i.d.R. unzugänglicher ist, als die "große" Geschichte, weil das meiste davon in Archiven schlummert und noch gehoben werden muss, während man die "große" Geschichte von Historiker und Journalisten in vorgefertigten Bissen (Publikationen) konsumieren kann.
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Alt 04.02.2012, 19:40   #5
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Apvar ist ein sehr geschätzer MenschApvar ist ein sehr geschätzer Mensch
Das ist die Frage ob wir keine Zeit haben oder uns einbilden das wir keine Zeit haben.
Bin selbst im Sport engagiert, und nehme mir die Zeit dafür. Unsere Eltern hatten eine höhere Wochenarbeitszeit, trotzdem haben sie sich in Vereinen, Parteien, Gewerkschaften und Kirchen engagiert. Es haben sich wohl die Prioritäten verschoben und wir haben mehr Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung als früher. Und es will sich auch kaum einer auf etwas konzentrieren. Ein Bekannter von mir ist begeisterter Sportler, nur wirklich kann er nichts, weil er sich nicht entscheiden kann was er vertiefen möchte. Er könnte ja sonst eine spannende Sportart verpassen.
Auch wenn das leider schonst aktuell für das GF ist.

Apvar
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Alt 04.02.2012, 19:43   #6
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Ich habe mir zu der Problematik auch schon mal Gedanken gemacht. Fakt ist natürlich erst einmal, dass viele Rentner nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben nach sinnvollen Tätigkeiten suchen um diese Lücke zu füllen und nicht zu Hause zu "vergammeln". Oder anders gesagt, sie haben dann ganz einfach genügend Zeit, für das anspruchsvolle Hobby des geschichtlichen Forschens, Recherchierens und Niederschreibens. Ich denke nicht, dass viele Berufstätige nach Feierabend -16, 17, 18 Uhr- noch großartig Lust und Motivation haben, sich ins Stadtarchiv oder die Bibliothek zu setzen und dort Bücher und Akten zu wälzen.

Ein anderer Punkt ist eben gerade der bestehende hohe Altersdurchschnitt in den Vereinen, der für jüngere Leute befremdlich wirkt. Als 20- bis 30-jähriger will ich meine Freizeit und Hobbies doch eher mit gleichaltrigen teilen. Ich war vor ein paar Jahren mal bei einer Buchvorstellung (zur Stadtgeschichte während der NS-Zeit) im Stadtarchiv. Ich glaube nach mir (damals wohl 22) war der jüngste Zuschauer um die 40, der Altersdurchschnitt insgesamt lag bestimmt bei 65 aufwärts. Nicht das ich da dran etwas Negatives sehe, wenn sich die Älteren so zahlreich für solche Veranstaltungen interessieren - versteht mich nicht falsch. Aber ich hab mich da ganz einfach nicht so richtig wohlgefühlt. Man wird angeguckt wie 'Was will denn der Jungspund hier? Hat sich wohl verirrt oder es ist ihm draußen zu kalt'...Bin jedenfalls seit damals nicht wieder zu sowas hingegangen.

Um dem Ganzen auf lange Sicht entgegen zu wirken, könnte man z.B. an den Schulen Projekte für interessierte Schüler anbieten, die dann mit dem Lehrer ins Archiv gehen und zusammen Forschungen betreiben. Vielleicht erstmal zur Geschichte der Schule. Und wenn das gut ankommt, kann man sich ja anderen historischen Themen zuwenden und die Ergebnisse dann veröffentlichen. Oder die Geschichtsvereine selber könnten z.B. in Lokalzeitungen im Rahmen eines Artikels stärker auf sich aufmerksam machen und so versuchen neue Mitglieder zu werben.
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Alt 04.02.2012, 19:54   #7
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excideuil ist einfach richtig nettexcideuil ist einfach richtig nettexcideuil ist einfach richtig nett
Zitat:
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Ich selbst bin in keinem Geschichtsverein und möchte auch keinem beitreten.
Zitat:
rena8 Beitrag anzeigen
Liegt das vielleicht an der Organisationsform "Verein"?
Das kann ich auf Deutschland bezogen durchaus nachvollziehen. Weniger wegen der oft unterstellten "Vereinsmeierei" sondern dem deutschen Vereinsrecht geschuldet. Das ist (für den Vorstand) viel Arbeit, die mit dem eigentlichen Interesse nichts zu tun hat: Notariat, Amtsgericht, Finanzamt ... mal von den Kosten ganz abgesehen.

Grüße
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Alt 04.02.2012, 21:40   #8
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Zitat:
Ravenik Beitrag anzeigen
Ich selbst bin in keinem Geschichtsverein und möchte auch keinem beitreten.

Dass so wenige junge Leute sich in Vereinen engagieren möchten, könnte dieselben Ursachen haben wie die sogenannte "Politikverdrossenheit" der Jugend: Nähere Untersuchungen zeigen, dass sich junge Leute sehr wohl für Politik interessieren, bloß mit den etablierten Parteien haben viele nichts am Hut.
Ähnlich könnte es auch mit Geschichtsinteresse und Geschichtsvereinen stehen: Vereine haben ebenso wie Parteien (zumindest in Österreich) das Image, dass in ihnen viel intrigiert wird, dass es vielen Mitgliedern eher um vereinsinterne Macht, Seilschaften und Vorteile geht als um die Beschäftigung mit dem Thema des Vereins. So etwas schreckt dann eben vor allem jüngere Menschen, die nicht mehr in einer Gesellschaft aufgewachsen sind, in der Freunderl- und Vetternwirtschaft und das "richtige" Parteibuch und die "richtigen" Vereinsmitgliedschaften selbstverständlich und entscheidend waren, ab. Dazu kommt noch, dass vor allem jüngere Menschen anscheinend oft generell Vorbehalte gegen eine allzu straffe Institutionalisierung haben, sondern, wenn überhaupt, eher lockerere Organisationsformen bevorzugen.
Das trifft wahrscheinlich einen wichtigen Punkt. Wobei man "Verein" sicher auch etwas lockerer sehen und betreiben kann, man muss ja nicht gleich Posten schaffen und die Gemeinnützigkeit anstreben. In den 1980ern im Rahmen der NS-Aufarbeitungen gab es vielerorts z.B. eher projektorientierte sogenannte "Geschichtswerkstätten."

P.S: das ist jetzt vielleicht off-topic, aber ich finde nicht, dass die Vetternwirtschaft abgenommen hat. Nur der Fokus hat sich verschoben, früher ging es mehr darum, mächtige Seilschaften zu schaffen, heute geht es mehr um "Feelgood"-Atmosphäre am Arbeitsplatz, man versucht Kumpels in der Firma unterzubringen oder möglichst viel mit ihnen zusammen zu arbeiten.
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Geändert von Ashigaru (04.02.2012 um 21:57 Uhr).
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Alt 04.02.2012, 21:49   #9
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rena8 Beitrag anzeigen
Liegt das vielleicht an der Organisationsform "Verein"?
Obwohl ich mich nicht zu den Jüngeren zähle, höre ich bewußt das erste Mal von Geschichtsvereinen, die sich mit allgemeiner Geschichte beschäftigen. Ortsgeschichte ist für mich ein anderes Interessengebiet und meist lokal sehr begrenzt, obwohl das auch interessant sein kann.

Was unternehmen die dir bekannten Geschichtsvereine denn?
Das war vielleicht missverständlich ausgedrückt. Es sind schon zum größtenteil Geschichtsvereine, die im engeren landesgeschichtlich arbeiten.
Zum einen sind da die sehr traditionellen größer angelegten Geschichtsvereine, die häufig im 19. Jahrhundert in den Teilstaaten geschaffen wurden. Die wirken noch altehrwürdiger (und, muss man leider sagen, auch etwas verknöcherter), sind häufig institutionalisierter und bringen z.B. wichtige Schriftenreihen heraus, aber auch akademisierter.

Die örtlichen Geschichtsvereine beschäftigen sich mit Ortsgeschichte. Allerdings gibt es verhaltene Trends, aus diesem inhaltlichen Korsett (nicht falsch verstehen, ich halte es auch für richtig, dass es die "klassischen" Vereine gibt) auszubrechen. So gibt es erstens einige Gruppen, die sich mehr oder weniger gezielt mit der NS-Geschichte befassen, zum Teil aber auch gerade im Bereich der Industriegeschichte ehemalige Firmenangehörige, die versuchen, Museen für bedeutende Fabriken etc. zu schaffen. Ein weiterer Trend besonders im Rhein-Main-Gebiet ist eine modernere Rückkehr der Heimatvereine. Da sich vielerorts "Schlafstädte" entwickelt haben, versuchen diese eher allgemein mehr eine Orts- oder Stadtteilkultur zu schaffen, und "Geschichte" ist dann nur eine Sparte davon.
Ich meine aber, dass es gerade mit Hilfe des Internets etliche neue Möglichkeiten gäbe, auch ganz andere Themen zu beharken. Gerade im Bereich der Kulturgeschichte werden es viele interessante historische Themen niemals in den "Elfenbeinturm" schaffen und Leute könnten sich bundesweit zusammen tun, um, was weiß ich, der "Rockgeschichte" oder so zu frönen.
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Alt 04.02.2012, 22:01   #10
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Das kann ich auf Deutschland bezogen durchaus nachvollziehen. Weniger wegen der oft unterstellten "Vereinsmeierei" sondern dem deutschen Vereinsrecht geschuldet. Das ist (für den Vorstand) viel Arbeit, die mit dem eigentlichen Interesse nichts zu tun hat: Notariat, Amtsgericht, Finanzamt ... mal von den Kosten ganz abgesehen.

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Hier will ich mal ein wenig die Angst nehmen: sobald die Regularien stehen, ist der Verwaltungsaufwand in einem kleinen bis mittleren Verein nicht so gewaltig hoch. Ätzend ist die Vereinsarbeit dann, wenn ehrgeizige Krachköpfe sich darüber ihren kleinen Teil Ruhm verschaffen wollen (also eben die Vereinsmeier). Damit hatte ich selbst schon zu tun und es hat mir die aktive Mitarbeit in dem einzigen Geschichtsverein, in dem ich selbst Mitglied bin, verleidet.
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Alt 04.02.2012, 23:56   #11
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Niederschreibens. Ich denke nicht, dass viele Berufstätige nach Feierabend -16, 17, 18 Uhr- noch großartig Lust und Motivation haben, sich ins Stadtarchiv oder die Bibliothek zu setzen und dort Bücher und Akten zu wälzen.
Abgesehen davon, dass Archive zu diesen Uhrzeiten meist nicht geöffnet sind. Zwar nehmen Archive i.d.R. Benutzungsgebühren, es sei denn, man arbeitet wissenschaftlich, aber getragen werden sie dann doch - vorausgesetzt, es handelt sich um Kommunal- und Landesarchive bzw. das Bundesarchiv - vom Steuerzahler. Dem ist die Politik Rechenschaft schuldig, ergo haben Archive begrenzte Arbeitszeiten. Wobei gerade bei kleineren Kommunalarchiven - bei entsprechender vorheriger Kontaktaufnahme zwischen Archivar und Nutzer - einige Archivare durchaus so kulant sind, die Öffnungszeiten etwas flexibler zu gestalten. Allerdings darf man nicht den Anspruch haben.
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Alt 05.02.2012, 13:05   #12
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Ein anderer Punkt ist eben gerade der bestehende hohe Altersdurchschnitt in den Vereinen, der für jüngere Leute befremdlich wirkt. Als 20- bis 30-jähriger will ich meine Freizeit und Hobbies doch eher mit gleichaltrigen teilen. Ich war vor ein paar Jahren mal bei einer Buchvorstellung (zur Stadtgeschichte während der NS-Zeit) im Stadtarchiv. Ich glaube nach mir (damals wohl 22) war der jüngste Zuschauer um die 40, der Altersdurchschnitt insgesamt lag bestimmt bei 65 aufwärts. Nicht das ich da dran etwas Negatives sehe, wenn sich die Älteren so zahlreich für solche Veranstaltungen interessieren - versteht mich nicht falsch. Aber ich hab mich da ganz einfach nicht so richtig wohlgefühlt. Man wird angeguckt wie 'Was will denn der Jungspund hier? Hat sich wohl verirrt oder es ist ihm draußen zu kalt'...Bin jedenfalls seit damals nicht wieder zu sowas hingegangen.

Um dem Ganzen auf lange Sicht entgegen zu wirken, könnte man z.B. an den Schulen Projekte für interessierte Schüler anbieten, die dann mit dem Lehrer ins Archiv gehen und zusammen Forschungen betreiben. Vielleicht erstmal zur Geschichte der Schule. Und wenn das gut ankommt, kann man sich ja anderen historischen Themen zuwenden und die Ergebnisse dann veröffentlichen. Oder die Geschichtsvereine selber könnten z.B. in Lokalzeitungen im Rahmen eines Artikels stärker auf sich aufmerksam machen und so versuchen neue Mitglieder zu werben.
Bei uns gab es früher an den Schulen dafür Arbeitsgemeinschaften, die nach dem Unterricht interessensorientiert waren und an denem man sich beteiligen sollte. Da saßen dann auch mal gleichaltrige junge Menschen mit Interesse an Geschichte zusammen. Aus der Schule meiner Kinder kenne ich so etwas nicht mehr.
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