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Alt 15.02.2017, 08:34   #61
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BerndHH befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo Silesia, sei gegrüßt.

Es stand ja die Frage im Raum, ob NATO-GDPs oder OPPLANs (Operationspläne) der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, wenn ich das richtig verstanden habe.
Die Antwort ist nein. VS-NfD - Verschlusssache, Nur für den Dienstgebrauch.

Falls jemand Interesse hat, wie das "Fulda Gap" hätte verteidigt werden können, bzw. wie die Planung des V. US-Korps (damals Gen. Powell) aussah, daher der Link mit dem OPPLAN 33001.

Der theoretische WK III hatte verschiedene Aspekte, die ich gerne einmal anreißen möchte.
Die Seite der Zivilverteidigung - größere Städte wie Hamburg, Hannover oder Kassel sollten nicht verteidigt werden (blutiger Häuserkampf a la Stalingrad galt es zu vermeiden), sondern der Gefechtsstreifen davor. In hoch beweglicher Verteidigung. Einzelne MILAN-Trupps in kleinen Ortschaften, frei stehenden Gehöften, etc. immer wieder nach der Nadelstichtaktik gegen feindliche Führungspanzer eingesetzt, z.B. als eine taktische Variante.

Die Zivilbevölkerung hätte natürlich wie bei allen Kriegen am meisten gelitten.

Es galt das STAY-PUT-Konzept. Evakuierung nur partiell, zuhause bleiben und das Ende der Kampfhandlungen abwarten, das war anscheinend mehr oder weniger die Devise. Sichere Zonen hätte es nicht gegeben, die Straßen mussten für Truppentransporte frei bleiben, daher hätte man die Bevölkerung in der Kampfzone meinen Befürchtungen nach, weitgehend allein gelassen.

Bei einem Angriff mit Kampfstoffen hätte es Overgarment-Schutzanzüge auch nur für einen ausgesuchten Teil der Kampftruppen gegeben, für die Zivilbevölkerung vermutlich nicht.
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Alt 15.02.2017, 08:47   #62
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BerndHH befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Der "Schichtkuchencharakter" der NATO-Verteidigung (z.B. Norddt. Tiefebene) hatte natürlich auch den Nachteil, dass unterschiedliche Konzepte der Gefechtsführung zum Tragen gekommen wären.
Für das I. DE-Korps galt natürlich die Vorneverteidigung, d.h. Feind bereits möglichst weit vorne abwehren. Nicht so für den rechten britischen Nachbar, dem I. BR-Korps. Hier galt es bestimmte "Schlüsselgelände" (vital areas?) zu verteidigen und den Feind in bestimmte Räume eindringen zu lassen, um ihn dort vielleicht besser kanalisieren zu können.

Anscheinend interessieren sich nicht alle für die Kampfweise der Panzer- oder Panzergrenadiertruppe der Bundeswehr, ihr taktisches Einsatzkonzept während der HStr IV, etc., daher können wir es auch gerne lassen, wenn es nicht gewünscht ist.

Ich dachte, es sei vielleicht mal interessant, sich nicht immer nur mit Nuklearszenarien (vielleicht auf Stabsübungen) zu befassen, ein Thema, was wirklich erschöpfend behandelt wurde, sondern mal mit den handfesten und praxisnahen Aspekten des Massenheeres.
Damals war die Bundeswehr noch ein Massenheer und bestand aus einer großen Anzahl von Panzergrenadier- und Panzerbataillonen (die Waffengattung mit der die meisten der damaligen Wehrpflichtigen in Berührung kamen), welche nur einen einzigen Zweck verfolgten: nämlich gegnerische Panzerverbände zu zerschlagen!
Ob aufgesessen, MILAN vom Kommandanten des Schützenpanzer Marder abgefeuert oder abgesessen als Panzervernichtungstrupp. Auch damals brandgefährlich und ein absolutes "Himmelfahrtskommando".
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