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| Mitglied Registriert seit: 01.2012
Beiträge: 1
![]() | Entblösste Brüste 1680? Hallo alle zusammen, Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit Ahnenforschung, und ich habe vor kurzem einen Artikel aus meiner Heimatstadt Künzelsau gefunden der um 1700 verfasst wurde. Darin steht: Trachten: Die Weibsbilder: in den 60er Jahren giengen sie mit Schleiern, hernach mit Hauben, hernach mit Schiffshauben. In den 80er Jahren giengen sie ganz mit entblössten Brüsten, dass sich ein redlicher Mann selbst davor geschämt. Das Achsel musste auch fast ganz heraussehen. Meine Frage dazu,..... ist "entblösste Brüste" als wörtlich zu nehmen? Ich habe schon versucht etwas darüber herauszufinden, und habe bisweilen entdeckt dass es im England des 17. Jahrhunderts tatsächlich Mode war mit gänzlich entblössten Brüsten auf die Strasse zu gehen. Bin gespannt auf euere Antwort, Aleman83 |
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| | #2 |
| Moderatorin Registriert seit: 03.2004 Ort: München
Beiträge: 9.723
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Nein nicht zwingend. Als entblößte Brüste wurde auch schon ein simples Dekolleté bezeichnet, bei dem man lediglich den Brustansatz sah. Die Kleider die tatsächlich die komplette Brust frei ließen waren höfische Kleider, die sich auch nur über einen sehr kurzen Zeitraum hielten: Entblößte Brüste waren Modererscheinung - netzeitung.de
__________________ Alle Menschen sind klug. Die einen vorher, die anderen nachher. |
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| | #3 |
| Mitglied Registriert seit: 07.2006 Ort: Neuerdings in der wiedervereinigten Hauptstadt
Beiträge: 1.109
![]() ![]() | Lili ist zuzustimmer. Ich lese gerade nach in Hans Peter Duerr: Der erotische Leib. Ffm: Suhrkamp, [1997] 1999, dem 4. Band seiner Reihe, in dem der Autor die soziologische Zivilisationstheorie von Norbert Elias vermeintlich als Mythos zu entlarven sucht, definitiv aber eine beachtliche Materialsammlung darstellt; an einer Stelle jedenfalls wird etwa ein gewisser Abraham a Sancta Clara zitiert, in dem das sehr deutlich zum Ausdruck kommt, was Lili schreibt; so sprach er in einer Predigt diffamierend über >> die "vornehmen Teutschen Damen", die "mit blossen nackenden Brüsten prangen", seien "verhurte Sauzimmer", nicht wert, daß man sie anspucke. Als die Gattin des Kaisers davon erfuhr, setzte sie den Prediger unter Druck, seine Beleidigung der Wiener Hofdamen am darauf folgenden Sonntag zurückzunehmen. Bei der nächsten Predigt soll Abraham in der Tat gesagt haben, er habe sich vor einer Woche zu der Behauptung hinreißen lassen, die dekolltierten Damen seien es nicht wert, angespruckt zu werden. Dies widerrufe er. Sie seinen es wert.<< (S.46 f) Das gesamte, wenn auch nur kurze Kapitel (§ 3 Die "ärgerlich und schändlich entblößten Brüste" im 17. Jh.) sowie die dazu gehörigen Anmerkungen, wo zum Beispiel z. B. neben Literaturangaben die Rede ist von der italienischen ("venezianischen") Mode des 17. & 18. Jhs. (an die sich auch Christina von Schweden hielt) mit tief dekolltierten, schulterfreien Kleidern" (S.413, Anm. 9)
__________________ Warum auch sollte der Zwang einer logischen Entwicklung größer sein als die sanfte Gewalt der Sympathie? (Paul Feyerabend) |
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| | #4 |
| Mitglied | Ich denke auch, dass sich diese Textstelle eher auf tief ausgeschnittene, schulterfreie Kleider bezieht - wie sonst wäre der Begriff "entblößte Achsel" zu erklären?
__________________ "Scotland is one of the very few places left, where cigarettes and fried breakfasts are still good for you." Andy M. Stewart |
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