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Alt 09.11.2007, 23:24   #1
Gast399
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Beiträge: n/a
Erziehung im 19.Jahrhundert

Hallo,
ich muss in der Schule ein 20-Minuten langes Referat über die Kindererziehung im 19.Jahrhundert in Deutschland halten. Der Schwerpunkt soll die Vater-und Mutterrolle sein.Ich habe vor, die Erziehung der Bauer und Bürger in der Agrargesellschaft mit der Erziehung der Bürger und Arbeiter in der Industriegesellschaft zu vergleichen. Ich habe schon verzweifelt nach geeigneter Literatur gesucht, jedoch nur sehr wenig gefunden.Habt ihr vielleicht Bücher oder Hausarbeiten oder sonstiges über mein Referatthema.Ich würde mich echt freuen und ihr würdet mir einen großen Gefallen tun, wenn ihr mir helfen würdet.
Vielen Dank im Vorraus
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Alt 10.11.2007, 00:37   #2
unvergessen
 
Mitgliederbild von Mercy
 
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Ort: Am Tor zum Spessart
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Mercy hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
Der
Zitat:
Gast399
Vorraus
ermutigt mich nicht sonderlich.
__________________

Wer kann was Dummes, wer was Kluges denken,
Das nicht die Vorwelt schon gedacht?

Faust II, Vers 6809 f.
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Alt 10.11.2007, 10:54   #3
Gast 399
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hey,
es tut mir leid, dass ich gestern zu müde war, um einen Rechtschreibfehler zu übersehen.Kannst du mir trotzdem helfen?
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Alt 10.11.2007, 21:11   #4
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Mitgliederbild von Jacobum
 
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Jacobum ist einfach richtig nettJacobum ist einfach richtig nettJacobum ist einfach richtig nett
Im Internet gibt es jede Menge Fundstellen, z.B.:


Schule früher

Die Stellung von Jungen und Mädchen im Wandel der Zeit

SWR Wissenspool | 18.u.19.Jh. | Wissen | Alltagsgeschi chte(n)

Geschichte der Pädagogik - MSN Encarta

GRIN Verlag: Chancen(un)gleichheit im deutschen Schulwesen - Hauptseminararbeit


... und noch viel mehr. Schau mal bei Google nach.
Jacobum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.11.2007, 22:46   #5
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Mitgliederbild von Muspilli
 
Registriert seit: 07.2006
Ort: Neuerdings in der wiedervereinigten Hauptstadt
Beiträge: 1.392
Muspilli ist einfach richtig nettMuspilli ist einfach richtig nettMuspilli ist einfach richtig nett
Versuch es doch mal mit Familienforschung - Zur Einführung: http://www.systemagazin.de/bibliothe...soziologie.pdf

Ansonsten erinnere ich mich, daß in der folgenden Buchempfehlung auf jeden Fall auch solche Informationen, die deine Fragestellung, nämlich Untersuchungen bezüglich der bürgerlichen, proletarischen und bäuerlichen Erziehung zu finden sein müßten:
Prof. Dr. Heidi Rosenbaum, "Formen der Familie. Untersuchungen zum Zusammenhang von Familienverhältnissen, Sozialstruktur und sozialem Wandel in der deutschen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts", Frankfurt: Suhrkamp 1982 (630 S.), 7. Aufl. 1996.

Sofern es sich nicht um dieses Buch handelt, das ich zwar selbst habe, aber gerade nicht finde, werde ich das morgen Mal korrigieren.
Und viel Erfolg!
__________________
Warum auch sollte der Zwang einer logischen Entwicklung größer sein als die sanfte Gewalt der Sympathie? (Paul Feyerabend)
Muspilli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.11.2007, 23:53   #6
Gast399
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Vielen Dank dafür, dass ihr euch die Zeit genommen habt zu antworten.
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Alt 11.11.2007, 01:08   #7
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Mitgliederbild von TGDarmstadt
 
Registriert seit: 08.2007
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TGDarmstadt befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Vielleicht hilft dir auch diese Buch weiter:

Ludwig Fertig (Hg.): Bildungsgang und Lebensplan. Briefe über Erziehung 1750-1900. Darmstadt 1991.

Darunter sind einige Briefe von Eltern und Kindern, die zudeinem Thema passen.
TGDarmstadt ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.11.2007, 11:40   #8
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Mitgliederbild von Muspilli
 
Registriert seit: 07.2006
Ort: Neuerdings in der wiedervereinigten Hauptstadt
Beiträge: 1.392
Muspilli ist einfach richtig nettMuspilli ist einfach richtig nettMuspilli ist einfach richtig nett
Also ich habe tatsächlich das Buch gefunden und es ist Rosenbaums "Formen der Familie". Dort steht auch etwas über die jeweiligen Rollen der Eltern drin.
Dann habe ich in meiner Sammlung noch eines von Reinhard Sieder, Sozialgeschichte der Familie. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1987.
Aber was die Empfehlung betrifft, tendiere ich zu Heidi Rosenbaums grundlegender Arbeit zum Thema!
__________________
Warum auch sollte der Zwang einer logischen Entwicklung größer sein als die sanfte Gewalt der Sympathie? (Paul Feyerabend)
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Alt 11.11.2007, 19:12   #9
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Mitgliederbild von Scorpio
 
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Scorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekannt
Daumen hoch

Zitat:
Muspilli Beitrag anzeigen
Versuch es doch mal mit Familienforschung - Zur Einführung: http://www.systemagazin.de/bibliothe...soziologie.pdf

Ansonsten erinnere ich mich, daß in der folgenden Buchempfehlung auf jeden Fall auch solche Informationen, die deine Fragestellung, nämlich Untersuchungen bezüglich der bürgerlichen, proletarischen und bäuerlichen Erziehung zu finden sein müßten:
Prof. Dr. Heidi Rosenbaum, "Formen der Familie. Untersuchungen zum Zusammenhang von Familienverhältnissen, Sozialstruktur und sozialem Wandel in der deutschen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts", Frankfurt: Suhrkamp 1982 (630 S.), 7. Aufl. 1996.

Sofern es sich nicht um dieses Buch handelt, das ich zwar selbst habe, aber gerade nicht finde, werde ich das morgen Mal korrigieren.
Und viel Erfolg!

Rosenbaum gehörte zu den Göttinger Professoren, die in Seminaren und bei Projekten im persönlichen Umgang oft nur schwer zu ertragen war, ihr Buch über Familienforschung ist allerdings ein Standardwerk und auch gut lesbar geschrieben.

Muspilis Literaturtipp kann ich mich daher nur anschliessen
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Man muss das Grundgesetz vor seinen Vätern schützen und die Verfassung vor ihren Schützern
Scorpio ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2010, 17:05   #10
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Franziska P. ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Hallo!
Ich muss auch ein Reverat machen. Bei mir liegt der Schwerpunkt bei der Erziehung selbst. Wie sie erzogen wurden, ob sie geschlagen wurden .... . Ich habe schon länger im Internet gesucht (auch bei google). Habe aber leider nur wenig gefunden. Auch bei den links dir ihr hier angegeben habt. Könnt ihr mir trotzdem bitte helfen ? Es wäre auch sehr nett, wenn ihr es gleich in die Nachricht schreibt.

lg Franziska
Franziska P. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2010, 17:18   #11
Moderatorin
 
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Lili ist ein LichtblickLili ist ein LichtblickLili ist ein LichtblickLili ist ein LichtblickLili ist ein Lichtblick
Hallo Franziska, mir ist deine Frage noch etwas zu schwammig um wirklich drauf antworten zu können. Geht es dir um die Erziehung in der Familie? Was willst du dabei genau wissen? Geht es dir mehr um empfohlene Erziehungsstile, oder um die Rollenverteilung innerhalb der Familie des 19. Jahrhunderts, um idealtypische Vorstellungen im Wandel der Zeit, oder doch um die Realität? Welche gesellschaftliche Schicht willst du betrachten? Welches Land, bzw. welche Region? In welcher Klasse bist du, wie lang soll dein Referat werden?
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Lili ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2010, 17:28   #12
Mitglied
 
Registriert seit: 11.2010
Beiträge: 7
Franziska P. ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Hallo Lili, danke das du so schnell auf meine Frage antworten konntest. Mir geht es eigentlich um die Erziehung innerhalb der Familie vor etwa 100 Jahren. Ich würde gern wissen wie es dort zuging, wie sie erzogen wurden ,oder was sie durften/nicht durften. Mir geht es eigentlich weniger um die Rollenverteilung, aber trotzdem um die Realität. Es wäre sehr toll, wenn es um die Erziehung in Österreich handelt. Aber das ist nicht so wichtig. Mein Reverat soll circa 10 Minuten werden, aber von diesem Thema brauche ich nur circa 3-5 Minuten. Ich bin in der 9. Schulstufe.
Ich hoffe du kannst mir weiterhelfen.
lg Franziska
Franziska P. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2010, 17:41   #13
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Melchior ist jedem bekanntMelchior ist jedem bekanntMelchior ist jedem bekanntMelchior ist jedem bekanntMelchior ist jedem bekanntMelchior ist jedem bekannt
@Franziska P.

Ein sehr guter Film zu innerfamiliären Machtstrukturen und Kindererziehung am Vorabend des I. WK ist dieser Film.

Das weiße Band ? Eine deutsche Kindergeschichte ? Wikipedia

Ein Überblick mit vielen Stichworten (Pestalozzi etc.)

17. bis 19. Jahrhundert :: Kinderportal Der Branchen Bär

Und das wäre für 3 bis 5 Minuten schon sehr viel.

http://www.archive.org/download/deut...00bachuoft.pdf


M.
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Melchior ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2010, 17:48   #14
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Beiträge: 7
Franziska P. ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
hallo,
Vielen, vielen Dank!! Werde mir gleich alles durchlesen.
lg F.
Franziska P. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2010, 17:51   #15
Moderatorin
 
Mitgliederbild von Lili
 
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Lili ist ein LichtblickLili ist ein LichtblickLili ist ein LichtblickLili ist ein LichtblickLili ist ein Lichtblick
Wirklich ein toller Film, allerdings spielt er in einem protestantischen Umfeld, das lässt sich nicht 1:1 auf ein katholisches Umfeld übertragen.

@Franziska: du suchst also was zur innerfamiliären Kindererziehung im frühen 20. Jahrhundert, richtig? Verreätst du mir noch, welche gesellschaftliche Schicht du betrachten willst? Und woraus besteht der Rest deines Referats? Schließlich sollte ja ein roter Faden innerhalb des Referats vorhanden sein.
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Lili ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2010, 17:54   #16
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Beiträge: 595
KeineAhnung ist ein sehr geschätzer MenschKeineAhnung ist ein sehr geschätzer Mensch
Hallo Franziska,
eigentlich kann die Frage nicht schlüssig beantwortet werden, da es sicherlich in jeder Familie anders zuging. Mir fällt spontan auch keine Quelle im Internet ein. Was eventuell helfen kann, sind Dichter und Schriftsteller aus dem 19. Jh., wenn auch die wenigsten von ihnen etwas über ihre Kindheit und Jugend geschrieben haben. Ich versuche mal ein paar Dinge aufzulisten, von denen ich glaube, dass sie im Allgemeinen üblich waren - aber unter Vorbehalt:

- Die Erziehung war gundsätzlich strenger als heute, Verstöße wurden teilweise mit drakonischen Strafen geahndet und nicht nur von den Eltern. Unartigkeiten, die die Kinder in ihrer Freizeit ausheckten, wurden nicht nur im Elternhaus bestraft, sondern auch in der Schule.

- Die Kinder haben ihre Eltern gesiezt. (In Ungarn war das noch bis vor etwa 50 Jahren üblich, in einzelnen Familen gibt es das noch heute. In Österreich hat sich das auch recht lange gehalten, soweit ich weiß)

- Bei Tisch musste geschwiegen werden, Kinder hatten grundsätzlich keine Redeerlaubnis bei Tisch.

- Bei Tisch bekam der Vater grundsätzlich als erster und grundsätzlich das bevorzugte Stück Fleisch, die Kinder hatten zu warten, bis der Vater mit dem Essen begonnen hatte (die Frau übrigens auch). War der Vater fertig mit seiner Mahlzeit, musste der Rest der Famile ebenfalls aufhören, egal ob sie satt waren oder nicht.

- Den Eltern widersprach man grundsätzlich nicht. In die Erziehung mischten sich neben den Eltern auch noch weitere Angehörige der Verwandtschaft, Nachbarschaft, die Schule, der Pfarrer, etc.

- Auf die Sauberkeit, Pünktlichkeit und Höflichkeit der Kinder wurde größten Wert gelegt, noch bei meinen Eltern (heute 70 jährig) wurden täglich die Fingernägel in der Schule kontrolliert, auch mussten sie immer ordentlich gekämmte Haare vorweisen und über ein sauberes Taschentuch verfügen. Kinder hatten immer mit Knicks oder Verbeugung gegenüber Erwachsenen ihren Respekt auszudrücken.

- Die religiöse Erziehung hatte einen enorm hohen Stellenwert. Vor den Mahlzeiten wurde grundsätzlich gebetet, Beten in der Schule und sonntäglicher Kirchenbesuch waren Pflicht

Das hört sich jetzt natürlich ziemlich krass und überspitzt an, ist es vielleicht auch.... es ist das, was ich aus Erzählungen und Lebensbeschreibungen aus dem 19. herausgelesen habe. Ich erhebe also KEINEN Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit, aber vielleicht liefert es Dir doch den ein oder anderen Hinweis.

Manchmal kann es auch ganz nützlich sein, Großeltern oder liebe ältere Nachbarn zu fragen, denn auch die hatten Großeltern...

Liebe Grüße
KeineAhnung
__________________
Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen. -Georg Orwell-
KeineAhnung ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2010, 18:06   #17
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Franziska P. ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Vielen Dank, dass du dir so viel Mühe gibst. Die gesellschaftliche Schicht ist mir eigentlich nicht so wichtig. Mein restliches Reverat handelt von der Jugend früher und heute (wie es in der Schule zuging und dort würde ich noch gern hineinschreiben, wie die Erziehung innerhalb der Familie war). Sonst handelt es sich nur mehr über das Alter(ob man heute anders altert als früher). Aber bitte zerbrich dir nicht den Kopf wegen mir, es muss wirklich nicht so genau sein.
Franziska P. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2010, 18:11   #18
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Franziska P. ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
vielen Dank für diese lange Nachricht. Einiges davon kam mir sogar bekannt vor.
lg,
. Franziska
Franziska P. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2010, 18:59   #19
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Melchior ist jedem bekanntMelchior ist jedem bekanntMelchior ist jedem bekanntMelchior ist jedem bekanntMelchior ist jedem bekanntMelchior ist jedem bekannt
Zitat:
Lili Beitrag anzeigen
Wirklich ein toller Film, allerdings spielt er in einem protestantischen Umfeld, das lässt sich nicht 1:1 auf ein katholisches Umfeld übertragen.
@Lili

Da hst Du recht. Die aus heutiger Sicht, rigide und autoritäre Erziehung der Kids, wird sich im katholischen Umfeld nicht fundamental vom protestantischen unterschieden haben.

Natürlich hatte der katholische Pfarrer keine Familie.


M.
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Alt 14.11.2010, 19:52   #20
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Zitat:
Melchior Beitrag anzeigen
Natürlich hatte der katholische Pfarrer keine Familie.
Zumindest nicht offiziell

@Franziska: ab ca. 1890 hat sich in der Erziehung und im Erziehungsverständnis viel getan. Zunächst wären die kulturellen Einflüsse, die Einfluss auf die Erziehung haben. Jedes ideologische Lager hatte eine andere Meinung zur familiären Erziehung und v.a. wie dabei die jeweilige ideologische Vorstellung am besten weitergegeben werden kann. Außerdem fallen in diese Zeit auch die ersten Forschungen zur kindlichen Entwicklung, eine durchgreifende Veränderung der Erziehungsverhältnisse durch den demographischen Wandel sowie den Zerfall der Großfamilie. Weiterhin in diesen Zeitraum fällt die sog. "Entdeckung der Jugend". In früheren Zeiten war man Kind und dann Erwachsener, eine Übergangsphase wie wir sie heute kennen, gab es davor noch nicht.

Der Erziehungsstil lässt sich allgemein als autoritär beschreiben, wobei der Vater zwar das Oberhaupt der Familie, die Mutter aber hauptamtlich zuständig für die Erziehung war. Entsprechend den gesellschaftlichen Geschlechterrollen wurden Jungen und Mädchen unterschiedlich erzogen, was zum einen die Freiheiten, aber auch die Pflichten innerhalb des Haushalts und der Familie betrifft. Insobesondere Spielzeug wurde dazu genutzt, Kinder auf ihre spätere gesellschaftliche Rolle spielerisch vorzubereiten. Die Vermittlung erzieherischer Inhalte erfolgte in der Regel durch Bestrafung unerwünschten Verhaltens, wobei die Strafen durchaus auch körperlich waren. Neben Schlägen aber auch Nahrungsentzug und Arbeitsstrafen.
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