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Alt 21.01.2012, 18:00   #1
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Kanadas Ureinwohner.

Guten Abend,

das es Kämpfe zwischen den Ureinwohnern Mittel-u. Südamerikas und den weißen neuen Siedlern und Eroberern gegeben hat, kann man oft und überall, was die Lektüre dazu angeht, nachlesen.

Ebenso ist es ja auch mit den Indianern der USA.Man kann viel nachlesen

Wie verhielt es sich denn in Kanada zwischen den Ureinwohnern und den ersten weißen Einwanderern? Kam es zu Gemetzeln, Schlachten, Gefechten, Aufständen?

Übrigens , JFC habe ich auch mal gelesen.

Aber die Zeit davor, meinte ich.
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Alt 21.01.2012, 18:30   #2
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Zitat:
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Wie verhielt es sich denn in Kanada zwischen den Ureinwohnern und den ersten weißen Einwanderern?
Die französische Kolonisation unterschied sich von der englischen; sie legte den Schwerpunkt auf den Handel, ua den mit in Europa begehrten Pelzen. Dadurch entstanden zunächst in erster Linie Handelsniederlassungen.

Du kannst ja mal hier reinschauen und auch die weiterführenden Links etc mit beachten:

Kanada ? Wikipedia


Zitat:
Kam es zu Gemetzeln, Schlachten, Gefechten, Aufständen?
Sorry, aber worin könnte denn in diesem Bereich ein gesteigertes Interesse begründet liegen? Geschichte ist doch wohl etwas mehr als die Abfolge von "Gemetzeln, Schlachten, Gefechten und Aufständen". Wenn sich dein Interesse darauf begrenzt, kannst du bei Romanautoren wie Cooper und ähnlichen bleiben, da wirst du bestens bedient. Sonderlich historisch korrekt sind diese Schinken zwar in keiner Weise und stellen weder Kolonisten noch vor allem Kolonialisierte zutreffend dar, aber dafür tropft das Blut am Bücherregal runter.
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Alt 21.01.2012, 19:04   #3
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Hab schon verstanden. deswegen hab ich ja JFC erwähnt. Dein erster Absatz hat mir schon etwas weiter geholfen. Danke.
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Alt 22.01.2012, 16:59   #4
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Zitat:
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Wie verhielt es sich denn in Kanada zwischen den Ureinwohnern und den ersten weißen Einwanderern? Kam es zu Gemetzeln, Schlachten, Gefechten, Aufständen?
...Hmm, aus europäischer Sicht (und die ist hier etwas verzerrend) waren die Kämpfe gerade im Norden Amerikas selten Schlachten zu nennen. Im Übrigen gab es nicht nur Kämpfe zwischen "Weißen & Rothäuten", sondern nicht zuletzt auch zwischen den indigenen Stämmen - wie ja auch bei JFC erkennbar wird. Der Siedlungsdruck auf Kanada hielt sich sehr lange Zeit eher in Grenzen. Bekanntlich flohen Sioux mit ihrem legendären Sieger vom "Little Big Horn" 1877 in aussichtsloser Situation über die kanadische Grenze und kehrte hungernd und sich ergebend erst 1881 in die heutige USA zurück.
Die Besiedlung der Räume westlich der Rocky Mountains fand erst relativ spät statt. Aber all das sind nur kleine Stichpunkte. Ich denke Ingeborg kann präzisere Fragen sehr viel besser beantworten als etwa ich.
Der Charakter der Umgestaltung des amerikanischen Doppelkontinents war überall regional sehr verschieden, was hoffentlich auch in meinen Kommentaren erkennbar wird.
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Alt 22.01.2012, 18:15   #5
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Zitat:
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... wie ja auch bei JFC erkennbar wird.
Cooper schrieb 1826 - er lebte im Nordosten der USA, in dem indigene Völker zu diesem Zeitpunkt weitgehend verdrängt, umgesiedelt oder durch Krankheiten und Gewalttätigkeiten dezimiert waren. Ein realitätsnahes Bild indigener Kulturen und Geschichte vermittelt Cooper jedoch nicht; so heroisiert er zb die Figur des Unkas, der real life jedoch ein Intrigrant und unzuverlässiger Verbündeter war und charakterlich ein ziemlicher Stinkstiefel gewesen sein soll; alkoholabhängig war er ebenfalls, so daß er sich von Bündnissen mit den Kolonisten offenbar einen geregelten Nachschub versprach.

Zitat:
Der Siedlungsdruck auf Kanada hielt sich sehr lange Zeit eher in Grenzen.
Zumindest war er lange Zeit in weiten Regionen nicht gegeben; im Osten Kanadas sah dies anders aus. Die Städte Montreal und Quebec wurden zb an Standorten huronischer Ortschaften gegründet (Hochelaga bzw Stadacona).

Zitat:
Bekanntlich flohen Sioux mit ihrem legendären Sieger vom "Little Big Horn" 1877 in aussichtsloser Situation über die kanadische Grenze und kehrte hungernd und sich ergebend erst 1881 in die heutige USA zurück.
Ein Teil der Lakota floh über die Grenze, war den Behörden in Kanada aber nicht willkommen und erhielt demnach keine Unterstützung. Da klar war, daß diese Gruppen auch in Kanada ihre traditionelle Lebensweise nicht fortführen konnten (es gab dafür bereits zu wenig Büffel), erhoffte man sich, die als Unruhestifter angesehenen Lakota würden in die USA zurückgehen. Ein Teil der nach Kanada geflüchteten Gruppen blieb jedoch im Land und lebt heute noch dort.

Zitat:
Die Besiedlung der Räume westlich der Rocky Mountains fand erst relativ spät statt.
In den Northwest Territories kam es zb erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dazu, daß durch Zuzug lokal weiße Bevölkerungsmehrheiten entstanden.
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Alt 22.01.2012, 20:18   #6
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tejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblick
Ich wusste ja, dass mit präzisen Aussagen von dir bei diesem Thema zu rechnen ist
Cooper habe ich erwähnt, weil sich auch bei seinen Romanen herbe Konflikte zwischen den einzelnen Stämmen dieser Region sehr deutlich wiederspiegeln. In den Rang einer Quelle wollte ich ihn keinesfalls erheben
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Alt 23.01.2012, 23:17   #7
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Sorry, hab ich nicht erwähnt, wie dumm von mir, mich interessiert insbesondere der westen Kanadas.
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Alt 01.02.2012, 14:59   #8
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Zitat:
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Sorry, hab ich nicht erwähnt, wie dumm von mir, mich interessiert insbesondere der westen Kanadas.
Du könntest dir etwa exemplarisch einmal die Geschichte der Tlingit anschauen, die traditionell an der Westküste Kanadas / Alaskas siedelten.

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Alt 03.02.2012, 22:25   #9
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Menelik II ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Zitat:
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Guten Abend,

das es Kämpfe zwischen den Ureinwohnern Mittel-u. Südamerikas und den weißen neuen Siedlern und Eroberern gegeben hat, kann man oft und überall, was die Lektüre dazu angeht, nachlesen.

Ebenso ist es ja auch mit den Indianern der USA.Man kann viel nachlesen

Wie verhielt es sich denn in Kanada zwischen den Ureinwohnern und den ersten weißen Einwanderern? Kam es zu Gemetzeln, Schlachten, Gefechten, Aufständen?

Übrigens , JFC habe ich auch mal gelesen.

Aber die Zeit davor, meinte ich.
Alaska gehörte bis 1867 zum Russischen Kaiserreich. Die Aleuten z.B hatten Kontakt mit den russischen Pelzhändlern, weswegen heute noch der orthodoxe Glaube in der Aleutenregion existiert.
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Alt 04.02.2012, 00:47   #10
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Zitat:
Menelik II Beitrag anzeigen
Alaska gehörte bis 1867 zum Russischen Kaiserreich. Die Aleuten z.B hatten Kontakt mit den russischen Pelzhändlern, weswegen heute noch der orthodoxe Glaube in der Aleutenregion existiert.
Diskutieren wir hier halbwegs ernsthaft oder albern wir mit mehr oder weniger sinnvollen Zweizeilern herum?

Alaska gehört nicht zu Kanada, auf das sich der TE bezog, sondern ist ein Staat der USA.

Von ca 1780 bis 1867 war es russische Kolonie; 1867 verkaufte der Zar Alaska an die USA.

Und wie der 'Kontakt' der Aleuten zu den russischen Pelzhändlern aussah, ist hier nachzulesen, wenn auch in dürren Worten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Aleuten_(Volk)
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Alt 04.02.2012, 11:18   #11
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Zitat:
Ingeborg Beitrag anzeigen
Diskutieren wir hier halbwegs ernsthaft oder albern wir mit mehr oder weniger sinnvollen Zweizeilern herum?

Nun gut, dann etwas ausführlicher.

Die Tlingit lebten, wie bereits oben aufgeführt an der Nordwestküste Kanadas und der Küste Alaskas. Den ersten Kontakt hatten sie wohl 1741 mit dem unter russischer Flagge forschenden Dänen V.J. Bering. Nach dem Kontakt mit Bering kamen mehr und mehr russische Pelzhändler mit den Tlingit in Kontakt. Was in den folgenden Jahren dann passierte fügt sich nahezu vollends in das Gesamtbild ein, dass die Besiedlung Nordamerikas durch die "weißen" Einwanderer zeichnete. Es kam zu Bevölkerungzuströmen. Die Tlingit kamen etwa mit Spaniern und Briten in Kontakt. Und wenn diese Gruppen vor allem eines mitbrachten, waren es Krankheiten. Allein 1835 sollen einer Pockenepedemie die Hälfte der Stammesangehörigen zum Opfer gefallen sein. 1775 hatten schon die Spanier eine Pockenepedemie eingeschleppt und 1862 erfasste die verheerende Pockenepedemie, die sich von Oregon bis Alaska zog, auch die Tlingit. Mit dem Goldrausch im 19. Jhd. in British Columbia strömten zusätzlich eine unglaubliche Menge an Einwanderern in die Gebiete
der dort ansässigen Indianer und hatten ebenfalls Krankheiten im Gepäck. Zu einem Konflikt kam es 1882 bei Angoon. Nach einem Unfall, bei dem ein Tlingit getötet wurde, verweigerte die Northwest Trading Company eine übliche Entschädigungszahlung und stattdessen wurde Angoon von der US-Navy unter Beschuss genommen und zerstört. Durch die Vernichtung kam es v.a. im darauffolgenden Winter zu erheblichen Todesfällen, da ein Großteil der Winterrationen dem Angriff ebenfalls zum Ofer gefallen waren. Nach meinen Informationen verweigert die Navy übrigens bis heute eine förmliche Entschuldigung.

Die Geschichte des Kontaktes der Tlingit mit den "Weißen" zeigt, das, was meine Vorredner bereits ausdrückten. Es macht keinen Sinn die Besiedlung des Westens und die damit einhergehende Vertreibung / Dezimierung der indigen Völker allein an Schlachten
oder Massakern festzumachen. Die Krankheiten sind ein Beispiel der Katastrophen, die abseits der Schlachfelder über die Stämme kamen. So wurden etwa auch die, der Tlingit-Kultur sehr und dem Lebensraum (ebenfalls westliche kanadische Küste) nahestehenden, Haida fast vollends durch die Pocken ausgelöscht. Und nicht nur im Nordwesten, sondern auch in den anderen Regionen waren Krankheiten katastrophal für die indigen Völker (vgl. etwa die Geschichte der Mandan).
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Alt 25.02.2012, 10:38   #12
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