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Alt 07.07.2014, 20:19   #1
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Persephone ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Rassismus in Amerika

Hallo,
für meinen Aufsatz über Rassismus in Amerika, fehlen mir noch Beispiele für den schlechten Umgang mit den Schwarzen. Was ich schon habe: Schulen der Schwarzen Kinder waren schlechter, ihre Wohnviertel waren schlechter. Ihr könnt einzelne Beispiele nennen oder Links schicken, ist mir eig egal
Danke im Vorraus!
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Alt 07.07.2014, 20:43   #2
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für meinen Aufsatz über Rassismus in Amerika, fehlen mir noch Beispiele für den schlechten Umgang mit den Schwarzen. Was ich schon habe: Schulen der Schwarzen Kinder waren schlechter, ihre Wohnviertel waren schlechter. Ihr könnt einzelne Beispiele nennen oder Links schicken, ist mir eig egal
Das ist doch mal eine originelle und überraschende Fragestellung. Zu "loben" ist die "Offenheit" des Ansatzes, bei dem bereits feststeht, dass es einen schlechten Umgang mit Schwarzen in "Amerika" gibt.

Fehlt eigentlich nur noch die zeitlich Eingrenzung für die Bestätigung von Vorurteilen. Also wann eigentlich? Zu Zeit des Sezessionskrieges, während der 50er Jahre oder heute? Und was ist eigentlich mit "Amerika" gemeint?

Und was ist "schlechter Umgang" eigentlich? Und wer soll das feststellen? "Malcolm X" oder "Black Panther" werden das anders beurteilen wie der "Ku Klux Klan" oder die "WHO" oder irgend eine andere Organisation.

Ansonsten, wenn das oben dargestellte bisher das Einzige ist, was Du gefunden hast, dann ist das sehr wenig und zeigt, dass Du wohl bisher wenig Lust auf das Thema hattest. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sehr umfangreiche Informationen problemlos im www zu dem Thema gibt und auch im Geschichtsforum! Ein wenig Suchen hilft da sicherlich!
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Alt 07.07.2014, 20:56   #3
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Alt 07.07.2014, 21:41   #4
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Hallo,
für meinen Aufsatz über Rassismus in Amerika, fehlen mir noch Beispiele für den schlechten Umgang mit den Schwarzen. Was ich schon habe: Schulen der Schwarzen Kinder waren schlechter, ihre Wohnviertel waren schlechter. Ihr könnt einzelne Beispiele nennen oder Links schicken, ist mir eig egal
Danke im Vorraus!

Ich weiß nicht, ob deine Englischkenntnisse dafür ausreichen, aber ich würde dir empfehlen, unter "Race seperation in the USA, Seperate but equal" und Jim Crow- Laws zu googlen.
Youtube Verlinkungen sind in diesem Forum nicht gern gesehen, dennoch gibt es einige sehr gelungene Dokus online. The Rise and Fall of Jim Crow, gibt eine recht gute Übersicht der historischen Zusammenhänge vom Ende des Bürgerkrieges und der Reconstruction- Ära bis zur schwarzen Bürgerrechtsbewegung der 1950er und 60er Jahre. Wenn es um Rassismus in den USA geht, würde ich auch auf die Geschichte der Chinesen in den USA eingehen. Für den Eisenbahnbau im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Chinesen angeworben.

ein fertiges Referat, Literatur- und quellenverweise wird dir kaum jemand auf dem Silbertablett präsentieren. Hilfreicher ist es, wenn du dich selbst informierst und deine eigenen Gedankengänge einstellst und sagst für welche (Alters)Klasse und welchen Schultyp dein Referat ist und welchen Umfang es hat.
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Alt 08.07.2014, 06:45   #5
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Recherchiere nach Rosa Parks.
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Alt 14.07.2014, 10:03   #6
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Als einen Ausgangspunkt für das Verständnis von Rassismus könnte man den Dred Scott-Fall nehmen, der Afro-Amerikaner als "Wesen einer unteren Ordnung" beschrieb.
Dred Scott v. Sandford ? Wikipedia

Dieses Urteil stand in einem Kontext des Rassismus, unter dem Gesichtspunkt von politischen, ideologischen und auch konstitutionellen Entwicklungen in den USA. Es spitzte diese Entwicklung zu, war zugleich Höhepunkt und führte zur Änderungen der US-Verfassung durch Zusatzartikel. Gleichzeitig kann man diese Veränderungen an den tatsächlichen Realitäten danach messen, und Reaktionen wie "Rassentrennung", die ElQ angesprochen hat.
Jim Crow ? Wikipedia
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Alt 14.07.2014, 13:10   #7
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Luziv ist ein sehr geschätzer MenschLuziv ist ein sehr geschätzer Mensch
Das Ganze war/ist (wie meist auf der Welt) recht kompliziert. Nach langen Debatten und einem überstimmten Veto des Präsidenten wurde jedenfalls 1868 die bürgerliche Gleichheit aller in den USA Geborenen als 14. Amendment in die US-Verfassung aufgenommen. Der Civil Rights Act von 1866, der die Diskriminierung u.a. von Schwarzen untersagte, wurde daraufhin 1870 erneut in Kraft gesetzt. Die (meist Süd-) Staaten, die die Ratifizierung des Amendments ablehnten, wurden nach und nach unter erheblichem Druck zur Annahme gezwungen.

Das 14. Amendment liquidierte alle Wirkungen der Entscheidung Scott v. Sandford (1857) und verbot Benachteiligungen der Schwarzen. Es bezog sich allerdings nicht direkt auf Fragen des Wahlrechts und außerdem nach Ansicht des Supreme Court in Plessy v. Fergusson (1896) nicht auf gleichwertige Ungleichbehandlung aka Rassentrennung. D.h. es war möglich, einzelstaatliche und außerstaatliche Diskriminierungen in öffentlichen Einrichtungen wie Bussen, Hotels, Kinos oder Restaurants weiterhin durchzuführen. Falls die "schwarze" Alternative gleichwertig war. Ob sie das dann in der Realität war, war oft fraglich bis eindeutig nicht so, aber lange Zeit rührte man nicht daran.

In Brown v. Court of Education urteilte der Supreme Court allerdings 1954, dass getrennte Schulen gegen das 14. Amendment verstießen. Der Civil Rights Act von 1964 beseitigte dann endgültig alle rechtlichen Regeln zur Rassentrennung.

Es war allerdings nach dem Bürgerkrieg, zunächst auch stark von den Schwarzen selbst ausgehend, die sich am Anfang bewußt abgrenzten und absonderten, eine faktische Auseinanderentwicklung der Weißen und Schwarzen eingeleitet, bzw. ein Zueinanderkommen auch in wirtschaftlicher Hinsicht erschwert worden. Das griffen rassistische Weiße begierig auf. Viele Schwarze verblieben in ärmlichen und sozial prekären Verhältnissen, was sich bis heute in vielen Städten auch nicht grundlegend geändert hat. Daraus resultiert teilweise auch die erhöhte Kriminalität unter Schwarzen und deren höhere Rate bei den Gefängnisinsassen (wenn man mal ideologische, kriminologisch nicht nachvollziehbare Verschwörungstheorien beiseite läßt).
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Alt 29.03.2017, 20:40   #8
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Ein neuer Film über James Baldwin ruft den historischen, schwierigen Umgang der USA mit dem Rassismus ins Gedächtnis.

Zur Erinnerung:

Rassismus in den USA: Raoul Pecks Dokumentarfilm "I Am Not Your Negro" über James Baldwin | Berliner Zeitung

"I Am Not Your Negro" über James Baldwin: Geschichte ist Gegenwart - SPIEGEL ONLINE

James Baldwin
https://de.wikipedia.org/wiki/James_Baldwin
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Alt 06.04.2017, 11:21   #9
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Und ein interessantes Beispiel, wie ein schwarzer Bürgerrechtler zu einem Fan von Bismarck wurde.

W. E. B. Du Bois: Schwarzer Bürgerrechtler für Afroamerikaner - SPIEGEL ONLINE
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Alt 06.04.2017, 16:20   #10
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An der Familie Du Bois kann man ziemlich gut erkennen, wie sich Rassismus in den USA entwickelte.
Vor der Einführung des Jim Crow laws und der one drop rule konnten Teile der free people of color in die Mittelschicht aufsteigen. Die Verschärfung der Rassengesetze verhinderte dies jedoch bei den nachfolgenden Generationen.



Auffällig finde ich, dass Rassentrennung in Amerika ein speziell angloamerikanischen Projekt gewesen ist.
Mestizen und Mulatten hatten einen eigenen Platz in der lateinamerikanischen Klassengesellschaft. In Lateinamerika oder der Karibik hat es nie eine one drop rule gegeben. Anders als in den englischen Kolonien war es nicht ungewöhnlich, wenn Angehörige verschiedener "Rassen" eine Ehe führten.
Aus der Vermischung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen entstand sogenannte creolische Bevölkerung. Einwanderer aus Lateinamerika und der Karibik werden natürlich mit dem amerikanischen Rassismus konfrontiert und werden dort plötzlich mit Identiäten fremdidentifiziert, mit denen sie sich selbst nie identifiziert haben.

Im angloamerikanischen Raum gab es ebenfalls solche Beziehungen, nur eben ohne Trauschein und Anerkennung der Vaterschaft. Mit der one drop rule galten die Nachfahren aus solchen Verbindungen sowieso als Schwarze. Das kurioseste Beispiel stellen unehelichen Kinder von Thomas Jefferson und seiner Sklavin und seiner Sklavin Sally Hemings. Sally Hemings war ebenfalls die uneheliche Tochter und Enkelin von weißen Herren und schwarzen Sklaven. Die Kinder von ihr und Jefferson war in biologischer und optischer Hinsicht white, rechtlich jedoch black.
Andererseits scheint dieser strenge Rassismus nicht für alle Amerikaner gegolten zu haben. Insbesondere für Schotten, Iren, Franzosen und Holländer scheint dies nicht gegolten zu haben.
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Geändert von Maglor (06.04.2017 um 16:24 Uhr).
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Alt 06.04.2017, 16:38   #11
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Das kann ich so nicht bestätigen. In Spanien etwa galten die Nachkommen von Amerikaauswanderern - selbst wenn sie de Pura Raza Española* waren - irgendwie als "infiziert"**, als wäre die Geburt in Amerika eine Art Krankheit.
Wenn wir heute den Begriff Kastenwesen auf Indien projezieren, so müssen wir bedenken, dass das ein Begriff nicht etwa aus dem Hindi ist sondern aus den iberoromanischen Sprachen. Die castas waren Kategorisierungen. In Hispanoamerika galt in etwa diese Rangfolge:

1.) Spanier in Spanien geboren
2.) Spanier in den Kolonien geboren
3.) Mestize, Vater Spanier, Mutter Indianerin
4.) Mestize, Mutter Spaniern; Vater Indianer
5.) Indio
6.) Mulatte, Vater Spanier, Mutter Afrikanerin
7.) Mulatte, Mutter Spanierin, Vater Afrikaner
8.) Zambo (indianisch-afrikanische Herkunft)

Gerade die Unterscheidung zwischen Amerika-Spaniern und Europa-Spaniern machte die Amerika-Spanier zu einer der wichtigsten Gruppierungen in den Unabhängigkeitsbewegungen des 19. Jhdts.

Das ganze in kompliziert:

220px-casta_painting_all.jpg
(vergrößerbare Variante unter https://es.wikipedia.org/wiki/Casta)

Schön auch diese Mischung: Spanier mit Schwarzer: Kind = Mulatte, Mulatte mit Spanierin: Kind = Morisco [in Spanien hatte dieser Begriff eine andere Bedeutung), Morisco mit Spaniern = Chino, Chino mit Indianerin = Salto Atras (Sprung rückwärts!!!!), Salto atras mit Mulattin = Lobo (Wolf!)

Ich habe noch vor 22 Jahren in Argentinien gehört, wie Mestizen verächtlich als "Negros" beschimpft wurden.

*ich entlehne hier einen Begriff aus der Pferdezucht, das Andalusierpferd ist PRE = Pura Raza Española
**in Ermangelung eines besseren Ausdrucks.
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Geändert von El Quijote (06.04.2017 um 16:53 Uhr).
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Alt 06.04.2017, 17:18   #12
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Das komplizierte Kastensystem in den spanischen Kolonien ist natürlich auch Rassismus. Das gilt bereits für Unterscheidung der Spanier nach Geburtsort. Der enge Zusammenhang zwischen dem Rassismus der Conquistadoren und der Reconquistadoren ist hoch interessant.

Auffällig ist noch, dass die meiste im rassistische Begriff im Englischen Lehnwörter aus dem Spanischen sind: Mullato, Mestizo, Negro
Ein paar sind auch Französisch: Quadroon, Melungeon, Metis
Mit der one drop rule wurde jedoch in den USA diese Unterscheidungen aufgehoben. "Mullato" wurde fortan mit "Negro" gleichgessetzt. Neue Rassenvermischungen wurden verboten. Das ist ein angoamerikanischer Sonderweg.
Auch innerhalb der Black community wurde nicht mehr weiter unterschieden. Es galt als Zeichen der Solidarität auch intern die one drop rule anzuwenden und auch die hellhäutigere Blacks als vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft zu akzeptieren.
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martin luther king, rassismus, usa

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