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Alt 27.11.2009, 21:17   #1
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Wer bringt die Weihnachtsgeschenke?

Verwirrung pur! Die Stammhalterin hat ihren absolut nicht unbescheidenen Weihnachtsgeschenkeantragsentwuf (als gute Beamtenenkelin auf ca. 372 Seiten ausgewalzt) erstellt. Nun scheiden sich die Geister über den Adressaten. Der Stammhalterinsvater, süddeutscher Provenienz und papistisch erzogen, schwört aufs Christkind, die dänopreußische Stammhalterinsmutter, wüstgläubig (protestantisch) kündet vom "Weihnachtsmann".
Wer ist denn nun amtlich zuständig und wovon hängt das ab? Ist das eine norddeutsch - süddeutsche Kiste (wenn ja, wo könnte wohl die geographische Grenze sein)? Welcher Paketdienst dominiert dann im Osten?
Oder ist es ein weiterer konfessioneller Gegensatz zwischen Katholen und Protestanten? (Was dann wieder heiß wäre, wenn den ach-so-Heiligenkult-ablehnenden Evangolen eine Heiligenderivat (das des St. Nikolaus) zum Geschenke bringen dann doch recht ist.)
Oder gibt's für die Christkind-Weihnachtsmann-Scheide noch andere mögliche Begründungen? Möglicherweise auch eine Generationenfrage?
War es irgendwann mal ganz anders? Seit wann bringen Weihnachtsmann und oder Christkind wo überhaupt irgendwelche Geschenke??

(Es möge nun der Stammhalterin niemand raten, einfach "An mytoys GmbH" ins Adressfeld zu schreiben.)
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Alt 27.11.2009, 22:21   #2
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Gute Frage und sooo in die Zeit passend.
Also mir als Kind (ist schon ´ne Weile her) bescherte das Christkind und meinen Kindern selbstverständlich auch, an der Stelle bin ich sehr konservativ und hoffe dereinst wird meinen Enkeln auch das Christkind bescheren.
Eine Nord-Süd-Trennungslinie um Habsburg könnte sein, da meine Eltern einen schlesischen Migrationshintergrund haben, dagegen spräche aber die preußisch-protestantische Prägung. Außerdem war es bei den westfälischen Nachbarskindern genauso.
Ich würde eher auf einen Generationsunterschied tippen, da der klassische Nikolaus vom 6. Dezember inzwischen mit dem schrecklich-nett-lustigen amerikanischen Weihnachtsmann verpanscht wurde und dazu noch von schwedischen Ikea-Rentieren auf kitschigen Schlitten gezogen wird.
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Zeitzeuge des Wembley-Tors, was nach dem 27.06.10 aus dem kommunikativen Gedächtnis verschwinden und vergessen wird.

Geändert von rena8 (27.11.2009 um 22:27 Uhr).
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Alt 27.11.2009, 22:30   #3
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Hab' mal gelesen, dies wäre in der rligiösen Ausrichtung begründet. In Katholischen Haushalten wäre es das Christkind und in Evangelischen der Weihnachtsmann. Was aber älter ist k.A..

Bis Neulich

Apvar
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Alt 28.11.2009, 00:22   #4
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Wenn das stimmt Google-Ergebnis für http://www.christmasmagazine.com/img/christkind02.jpg hat der Heiligabendschenker eine wechselvolle Tradition.
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Alt 28.11.2009, 10:43   #5
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Um zuerstmal eine Grundsatzfrage zu klären:
Wüschtgläubig sind natürlich die Katholen. Den einzig richtigen Glauben haben die Protestanten in der speziellen Prägung der evangelischen Landeskirche Württembergs

TT:
Ich habe mal meine damalige Religionslehrerin gefragt, woher denn der Weihnachtsmann kämen, die hat den "Weihnachtsmann" als Konstrukt der Nazis bezeichnet.
Später habe ich mir die Frage eigentlich niemals mehr gestellt.
Auf alle Fälle hat in meiner Familie, vermutlich schon des südd. Umfelds wegen nie eine andere Bezeichnung als "Christkind" eine Rolle gespielt.
Trotz des gewichtigen Nordostdeutschen Elements
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Alt 28.11.2009, 11:46   #6
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Zitat:
Repo Beitrag anzeigen
Ich habe mal meine damalige Religionslehrerin gefragt, woher denn der Weihnachtsmann kämen, die hat den "Weihnachtsmann" als Konstrukt der Nazis bezeichnet.
Den Zusammenhang sollte deine Religionslehrerin näher ausführen.

In Christkind ? Wikipedia ist der Wechsel und welche Konfession wen und wann als Geschenkebringer bevorzugte, recht ausführlich dargestellt. Ebenso die Einflüsse und Veränderungen in der vom Massenkonsum geprägten Nachkriegszeit.

Eigentlich ein schönes Beispiel aus der Kulturgeschichte über den Austausch und die gegenseitige Beeinflussung von Traditionen.
Aktuell findet in manchen Familien eine Brauchtumsumwidmung zu Ramadanende und Zuckerfest statt.
Die Kinderwünche führen so auf pragmatischem Weg zu einer gegenseitigen Beeinflussung der Traditionen.

OT Dabei fällt mir die Geschichte ein, wie mein 5 oder 6-jähriger Sohn mit wissenschaftlicher Logik die Existenz des Christkindes beweisen wollte.
Bei uns war es üblich, dass nicht alle am Heiligabend zur Kirche gingen, vorher wurde mit den Kindern der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer geschmückt. Dann wurde in feierlicher Handlung das Wohnzimmer abgeschlossen, für den Besuch des Christkinds reserviert.
Meist ging nur Mutter mit den Kindern in die Kirche, weil Vater nach dem anstrengenden Schmücken noch eine Runde schlafen wollte.
In jenem Jahr bestand der Sohn darauf, den Wohnzimmerschlüssel zu verwahren und mit in die Kirche zu nehmen, da das Christkind keine Türen bräuchte usw.
Wir wollten ihm seinen Glauben lassen und haben es in jenem Jahr noch gerade so eben geschafft durch schnellere elterliche Reaktion, nämlich das unauffällige Umlegen des Balkontürhebels die Deponierung der Geschenke, Beleuchtung etc. zu ermöglichen.
Auf dem Rückweg von der Kirche war er zwischen Hoffnung, Zweifel und Reue hin- und hergerissen, gab aber den Schlüssel nicht aus der Hand.
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Alt 28.11.2009, 13:14   #7
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Zitat:
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Hab' mal gelesen, dies wäre in der rligiösen Ausrichtung begründet. In Katholischen Haushalten wäre es das Christkind und in Evangelischen der Weihnachtsmann. Was aber älter ist k.A..

Bis Neulich

Apvar

Hallole,

so kann das aber nicht stehenbleiben - ich bin in einem echt württembergischen, evangelischen Haushalt aufgewachsen und bei uns kam trotzdem immer das Chrischtkind, na ja vielleicht kam es unerlaubterweise................

Gruß
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Alt 28.11.2009, 15:04   #8
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Zitat:
Josephine Beitrag anzeigen
Hallole,

so kann das aber nicht stehenbleiben - ich bin in einem echt württembergischen, evangelischen Haushalt aufgewachsen und bei uns kam trotzdem immer das Chrischtkind, na ja vielleicht kam es unerlaubterweise................

Gruß
grübel, grübel "unerlaubterweise" komisch!

Also hier in Hesse (mitten drin) ev. kam und kommt immer pünktlich das Christkind und am 06.12. der Nekels (waren das noch Seiten , als wir als Hauptkonfirmanden den Nekels stellten und das Geld einstrichen ).

ne Hesse
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Da tanzen die Elfen auf grünem Land,
Erlkönigs Tochter reicht ihm die Hand.
letztergisone ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2009, 15:20   #9
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Repo ist einfach richtig nettRepo ist einfach richtig nettRepo ist einfach richtig nettRepo ist einfach richtig nett
Zitat:
Josephine Beitrag anzeigen
Hallole,

so kann das aber nicht stehenbleiben - ich bin in einem echt württembergischen, evangelischen Haushalt aufgewachsen und bei uns kam trotzdem immer das Chrischtkind, na ja vielleicht kam es unerlaubterweise................

Gruß

Nadierlich kommt s´Chrischtkendle erlaubterweise.
Jedes Jahr.
Da wurde es plötzlich, ganz kurz richtig hell und golden unter dem Christbaum, einmal, ich werde so 3oder4 gewesen sein, habe ich es selbst gesehen.
Also, bitte keine Zweifel.
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Alt 28.11.2009, 15:22   #10
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Zitat:
rena8 Beitrag anzeigen
Den Zusammenhang sollte deine Religionslehrerin näher ausführen.

Ja, ich glaube sie lebt noch.
Sollte ich sie die nächsten Wochen treffen, frage ich sie, und werde berichten.
Versprochen!
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Alt 28.11.2009, 15:33   #11
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Zitat:
letztergisone Beitrag anzeigen
grübel, grübel "unerlaubterweise" komisch!

Also hier in Hesse (mitten drin) ev. kam und kommt immer pünktlich das Christkind und am 06.12. der Nekels (waren das noch Seiten , als wir als Hauptkonfirmanden den Nekels stellten und das Geld einstrichen ).

ne Hesse
Ja, den Nikolaus vom 6.12. kenne ich, nur hatte der einen anderen Charakter als der Ho ho ho - Weihnachtsmann oder vielmehr sein Begleiter der Rupprecht. Außerdem kam er selten persönlich sondern befüllte gut geputzte einzelne Schuhe.
Das war wichtig, stellte man beide Schuhe vor die Tür, war das Kind unbescheiden. War der Schuh nicht geputzt, war das Kind faul und angeblich schlug sich das in der Befüllung nieder. Manchmal soll nur eine Rute in dem Schuh gesteckt haben.

Letztergisone, wofür gab es denn das Geld?
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Alt 28.11.2009, 16:04   #12
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Zitat:
Neddy Beitrag anzeigen
Der Stammhalterinsvater, süddeutscher Provenienz und papistisch erzogen, schwört aufs Christkind, die dänopreußische Stammhalterinsmutter, wüstgläubig (protestantisch) kündet vom "Weihnachtsmann". Wer ist denn nun amtlich zuständig und wovon hängt das ab?
Bei uns in Norddeutschland wird das nicht so beckmesserisch gesehen. Hier arbeiten Weihnachtsmann und Christkind Hand in Hand, eine glückliche Symbiose, die keine exakten Zuordnungen kennt.
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Alt 28.11.2009, 16:06   #13
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Zitat:
rena8 Beitrag anzeigen
.

Letztergisone, wofür gab es denn das Geld?

Die Männer wurden bestellt, den Kindern fromme Sprüche abzuhören, und moralische Erbauung zu verbreiten.

An der Tür haben die Eltern ihnen dann verdeckt ein Fünfmarkstück in die Hand gedrückt.


OT: Zu meinen kindern kam mal so ein Nikolaus mit Knecht Rupprecht usw. der hatte in seinem "Goldenen Buch" stehen, dass meine mittlere Tochter gerne streiten würde. Da stand sie mit kugelrunden großen Augen, und hat dies bestätigt, ja warum denn? "Streiten ist schön"
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Alt 28.11.2009, 19:59   #14
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Das Christkind natürlich!!!!
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christkind.jpg  
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Alt 28.11.2009, 20:06   #15
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Und was einige niederländische Abgeordnete hier vorschlagen würde eigentlich nach Absurdistan gehören...
Amsterdam: Wo es dem heiligen Nikolaus ans Kreuz geht

Wie heißts in der Tante Jolesch? "Ich mag net wann der Mensch ist bled...."
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Alt 28.11.2009, 20:32   #16
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Das Christkind natürlich!!!!
Auch eine Möglichkeit.
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Das nicht die Vorwelt schon gedacht?

Faust II, Vers 6809 f.
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Alt 29.11.2009, 02:15   #17
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Alt 29.11.2009, 10:01   #18
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[quote=rena8;460732

Letztergisone, wofür gab es denn das Geld?[/quote]

Geld gab es dafür das wir als Hauptkonfirmanden den Nicolaus stellen, einige Sprüche aufsagten, den kleinen Kindern sagten das sie lieb und anständig sein müssten und Ihnen dann ein kleines Geschenk (was uns vorher die Eltern gaben) überrreichten.
Is so in unserer Gegend üblich das die Hauptkonfirmanden den Nikolaus und die Konfirmandinen das Christkind stellen.
Ps. (Aussiedlerhaus) war manchmal super stressig bis das Christkind endlich den Weg zu unserem Haus gefunden hatte. Drei Kinder am mörgeln wann kommt es endlich. Meist bin ich dann mit dem Auto ins Dorf und hab sie dort abgefangen. Zum Haus gefahren und wieder zurück. Danach hatte ich dann den Spaß Barbie-Puppenhäuser oder sonstiges am Heiligen Abend zu sammen zubauen.

Seufz man wird alt.
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Alt 29.11.2009, 10:02   #19
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Beide Eltern von mir sind Evangelisch und wir wohnten in Düsseldorf (meine Eltern immer noch), trotzdem kam bei uns am Heiligabend das Christkind. Ich musste da immer in mein Zimmer gehen, bis die Glocke läutete und dann waren die Geschenke da
Das silberhelle Glöckchen und der goldene Schein ist brauchtumsmäßig eng mit dem Christkind verbunden.
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Alt 29.11.2009, 10:14   #20
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letztergisone sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Hier im Ort (hessisches Hinterland) war es üblich (ca. 1970) dass das Christkind in Tracht erschien.
Die Frau die die Tracht gestellt hat, wollte sie (Grund keine Ahnung) nicht mehr zur Verfügung stellen. So schief dieser Brauch ein und das Christkind kommt jetzt meist im Brautkleid seiner Mutter und Gefolge, am Heiligen Abend, über die Schelle geschwebt.
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