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Der Tag, als sich Juden erstmals sichtbar wehrten News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »

Am 19. April 1943 dringt die SS ins Warschauer Ghetto ein, um die jüdischen Insassen zu deportieren. Doch die Juden sind vorbereitet: Sie leisten Widerstand. Von A. Mix


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April 1943: Ein Mitglied der SS inspiziert jüdische Arbeiter im Warschauer Ghetto, die dort zwangsweise lebten.

In der Nacht zum 19. April 1943, dem Tag des Pessachfestes und dem Beginn der Karwoche, umstellen SS- und Polizeieinheiten das Warschauer Ghetto. Unterstützt von "fremdvölkischen Hilfswilligen", wie sie bei den Nazis hießen.

Bereits im Sommer 1942 hatten die Deutschen mit ihren Helfern binnen drei Monaten fast eine halbe Million Juden aus Warschau nach Treblinka verschleppt und dort ermordet. Nun wollten sie auch die letzten 60.000 Insassen in Arbeits- und Vernichtungslager deportieren. "Auf jeden Fall muß erreicht werden, daß der für 500.000 Untermenschen bisher vorhandene Wohnraum, der für Deutsche niemals geeignet ist, von der Bildfläche verschwindet", ordnet der Reichsführer-SS Heinrich Himmler an.
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Hitlers Vorkosterin News in Der Zweite Weltkrieg 1 Kommentar »
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Fast zwei Jahre lang leistete Margot Woelk für Adolf Hitlers Hauptquartier im Osten einen Küchendienst besonderer Art. Weil sich der Diktator vor einem Giftanschlag fürchtete, musste sie zunächst probieren, was auf seinen Tisch kam.[/b]

Der 27. Dezember 1917 ist in Berlin ein bitterkalter Tag. In Brest Litowsk, 750 Kilometer östlich, verhandeln Deutsche und Sowjets über ihren separaten Frieden im Ersten Weltkrieg. Die konservative Berliner Presse tobt. Im Deutschen Theater lässt Max Reinhardt den „Don Carlos“ spielen, das Haus ist ausverkauft. Und in Schmargendorf, das noch eine eigenständige Gemeinde am Rande der Stadt ist, wird in ihrer elterlichen Wohnung Margot Woelk geboren. Im hinteren, dritten Raum, dem Schlafzimmer der Familie.

Dort, vor dem Fenster zum Hof, steht auch heute ihr Bett. Margot Woelk, eine sehr kleine und zierliche Frau, ist jetzt 95 Jahre alt. Sie lebt allein und kommt zu Hause noch gut klar. Immer hat sie in diesen drei Zimmern gelebt. Schon das ist eine Geschichte: Fast ein Jahrhundert in einer Berliner Mietwohnung.

Aber dann gibt es da noch diese zwei Jahre, in denen sie Berlin doch einmal verlassen hat. Margot Woelk hat lange über diese Zeit geschwiegen. Im Krieg war sie nahe der Ostfront zu einem Dienst eingeteilt, der ihr später so bizarr vorkam, dass sie nicht darüber sprechen konnte. Ihre Aufgabe? Gemüse essen – als Vorkosterin für Adolf Hitler. Sie leistete diesen besonderen Küchendienst an der sogenannten Wolfsschanze, Hitlers Hauptquartier in Ostpreußen. Fast zwei Jahre lang, von Anfang 1943 bis in den Herbst 1944.
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Auf der Rosenstraße schrien sie die Nazis an News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
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"Wir wollen unsere Männer wieder haben!" 1943 ließ das NS-Regime Tausende jüdische Zwangsarbeiter in Berlin verhaften. Mit Widerstand der Frauen hatte es nicht gerechnet.[/b]
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Auf dunklem Grund News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
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In Berlins alter Mitte ist ein gemeinsames Bethaus für Juden, Christen und Muslime geplant. Die Kirche, die dort einst stand, war die Wirkungsstätte des mutmaßlichen Judenmörders Walter Hoff.[/b]

Mitten in Berlin stand bis 1964 die Ruine der Petrikirche. Dann ließ die Ostberliner Verwaltung sie sprengen. Seit 2007 wird auf dem Gelände unweit des Roten Rathauses, wo sich der neugotische Bau einst befand, gegraben. Archäologen legten an diesem Ursprungsort der Doppelstadt Berlin-Cölln staunenswerte Dinge frei: Reste einer Lateinschule, Gebeine hier bestatteter Menschen und die Relikte von drei alten Petrikirchen; deutlich zeichnen sich die Grundmauern des letzten Baus von 1853 ab.

Auf diesen Fundamenten nun soll ein neuer Bau entstehen: das Bet- und Lehrhaus Petriplatz – ein Gebäude für Juden, Muslime und Christen, das drei separate Sakralräume für die drei Religionen und einen Zentralraum für den Dialog vorsieht. Nach dem Willen der Initiatoren soll hier gemeinsam gebetet und gefeiert werden; zugleich soll es ein Ort der »Lehre über die Religionen, ihre Geschichte und ihre gegenwärtige Rolle in Berlin und im Land« werden.
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Das hört sich gut an. Aber wissen die Initiatoren aus der evangelischen Kirche, der jüdischen Gemeinde und den islamischen Verbänden eigentlich, auf welchen Fundamenten sie ihr gemeinsames Haus da bauen wollen?
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Selbstzerstörung gehörte zur NS-Ideologie News in Der Zweite Weltkrieg 4 Kommentare »

Mit Goebbels' Sportpalastrede begann das "Dritte Reich" vor 70 Jahren die Inszenierung des eigenen Untergangs. Eine Inszenierung ganz in der Militärtradition des 19. Jahrhunderts.


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Diese Aufnahme entstand am 18. April 1945 im Leipziger Neuen Rathaus. Sie zeigt die Leichen des Vize-Oberbürgermeisters Ernst Kurt Lisso (am Schreibtisch), seiner Frau Renate Stephanie und deren Tochter Regina. Die Familie hatte sich mit Zyanid das Leben genommen, nachdem Leipzig von US-Soldaten eingenommen worden war.

Es sollte seine größte Rede werden. Unter dem Motto »Totaler Krieg – Kürzester Krieg« rief Joseph Goebbels am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast zur umfassenden Mobilmachung auf. Wenige Tage zuvor hatten die Reste der 6. Armee in Stalingrad kapituliert. Dies gestand die NS-Führung jedoch nicht ein, sondern verklärte die desaströse Niederlage zu einem Heldenepos – frei nach dem katholischen Nazi- und Arbeiterdichter Heinrich Lersch: »Sie starben, damit Deutschland lebe.«
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Fahnder untersuchen Massaker von Oradour News in Der Zweite Weltkrieg 1 Kommentar »
1944 ermordete eine Einheit der Waffen-SS im französischen Oradour-sur-Glane 642 Menschen. Jetzt hat die Zentralstelle zur Aufarbeitung von NS-Verbrechen erneut Ermittlungen vor Ort aufgenommen.

Ortstermin nach mehr als 68 Jahren: Deutsche Fahnder haben jetzt am Tatort des SS-Massakers an Hunderten von Zivilisten im französischen Oradour-sur-Glane ermittelt. Wie der Leiter der Zentralstelle zur Aufarbeitung von NS-Verbrechen in Dortmund, Andreas Brendel, mitteilte, besuchten deutsche Beamte gemeinsam mit französischen Ermittlern den kleinen Ort in Westfrankreich.
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Auschwitz-Befreiung: 77370 sucht 77369 News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
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Zinaida ist drei Jahre alt, als sie ins KZ gesperrt wird, als die Ärzte ihre Experimente beginnen. Ihre Eltern geben die Tochter verloren, sie suchen nicht nach ihr. Doch Zinaida überlebt, trotz allem. Zum Jahrestag der Auschwitz-Befreiung erzählt sie ihre Geschichte.[/b]

Ausgerechnet an der Nummer werden sie sich erkennen. 77370. Wie hat Zinaida Grynewitsch die Tätowierung ihr Leben lang gehasst. Diese blassen, blauen Zahlen auf ihrem linken Arm. Der Zug fährt ein. Türen springen auf. Zinaida Grynewitsch spürt ihre Herzschläge bis hinauf in die Schläfen. Eine ältere Dame steuert hastig auf sie zu, während andere Reisende noch mühsam die Koffer aus dem Waggon wuchten. Das muss sie sein: ihre Mutter Julia Passynkowa. Die alte Frau greift den linken Unterarm von Zianida. 77370. Ihre Lippen beben, als sie die Zahlen liest.

Jene fünf Ziffern, die die kleine Zinaida Grynewitsch in die Haut tätowiert bekam, als sie noch keine drei Jahre alt war: am 14. Juni 1944 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.

30 Jahre hatte sie auf diesen Augenblick gewartet, aber jetzt kann sie nicht einmal glücklich sein. Darüber, ihre Mutter zu sehen, ihre drei Brüder und ihre Schwester. An diesem klaren Sommertag im Jahr 1975 scheint die Sonne mild auf den Lemberger Bahnhof. Am Morgen hatte es geregnet. Die Luft ist frisch wie schon seit Tagen nicht mehr. Doch Zinaida Grynewitsch fühlt sich, als müsste sie gleich vor Aufregung ersticken.

"Du bist es", sagt die Mutter, die die Zahlen 77369 auf ihrem linken Arm trägt: "Mein Gott, meine kleine Zinaida, du bist es wirklich."

Das war also der Moment, den sie sich immer gewünscht hatte. All die Ungewissheit hat ein Ende gefunden. Doch eine Frage bleibt offen. Ein Vorwurf, der die Mutter schmerzt, genauso wie die Tochter. "Warum hast du mich in all den Jahren nicht mehr gesucht?"
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Stalingrad, Massengrab News in Der Zweite Weltkrieg 2 Kommentare »

In seiner ersten großen Ausstellung beschreibt das Dresdner Militärhistorische Museum die Wendeschlacht des Zweiten Weltkriegs – aus russischer und aus deutscher Sicht.


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Sowjetische Soldatinnen und Soldaten musizieren anlässlich ihres Sieges. Stalingrad, Anfang 1943

Feldpost von der Ostfront. Zwei Briefe bündeln Hitlerdeutschlands Hybris und Fall. Am 1. August 1942 schrieb der Wehrmachtsstabsarzt Horst Rocholl seinem Kind: »Heute haben wir einen Juden gefangen, einen Unterleutnant, der ein typisches Verbrechergesicht hatte und log, dass sich die Balken bogen. Seine Soldaten, bes. ein 20jähriger, wollten, dass er totgeschossen würde. – Einen lieben, ganz langen Kuß. Dein oller Papa.« Am 4. Dezember 1942 schrieb der Gefreite Wernfried Senkel aus Stalingrad an seine Eltern: »Ich habe nur einen großen Wunsch, und der wäre: Wenn diese Scheiße endlich mal ein Ende hätte. Das wir Rußland den Rücken kehren. Ob wir das mal noch mit erleben werden. Wir sind alle so niedergeschlagen.« Genaueres dürfe er nicht schreiben. »Es ist auch besser so. Ihr würdet Euch nur unnötige Sorgen machen.« Nötige Sorgen. Seit dem 12. Dezember 1942 wird Senkel »vermißt«.
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165 Morde pro Tag News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
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Fast vier Jahre lang spürte eine Historikerkommission deutschen Kriegsverbrechen in Italien nach. Nun legte sie ihren Abschlussbericht vor. Die Mörder sind bekannt, die Einheiten, ihre Anführer. Dennoch kam es bis heute nur zu wenigen Verurteilungen.[/b]

Roberto Oligeri lebt noch heute in dem kleinen Dorf in der toskanischen Gemeinde Fivizzano, in das am 19. August 1944 die Mörder seiner Familie einmarschierten. Mit vorgehaltener Waffe wurde sein Vater, Wirt eines kleinen Gasthauses, gezwungen, Sturmbannführer Walter Reder und seinen Offizieren ein Essen zu servieren. Während die sich an gebratenem Hähnchen und toskanischem Wein delektierten, durchkämmten die Soldaten der 16. SS-Panzergrenadier-Division "Reichsführer SS" das Dorf und die Umgebung. Sie trieben Frauen, Kinder und einige alte Männer zusammen. Am Ende der Mahlzeit gab Reder Order, alle Gefangenen zu töten.

"An diesem Tag wurden in unserem Dorf 160 Menschen umgebracht, darunter meine fünf Geschwister - zwei Brüder und drei Schwestern, der Älteste 19, der Jüngste drei Jahre alt", sagt Roberto Oligeri.

Auch in benachbarten Ortschaften erschlugen, erschossen, verbrannten die Soldaten der Waffen-SS im August 1944 Männer, Frauen und Kinder, Babys. Etwa 560 Menschen starben am 12. August im Bergdorf Sant'Anna di Stazzema.
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Historiker knackt Weltkrieg-Code News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
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Wochenlang rätselten Experten in Großbritannien über eine geheimnisvolle Brieftauben-Nachricht aus dem Zweiten Weltkrieg. Während andere Wissenschaftler schon aufgaben, konnte ein Historiker nun den Code knacken: "Truppen, Panzer, Geschütze, Pioniere, hier."[/b]

Hamburg - Beim Renovieren seines Hauses in Bletchingley, Surrey, machte der 74 Jahre alte Brite David Martin vor wenigen Wochen eine erstaunliche Entdeckung: Er fand das Skelett einer Brieftaube, das erkennbar aus der Zeit des Zweiten Weltkrieg stammte, weil sich am Bein eine rote Kapsel befand. Darin lag eine verschlüsselte Botschaft.

Martin war überzeugt davon, dass die Nachricht dechiffriert werden könnte - auch nachdem Historiker des britischen Geheimdienstes bereits aufgegeben und erklärt hatten, der Code sei nicht zu knacken. Und Martin sollte recht behalten. Denn nun hat ein britischer Historiker laut "Daily Mail" die Botschaft entschlüsselt. Demnach wurde sie von einem 27 Jahre alten Soldaten abgeschickt, der in der Normandie deutsche Truppen und Panzer observierte - und Angriffsziele ausspionierte.
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"Keinen Schritt zurück!" News in Der Zweite Weltkrieg 5 Kommentare »

Neue Dokumente schildern die Schlacht um Stalingrad vor 70 Jahren erstmals aus sowjetischer Sicht. Ein Gespräch mit dem Historiker Jochen Hellbeck.


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Das Zentrum von Stalingrad nach der Befreiung von der deutschen Besatzung.

DIE ZEIT: Herr Hellbeck, der Name Stalingrad steht für eine der grausamsten Schlachten der Weltgeschichte. Vom Schicksal der Stadt und ihrer rund 400.000 Einwohner aber ist nur selten die Rede. Was wäre passiert, wenn die Wehrmacht gesiegt hätte?

Jochen Hellbeck: Hitler wollte Stalingrad ausradieren. Es solle »kein Stein auf dem anderen« bleiben, hat er im August 1942 gefordert. Die deutsche Luftwaffe hat die Stadt dann auch fast völlig zerstört.

DIE ZEIT: Was geschah mit der Bevölkerung?
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Als die Slowenen vogelfrei wurden News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »

Ein verschwiegenes Vertreibungsverbrechen: Während des Zweiten Weltkriegs sollte Slowenien "umgevolkt" werden.


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Diese Aufnahme entstand irgendwann in den Jahren 1941/42, als Slowenen aus Maribor (Marburg an der Drau) vertrieben wurden.

Die Flucht und Vertreibung der Deutschen aus dem Osten wären ein »Tabu«, beklagen hartnäckig die Vertriebenenfunktionäre. Angesichts der ungezählten Bücher und Filme, die es zu diesem Thema seit 1945 in der Bundesrepublik gegeben hat, eine abstruse Behauptung. Tabu allerdings waren bis in unsere Tage die Vertreibungsverbrechen, die von den Deutschen selbst begangen wurden – wie zum Beispiel in Slowenien.

Schon immer hatte sich diese kleine Nation den Versuchen der politischen und kulturellen Einverleibung in deutsche Reiche zu erwehren, zunächst des Heiligen Römischen, dann des kaiserlich-königlichen, schließlich des sogenannten Großdeutschen, das Slowenien endgültig als Nation auslöschen wollte.
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Keine Opfer zweiter Klasse News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
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Gedenken nach langem Streit: Am Mittwoch wird in Berlin ein Denkmal für die von den Nazis ermordeten Sinti und Roma eingeweiht. Lange war über Gestaltung und Kosten gestritten worden. Ein besonderes Ärgernis, denn auch heute noch werden Sinti und Roma ausgegrenzt und verfolgt.[/b]

Inmitten einer dunklen, glatten Oberfläche ein Farbtupfer: Eine Blume für abertausende ermordete Menschen. Einmal täglich versinkt sie im dampfenden Wasser, kurz darauf taucht unter gebrochenen Geigenklängen eine frische Blume auf.

Nach über zwei Jahrzehnten Wartezeit wird an diesem Mittwoch im Berliner Tiergarten, nur einen Steinwurf vom Bundestag entfernt, das Denkmal für die im Holocaust ermordeten Sinti und Roma eingeweiht.

Dass nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern auch Bundespräsident Joachim Gauck an der Einweihung teilnehmen, verweist auf das politische Gewicht des Termins. Lange haben Roma, Sinti und andere fahrende Völker darauf gewartet, als Opfer der Nationalsozialisten anerkannt zu werden. Der Streit um die Gestaltung des Denkmals zog sich über zwanzig Jahre hin.
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Hitlers willige Landser News in Der Zweite Weltkrieg 3 Kommentare »
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Unpolitisch, aber zutiefst ideologisiert: Neue Recherchen in amerikanischen Archiven ergeben erstmals ein differenziertes Bild der "Wehrmacht von innen".[/b]

Wie nationalsozialistisch war der Krieg der Wehrmacht? Wie fest war die NS-Ideologie in den Köpfen der Soldaten verankert? Und wie wirkten sich ihre Überzeugungen auf ihr Handeln aus?

Verlässliche Quellen, um diese Fragen zu beantworten, waren lange Zeit rar. Tagebücher gab es nicht genug, um repräsentative Schlüsse zu ziehen, die Feldpost wurde zensiert, und Erinnerungen verraten mehr über die Strategien der Vergangenheitsbewältigung als über das Geschehen im Kriegsalltag.

Erst 2001 änderte sich die Situation – als der Mainzer Historiker Sönke Neitzel im britischen Nationalarchiv zufällig auf ein Konvolut unerforschter Akten stieß, auf Tausende Seiten geheimer Abhörprotokolle aus drei britischen Kriegsgefangenenlagern nahe London. Bei diesen Einrichtungen handelte es sich um Verhörlager. Die Zellen waren verwanzt. Ohne dass die Gefangenen es wussten, belauschten Abhörspezialisten ihre Gespräche, manche schnitten sie komplett mit. Rund 50.000 Seiten umfasst der Aktenbestand. 50.000 Seiten, die den Briten helfen sollten, Militärgeheimnisse zu lüften, und die heutigen Historikern einen ungefilterten Einblick in die Gedankenwelt deutscher Soldaten eröffnen. Ein sensationeller Fund.
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Gefangen in der Palmenbucht News in Der Zweite Weltkrieg 4 Kommentare »
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Jagen, fischen, flirten - für die Männer schien es das Paradies: Überrascht vom Kriegsausbruch flüchtete sich Ende 1939 die Besatzung eines deutschen Frachters auf eine kleine Insel vor Sumatra. Doch dann wurde das Tropenidyll von einem Tag auf den anderen zur Falle. Daniel Furth[/b]

Alles Ächzen der Schiffsmaschinen war umsonst; trotz voller Fahrt schien ein Entkommen nicht mehr möglich. Der englische Zerstörer war so nah, dass die deutschen Seeleute auf ihrem Frachter die britische Flagge unter der gleißenden Tropensonne auch ohne Fernglas erkennen konnten. Unter den argwöhnischen Augen der Mannschaften drehten die Schiffe bei. Doch als das englische Enterkommando zu Wasser gelassen werden sollte, setzten ein infernalischer Regen und Sturm ein. Die Chance zur Flucht!
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US-Nationalarchiv gibt geheime Dokumente zu Katyn frei News in Der Zweite Weltkrieg 2 Kommentare »
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22.000 Tote, eine Schuldfrage: Im Zweiten Weltkrieg bezichtigten sich Deutschland und die Sowjetunion, für das Massaker von Katyn verantwortlich zu sein. Jetzt freigegebene Dokumente legen nahe, dass die Alliierten schon früh die Wahrheit kannten - doch die USA und Großbritannien hielten zu Stalin. Von Christian Gödecke[/b]

Die Botschaft, die den US-Geheimdienst 1943 erreichte, war verschlüsselt und doch eindeutig. Abgeschickt hatte sie John van Vliet Jr., ein US-Offizier in deutscher Kriegsgefangenschaft, und der berichtete Grausames. Beim Besuch eines Waldstücks im von Deutschland besetzten Westen Russlands, zu dem ihn Wehrmachtssoldaten gezwungen hatten, seien ihm mehrere Massengräber gezeigt worden. Darin: Tausende, teilweise mumifizierte Leichen in polnischen Offiziersuniformen.
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Der Meeresforscher, der den D-Day verschieben ließ News in Der Zweite Weltkrieg 5 Kommentare »
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Walter Munk erforscht seit 70 Jahren Ozeane. Weil er für den 5. Juni 1944 zu hohe Wellen vorhersagte, wartete Eisenhower mit der Anlandung in der Normandie. Von K. Zilm.[/b]

Der Schreibtisch ist mit Papier überfüllt. Vor der breiten Fensterfront seines Arbeitszimmers verschleiert morgendlicher Nebel die Küste des Pazifiks. In La Jolla, einem Stadtteil von San Diego, Kalifornien, erforscht Walter Munk die Ozeane. Der gebürtige Österreicher ist eine Legende der Ozeanografie. Und er hat die Weltgeschichte beeinflusst: Aufgrund seines Prognosemodells wurde während des Zweiten Weltkrieges der D-Day, die Landung der Alliierten in der Normandie, verschoben. Noch immer sitzt der 94-Jährige täglich an seinem Arbeitsplatz. Der lange Holztisch stammt aus der Kajüte eines Schiffes, das einst vor der kalifornischen Küste gesunkenen war.

Unzählige Expeditionen haben Spuren auf dem Gesicht des rüstigen Naturkundlers hinterlassen. Doch hinter den Brillengläsern leuchten seine Augen hellblau und spitzbübisch wie auf Fotos aus frühen Forscherjahren. Sein Englisch verrät noch immer deutlich seine europäische Herkunft. Immer wieder schleichen sich deutsche Begriffe wie »Generaldirektor«, »Gymnasium« oder »Salzbergwerk« in seinen Redefluss. Es sind Worte, die ihn an seine Kindheit in Österreich erinnern – bevor er sich 1932 in Le Havre für die Passage nach New York einschiffte.

Geboren wurde Walter Munk 1917 in Wien. Vater Hans verließ schon früh die Mutter Rega Brunner, und der Sohn begann, den Schulunterricht zu verweigern. Seine Noten waren so schlecht, dass er eine Klasse wiederholen musste und sich die alleinerziehende Mutter entschloss, ihn mit 15 Jahren wegzuschicken.
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Taucher entdecken deutsches U-Boot-Wrack News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »

Auf dem Grunde des Atlantischen Ozeans hat ein US-Taucherteam ein deutsches U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Ein weiteres könnte in einem kanadischen Fluss ausgemacht worden sein.


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Sonaraufnahme des deutschen U-Boots U-550, das Taucher am Grunde des Atlantischen Ozeans entdeckt haben.


Taucher haben vor der US-Ostküste ein deutsches U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Kurz zuvor kursierten Berichte, wonach ein ebenfalls im Zweiten Weltkrieg eingesetztes deutsches U-Boot in einem kanadischen Fluss gefunden wurde.

Das U-Boot vor der US-Küste liege in einer großen Tiefe mehr als 100 Kilometer südlich der Insel Nantucket im Atlantik, sagte der Leiter der Tauchmannschaft, Joe Mazraani. Er und sein Team suchten das U-550 bereits seit mehreren Jahren und fanden es schließlich am Montag mithilfe einer Echolot-Suche. Die Taucher fotografierten das U-Boot und planten bereits eine Rückkehr an den Fundort, sagte Mazraani.

Das U-Boot war im April 1944 gesunken, nachdem es ein Tankschiff der Alliierten angegriffen und anschließend von einem Begleitfahrzeug beschossen worden war. 44 Deutsche und 25 Besatzungsmitglieder des Tankers kamen dabei ums Leben.
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Teststadt für den Feuersturm News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
Dugway liegt etwa 120 Kilometer südwestlich von Salt Lake City. Das militärische Sperrgebiet befindet sich inmitten einer Wüste aus Felsen und Sand und ist mit einer Fläche von 3200 Quadratkilometern größer als das Saarland. Diese Abgeschiedenheit hat einen guten Grund: Abgeschottet von der Außenwelt testet die Army in der kargen Steppe von Dugway chemische und biologische Kampfstoffe. Die Gegend, heißt es, sei schlimmer verseucht als das nukleare Testgelände im nahen Nevada.

Die wenigen Besucher, die Dugway seit seiner Errichtung 1942 dennoch besichtigen konnten, beschreiben die Einrichtung als einen "Irrgarten aus mysteriösen Testanlagen und Zielarealen". Legenden aus dem Kalten Krieg ranken sich ebenso um das Gelände genauso wie moderne Verschwörungstheorien. Und doch ist das bizarrste Relikt, das siebzig Jahre Waffentests in Dugway hinterlassen haben, ein schlichter Ziegelbau mit spitzem Dach und hohen Giebeln.

Das Gebäude selbst ist nichts Besonderes: ein zweistöckiger, roter Backsteinblock, anonym, kantig, bieder. Ein Haus wie man sie bis heute in Leipzig, Dresden oder Berlin findet. Doch was macht es dann in der Weite des amerikanischen Westens? Warum steht es zwischen verdorrtem Salbei und niedrigen Dornbüschen? Und warum wurde es von einem der bedeutendsten Architekten der Weimarer Republik entworfen?
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Nur seine Pflicht getan News in Der Zweite Weltkrieg 1 Kommentar »
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Karl Jäger war ein feinsinniger Mann, musikalisch begabt, immer korrekt. 1941 ließ er in Litauen innerhalb weniger Monate 137.346 Menschen erschießen.[/b]

Er ist ein Schlüsseldokument des Holocaust: der Jäger-Bericht. Er ermöglicht einen unmittelbaren Einblick in die erste Phase des Völkermords, die gleich nach dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 begann. In dieser Zeit wurden die Juden noch nicht in Gaskammern umgebracht, sondern zumeist mit Maschinengewehren erschossen, also Auge in Auge.

Die deutschen Akteure betrachteten das kleine baltische Land Litauen – das sich nach dem Ersten Weltkrieg vom Zarenreich emanzipiert hatte, infolge des Hitler-Stalin-Pakts 1940 von der Sowjetunion annektiert und im Jahr darauf während des Russlandfeldzugs von der Wehrmacht besetzt worden war – gleichsam als ein Testgelände, auf dem sich Wichtiges erproben ließ. Wie rasch konnte man vorgehen, wollte die NS-Führung wissen, und: Würde die Wehrmacht mitspielen? Würde sich unter den nichtjüdischen Litauern Widerstand gegen die Vernichtung ihrer Landsleute formieren? Oder durften die Deutschen mit der Kollaborationsbereitschaft litauischer Nationalisten rechnen?
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Krieg gegen Amerika News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
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Am 11. Dezember vor 70 Jahren erklärte das Deutsche Reich den USA den Krieg. Bis heute rätseln Historiker, warum.[/b]

Am 7. Dezember 1941 überfallen die Japaner Pearl Harbor. Sie versenken im Hafen der US-Basis auf der Pazifikinsel Hawaii ein Dutzend Schiffe und zerstören weit über hundert Flugzeuge, zweieinhalbtausend Soldaten sterben. Die USA, die bislang den deutschen Krieg in Europa und die japanische Aggression in Asien ungeachtet zahlreicher Hilfeleistungen an Großbritannien und China primär aus der Beobachterposition verfolgt haben, stehen unter Schock. Am Morgen danach fährt Präsident Franklin D. Roosevelt in Washington zum Kongress. Das amerikanische Volk werde, so verkündet Roosevelt, »in all seiner rechtschaffenen Kraft« bis zum vollständigen Sieg über das Kaiserreich Japan kämpfen. Er spricht seinen Landsleuten aus dem Herzen. Für Amerika ist die Zeit des Abwartens vorbei. Es ist ein Krieg, den der Senat auf Antrag Roosevelts an jenem 8. Dezember einstimmig und das Repräsentantenhaus mit überwältigender Mehrheit erklärt, nur die Radikalpazifistin Jeannette Rankin aus Montana stimmt dagegen.

Doch es ist der falsche Krieg. Gegen den falschen Feind. Denn Roosevelt plant seit Jahren die Niederringung eines Diktators, den er für viel gefährlicher hält als Japans Militärkaste: Adolf Hitler. Jetzt, nach Pearl Harbor, aber richtet sich die Empörung der Amerikaner allein gegen Japan. Die Finsternis von Tyrannei, Krieg und Völkermord, die sich über weite Teile Europas gesenkt hat, gerät aus dem Blick. Roosevelt lässt sich keine Verunsicherung anmerken. Und in der Tat wird der Präsident binnen drei Tagen erfahren, dass er sich auf Hitler verlassen kann: auf dessen Verachtung für die größte Demokratie der Welt – und auf Hitlers Hass auf ihn persönlich, auf den »Herrn Rosenfeld«.
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Was vom Kriege übrig blieb: Weltkriegsmunition im Meer News in Der Zweite Weltkrieg 1 Kommentar »

Bomben und Minen, Granaten und Torpedos: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Nord- und Ostsee als billige Endlager für Munition genutzt. Bis heute sind Mensch und Umwelt gefährdet.


Mehr als 65 Jahre nach Kriegsende lagern noch immer gewaltige Mengen Bomben und Munition in Nord- und Ostsee: Noch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Meere als billige Endlager für Munition genutzt. Allein in deutschen Hoheitsgewässern werden mindestens 1,6 Millionen Tonnen konventionelle und weitere 5000 Tonnen chemische Kampfmittel vermutet. Das ergab die Bestandsaufnahme der Arbeitsgruppe von Behörden aus Bund und Ländern "Munitionsaltlasten im Meer", die am Montag in Hamburg vorgestellt wurde.

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Explosive Reste: Eine US-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wird vor Rügen gesprengt. Immer noch lagern gewaltige Mengen an Munition in Nord- und Ostsee. (© dpa)

Diese Schätzung sei aber aufgrund der unklaren Datenlage besonders für die Ostsee wenig belastbar, heißt es in dem rund 1100 Seiten starken Bericht. Eine großräumige und akute Gefahr gehe von den Kampfmitteln nicht aus, wohl aber eine latente und kleinräumige. "Diese Stoffe gehören nicht in unsere Meere", sagte Jens Sternheim vom schleswig-holsteinischen Innenministerium.
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Das Todesspiel der deutschen Militärauswahl News in Der Zweite Weltkrieg 3 Kommentare »
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1942 treten Ukrainer gegen deutsche Besatzer an: ein Duell, das wohl vier Fußballer mit dem Leben bezahlen und das bis heute in der Ukraine präsent ist.[/b]

Das Spiel seines Lebens hat Fritz Walter nicht 1954 in Bern gemacht. Sondern neun Jahre zuvor, der Krieg war gerade zu Ende gegangen, und Walter wartete in einem Gefangenenlager der Roten Armee im rumänischen Mármos-Sziget auf seine Deportation nach Sibirien. Beim gemeinsamen Kick mit den Wachleuten wurden diese auf ihn aufmerksam und erzählten dem fußballbegeisterten Lagerkommandanten, wen sie da gerade entdeckt hatten. Ein paar Wochen später war Fritz Walter daheim in Kaiserslautern.
Das ist eine anrührende Geschichte, und sie steht für das Bild, das sich die Deutschen von ihrem Lieblingsspiel in den Jahren des Terrors lange Zeit gemacht haben.
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Brauner Sand in Westerland News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »

Als "Henker von Warschau" ließ er Tausende töten, auf Sylt war Heinz Reinefarth danach unbehelligt Bürgermeister. Seine SS-Vergangenheit wird bis heute totgeschwiegen.


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Nazi-Verbrecher unter sich: Heinz Reinefarth (Mitte) um 1940 während eines Treffens von SS-Größen.

Im Vorgarten des reetgedeckten Friesenhauses von Heinz Reinefarth flattert die Wäsche unter der warmen Sylter Sonne. Entlang der Promenade unten am Strand von Westerland bummeln braun gebrannte Menschen in teurer Kleidung. So war es schon während der 13 Jahre, in denen Heinz Reinefarth für den Bund der Heimatlosen und Entrechteten (BHE) als Bürgermeister im Rathaus von Westerland saß – bis 1964. Anschließend lebte er noch als niedergelassener Rechtsanwalt 15 Jahre lang unbehelligt in seinem Friesenhaus, bis zu seinem Tode. Es gehört nun seinen Kindern, die sich zu ihrem Vater – dem "Henker von Warschau" – nicht äußern wollen.

Reinefarth hatte vor 1945 eine steile Karriere gemacht – bis zum Generalleutnant der Polizei und Waffen-SS unter Heinrich Himmler. Der schätzte Reinefarth als besonders durchsetzungsstark ein und kommandierte ihn im Sommer 1944 nach Warschau ab. Mit seinen SS-Truppen sollte Reinefarth den Warschauer Aufstand niederkämpfen. Am 1. August hatte sich dort die nationalpolnische Heimatarmee (Armia Krajowa) gegen die deutschen Besatzer erhoben. Diese waren waffenmäßig stark überlegen – und schlugen den Aufstand brutal nieder. Zur Strafe richteten sie wahllos Zivilisten hin. Allein unter dem Kommando von Reinefarth wurden so 15.000 Menschen getötet. Er ließ sogar Krankenhäuser stürmen und Patienten, Frauen und Kinder erschießen.
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Im Strudel der erstarrten Zeit News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
Die Blockade Leningrads, die vor siebzig Jahren begann, hat in der Literatur ein erschütterndes Zeugnis gefunden.

Keine andere europäische Stadt musste im Zweiten Weltkrieg so leiden wie das belagerte Leningrad. Rund eine Million Menschen kam ums Leben. Die Erinnerung daran ist im Westen blass geblieben. Die russische Literatur indes gibt reiches Zeugnis, doch werden nur wenige Werke dem Desaster auch ästhetisch gerecht.

Am 8. September 1941 schlossen deutsche und finnische Truppen den Belagerungsring um die zweitgrösste Stadt der Sowjetunion, Leningrad. Die Drei-Millionen-Metropole wurde von sämtlichen Versorgungswegen abgeschnitten. Das war der Anfang der 872-tägigen Blockade, eines der grössten Verbrechen in der modernen Geschichte. Die Menschen starben meist durch Hunger, aber auch durch Kälte und Artilleriebeschuss, die Zahl der Opfer wird auf 1,1 Millionen geschätzt. Das Desaster wurde von den Deutschen nicht nur in Kauf genommen, sondern war gewollt und geplant (hinzu kam sowjetischerseits eine miserabel organisierte und teilweise schikanöse Evakuierung nach politischen Gesichtspunkten).

Blockade im Bewusstsein

So hiess es in Hitlers geheimer Weisung Nr. Ia 1601/41 vom 22. September 1941 «Die Zukunft der Stadt Petersburg»: «1. Der Führer hat beschlossen, die Stadt Petersburg vom Erdboden zu vertilgen.
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