5 Todesurteile 1917 und nur 2 vollstreckte? Warum?

Dieses Thema im Forum "Der Erste Weltkrieg" wurde erstellt von Köbis17, 28. März 2011.

  1. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt


    Diese Friedensinitiative war vor der Meuterei in der Flotte. Wie sollte sich daß auf die Todesurteile auswirken? Im Gegenteil, :grübel:
     
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  2. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Ich würde die Reaktion mehr in Richtung auf die Stockholmer Friedenskonferenz im September 1917 sehen.

    Beim lesen des Urteils und anderer Berichte bekam ich den Eindruck, dass die anderen Verurteilten die beiden stark belastet haben.

    Dittmann zumindest wurde aber im Februar 1918 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Die im Okt. 18 auf dem Gnadenweg aufgehoben wurde. Mehr ist mir aus der Hand auch nicht bekannt, kann aber mal nachlesen.
     
  3. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Im Urteil steht:
    "..... Nach der Rückkehr des Reichpietsch von Berlin kam nach Angaben Sachses die Bewegung unter den bis dahin beteiligten Flottenmanmschaften mit dem letzten Ziele der USPD, nötigenfalls die Beschlüsse der Stockholmer Friedenskonferenz durch einen Flottenstreik zu unterstützen, ...."

    Dittmann wurde im Februar 1918 wegen Landesverrat "intellektueller Urheber der Marinemeuterei" verurteilt.
     
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  4. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Noch zur Stockholmer Friedenskonferenz, die in dem Zusammenhang nmM eine große Rolle spielt.

     
  5. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Kennt jemand das historische Schauspiel von Ernst Toller - Feuer aus den Kessel - von 1930 ?

    Das Stück handelt von der Revolte von 1917 in der Hochseeflotte und der Gerichtsverhandlung gegen Köbis, Reichpietsch, Sachse, Weber und Becker.

    Ein weitere Roman aus 1930 von Theodor Plievier - Des Kaisers Kulis - (Roman der deutschen Kriegsflotte) ist ebenfalls mit Köbis und Reichpietsch verknüpft.

    Gerade das Darstellen der beiden hingerichteten Matrosen als anarische Märtyrer wurde von der KPD in der Weimarer Republik bis in die DDR Zeiten zu propagandistischen Zwecken entfremdet.

    Doch kann Das so gewertet werden?
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. April 2011
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  6. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Reichpietsch hat aus Berlin Info-Material der USPD mitgebracht, er hat dann auch veranlasst, dass auf Schiffen der Hochseeflotte Listen ausgelegt wurden, in denen sich die Marinesoldaten in die USPD einschreiben konnten.
    Ob das bereits als Mitgliedschaft gewertet werden kann, weiß ich nicht.

    Eine Wertung kann ich natürlich nicht abgeben.
    Aber sagen wir mal so, es wäre verwunderlich, hätte die KPD/SED die Marinemeuterei 1917 nicht für sich in Anspruch genommen.

    (Teil der revolutionären Tradition der NVA)
     
  7. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Buchtipp:
    Lieber für die Ideale erschossen werden, als für die sogenannte Ehre fallen.
    Albin Köbis, Max Reichpietsch und die deutsche Matrosenbewegung 1917 von Christoph Regulski

    ISBN-10:3-86539-378-0
    EAN:9783865393784
    Erscheinungstermin:20.08.2014
    Verlag: Marix Verlag

    Erste Einschätzung: Interessant und Lesenswert, wenn auch Fehler bei Bildbeschreibungen und fehlerhaften Datumsangaben z.B. zur Skagerrak Schlacht ...

    Da aber zu dem Thema nicht viel Literatur greifbar ist, wäre auch hier ein Vergleich zu dem im Militärverlag der DDR erschienen - Rebellion in der Hölle - von Rosentreter und Westphal von 1976; eine diskussionsfähige Basis ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Dezember 2014
  8. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    @Köbis17:

    Kennst Du dieses Bild, mit Albin Köbis 1917 (Quelle: Bell/Ellemann, Naval Mutinies of the 20th Century):
     

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  9. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Ja, daß Foto ist mir bekannt. In Rebellion in der Hölle von 1976 ist es auch schon aufgeführt.

    Es ist im Heizraum der Prinzregent Luitpold entstanden und rechts neben Albin Köbis steht Paul Eichler (mit der Tasse).
    Er soll die Matrosen mit sozialistischer Literatur versorgt haben.
    Hierzu auch: Objektdatenbank des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig

     
    Zuletzt bearbeitet: 22. April 2015
  10. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Der - völlig verständliche - Protest der Matrosen von 1817 wird als frühes Vorspiel in Wilhelmshafen für die Ereignisse im November 1918 gedeutet (vgl. z.B. die Beiträge in Kinzler und Tillmann)

    http://www.spiegel.de/einestages/ma...wie-der-erste-weltkrieg-endete-a-1234693.html

    Und ansatzweise in diesem Thread weiter diskutiert:
    http://www.geschichtsforum.de/thema/hat-die-revolution-in-der-weimarer-republik.54305/


    Kinzler, Sonja; Tillmann, Doris (Hg.) (2018): Die Stunde der Matrosen. Kiel und die deutsche Revolution 1918. Darmstadt: Theiss.
     
  11. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

  12. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Zum Nachspiel für die erste Revolte und zum Vorspiel der Revolution in Kiel 1918.

    Von K. Kuhl eine Übersicht zur "Die Rolle der deutschen Seeoffiziere während der Ereignisse im Oktober/November 1918"

    http://www.kurkuhl.de/docs/flottenbefehl-und-seeoffiziere.pdf


    Und wer heute noch nichts in Freiburg vorhat:

    Prof. em. Dr. Frank Deppe; Arbeiter- und Soldatenräte: die Anfänge der Weimarer Republik
    Donnerstag, 08.11.18, 20 Uhr c.t., HS 1199, KG I
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. November 2018

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