Ab wann war das Christentum keine Sekte mehr ?

Dieses Thema im Forum "Das Christentum" wurde erstellt von Armer Konrad, 16. Mai 2018.

  1. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Es ist ein Punkt einer Entwicklungslinie, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte.
     
  2. Lafayette II.

    Lafayette II. Aktives Mitglied

    Klar. Bloß war es dieser, der mich interessiert hat, weil ich im Zusammenhang mit diesem Krieg das Christentum nicht gesehen habe.
     
  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter


    Die Frage zielt darauf ab, wie sich die Judenchristen (sozusagen im ersten Missionsgebiet) zur jüdischen Revolte verhalten haben? In einem Zusammenhang, für den auch ein Verbot der Synagoge existiert haben soll? Ob damit die Revolte neben den religiösen Grundlagen die Spaltung befördert hat?
     
  4. Lafayette II.

    Lafayette II. Aktives Mitglied

    Wie meinen? Ein Verbot des Synagogenbesuchs für Judenchristen kenne ich nur im Zusammenhang mit dem Achtzehnfürbittengebet, in dem entsprechendes 90 n. Chr, also nach dem Aufstand, eingefügt wurde.
     
  5. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Habe mal eine Frage…
    Erfüllen überhaupt die damaligen Anhänger von Jesus den Begriff – Sekte?

    Wenn ich mir die Definition – Sekte - bei Wikipedia durchlese frage ich mich, was ist deren Mutterreligion aus denen die hervorgegangen sind, sich abgespalten haben?
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Jesus war Jude, seine ersten Anhänger waren Juden, es gab zunächst einen Streit darum, ob Nichtjuden überhaupt Teilhaber an der neuen Gemeinschaft werden könnten und wenn ja, ob sie sich beschneiden lassen müssten.
     
    Dion gefällt das.
  7. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Verbote und Sanktionen gegen Judenchristen gingen nicht nur vom etablierten Judentum aus. Ich habe schon auf die Ignatiusbriefe hingewiesen, in denen sich Ignatius von Antiochia gegen Judenchristen wendet: "Es ist ungeheuerlich, von Jesus Christus zu reden und den Judaismus zu praktizieren." In dem Brief an die Magnesier schreibt er, dass der Sonntag den Sabbat abgelöst habe. Ignatius wertete das Festhalten von Judenchristen an
    jüdischen Festen und Bräuchen geradezu als Häresie.
     
  8. Lafayette II.

    Lafayette II. Aktives Mitglied

    Von christlicher Seite, stimmt.
     
  9. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Das klingt zwar nicht unplausibel, allerdings ist in der Apostelgeschichte 18,2 auch ausdrücklich von "Juden" die Rede, die auf Befehl von Claudius Rom verlassen mussten. Für Claudius und Sueton mag kein Unterschied zwischen Juden und Judenchristen bestanden haben, aber der christliche Autor der Apostelgeschichte hätte es doch wohl irgendwie zum Ausdruck gebracht, wenn sich die Ausweisung eigentlich primär gegen (Juden-)Christen gerichtet hätte.
     
  10. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Lukas schreibt in ApG 18, 2 dass Claudius "alle Juden" aus Rom und Italien habe ausweisen lassen, darunter das Ehepaar Aquila und Prisc(ill)a, bei denen Paulus in Ephesos logierte.

    Es stellt sich die Frage, wieviel Lukas überhaupt von Claudius Judenedikt wusste und wissen konnte und wie das Judenedikt des Claudius in der Praxis gehandhabt und umgesetzt
    wurde. Rein äußerlich konnten die Römer nicht zwischen Juden und Judenchristen differenzieren. Dass tatsächlich "alle Juden" aus Rom und Italien ausgewiesen wurden, erscheint eher unwahrscheinlich. Es ist denkbar, dass man die Juden auswies, die aufgefallen waren oder nicht in der Lage, der Ausweisung durch Bestechungszahlungen zu entgehen.
     
  11. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Soweit es um historische Untersuchungen zum Frühchristentum geht

    (etwa in den Disputen zur Chronologie und Datierung, oder zum juristischen Kontext solcher Ausweisungen),

    wird das gängig als "literaische Übertreibung" etikettiert.
     

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