Antisemitismus 20jh

Dieses Thema im Forum "Kultur- und Philosophiegeschichte" wurde erstellt von Nergal, 3. Mai 2017.



  1. Nergal

    Nergal Neues Mitglied

    Ich stelle das mal hier rein da ich denke das passt nicht zum Subforum(III Reich)

    Woher kommt eigentlich die Idee einer jüdischen Verschwörung auf zwei Seiten eines Konfliktes?
    Die Nazionalsozialisten hatten ja eines der bekannterne Plakate mit sovjetischer und amerikanischer Flagge, dazwischen ein stereotypischer "Karikaturjude" welcher hinter diesen Mächten stehen soll.
    Ist das etwas was die russ. Ohrana in umlauf brachte(wie die Weisen von Zion), oder eben eine einfache Erklärung mit dem Selben Sündenbock.
    War nicht die bis damals vorherrschende Propaganda dass "der Jude" hinter den liberalen, und linken Ideologien stand?
     
  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Verschwörungstheorien haben ihre eigene Logik. Wer sich als "Opfer" einer Weltverschwörung sieht, für den stecken grundsätzlich alle anderen unter einer Decke.

    Kannst ja mal im Internet auf Suche nach Verschwörungstheorien gehen. Da gibt es nichts, was nicht zusammengeht. Der Vatikan, die Illuminaten und die Rothschilds arbeiten engstens zusammen, um eine kommunistische Weltregierung zu errichten... und so weiter.
     
  3. Nergal

    Nergal Neues Mitglied

    Ja, aber solche Ideen haben immer irgendwo ihren Ursprung und dann werden sie abgewandelt.
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ich verstehe nicht, worauf die Frage eigentlich abzielt.

    Auf Faktenhinweise oder Legenden, auf Meinungen oder Bestätigungen, auf Tipps zum Lesen?
     
  5. Nergal

    Nergal Neues Mitglied

    Nun, ich wollte wissen ob es für die Idee einen konkreten Ursprung gibt da sie mir erst spät aufzutauchen scheint(dh die Ohrana).

    Allgemein betrachtet ist es ja ziemlich unsinnig zwei entgegengesetzte Seiten zu führen zu versuchen, besonders wenn diese der eigenen Position feindlich gegenüberstehen. Manipulieren und gegeneinander ausspielen wie in "Teile und Herrsche" das geht dann am Ende ja nur wenn man selber stark genug ist um die geschwächten Gegner zu dominieren.

    Wenn man selber zehntausendfach dran glauben muß ist das eigentlich kein Erfolg. Das sollten auch die Hardcore-Gläubigen an eine jüdische Weltverschwörung verstehen.
    btw.:Was mir dazu einfällt, wurde eigentlich die Teilnahme und der Tod von 12.000 Juden im WKI im III Reich als Tatsache unterdrückt?

    Und ja, ein Buchtip wäre interessant.
     
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  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Du nimmst eine Irrationalität für dieses Verschwörungsgedusel an.

    Das wird "Gläubige" solcher Geschichten kaum interessieren. Ebenso wenig wie Hinweise auf Fakten.
     
  7. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

    Das ficht gestandene Verschwörungstheoretiker nicht an. Denen zufolge ist das entweder ein Kampf zwischen zwei Fraktionen innerhalb der Weisen von Zion oder aber reine Scheinaktionen, hinter deren Tarnung SIE (tm) desto sicherer die Weltherrschaft erreichen können. Es gibt ja sogar welche, die behaupten, Hitler sei Agent im Solde Rothschilds gewesen und sollte durch sein Handeln die Errichtung von Groß-Israel vorantreiben und die Juden dazu antreiben, sich ins Gelobte Land zu flüchten. Seltsam? Aber so steht es geschrieben...
     
  8. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Nein die Juden sind immer auf der Seite des Anderen selbst wenn der Gegner selber die gleiche Theorie hat. Habe ich schon häufiger erlebt und gemeint die Juden können doch nicht mit allen befreundet sein.

    Am schlimmsten war ein Nazi der gegen Hitler ist, weil Hitler war ein Jude der von Rothschild die Aufgabe bekommen hat die weiße arische Rasse zu schwächen und dem Zionismus zum Sieg zu verhelfen indem man die Juden zwing nach Palästina auszuwandern. Hitler und Rothschild sind auch keine echten Juden sondern Hazarer.
     
  9. Nergal

    Nergal Neues Mitglied

    Naja am Ende gib es dann doch die Echsenwesen auf deren Teller wir mal landen :-D

    btw.:Was war eigentlich die Hauptursache des Judenhasses in Europa? Kann man das singulär auf die katholische bzw christlichen Kirchen zurückführen, also Bekämpfung von konurrenz, Gottesmörder usw. oder war dann eher der Erfolg im Finanzsektor durch Abdrengung aus rel. Gründen dafür ausschlaggebend?
     
  10. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Beides in Kombination. Wobei es auch bei den orthodoxen Russen Antisemitismus gab und dort waren die meisten Juden genauso arm wie die russischen Leibeigenen.
     
  11. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Die Behauptung über die Verbindung zwischen Judentum und Bolschewismus ist während des Russischen Bürgerkriegs nach dem 1. Weltkrieg entstanden (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Jüdischer_Bolschewismus):

    Vor einigen Jahren gab es eine umstrittene Rede des Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann, die auch dieses alte Stereotyp bediente:

    http://www.geschichtsforum.de/f46/frage-zur-hohmann-rede-6075/
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hohmann-Affäre

    Das andere antijüdische Stereoty ist das des jüdischen Plutokratismus. M. E. nach beruht diese Verbindung auf der zentralen Rolle des Bankensektors in einem marktwirtschaftlichen System. Nach Ansicht der Antisemiten werden die Banken und damit das kapitalistische System von den Juden gesteuert.

    Es ist in der Tat seltsam, dass zwei absolut gegensätzliche Systeme (Bolschewismus und Kapitalismus) in der Logik der Antisemiten von Juden gesteuert werden.
     
  12. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Speziell zur Rolle jüdischer Soldaten im WW1:

    Berger, Michael (2015): Für Kaiser, Reich und Vaterland. Jüdische Soldaten, eine Geschichte vom 19. Jahrhundert bis heute. Zürich: Orell Füssli Verlag.

    Für eine - schnelle - Einordnung des Antisemitismus:
    Ṿolḳov, Shulamit (2000): Antisemitismus als kultureller Code. Zehn Essays. . München: Beck
    Ṿolḳov, Shulamit (2006): Germans, Jews, and antisemites. Trials in emancipation. 1. publ. Cambridge, New York, NY: Cambridge Univ. Press.

    Und als "typisches" Beispiel für ein "jüdisches" Leben im Kaiserreich und in der Weimarer Republik die lesenswerte Biographie zu Rathenau.
    Ṿolḳov, Shulamit; Höber, Ulla (2012): Walther Rathenau. Ein jüdisches Leben in Deutschland 1867 - 1922. München: Beck.

    Als Anknüpfungspunkt für eine neue Einordnungs des Antisemitismus der Reader von Werz und Claussen

    Werz, Michael; Claussen, Detlev (1995): Antisemitismus und Gesellschaft. Zur Diskussion um Auschwitz Kulturindustrie und Gewalt. Frankfurt am Main: Verl. Neue Kritik.

    Ansonsten gibt es eine umfangreiche Literatur auch zur Dynamisierung des Antisemitismus im Deutschen Reich im Umfeld der deutsch-nationalen Rechten.
     
  13. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Seltsam? In der Logik der Verschwörungstheoretiker beweist das doch die Gefährlichkeit der Verschwörer.
    In der Welt der Ludendorffs stecken die Juden mit der katholischen Kirche und den Freimaurern unter einer Decke:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bund_für_Deutsche_Gotterkenntnis
     
  14. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Nun, für die Verschwörungstheoretiker war natürlich der Zionismus eine Steilvorlage. Nur dürfte die Antwort aufgrund der langen Geschichte der Verschwörungsvorwürfe gegen Juden komplex sein.

    Es waren die Gläubigen, nicht die Kirche, oft auch nicht die Amtskirche, die den Antisemitismus betrieben. Zumeist suchten die Bischöfe die Juden zu schützen, schon wegen der Steuern. So kurz geschrieben, verfälscht das natürlich etwas. Aber ich will ja gerade darauf hinweisen, dass das Thema nicht so trivial und flapsig abzuhandeln ist, wie es aufgrund seiner großen Aufmerksamkeit scheinen mag.
     
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das kann man im Übrigen wunderbar in Mein Kampf nachlesen.
     
  16. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied


    Aus dem o. g. Link von Sepiola:

    Zumindest bei gewissen Leuten hat das mit dem Induzieren von Irrsein erfolgreich geklappt (wer auch immer da induziert hat).:nono:
     
  17. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

    Denen zufolge wurde ja auch Schiller in freimaurerisch-jüdischem Auftrag ermordet, wobei man sich nur drüber streitet ob Goethe der Giftmischer war oder nicht...
     
  18. Nergal

    Nergal Neues Mitglied

    Kennt Jemand noch die Sache wonach ein Us-bänker Trotzki mit Geld versorgt hat um die Revolution in Gang zu bringen und darauf spekulieren zu können?
    Soweit ich mich erinnerne kann war das nichts antisemitisches, eher was antiamerikanisches.

    btw.:Wann erfolgte eigentlich die durch äusseren Druck bewirkte Übernahme der für Christen verbotene Geldverleihung mit Zinsen? Gab es eine Zeit wo diese ausschließlich von Juden angeboten wurde, oder gab es sonstige Nichtchristen welchen dies erlaubt war?
     
  19. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

  20. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Es gibt übrigens einen hervorragenden jüdischen Witz, der die Verschwörungstheorie und die Lage der Juden gegenüberstellt:

    aus: SPREE-AVIV - Jüdische Witze über die NS-Zeit

    oder in ähnlicher Form:

    aus: Juden und Witze - Jüdischer Humor
     

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