Attila und die Hunnen

Dieses Thema im Forum "Völkerwanderung und Germanen" wurde erstellt von Lukrezia Borgia, 13. Juni 2007.

  1. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin


    Das sagenumwobene Reitervolk der Hunnen drang im späten 4. Jahrhundert nach Europa vor und verbreitete dort Angst und Schrecken. Die Einfälle der Reiternomaden unter ihrem Anführer Attila waren Auslöser und maßgeblicher Bestandteil der sogenannten Zeit der Völkerwanderung – der Epoche zwischen Antike und Mittelalter. Das meist klischeehaft übermittelte Geschichtsbild der Hunnen übte während des ganzen Mittelalters und in der Neuzeit eine große Faszination auf die Europäer aus. Attila als „die Geißel Gottes“ zog in etliche Epen ein, so zum Beispiel als König Etzel in das Nibelungenlied. Doch was wissen wir wirklich über Attila und seine Hunnen?
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

  3. Marbod

    Marbod Neues Mitglied


    Schöne Ausstellung... Nur zu empfehlen!:yes::still:
     
  4. Yeschiil

    Yeschiil Neues Mitglied

    wo?

    wo ist den diese Ausstellung???
    hab grad gelesen das die die Kirgizen erwähnen (türkenvolk) und da wurde mir klar das die Ausstellung toll sein muss^^
    wird da auch erwähnt das ein grab von den Hunnen gefunden wurde und das man vom skelet die DNA mit den türken verglichen hat und dass dies übereinstimmt?
     
  5. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Wie jetzt?
    Die DNA wurde mit einem Türken verglichen, oder mit allen jetzt lebenden Türken?
     
  6. Yeschiil

    Yeschiil Neues Mitglied

    Soweit ich weiß mit den heutigen türken.. also nicht nur die Türkeitürken, sonder auch azerbaijantürken, kirgiztürken, türkistantürken... ich schau mal nach wo ich des damals gelesen hab.. ist schon nen halbes jahr her
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juli 2007
  7. Yeschiil

    Yeschiil Neues Mitglied

  8. Marbod

    Marbod Neues Mitglied

    Im Historischen Museum der Pfalz Speyer, oder einfach Mercys Link folgen.
     
  9. Yeschiil

    Yeschiil Neues Mitglied

  10. BOIORIX

    BOIORIX Neues Mitglied

    Türken-Genome und Hunnen

    Der von Yechiil gelieferte Link ist ja sehr interessant, aber für die Herkunft der europäischen Hunnen eigentlich irrelevant.
    Da kann man also genetische Zusammenhänge zwischen den berühmten Xiungnu und den heutigen Türkvölkern nachweisen, aber die Gleichung <Xiungnu--->Hunnen> vertritt heute fast niemand mehr.
    Es ist auffällig, dass die "Hunnen" im Volksbewusstsein immer noch lebendig sind, wenn auch nur als Floskel, während etwa die Avaren nur Hustorikern geläufig sind.
    Mir scheint, die Nibelungensage macht's.
    Ich habe hier im Forum auch schon einmal Gelegenheit gehabt, festzustellen, dass "Etzel Botelungen kind" (NL) eben nicht "Attila, Sohn des Mundzuc" sei, worauf die ganze einschlägige Literatur nicht eingeht.
    Mir wurde daraufhin gesagt, wer das vor mir schon erwähnt habe, aber nicht, wie man das erkläre. Die Frage nach dem "Warum" der mangelnden Diskussion bleibt also im Raume.
    Was die Ausstellung in Speyer angeht, do ist sie sicher sehr schön, aber ich kann mich einer gewissen Skepsis nicht entschlagen.
    Die Zuschreibung von archäologisch nachweisbaren "Kulturen" oder "Zivilisationen" zu literarisch erwähnten Ethnien ist und bleibt aleatorisch, um so mehr, wenn die fragliche Ethnie ausdrücklich als nomadisch bezeichnet wird, und doppelt zweifelhaft in Bezug auf die Hunnen, da diese angeblich überhaupt " die üblichen geschlossenen Gräber ablehnen". (Ammian: ab usu communi discreta sepulchra declinant 31,2,4)
    Das wird auch von den Parthern berichtet (Florus), und ist von den Parsi in Indien bekannt . Hunnisch-parthische Zusammenhänge sind geographisch denkbar, da beide von Nordende des Kaspischen Meeres kamen.
    Was die bekannten Kupferkessel angeht, die den Hunnen zugeschrieben werden, so setzt ihre Herstellung nicht nur einen hohen Grad von technischer Meisterschaft voraus, sondern auch nicht unbeträchtliche technische Anlagen, die eigentlich dem Nomadismus widersprechen.Nimmt man aber an, dass sie nicht VON ben Hunnen, sondern FÜR die Hunnen hergestellt wurden, su können sie wiederum nicht als Beweis für deren Zivilisation und Präsenz dienen. Ich bin eher geneigt, sie den Alanen zuzuschreiben, da bei deren Nachkommen, den Osseten, der Kult um einen gemeinsamen Getränke-Kessel, den "Nartamongä" belegt ist, und die fraglichen Gefässe mit ihrem massiven Mittelfuss denkbar ungeeignet sind aufs Feuer gesetzt zu werden. Es sind Ritualgefässe, wie der Nartamongae, und nach ihrer Dekoration zu schliessen, für ein Gebräu aus hllucinogenen Pilzen (siehe dazu die griechische Kirke-Sage, die in der gleichen Gegend spielt und die Kampfkraft der nordischen Berserker, die von verschiedenen Ethnologen auf derartige schamanische Tränke zurückgeführt wird)
    Tatsächlich scheint mir, dass der Begriff "Hunnen" weitgehend ohne konkrete Substanz ist.
    In den Ereignissen der Völkerwanderung gab es wohl 'hunnische Völker", aber nach einem "zentralen Hunnen-Volk" zu suchen scheint mir so fruchtlos, wie in der islamischen Expansion nach einem bestimmten Volk namens "Moslem" zu suchen.
    Mahlzeit
    Boiorix
     
  11. Yeschiil

    Yeschiil Neues Mitglied

    Boiorix:
    des mit den Hunnen ist allgemein eine komplizierte Sache. So glaube ich zum Beispiel, dass es das Volk Hunnen gab, allerdings als Multiculti. Ich denke das die Hunnen so eine art Oberschicht waren, was auch logisch sein würde, da im alttürkischen "hun" sowas wie im deutschen "kaiser" bedeutet.. also etwas sehr hohes.
    Und jetzt kommen wir nochmal zu dem DNA... ich denke das man auch hierran sehen kann, dass die "Mumie" sehr "adlig" bekleidet wurde, was wieder zur Oberschicht zurückzuführen ist.
    Die Hunnen haben damals das volk(multiculti) bis nach Rom geführt, doch haben auch die Hunnen versucht, ihre tradition und Kultur den Menschen zu überliefern... man versuchte sie zu "hunnen zu machen". Vor ca. nem halben Jahr(bin immer aber nicht sicher) wurde in Frankreich so ner art "papier" entdeckt, die von den Hunnen abstammt (also ebenfals alttürkische schrift).
    Deshalb glaube ich das es das Volk als die "Hunnen" gab, allerdings aus den altai gebieten die dann mehrer stämme, völker besiegte und diese dann für sie kämpfen ließ.
    Aber wiegesagt... es muss noch jedemenge darüber geforscht werden. Man weiß einfach zu wenig über die Türkenvölker in zentralasien, und vieles wird nicht ans tageslicht gebracht( so wie die chinesen. es gibt in china 100erte Pyramiden, die nicht an die öffentlichkeit gebracht wird, da alttürkische schriften dadrauf sind... nun ist dieses gebiet von soldaten abgespert worden... sodass sich leider nur noch sehr sehr wenige archiologen hintrauen)
     
  12. BOIORIX

    BOIORIX Neues Mitglied

    HunnenVOLK ?

    Tja mein Lieber Yeshiil,

    ,Du stellst da sehr schön dar, was Du glaubst, und vielleicht hast Du sogar Recht, aber damit ich das auch glaube, müsstest Du mir erstens meine Zweifel an der Zuschreibung archäologischer Fakten mit einer bestimmten Ethnie ausräumen (notabene einer Nomadenethnie inmitten anderer Nomaden-Ethnien), und zum Anderen alle anderen Möglichkeiten auschliessen, von denen ich eine angedeutet habe

    .Es gibt andere Fälle, die man ebenso deuten könnte wie Du, wie MAN Die Hunnen auffasst, wenn der Informations-Stand ¨ber ihnen in gleichem Zustand wie bei den Hunnen wäre.

    Da gab es zum Beispiel die schrecklichen Hussiten, die unter der Führung ihres Khans Ziska in Böhmen einfielen, die friedlichen Tschechen mit sich rissen und dem Reichsheer schwere Niederlagen beibrachten.
    Ihr Name soll auf das tchechiche Wort <Hus=Gans> zurückgehen, und da Wildgänse Zugvögel sind, wäre das kein unpassender Name für Nomaden. Merkwürdig ist nur, dassz eitgenössische russische Quellen nichts von einem derartigen Durchzug von Nomaden wissen.
    ( Man weiss allerfings auch nichts über die Hunnen zwischen Aral-See und Wolga)
    Eine Üerlieferung besagt, die Hussitten hätten ihrem Khan Ziska nach seinem Tod die Haut abgezogen und zu einem Trommelfell verarbeitet, "damit er auch im Tode noch sein Volk zum Kampf rufen kann"
    Nicht klar ist, ob das ein Einzelfall oder die Regel war, ebenso, ob dir in den Karpathen bezeugten <Huzulen> ein Zweig der Hussiten waren, oder einfach deren Jungmannschaft (=Klein-Hussiten ?).
    Die wenigen überlirferten hussitischen Wörter lassen keine Zuotdnung zu einer bekannten Sprachgruppe zu, denn die Hussiten scheinen in Böhmen sehr schnell den öftlichen slavischen Dialekt übernommen zu haben. (Eine kleine herrchende Minderheit muss sich der Sprache der Unterworfenen anpassen, wie das Beispirl der Burgunder in der Sapaudia zeigt)
    Von ihrer Religion weiss man nur Bruchstücke, teiweise latinisiert....Calixtiner...Utraquisten....etc...etc...etc...

    Sol ich das gleiche für die <Ugenots> in Frankreich aufzählen???

    Oder für die schrecklichen <Nazis>? Deren Oberhaupt als <Vierer Itler> bekannt ist, vermutlich weil ihm seine Anhänger die Kraft (oder Schlauheit) von vier männern (oder Wölfen?) zutrauten.
    Sein Name <Itler> dürfte wie der des Hunnen Attila auf eine Herkunft vom Flusse <Itil>(=Wolga) hinweisen.
    Von der Sprache der Nazis sind nur wenige Worte erhalten.ZB::"Hoill,-auoll,-Stumbanvihrer,-Barthai,-Pimpf,- -Kadeeff,-AiNsats,-Enessdeape.,-.... Horstueszel....etc.
    (von einer Analyse muss hieri aus Platzgründen abgesehen werden.)

    Karikatur? Natürlich!
    Ich habe fünf Übersetzungen (deutsch, englisch, französisch) mit den 50 zeilen des Ammian-Textes verglichen, und mir standen die Haare zu Berge:
    Einer macht aus einem Stiernacken einen Wasserkopf, der anderer kennt den Unterschied von "hirsutus" und "pilosus" nicht, ein dritter macht aus einer Ratsversammlung ein Pissoir; Die beste Übersetzung hat nur etwa zehn fehler, die schlimmste einen in jeder Zeile.(wurde aber von ernsthaften histotikern benutzt)

    Und alle ÜBersetzungen "barbarisieren" Ammians Text. Man weiss ja, dass die Hunnen eine Art Untermenschen sind !!! --ES ist, als ob man alle Kalifornier nach dem "Motorcycle-Gang" der "Hells--Angels" beschriebe.

    Und, siehst Du, desswegen bin ich der Meinung, dass es eben kein "Hunnenvolk" gab, sondern eine "Hunnische Massenbewegung", vielleicht religiöser Art, wie Islam, Hussiten, Hugenotten oder die englischen Dissenters Cromwells. Auch die nazis waren eine Art säklärer Religion.
    Das scheint noch Niemand vot mir erwogen zu haben. (Ja, Ich bin da arrogant)

    Wie gesagt, ich warte nun auf Argumente gegen meinen vorigen Text. Findest Du sie ? Oder wer sonst?
    Ich warte!!
    (Aber ich habe auch noch meht Zweifel an der herrschenden Meinung auf Lager!)

    Es ist spät geworden, alSo Schluss für Heute

    BOIORIX
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Juli 2007
  13. Marbod

    Marbod Neues Mitglied

    Das ist eine an anderen Orten auch schon aufgekommener Einwurf. Dem kann man vieles entgegnen, am allermeisten, dass Ammianus wohl kaum als Hunnenexperte angesehen werden kann. Er arbeitet hier ganz klassisch mit dem Bild der Bestie Hunne. Ammianus entmenschlicht sie völlig und daher sind aus quellenkritischen Gründen seinen Worten keine Bedeutung dahingehend beizumessen, mal ganz vereinfacht gesagt.


    Solche Zusammenhänge sind allerdings archäologisch üerbhaupt nicht greifbar!

    Das große Problem an deiner Sichtweise ist, dass die Kessel über Westchina bis in die Gegend nördlich von Korea hin, ihre Entsprechungen finden. Sie stehen also dezidiert in einem nord- bzw. ostasiatischen Kulturhintergrund. Die Alanen sind nach aktuellem Forschungsstand ein altiranisches Volk ohne einen den Kesseln entsprechenden Kulturhintergrund. Das passt also nicht!
    Noch etwas zu der Herstellungsart der Kessel. Nach Aussagen von Dr. Anke, der zu den weltweit führenden Hunnenexperten zählt, sind diese Kessel überhaupt nicht kompliziert hergestellt, im Gegenteil, sie sind sogar recht einfacher Machart und auch durchaus von "Hunnen" herzustellen. Beachtenswert ist dabei auch die Theorie, dass diese Kessel als Kultinstrumente mit asiatischem Herkunftshorizont eine recht lange Reise im hunnischen Verband gemacht haben können bevor sie in die Erde kamen.

    Dies ist auch der aktuelle Forschungsstand. Es ist schwierig bis unmöglich und daher auch unwissenschaftlich Fundkomplexen nach einfachen Mustern bestimmte Ethnien zuzuweisen. Dies wird in Speyer auch nicht getan. Jegliche Zuweisungen erfolgen nach dem aktuellen Forschungsstand, der dies selbst sehr kritisch beäugt. Die Hunnenforschung spricht im übrigen über Hunnen nur als "reiternomadischer Kulturkomplex des 4.-5. Jahrhundert n. Chr.". Der Begriff ist allerdings für Ausstellungszwecke denkbar ungeeignet, daher wird in Speyer auf den Begriff Hunnen zurückgegriffen wenn es um diesen Komplex geht.

    Eine der Kernaussagen in Speyer ist allerdings, dass es sich bei dem hunnischen Verband bei weitem nicht um die asiatisch-mongolischen Krieger handelte, die man sich klassisch so vorstellt (es sei denn man ist Ungar oder Türke :D) sondern ein wesentlich vielschichtigerer und dadurch "vielgesichtigerer" Verband! Aber was red ich hier, selber angucken. ;)

    Gruß Marbod
     
  14. Yeschiil

    Yeschiil Neues Mitglied

    Marbod:
    Du kennst dich ja darin echt klasse aus.. respekt:winke:

    BIORIX:

    MArbod war so nett und hatt schon alles gesagt^^... aber wie gesagt ich glaube es... des sind alte überlieferungen, die ich von meinen eltern und großeltern herhab(bin türke),.... das Interessante aber dabei ist.. das diese geschichte sich genau so in kasachstan, uzbekistan, kirgiztan, bei den uiguren, Azerbaijan....... abläuft. Sie sagen alle das selbe, deshlab denk ich mir das etwas doch stimmen müsste...
    aber wie gesagt, man weiß einfach noch viel zu wenig darüber und es muss noch jede menge geforscht werden.... das ist ja das tolle an der wissenschaft.. sie lügt nicht^^
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Juli 2007
  15. BOIORIX

    BOIORIX Neues Mitglied

    Ammians Glaubwürdigkeit und "hunnische Kessel"

    Hallo Marbod
    Was Deinen ersten Kritikpunkt angeht, Ammians Glaubwürdigkeit, so muss ich feststellen, dass, abgesehen von seiner Verehrung Kaiser Julians, er immer als sehr vertrauenswürdig gilt.”Der beste römische Historiker nach Tacitus” habe ich mal wo gelesen. Aber wenns um die Hunnen geht, da schwafelt er plötzlich?

    Du schreibst “ Er arbeitet ganz klassisch mit dem Bild der Bestie Hunne.Ammian entmenschlicht sie völlig...”

    Ich kann nur wiederholen, was ich schon einmal schrieb, Mein Vergleich von den fünf mir zugänglichen Übersetzungen in drei Sprachen, hat mir gezeigt, dass alle fünf ganz genau das tun, was Du, und alle Welt, da Ammian vorwirft. Er selber berichtet kühl wie ein Entomologe über einen neuentdeckten Käfer. Von “Bestie Hunne” keine Spur.Einfach eine neue Spezies “Barbare”.

    Ich habe geschrieben:”Hunnisch-parthische Zusammenhänge sind geographisch denkbar, da beide von Nordende des Kaspischen Meeres kamen.”
    und Du antwortest mir:”Solche Zusammenhänge sind allerdings archäologisch überhaupt nicht greifbar!
    Es dürfte überhaupt schwierig sein, das Nichtvorhandensein einer Sitte positiv nachzuweisen. Was erwartest Du? Leere Gräber?
    Oder ausgedehnte , sicher den Parthern (Parni) zuzuschreibende, Friedhöfe in Hyrkanien?

    Zu den Kesseln: Die mögen meinetwegen von Korea oder sonstwoher in die Ukraine gelangt sein, so wie chinesische Seide nach Rom. Na und? Ist das ein Beweis, dass die Benutzer, die Hunnen einerseits, die Rrömer andererseits aus China kamen?
    Was die Alanen anbelangt, so zweifelt heute niemand an der Tatsache, dass die heutigen Osseten biologisch weitgehend und kulturell fast völlig, ihre Nachkommen sind, und dass das heutige “Iron aevzag” (Ossetisch) eine legitime Tochtersprache des Alanischen ist. Die Kessel, mit ihrem massiven Mittelfuss kann man nicht auf's Feuer stellen, habe ich gesagt.Das sind Zeremonialkessel, und da habe ich auf die zentrale Rolle hingewiesen, die der Kessel “Nartamongae” in der ossetischen Mythologie spielt. Und nun antwortest Du:”Die Alanen sind nach aktuellem Forschungsstand ein altiranisches Volk ohne einen den Kesseln entsprechenden Kulturhintergrund. Das passt also nicht! Was erwartest Du an Beweis?

    Was Dr; Anke angeht, der die Herstellung der Kessel einfach findet, so mag er ein eminenter Hunnenforscher sein, von der Metallverarbeitung versteht er schwerlich etwas. Ich dagegen hab da langjährige Erfahrung. Ich behaupte auch nicht, dass sie umständlich herzustellen seien, sondern nur, dass die dafür nötigen Installationen sich schlecht mit einer Nomaden-Existenz vertrügen.

    Was schliesslich Deine Schlussbemerkung zum aktuellen Forschungsstand und zur Ausstellung in Speyer angeht, so ist mir der erstere in etwa bekannt, nur sind meine Schlüsse radikaler.Die Ausstellung kann ich nicht besuchen, denn das ist zu weit für mich, aber ich habe mir den Katalog bestellt.
    Gruss
    Boiorix
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juli 2007
  16. BOIORIX

    BOIORIX Neues Mitglied

    An Yechiil

    Hallo Yeschiil

    Dass Du Türke bist, habe ich schon nach Deinen früheren Postings vermuted. Und was Du über Eure Traditionen (osmanische) und ihre Übereinstimmung mit denen anderer Türken-Völker weist, das trifft sicher zu.
    Nur, siehst Du, gerade die Geschichte der europäischen Hunnen gehört da nicht dazu. Ich möchte sehr bezweifeln, dass Balamber, Attila oder Oktar wirklich in Eurer echten Überlieferung eine Rolle spielen. Ja, ich bezweifle, dass historische türkische Texte vor 1800 von den Hunnen Notiz genommen haben.Schliesslich dauerte das Abenteuer grad mal hundert Jahre und hinterliess nichts als Trümmer. Und Deine Vorfahren waren weit von ihnen weg.

    Aber im 19. Jh haben wir in Westeuropa ein schlechtes Bild gegeben, mit dem einander übertrumpfen mit Kolonien, Handelskriegen und anderen Kriegen. Und nicht genug, wir haben auch die Geschichte zu erobern versucht, indem jede Nation versuchte möglichst gross und bedeutend dazustehen. Jeder hat die Facten in seinem Sinne gedeuted. Das hat es natürlich immer schon gegeben, aber nun stellte sich das als objektive Wissenschaft vor. Aber objektiv war das eben nicht.

    Ich kann mir nun gut vorstellen, dass türkische Historiker damals,, mit Blick auf Westeuropa, daraufhin die gleichen Methoden angewandt haben, und dabei auf Attila gestossen sind. Das war eine Möglichkeit zum Gegenstoss,und in gewissem Sinne hatten sie sogar Recht.
    Es hat ja türkische Hunnen gegeben, die “Weissen Hunnen” die gelegentlich “Chioniten” genannt wurden, beziehungsweise “Hephtaliten.”. Das sind die griechischen Schreibweisen in denen sie zuerst in Europa bekannt wurden, aber die richtigen Formen sind meines Wissens “Choun” oder “Hun” und “Yaptil”, und ich nehme an, das sagt Dir sprachlich etwas. Nur hat das mit den europäischen Hunnen nichts zu tun. Diese Leute haben entschieden etwas Besseres geleistet als Attila und Kompanie.An Deiner Stelle würde ich mich mal für die interessieren.

    Ihr Türken, Seljuken und Osmanen habt eine so lange und grossartige Geschichte (ich hab mal ein bischen hineingespitzt, kann aber nicht behaupten,dass ich sie kenne) dass Eure Geschichte die zweifelhaften Ehrenmänner Balamber, Attila, Bleda (und so weiter) nicht nötig hat. Und dabei ist noch nichts über die von Dir erwähnten anderen Turkvölker gesagt.
    Ich hoffe, noch mehr von Dir hier zu lesen, vielleicht sogar über die Yaptil?
    Bis dahin

    Auf Wiedersehen, -lesen

    Boiorix
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juli 2007
  17. Yeschiil

    Yeschiil Neues Mitglied

    Also^^
    als erstes mal kommen wir zum namen "Atilla".... ihr schreibt immer "Attila", was allerdings falsch ist den selbst die römischen quellen besagen das es "Atilla" heißt.... erst später wurde es von Ungarn als Attila bekannt. Des heißt das die meißten nicht mal wirklich geforscht haben und sich nicht mit der Ursprungsquelle der Hunnen sich befasst haben.
    Nun was bedeutet Atilla... Atilla kommt vom Alttürkischen und bedeutet sowas wie "Väterchen" oder wurde dann später als Namen gegen was dann bedeutet "Gottes Geschenk".
    Jetzt zum HUnnen Reich... was bedeutet Hun(hunne). Hun ist ebenflas vom alttürkischen... Hun bedeutet sowas wie im Deutschen "Kaiser".
    UNd diesen beinamen trugen auch sehr viele bekannt... sowie Jengis Hun (tschingis Khan).
    UNd nun kommen wir zum osten des Hunnischen Reiches... der Hunnische REich dort war eigentlich hauptsächlich türkisch..
    der westen aber nicht... man sagt bei uns das die Hunnen im westen aus sehr vielen Völker bestand (also nicht-türkisch)... aber die Oberschicht (die führende Macht) war türkisch.. so wie Atilla.
    Man versuchte neu eroberten Völker zu intergiren... man brachte ihnen sprache und Kultur der Türken bei... noch heute kann man dies an Ungarn und an Finnland erkenn.. ihre Sprache ist ursprünglich altaisch (alttürkisch) und es ginbt noch heute sehr viele ähnliche wörter.
    Nun zum Metall.. es gibt bei uns türken-völker eine geschichte:
    Die türken hatten immer streit mit den Chinesen (noch heute kann man es an den Uiguren in China erkennen)... die CHinesen hatten die Türken überlistet(die waren schon damals schlau), sodass die Türken flohen und dann ein Tal gefunden hatten wo es ausenrum nur Berge gab... es war dort sehr schön.. man hatte sogar alles im Überfluss an Lebensmittel... Jahrhunderte vergingen und sie waren mitlerweile ein rießen Volk.. sie wollten nun aus dem Tal raus... und somit schichte man kundschafter.. da aber alles voller Berge war kamen sie nie raus, dafür fanden sie in Den Bergen war hartes, womit man viel einfacher waffen machen konnte und das auch noch sehr leicht war (Metall). eines tages kam eine Wölfin mit dem namen "Assena".Assena kam immer wieder nach Monaten ins taal und verschwand wieder.. immer wieder deutete sie darauf (so wie ein Hund) das man da entlang laufen müsse um rauszukommen... eines tages kamen paar leute mit der Wölfin.. und tatsächlich sind fanden heraus...dank dem Metall konnte man nun die chinesen leicht besiegen und die Tüürken wurden eine starke Macht... undso weiter...
    ich hab nurmal diese geschichte erzählt, damit man wegen dem Metall etwas versteht und warum die Türken Wölfe verehren^^. Aber dies ist nur ne Geschichte die tausende von Jahren alt ist.. niemand kann nun sagen wie wahr die ist.^^ (aber die geschichte find ich schön)

    Und jetzt kommen wir zu ammian... ammian ist doch der größte fan Roms... er liebt Rom überallles... und es würde mich deshalb nicht wundern wenn er auch aus der Sichts Roms die "Barbarischen Hunnen" sieht... Er ist sicherlich ein extrem guter Professor der Römer... aber der Hunnen bin ich nicht sicher.

    Aso und noch was.. wir Türken haben ne viel ältere Kultur als das Osmaische oder selcuken reich... wenn du willst kann ich dir mal alle Türkischen reiche nennen (obohl auch sicherlich ich nicht alle kenn)
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juli 2007
  18. Yeschiil

    Yeschiil Neues Mitglied

    Nochwas zum Metall... die rütungen damals von den Türken bestanden aus Metall und Leder... die spitzen der pfeile und speere waren ebenfals Metall... es gibt sehr viele Funde die dies Zeigen...
     
  19. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wie kommst Du darauf dass Attila - 'Väterchen' - aus dem Türkischen käme? Im Türkischen ist Vater doch Baba. Wie bildet man im Türkischen Verkleinerungsformen?
    Attila ist vielmehr der gotische Name des Hunnenfürsten (wie er auf Hunnisch hieß ist unbekannt!)
    Vgl. auch den Beginn des gotischen Vaterunser:
    "Atta unsar, þu in himinam, weihnai namo þein." - "Vater unser, [der] Du [bist] im Himmel, geheiligt/geweiht [sei] Dein Name."
     
  20. hyokkose

    hyokkose Gast


    Welche römischen Quellen?
    Cassiodor, Jordanes, Paulus Diaconus, Marcellinus Comes etc. schreiben alle "Attila".



    In welchen römischen Quellen hast Du denn geforscht?



    Nicht im Türkischen, sondern im Gotischen bedeutet Attila "Väterchen". "At(t)a" bedeutet zwar im Gotischen und im Türkischen "Vater", doch die Verkleinerungsform "-ila" und damit der Name als solcher ist eindeutig gotisch. (Vgl. "Wulfila")



    Für ein Volk oder eine größere Gruppe wäre das eine sehr merkwürdige Bezeichnung. Kein Mensch käme auf die Idee, die Russen als "Zaren" oder die Briten als "Queens" zu bezeichnen.



    Aus welcher Quelle hast Du denn den Namen "Jengis Hun"? Die Titelbezeichnung war "Khagan" oder "Khan".





    Mit Verlaub, das ist Unsinn. Ungarisch und Finnisch gehören ursprünglich zu den uralischen Sprachen, weder zu den "altaischen" noch zu den türkischen Sprachen.
    Das Ungarische enthält (im Unterschied zum Finnischen) nicht wenige türkische Lehnwörter, so wie das heutige Türkisch viele arabische Lehnwörter enthält. Deswegen würde aber niemand behaupten, das heutige Türkisch sei ursprünglich arabisch gewesen.



    Es kann auch niemand sagen, ob sie wirklich Tausende von Jahren alt ist.
     

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