Bekämpfung der Pest

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von Batnam, 3. November 2018.

Schlagworte:
  1. Batnam

    Batnam Neues Mitglied


    Hey Leute, ich wollte euch mal fragen, wie genau die Pest in Europa bekämpft wurde. Wir haben „Pest“ in der Schule nicht durchgenommen, weshalb ich das gerne hier wissen würde. Danke im Voraus :)
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Da man die Pest nicht erklären konnte, nicht effektiv. Teilweise verfolgte man Juden, weil man regional denen die Schuld an der Pest gab.
     
  3. hatl

    hatl Premiummitglied


    Batnam,
    wie EQ schon sagte verstand man den Weg der Verbreitung erst spät.
    Erst ganz am Ende des 19.Jhds, folgt man Wiki, wurde der Floh als der Überträger der Beulenpest erkannt.
    Vorher gab es verschiedene Vorstellungen über die Ursache, die allesamt nicht zutreffend und aus unserer Sicht teilweise völlig absurd waren.
     
  4. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    U.a. auch bei „Planet Wissen“ findest Du wie man die Pest im Mittelalter bekämpfte.

    Bei Googel -> Leben im Mittelalter: Der Schwarze Tod – Mittelalter – Geschichte.

    Und weiter Googel -> GEO – lino – „Seuchen – Die Pest: Der schwarze Tod des Mittelalters“.
     
    beetle gefällt das.
  5. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Ein eher indirekter Weg: MWn fand die Kultur die Badekultur in öffentlichen Badehäusern ua durch die Pestepidemien ein Ende.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Schnabelmasken waren ein Versuch, der Pest zu begegnen.
     
  7. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Karl IV. lies den Verlauf der Pest beobachten, so dass der Hof versuchen konnte ihr auszuweichen.
     
  8. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

    Hallo

    In Venedig des 15. + 16.Jh. wurden Erkrankte auf einer Insel in der Lagune isoliert. oder in anderen ital. Städten in ihren Häusern "interniert".
    Über die Ursachen und konkrete Heilmethoden, wußte man bis in s 19.Jh. nichts.

    mfg
    schwedenmann
     
  9. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Dieser Beitrag trägt ja die Überschrift: „Bekämpfung der Pest“ und da fällt mir u.a. auch Giovanni Boccaccio und sein „Dekameron“, auch "Principe Galeotto" genannt, ein.

    Hundert Geschichten (Liebesgeschichten, vielleicht auch sehr ins erotische gehend :) ), erzählt in zehn Tagen von sieben Damen und drei jungen Männern.

    Galeotto -> er favorisierte die Liebe zwischen Lancelot und der Königin Genf von König Artus.

    Jedenfalls, diese 7 Damen und 3 jungen Männer zogen von Florenz 1348 auf eines ihrer Landsitze, um die Zeit der Pest in Florenz abzuwarten.
     
  10. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Am Rand, bzw. vor den Städten gab es "Pest-" oder "Seuchenhäuser", um dort ansteckend Kranke unterzubringen. Seit wann es die gab, kann ich allerdings nicht sagen.

    Beten, Gottesdienste und Prozessionen sollten wir nicht vergessen.
     
  11. Armer Konrad

    Armer Konrad Aktives Mitglied

    Nach dem ersten Auftreten der Pest im Mittelater gab eine Vielzahl von Pesttraktaten, Pestschriften, Pestordnungen und Pestrezepten, wobei die die Ärzte (bei vielen Unterschieden im Detail) bis ins 16. Jahrhundert in der Regel bei ihren Erklärungen und Ratschlägen denselben Erkenntnissen verpflichtet blieben. Gegen das Miasma wurden offene Feuer, der Einsatz von Duftstoffen und Ähnliches empfohlen, während ein weites Spektrum von Ernährungs- und Verhaltensvorschriften in Verbindung mit heute bisweilen sehr seltsam anmutenden Arzneimixturen vor der Erkrankung schützen sollte. Der wirksamste Rat allerdings, den die Ärzte zu geben hatten, findet sich bereits in den Schriften Galens: „Fliehe schnell weit weg und kehre erst spät wieder zurück.“

    Ansonsten war auch das Ausräuchern schon immer ein beliebtes Rezept gewesen, wenn den gelehrten Ärzten nichts anderes einfiel, aber in einem ganz konkreten Fall zumindest hatte dies auch tatsächlich genutzt: Papst Klemens VI wurde von seinem Leibarzt Guy de Chauliac in seinem Zimmer im Palast von Avignon eingesperrt. Trotz grosser sommerlicher Hitze wurden rechts und links von ihm zwei grosse Feuer entfacht, zwischen denen der Papst wochenlang sitzen oder während des Schlafes liegen musste. Klemens überlebte. Vermutlich deshalb, weil ihm wegen der übergrossen Hitze kein Floh zu nahe gekommen ist, was der Leibarzt allerdings nicht ahnen konnte. Er hatte die Kohlenfeuern, in denen er aromatische Kräuter verbrennen liess, lediglich entfacht, um die „Luft zu säubern.“

    Die gelehrten Ärzte erklärten das Auftreten der Pest im Übrigen mit einer Konjunktion von Saturn und Mars (was Tod bedeutet) oder auch einer Konjunktion von Jupiter und Mars (was "warme Lüfte und Pest" bedeutet).
     
    Saint-Simone und beetle gefällt das.
  12. Armer Konrad

    Armer Konrad Aktives Mitglied

    Die mittelalterliche Badekultur hat m.W. die Pestwellen überlebt - soweit mir bekannt, wurde das Ende der Badehäusern erst im 30jährigen Krieg eingeläutet; durch das vermehrte Auftreten der Syphilis (von Amerika eingeschleppt ?)
     
  13. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Das ist eigentlich ein spannendes Thema. Ich glaube auch, dass ich die letzten Hinweise auf öffentliche Badehäuser aus der 2. Hälfte des 16.Jh. gefunden hatte (Quelle: Polizeiordnung aus einem Kleinstaat im Bayrischen Reichskreis). Das mit der Syphillis wird auch meistens als Grund angegeben. In einem Aufsatz zu Kurbädern in der FNZ hatte ich auch den Eindruck gewonnen, dass dieses gemeinsam Baden einfach kritischer gesehen wurde, da die Ober- oder Mittelschicht nicht mehr mit den niederen Gesellschaftsschichten unter einem Dach baden wollte.
     
  14. Saint-Simone

    Saint-Simone Aktives Mitglied

    In Schottland wurde die Pest mit den Mitteln der Quarantaene bekaempft, die ja bekannt sind. Aber nebenher war es ueblich ein befallenes Haus - nach dem Ableben der Bewohner- mit Ginster auszuraeuchern, damit es besser riecht. Was freilich niemand wusste war, dass diese Behandlung den positiven Effekt hatte die haeufigsten Uebertraeger zu vertreiben. Es war eher Zufall, als Wissen, das eingesetzt wurde. Und diese Behandlung bringt nichts in einem anderen Klima und anderen Bauverhaeltnissen.

    Bis in die fruehe Neuzeit war Medizin ein gewagtes Abenteuer, welches auf Erfahrungswerten und Hoffnung basierte. Danach wurde es etwas besser, aber wir lernen noch immer. In diesem Sinne wissen wir heutzutage mehr als gestern, aber der Lernprozess hoert nicht auf.
     
  15. Batnam

    Batnam Neues Mitglied

  16. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Mir fällt noch ein, dass das Verläuten der Toten und individuelle Gräber mitunter verboten wurden, auch wenn es noch möglich war.
     

Diese Seite empfehlen