Bloodlands: Europa zwischen Hitler und Stalin

Dieses Thema im Forum "Buchempfehlungen" wurde erstellt von ursi, 20. Juli 2011.

  1. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter


    Timothy Snyder erzählt in seinem aufsehenerregenden, zutiefst aufwühlenden Buch drei miteinander verknüpfte Geschichten - Stalins Terrorkampagnen, Hitlers Holocaust und den Hungerkrieg gegen die Kriegsgefangenen und die nichtjüdische Bevölkerung - so wie sie sich tatsächlich zugetragen haben: zur gleichen Zeit und am gleichen Ort. Makellos recherchiert, atemberaubend geschrieben und von eindringlicher Humanität gehört Bloodlands zu den historischen Büchern, die einen anderen Blick auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts eröffnen. Noch bevor der Zweite Weltkrieg begann, hatte Hitlers zeitweiliger Partner und späterer Gegner Stalin bereits Millionen von Menschen umgebracht - und setzte dieses Morden während des Krieges fort. Bevor Hitler besiegt war, hatte er sechs Millionen Juden ermorden lassen - und ließ Millionen andere Menschen gezielt verhungern. All dies geschah auf einem einzigen Gebiet: den "Bloodlands" zwischen Russland und Deutschland. Doch als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, verschwand die Erinnerung an diesen millionenfachen Mord in der Dunkelheit hinter dem Eisernen Vorhang. Nicht nur unser Bild vom Holocaust erweist sich jedoch mit dem Blick auf die "Bloodlands" als unvollständig und westlich verzerrt. Auch die Geschichte Europas gewinnt ein verlorenes Terrain im Osten zurück: die gemeinsame Erinnerung an 14 Millionen Tote und die größte Tragödie der modernen Geschichte.

    Timothy Snyder • Bloodlands: Europa zwischen Hitler und Stalin • Beck Verlag • 2011• 522 Seiten

    Buchempfehlung von beetle
     

    Anhänge:

  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Der Klappentext für das Buch ist, aus meiner Sicht, schlichtweg eine Zumutung.

    Hilfreich ist das Interview von Snyder, das man lesen sollte, um seine Intention für das Buch zu verstehen.

    "Nicht die Nazis durch die Sowjets erklären" - Zeit - derStandard.at ? Wissenschaft

    Ob man seine Intention für eine sinnvolle Überlegung hält, mag wohl jeder für sich beantworten.

    Aber es ist definitiv keine Munition für die Thesen von Nolte oder von Hoffman, so die klare Intention und auch Abgrenzung von Snyder!
     
    1 Person gefällt das.
  3. beetle

    beetle Aktives Mitglied

Diese Seite empfehlen