Breschnews Theorie der beschränkten Souveränität

Dieses Thema im Forum "Russland | Sowjetunion | Osteuropa" wurde erstellt von Scarlett, 17. September 2007.



  1. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Zur Breschnew-Theorie:

    "
    Die Breschnew-Doktrin ist die Doktrin des sowjetischen Staats- und Parteichefs Leonid Breschnew, die von der „beschränkten Souveränität“ der sozialistischen Staaten ausging und daraus das Recht ableitete, einzugreifen, wenn in einem dieser Staaten der Sozialismus bedroht werde. Dabei lautete die Hauptthese "Die Souveränität der einzelnen Staaten findet ihre Grenze an den Interessen der sozialistischen Gemeinschaft."
    Die Breschnew-Doktrin wurde am 12. November 1968 verkündet und der Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei vom 21. August damit nachträglich gerechtfertigt. Ähnliches gilt für die Militärintervention der Sowjetunion in Afghanistan (1979).
    China, Rumänien und Jugoslawien wiesen diesen sowjetischen Führungsanspruch zurück, andere Ostblockstaaten, darunter auch die DDR, akzeptierten ihn."



    Kann mir jemand sagen, auf was sich Breschnew beruft? Was ist sein Vorbild für diesen "Beschluß"?
     
  2. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Weiß niemand Rat? :S

    Hat Stalin mal etwas ähnliches im Bezug auf den Ostblock geäußert, möglichst vor 1948? Please help!
     
  3. Mercy

    Mercy unvergessen

    Breschnew mußte im Nachhinein den im eigenen Lager umstrittenen Einmarsch in die CSSR rechtfertigen, das ist der Fluch der bösen Tat.
    Zu untersuchen wären also ähnliche Verhaltensweisen seiner Vorgänger.
     
  4. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Das "Selbstbestimmungsrecht der Völker" (Souveränität) geht auf Wilson und seinem 14-Punkte-Programm vom 8.Januar 1918 zurück.
    Ein gewisser Leo Trotzki hat diesen Begriff schon 1915 geprägt (Zimmerwald), allerdings ohne öffentliche Wirkung.
    Stalin dürfte sich kaum um "Souveränität" von Völkern geschert haben, wobei er am Ende des 2.Weltkrieges die Ukraine und Weissrussland bei der UNO als eigenständige Delegationen auftreten ließ, was sicherlich aber nicht souveräne Gedanken hatte.
    Zu einer Antwort zu deiner Frage hilft Wikipedia etwas weiter, im Link bei der Überschrift "Nach dem Zweiten Weltkrieg". Mit den dortigen Anhaltspunkten kann man weiter nachforschen.
     
  5. Die Doktrin geht letzlich auf die Abgrenzung der Einfluss-Sphären in Europa durch die Konferenzen von Teheran, Jalta und Potsdam zurück.
    Teheran-Konferenz - Wikipedia
    Erklärung von Jalta - Wikipedia
    Potsdamer Konferenz - Wikipedia

    Das hatte durchaus öffentliche Wirkung. Nach der Oktober-Revolution 1917 wurden Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen von Russland unabhängig. Der dafür zuständige Volkskommissar (Minister) war ein gewisser Josef Stalin. Ohne damit auch nur im Geringsten den Stalinismus verteidigen zu wollen, sollte das nicht ganz vergessen werden; gerade auch im Hinblick auf den Hitler-Stalin-Pakt und die oben genannten Konferenzen.

    Leo Trotzki: Zimmerwalder Manifest (1915)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29. September 2007
  6. Gandolf

    Gandolf Neues Mitglied

    Der moderne Begriff der "Souveränität" geht auf Jean Bodin (1530-96) zurück.

    Die Idee der Volkssouveränität auf die Französische Revolution (1789). Aus ihr folgt das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Dieses Recht geht also nicht auf Wilson zurück.

    Die Frage des Selbstbestimmungsrechts der Völker wurde erstmals 1790/91 praktisch bedeutsam, als die bislang päpstlichen Gebiete von Venaissin und Avignon der französischen Republik eingegliedert werden sollten. Welcher Teil eines Volkes besitzt ein hinreichendes Maß von Individualität, um berechtigt zu sein, durch Plebiszit über sein Schicksal verfügen und sich von der Gesamtheit lösen zu können? Bedarf es eines Gemeinbeschlusses aller päpstlichen Völker oder besitzt das Volk von Avignon seit altersher eine selbständige Volksperönlichkeit? - Später stellte sich dann diese Frage, bei Savoyen und Nizza, etc.
    Abstrakte Erklärung: Breshnew beruft sich auf die Gruppensolidarität. Die Gruppe entscheidet. Alle Mitglieder haben die Gruppenentscheidung zu akzeptieren und zusammen zu halten. Abweichung und Ausstieg sind Verrat. Gegen Verräter haben alle anderen Gruppenmitglieder gemeinsam vorzugehen. Problem: das Machtgefälle in der Gruppe. Die SU dominierte die WP-Staaten.

    Historisches Beispiel: Robespierres Entwurf für ein Dekret über die permanente Intervention. Art. 1: "Die Menschen aller Länder sind Brüder; die verschiedenen Völker müssen sich wie die Bürger eines Staates untereinander nach Kräften helfen".

    Ob Breshnew dieses Bsp. kannte, weiß ich nicht. Aber du müsstest dich mal mit dem Marxismus-Leninismus beschäftigen. Dort findest Du bestimmt Hinweise auf die Internationale Solidarität, das gemeinsame Ziel, dem alles unterzuordnen ist (also auch die Souveränität), wer die Wahrheit erkennen kann und das Recht der revolutionären Elite, die irrigen Abweichler auszuschalten.
     
  7. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Am 6.Dezember 1917 erklärte sich Finnland für unabhängig. Im Januar 1918 hat die bolschewistische Regierung Russlands Finnland als souverän anerkannt. Bis 1924 war Stalin in Sowjetrussland zwar an obersten Stellen präsent, aber für die Unabhängigkeitsanerkennungen war die bolschewistische Regierung zuständig, nicht alleinig der Volkskomissar (Minister) für Nationalitätenfragen.
    Zudem hatte Russland Ende 1917/Anfang 1918 andere wichtigere Sorgen (Verteidigung des verbliebenen Russlands rund um Moskau und Petrograd), als Völker und Länder auf dem ehemaligen Gebiet des Zarenreiches von ihren Unabhängigkeitsbestrebungen abzuhalten.
     
  8. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Das erscheint mir neu, dass das 16.Jahrhundert und 18.Jahrundert die "Moderne" darstellt.
     
  9. Der Rat der Volkskommissare war zweifellos ein Kollektiv-Organ und Stalin war nicht der Einflussreichste darin. Die Unabhängkeit der durch das zaristische Russland annektierten Länder war aber offizielle Politik und Stalin war dafür zuständig. Dass das nicht seine Erfindung war, dass er damals "nur" Generalsekretär der Partei war und dass das damals tatsächlich noch ungefähr wörtlich zu nehmen war, nämlich Schriftführer, wird dadurch überhaupt nicht in Frage gestellt.
     
  10. Gandolf

    Gandolf Neues Mitglied

    Hat das jemand geschrieben? Von dieser verzerrten Darstellung des tatsächlich Geschriebenen bitte ich doch den Umstand zu unterscheiden, dass so manche Vorstellung der "Moderne" viel älter ist als die "Moderne" selbst. Im übrigen kannst Du ja mal in einem (umfangreicheren) Lexikon die Erläuterungen zu "Souveränität" oder "Bodin" nachlesen.


    @Scarlett:

    Noch ein Nachtrag zur Franz. Rev. Die Revolutionskriege führten dazu, dass das revolutionäre Frankreich fremde Gebiete besetzte. Wie sollten die französischen Revolutionäre, die sich den Ideen von "Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit" verpflichtet fühlten, mit den "befreiten Völkern" umgehen?

    Hier ist das "Konventsdekret über die Politik in den von den republikanischen Armeen besetzten Ländern" vom 15.12.1792 besonders interessant. In Art. 1 dieses Dekrets wurden die Generäle verpflichtet, die Abschaffung der "Alten Ordnung" unverzüglich zu proklamieren. Satz 2 dieses Art.: "Die Generäle erklären dem Volke, daß sie ihm Frieden, Beistand, Brüderlichkeit, Freiheit und Gleichheit bringen". In Art. 2 wird die Volkssouveränität proklamiert. Volkssouveränität würde bedeuten, dass das Volk über seine Innen- und Außenpolitik selbst entscheiden, also auch für die französische Besatzungsmacht nachteilige Entscheidungen treffen kann. Artikel 11 ist hier interessant: "Die französische Nation erklärt, daß sie ein Volk als Feind behandeln wird, das Freiheit und Gleichheit zurückweisen oder unter Verzicht darauf die Fürsten und die priviligierten Klassen zurückzuberufen oder mit ihnen zu verhandeln wünschen sollte; (...)". Und was man unter "Freiheit und Gleichheit" zu verstehen hatte und wann diese Ideen vom undankbaren befreiten Volk "zurückgewiesen" wurden, bestimmten natürlich die Franzosen... - Soviel zur Franz. Rev.


    Wenn Du speziell an der "sowjetischen Völkerrechtstheorie" interessiert bist, könnte ich Dir hierzu konkrete Hinweise geben. Ich weiß nur nicht, ob ich das heute noch schaffe.
     
  11. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Stalin bekam den letzten Ministerposten.
    Stalin war auch nicht Generalsekretär der Partei zwischen Oktober 1917-April 1922. In dieser Zeit war er in der Bolschewiki in der zweiten Reihe.
    Und was offizielle Politik und Politik auf dem Papier zu Lenins "Unabhängigkeitspolitik" ist, dazu empfehle ich dir diesen Link ab Seite 9 zu lesen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 2. Oktober 2007
  12. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Hallo, wie immer vielen Dank für die Antworten.

    Konkret beschäftige ich mich gerade mit dem Konflikt zwischen Tito und Stalin. Die Breschnew-Doktrin fiel mir diesbezüglich ein, sie wäre, wenn sie einen Vorläufer in der Stalinära hatte, ja ein deutlicher Hinweis auf das Selbstverständnis der SU. Die meisten Analysen beschäftigen sich ja mit den jugoslawischen Quellen, so dass für die sowjetische Seite bzw deren Beweggründe eher Fragezeichen und Vermutungen stehen.

    Ich hoffe, mein Rückgriff auf die Breschnew-Doktrin klingt in diesem Zusammenhang nicht zu wirr. :S :D :grübel:
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Oktober 2007
  13. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Jugoslawien hat sich faktisch selbst befreit. Somit stand Stalin außen vor. Zudem musste die Sowjetunion die Stärke der kommunistischen Jugoslawen (Vereintes Slawien) anerkennen. Tito arbeitet eng mit England im 2.Weltkrieg zusammen, da die Rote Armee weiter weg war als die Briten an Adria und Mittelmeer.
    Erst 1948 kam es zum Bruch zwischen Tito und Stalin. Und 1948 liess man alle osteuropäischen Länder weitestgehend noch politisch allein herumwerkeln und tat so als ob sie souverän wären. Erst nach dem Bruch mit Tito wurde in den osteuropäischen Ländern politisch sowjetischer Druck ausgeübt. Man rief übrigens sogar unter den osteuropäischen Kommunisten zum Krieg gegen Tito auf. Mit Chrustschow fand diese Zeit dann ein Ende.
    Es gab mit Jugoslawien unter Tito und Stalin keinen Vorläufer der Breshnew-Doktrin.
     
  14. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Kleine Ergänzung: einmal mit ganz beachtlicher Unterstützung der Allierten von Italien aus (zB Playfair, The Mediterranean and the Middle East, Bände VI/2 und VI/3). Sämtliche Offensiven der Tito-Armee 45 standen u.a. unter alliiertem Luftschirm von Italien aus.

    Ebenfalls wesentlich ist der Untergang der Heeresgruppe Südukraine durch die Offensive der Roten Armee im August 1944, der letztlich zur sofortigen Räumung des gesamten Balkans südlich Belgrad führte (dem die Heeresgruppe E zugeordnet war). Die deutsche Räumung von 2/3 von Jugoslawien war hier im Wettlauf schneller als die sowjetischen Panzerkorps, die Hunderte Kilometer östlich waren. Deutsche Verbände wurden dann aus Jugoslawien bzw. Griechenland nach Ungarn geworfen, um das 400km breite Frontloch zu füllen.


    Zur Ausgangsfrage:
    die für Jugoslawien erhalten gebliebene Souveränität (anders etwa als für Bulgarien, was ebenfalls im eigentlichen Sinne nicht besetzt worden ist, sondern sich auf die sowjetische Seite schlug, um der Besetzung zu entgehen) würde ich weniger als politische Entscheidung im Kreml, denn als Folge dieser beiderseitigen alliierten Einflüße auf die Befreiung Jugoslawiens sehen. Tito hat sich in der Nische einrichten können, weil sie einmal schlicht durch den Kriegsverlauf auftrat, die West-Alliierten nahbei waren (Luftunterstützung-Reichweite)
    und andererseits wohl auch Stalin kein großes Interesse am Einmarsch hatte, abgesehen von den Entfernungen, der nordöstlich verlaufenden Front mit Problemen in Ungarn und dem Wettlauf nach Österreich und ins Deutsche Reich.

    Einen strategisch völlig unbedeutenden Krisenherd um Belgrad und Serbien konnte auch die Rote Armee der Stärke Ende 1944 nicht gebrauchen. Da bliebe mE wenig Raum für politische Grundsatzüberlegungen, der Ausgang war militärisch bestimmt.

    Der "Fall Jugoslawien" unterscheidet sich dadurch auch deutlich im Kriegsausgang und im Status 1945 von Rumänien, Bulgarien, Ungarn, CSSR. Insoweit stimme ich auch im Ergebnis wieder Hurvinek zu.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Oktober 2007
  15. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Jugoslawien bedeutet simpel "Südslawien" - nichts weiter.

    Die Zusammenarbeit mit den Briten erfolgte allerdings erst, nachdem sich die Briten von ihrer Kooperation mit den serb Četniks, respektive Draža Mihajlović, lossagten.

    Meine These wäre, dass sich Jugoslawien zum Störfaktor in der Plänen der Sowjets entwickelte.

    Das Selbstbewußtsein der Jugoslawien trug meines Erachtens dazu bei, dass sowohl im Inneren als auch in der Außenpolitik eine sehr radikale Politik gefahren wurde.
    Ab November 45 (nach den Wahlen) besitzen die Kommunisten spätestens die Macht im Land. 1945/6 erfolgt die Beseitigung von politischen Gegnern oder solche, die dafür gehalten werden. Schätzungen zufolge beträgt die Anzahl der Opfer etwa 250 000 (manche gehen noch höher). Dies ist deshalb wichtig, da nun keine Gegner mehr vorhanden sind. Amerikanischen
    Quellen zufolge ist die einfache Bevölkerung den Kommunisten ggüber eher ablehnend eingestellt
    Die Verfassung nach sowjetischem Vorbild (1.1.1946), die mit hohem Tempo betriebenen Reformen (Enteignungen, Agrarsektor, ...) künden de facto vom Fanatismus der damaligen politischen Elite.

    Soviel ich weiß, sah die UdSSR für die Staaten in ihrer Einflußsphäre einen langsameren Übergang in den Kommunismus/Sozialismus vor.
    Für Jugoslawien erweist sich das im Nachhinein als "Glück" in Hinblick auf den Konflikt, denn so sind schlicht keine innenpolitischen Gegner vorhanden oder sie wurden zum Schweigen gebracht.

    Dies wird begleitet von einer entsprechenden Außenpolitik.
    Ich denke da etwa an den Anspruch, Triest in die SFRJ einzugliedern.. objektiv gesehen war dies nicht gerechtfertigt. Daneben der Abschuß amerikanischer Flugzeuge im August 1946, die Hilfe für die griechischen Partisanen,etc.
    Obgleich man im wesentlichen der sowjetischen Linie folgte (oder was man dafür hielt?), behielten die Jugoslawen eine gewisse Eigenständigkeit.

    Da die Sowjets in den Nachkriegsjahren und noch vor der Zuspitzung des Verhältnisses in den Beziehungen zum Westen Rücksicht auf denselbigen zu nehmen versuchten, war etwa die Hilfe für die Griechen seitens der Jugoslawen ungern gesehen. Manche Autoren vertreten die Ansicht, Stalin befürchtete eine Destabilisierung der Region durch dieses Eingreifen.
    Auch erfolgte im Hinblick auf die geplante Föderation mit Bulgarien (und Albanien) keine - aus sowjetischer Sicht - ausreichende Konsultation mit den Sowjets.
    Neueren Ansichten zufolge war Albanien der Ausgangspunkt des Bruchs mit Stalin, der sich in den bekannten Briefen beider Diktatoren auf unterhaltsame Weise nachlesen läßt.

    Es gab übrigens 1944 ein Übereinkommen zwischen Churchill und Stalin, zynisch könnte man es als "gentleman's agreement" bezeichnen, wonach Jugoslawien zu jeweils 50 %
    in britische und sowjetische Interessensphäre eingeteilt wurde.
    Die tatsächlichen Ereignisse warfen dies anscheinend über den Haufen.
     
  16. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Stimmt, da hab ich mich verschrieben. Trotzdem war ein Land das sich Slawien nannte, nicht einfach überrennbar für Russen gewesen.
     
  17. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Richtig.
    Vlt eine Annekdote zum jugoslawischen Selbstbewußtsein: Auf den Einwurf, die Amerikaner hätten die Atombombe, antwortete ein Kommunist nach Kriegsende (habe den Namen grad nicht mehr im Gedächtnis :red: ): Sie haben die Atombombe, wir die Partisanenbombe..

    In einem Aufsatz stand kürzlich zu lesen, die Sowjets hätten Jugoslawien lediglich isolieren wollen, ein Militärschlag sei nicht geplant gewesen. Dass allerdings war den Jugoslawen so nicht bekannt, sie rechneten mit einem Militärschlag.
     
  18. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Da haben wohl die Jugoslawen die Sowjets überschätzt. Denn die Sowjets hatten in Jugoslawien nur wenige kommunistische Anhänger, der Großteil war Titoist (haben die Titoisten nicht auch eine Säuberung ihrer eigenen Partei gemacht?). Nach dem 2.Weltkrieg haben die Sowjets nur den afghanischen Fehler gemacht (wahrscheinlich wollten sie den Heroin-Welthandel überwachen und daran reich werden :)).
    Heutzutage tun das andere Armeen.
     
  19. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Ja, aber wäre es von den Jugoslawen nicht töricht gewesen, sich nicht auf einen Militärschlag vorzubereiten?
    Ich glaube, der Konflikt zwischen Stalin und Tito hat doch gezeigt, dass man die Sowjets nicht richtig eingeschätzt hat, mehr noch der Schock über die erste Spaltung des kommunistischen Blocks saß bei den Jugoslawen tief.

    Man muß wohl auch in Betracht ziehen, dass mit diesem Konflikt sich die SFRJ von Feindstaaten umgeben sah und dies durchaus auch war, die alle Beistands- /Freundschafts- pakte aufkündigten und das Land ökonomisch blockierten, zudem wurden ja "Titoisten" verfolgt.

    Zwar machte es die innenpolitische Situation und auch -was ebenfalls nicht unwichtig ist - amerikanische Zusicherungen im Falle eines Militärschlags einen Angriff der Sowjets wenig wahrscheinlich, aber keine Vorbereitungen zu treffen wäre grob fahrlässig gewesen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Oktober 2007
  20. Kiprian

    Kiprian Neues Mitglied

    Also. Das ist mir absolut neu! Würden Sie bitte die Quelle zitieren, wo Herr Breschnew, seine Doktrin” (der beschränkten Souveränität)verkündet hat. Wenn ich mich nicht irre, Sie sind ein Wissenschaftlerin, dann dürfte für Sie kein Problem sein, die oben erwähnte Quelle zu zitieren! Ich wäre Ihnen sehr dankbar sein.

    Absolut falsch. Jugoslawien hat sich nicht selbst befreit und das ist durch Dokumentquellen sehr leicht beweisbar.
    Selbst die Idee, dass die jugoslawischen Partisanen, sogar am Ende des Krieges, könnten alleine erfolgreiche militärische Handlungen gegen die regulären deutschen Einheiten führen, ist absurd.
    Jugoslawien wurde von der Sowjetischen Armee befreit. Eine bedeutsame Hilfe dazu leisteten die Bulgaren. Die bulgarische Armee, die zuvor, paradoxerweise, musste sich unter dem Druck der Alliierten aus heutigen FYR Mazedonien und Ostserbien (Gebiete mit teilweise zahlreicher bulgarischer Bevölkerung) abziehen, sollte jetzt als Verbündeter der Alliierten in Jugoslawien wieder einmarschieren um das Land zu befreien! Militärforscher unterstreichen, dass sogar die Streitmacht (militärische Ausrüstung, Waffen, Erfahrung ect.) der Bulgaren, die in diesen Kampfhandlungen teilnahm, Vielmal überstieg die jugoslawische Partisanen.
    Folgende Szenen waren die Regel: die Bulgaren überwältigen die Widerstand des Feindes, und dann triumphal mit erhobenen Fahnen marschierten die jugoslawischen Partisanen in die jeweilige Stadt ein (sie spielten „Befreier). Es kam zu seltsamen Dingen. Die Titopartisanen wollten auch die Trophäewaffen der Deutschen die von den Bulgaren erkämpft wurden zu bekommen?! Da musste hier selbst Stalin eingreifen, um die bulgarische Armee seine Trophäewaffen zu behalten!!!
    Silesia, ich möchte nicht den Beitrag der Westlichen Alliierten unterschätzen, aber die Bombardierungen, die seit 1943 aus Italien durchgeführt wurdenq hatten einen nicht sehr bedeutender Einfluss auf den Krieg in Jugoslawien.
     

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