Bücher über römische Geschichte

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von Keirin, 23. August 2014.



  1. Keirin

    Keirin Neues Mitglied

    Hallo,
    Ich suche gute Bücher über römische Geschichte. Wer gibt mir Empfehlungen?
    Danke.
     
  2. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Da gibt es viel...sehr viel sogar.

    Was interessiert Dich speziell? Etwas überblicksmäßiges? Für welches Alter? Etwas regionales? Oder etwas spezielles, wie Architekturgeschichte?
     
  3. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    für die Spätphase:
    Alexander Demandt, Geschichte der Spätantike
     
  4. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Guck doch mal bei Buchempfelungen. Gerade im Bereich Rom gibt es jede Menge. Direkt über den Diskussionen.

    Apvar
     
  5. Agricola

    Agricola Aktives Mitglied

    Gute Bücher gibt es vielleicht 1000. Stellenweise gute mehrere 10.000, wenn wir die Artikel mitzählen. Die Liste wäre dann doch etwas zu lang. Welches hättest du denn gerne?

    Bissle eingrenzen, was dich interessiert solltest du schon.

    Und in welcher Sprache? Nur Lateinisch und Altgriechisch, oder darf es auch Englisch sein?
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. August 2014
  6. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Wie wäre es mit Deutsch?:scheinheilig:
     
  7. Agricola

    Agricola Aktives Mitglied

    Kommt auf den Forschungsschwerpunkt an. Obwohl die deutschen Historiker schon sehr breit und gut aufgestellt sind. Der OP hat sich ja noch nicht näher dazu geäußert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. August 2014
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  8. Keirin

    Keirin Neues Mitglied

    Mich interessiert die römische Kaiserzeit. Es gibt ein Buch von Karl Christ. Ist das empfehlenswert?
     
  9. Agricola

    Agricola Aktives Mitglied

    Meinst du dieses hier?

    Die Römische Kaiserzeit: von Augustus bis Diokletian - Karl Christ - Google Books

    oder das hier

    http://books.google.de/books/about/Geschichte_der_römischen_Kaiserzeit.html?id=l-QEF9UMAvAC

    Bei Google-Books gibt es viele, teilweise sehr umfangreiche Leseproben. Da kannst du dich schon mal einlesen, bevor du ein Werk kaufst, oder besser bei deiner Stadtbibliothek per Fernleihe für 2-3 Euro bestellst.

    Solche Standardwerke sind ein Rundumschlag auf beschränktem Raum. Und müssen daher sehr an der Oberfläche bleiben. Um sich einen Überblick zu verschaffen, und dann anhand des Literaturverzeichnisses in Spezialgebiete oder einzelne Epochen tiefer einzusteigen, aber nützlich.

    Mir fällt spontan Nichts ein, was gegen den renommierten Historiker Karl Christ als Einstieg sprechen würde. Achte halt darauf, daß es eine neuere überarbeitete Auflage ist. Sonst könnte das Wissen etwas angestaubt sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. August 2014
  10. buschhons

    buschhons Aktives Mitglied

    "Die Römische Kaiserzeit. Von Augustus bis Diokletian" von Karl Christ im Beck Verlag ist ein ganz dünnes Büchlein, das man an einem Nachmittag lesen kann. Es bietet tatsächlich leider nur eine ganz grobe Übersicht. Man kann es auch positiv formulieren: es ist total übersichtlich.
    (Das zweite und offensichtl. umfangreichere Werk von Christ, welches Agricola nennt, kenne ich nicht).

    Eine Alternative ist vielleicht: Heinz Bellen: "Die Kaiserzeit von Augustus bis Diocletian. Grundzüge der römischen Geschichte". Die zweite Aufl. stammt von der WGB Darmstadt und ist von 2010 (1. Aufl. war von 1998). Ich hab's im Regal, aber dummerweise noch nicht gelesen. Jedenfalls ist es um einiges umfangreicher als der ähnlich klingende Titel von Christ, ist chronologischer aufgebaut und enthält definitiv mehr politische Kaisergeschichte (und kostet bei der WBG ca. 20 Euro).
     
  11. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

    nun, das große Buch von Christ dürfte immer noch das deutschsprachige Standardwerk zur Kaiserzeit sein. Ganz aktuell ist die zweibändige "Römische Geschichte" von Michael Sommer bei Kröner, die die weitverbreitete, aber sehr veraltete von Ernst Kornemann ablöst.
     
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  12. Imperator

    Imperator Premiummitglied

    "Geschichte der römischen Kaiserzeit" von Christ ist definitiv empfehlenswert und für ein Überblickswerk recht detailliert und differenziert. Will man ein Buch über die Kaiserzeit insgesamt lesen, gibt es, denke ich, nichts Besseres.
     
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  13. Turgot

    Turgot Neues Mitglied

    Sehr gut haben mir auch gefallen:

    Herbert Heftner: Der Aufstieg Roms

    Herbert Heftner: Von den Gracchen bis Sulla
     
  14. Keirin

    Keirin Neues Mitglied

    Vielen Dank für die Antworten und die Empfehlungen. Ich werde mal mit Karl Christ beginnen.
     
  15. aneemany

    aneemany Neues Mitglied

    Römischen Reiches

    Hallo ihr Lieben,

    Ich suche gute Bücher über die Geschichte des Römischen Reiches.
    Welche Werke könnt ihr mir empfehlen?

    Vielen Dank.
     
  16. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Das ist so eine Frage, die nicht leicht ohne weitere Informationen beantwortet werden kann.

    Zunächst kommt es auf das Vorwissen an. Hast Du schon eine Römische Geschichte gelesen, oder soll es zum Einstieg sein?

    Dann ist wichtig, was es für ein Text sein soll. Nicht jeder kommt mit trockenen oder wissenschaftlichen Texten klar.

    Dann ist Rom ein weites Thema. Politische Geschichte, Wirtschaft, Architektur und Alltag sind nicht in einem Buch zu finden. Ein Jurist mag die Rechts- oder Verwaltungsgeschichte interessieren. Und schon die antiken Autoren wussten, dass die Militärgeschichte das Thema spannend macht.

    Wenn Du die Anfrage etwas genauer stellst, wirst Du mit den Empfehlungen mehr anfangen können.

    Aber damit schon mal etwas vorgeschlagen ist: (Wobei die genannten Werke unterschiedlichen Ansprüchen folgen.)

    Alfred Heuss, Römische Geschichte, 7. Auflage (oder später), Paderborn 2000. Das Buch sticht durch den Forschungsüberblick heraus, der von den Schülern des Autors aktualisiert wurde. Für Studenten unbezahlbar, hilft es anderen als kommentierte Bibliographie, den Weg zu den wichtigsten Titeln der einzelnen Themen zu finden. Den Laien werden die 17 Jahre seit der Veröffentlichung der Ergänzungen nicht stören, der Student lernt im ersten Semester das zu überbrücken. (Die Darstellung selbst stammt von 1960, weshalb die Ergänzungen zur Forschungsgeschichte auch helfen, zu sehen, was sich seitdem getan hat.)

    Wie in anderen Römischen Geschichten steht die Politische Geschichte im Vordergrund. Geistes- und Wirtschaftsgeschichte werden aber auch bedacht.

    Zur Alltagsgeschichte vielleicht Anne Millard, Das war Rom - Ein Bild des Alltags zur Blütezeit des römischen Reiches, Ravensburg 1982. Dank der umfangreichen Illustrationen - mehr Bildchen als in der Bild- ist das Bändchen wohl der anschaulichste Zugang und trotz ein paar Fehlern und des Alters zu empfehlen.
    Bei Rom ist natürlich auch die Rechtsgeschichte wichtig. Trocken, aber kurz ist die Römische Rechtsgeschichte von Wolfgang Kunkel. Es ist eine Einführung für Jurastudenten, aber wer sich dafür interessiert, findet hier Zugang.
    Als Einstieg für das Militär ist Peter Connolly, Die Römische Armee zu empfehlen. Wieder viele Bildchen. Was nicht mehr aktuell oder umstritten oder ungenau ist, wird dem Einsteiger ins Thema zunächst egal sein.
    Religionsgeschichte: Das ist ein weites Feld. Vielleicht ist es am Günstigsten sich zu den heidnischen Glaubensvorstellungen einen Überblick bei Wikipedia zu verschaffen und dann nochmal danach zu fragen, wenn es interessiert. (Römische Religion, Römische Götter, dasselbe für Etrusker und Griechen, Mysterienkulte, Mythras, Sol Invictus, Isis, ...)
    Zum Christentum fällt es mitunter schwer, neutrale Werke zu finden. Vielleicht als Einstieg Michael Walsh, Christen und Caesaren- Die Geschichte des frühen Christentums, Freiburg, Würzburg 1988. Ein populärwissenschaftlich aufgemachtes Buch, dass bei verschiedenen Themen verschiedenen Einflüssen folgt. Auch hier wird Nachfragen besseres ergeben. Aber für den Einstieg geeignet.

    Bei anderem genügen vielleicht schon allgemeine Werke.
    Kunstgeschichte: Gombrich, Die Geschichte der Kunst ist der Einstieg ins Thema und sollte in öffentlichen Bibliotheken zugänglich sein.
    Geistesgeschichte: Störig, Kleine Weltgeschichte der Philosophie ist die Wahl, wenn es nicht zu kompliziert werden soll. Auch das sollte in Bibliotheken vorrätig sein. Die Philosophiegeschichte von Franz Schupp ist anspruchsvoller, hat aber nicht nur Studenten im Blick, solange die Bereitschaft zum Mitdenken besteht.

    Es haben sich auch Quellen erhalten, die auch heute noch lesbar sind. Im Netz finden sich ältere Übersetzungen. Verständlicher sind neuere Übersetzungen.
    Caesars Werke über den Gallischen Krieg und den Bürgerkrieg sind ein Lehrstück der Propaganda und keinesfalls nur für Militärs interessant. Gerade in Zeiten, in denen Militäreinsätze wieder Thema sind und Kriegsverbrechen immer noch an der Tagesordnung. Dazu solltest Du unbedingt die Abschnitte zum Gallischen Krieg, die sich mit dem Vorgehen der Helvetier, Ariovist und Alesia beschäftigen, in der Geschichte der Kriegskunst von Hans Delbrück lesen. Natürlich nicht mehr aktuell, aber aufschlußreich. Delbrück findet sich im Netz.
    Flavius Josephus, Der judäische Aufstand zeigt das römische Militär von beiden Seiten. Josephus war ein Jüdischer General, der gefangen genommen wurde und überlief, indem er Vespasian zum Messias erklärte und von ihm adoptiert wurde. (Und natürlich ist es für die Geschichte Judäas interessant, da es mit den Makkabäern beginnt. Auch eine Beschreibung der Zustände in Palästina zur Zeit Jesu gehört zur Einführung.)
    Livius Römische Geschichte ist berühmt für die Darstellung der Römischen Frühgeschichte, also eher der Sagen, die sich darum ranken, sowie die Darstellung des 2.Punischen Krieges.
    Sueton beschrieb das 'Leben der Cäsaren' von Caesar bis Domitian und berichtet dabei auch Klatsch.
    Tacitus beschrieb in den Annalen die Zeit vom Tod des Augustus bis Nero, In den Historien die Zeit danach. Beide sind nicht vollständig erhalten. Wie bei allen genannten Autoren ist die Geschichtsschreibung Mittel zum Zweck: Kunst oder/und Absicht des Werks stehen im Vordergrund. Bei Tacitus führt das dazu, dass einige der eindringlichsten Darstellungen der Geschichtsschreibung entstanden. (Im Agricola, einer Biographie seines Schwiegervaters beschreibt er die 'Befriedung' Britanniens und die Germania ist eine Art antikes Äquivalent zu Terra X über 'die Germanen', mit dem Ziel Römische Dekadenz anzuprangern.
    Zur Information sind diese Quellen definitiv nicht der richtige Einstieg. Aber ich wollte darauf hinweisen, dass sie auch wegen der Unterhaltung gelesen werden.

    Edit: Schreib einfach zu Interessen oder Absichten, dann werden vielleicht ganz andere Bücher empfohlen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Januar 2017
  17. Avarice1987

    Avarice1987 Neues Mitglied

    Was ich empfehlen kann: AUf dem Weg zum Imperium, die Geschichte der Römischen Armee
     
  18. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Literaturangaben sollten zumindest Autor, Titel, Erscheinungsort und -jahr enthalten. Nett sind auch Verlag und ISBN, aber das Buch sollte auch ohne zu bekommen sein.

    Hier:

    Kate Gilliver, Auf dem Weg zum Imperium - Die Geschichte der Römischen Armee, Hamburg 2007 (Lizenzausgabe des Nikol-Verlags, ISBN 13: 978-3-937872-66-7; ISBN 10: 3-937872-66-3).

    Ach ja: Eine Empfehlung ohne Erläuterung lässt den Leser ratlos zurück. So sehe ich Gillivers Monographie:

    Das Buch ist schon recht speziell. Beschrieben werden bezüglich der Römischen Armee Organisation, Marschordnung, Lagerbau, Schlacht und Belagerungen. Bequem ist die Übersicht über die Römischen Militärschriftsteller in Anhang 1.

    Zudem ist der Untertitel dem Marketing geschuldet. Der Originaltitel ist 'The Roman Art of War'. Es werden auch "Vorkenntnisse in römischer Geschichte und Politik vorausgesetzt". Es handelt sich eben um eine für die Veröffentlichung umgearbeitete Dissertation.

    Und der Focus liegt auf Schriftquellen. Das ist aber auch ein Verdienst, da die Militärschriftsteller der Antike lange als 'Militärtheoretiker' nicht ernst genommen wurden. Mittlerweile ist recht gesichert, dass es eine Wechselwirkung zwischen Theorie und Praxis gab, die zwar für jedes Werk anders beurteilt werden muss, aber doch für eine Verankerung in der Realität sorgte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. März 2017

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