Darf ich selbst ein Geschichtsbuch schreiben?

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von Geschichtslehrer, 23. August 2018.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    ???
     
  2. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Ich bezog mich auf die Bedeutung von 'Geschichtsbuch'. Als Schulbuch über die Geschichte. Solche werden dazu durch eine Genehmigung zugelassen. Erst dadurch werden sie zum Schulbuch und damit zu einem Geschichtsbuch.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Trotzdem müssen sie geschrieben werden und sie werden in der Regel so geschrieben, dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach die Zulassung erhalten.
     
  4. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Nur klappt das eben nicht bei allen. Vorm Geschichtsbuch steht damit die Genehmigung. Ich weiß, deprimierend. Aber warum sollte es uns anders gehen als dem Rest des Landes? ;)
     
  5. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Wieso deprimierend? Damit wird durch eine Kontrollinstanz verhindert, das zumindest im Lehrbuch Nonsens steht. Was der Lehrer später daraus macht, steht auf einem anderen Blatt.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich kann dir versichern, dass in Schulgeschichtsbüchern trotzdem Nonsense steht. Vor allem in denen der Mittelstufe, was aber leider an den Verfassern und nicht an der pubertierenden Zielgruppe liegt. Bisher hat z.B. noch fast jedes Mittelstufengeschichtsbuch, welches ich in die Hand bekommen habe, den Mythos vom mittelalterlichen Glauben an eine Scheibenwelt - meist zwar nicht ex- aber doch zumindest implizit mittels der Darstellung des berühmten Holzschnitts von Flammarion - weitertradiert. Ohne eben darauf hinzuweisen, dass der Holzschnitt eben nicht aus dem MA oder der FNZ stammt sondern von einem Astronomen (eben Camille Flammarion) des 19. Jhdts. Erst dann, wenn der Geschichtslehrer selber auf die Idee kommt, das Bild mal zu analysieren und dabei feststellt, dass der Holzschnitt von niemandem stammen kann, der an eine Scheibengestalt der Erde glaubt, und seine SuS zum kritischen Denken anregt, dann ist das Bild sinnvoll in Geschichtslehrbüchern einegsetzt. In denen, in denen ich es bisher gesehen habe, war es aber eher illustratives Beiwerk und eben nicht in eine quellenkritische Aufgabenstellung eingebunden.
     
  7. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    In der Schule hatte ich wenig Glück mit Geschichtslehrern und Geschichtsunterricht, großes Glück aber mit einem damals jungen Dozenten in Göttingen. Dankward Vollmer war sein Name, soweit ich weiß, ist er dann später von der Georg August Universität an ein Gymnasium gewechselt. Sein Proseminar "Christiani ad leones-Rom und die Christen war eine der besten Veranstaltungen in meiner ganzen Studienzeit und hat mich motiviert, Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und europäische Ethnologie zu studieren. Nebenbei hat er auch meine Faszination für Latein wieder aktiviert. Nach eigener Beschreibung ein Konservativer und überzeugter Katholik war er ein humorvoller und sehr aufgeschlossener Dozent, dem man gerne zuhörte. Manche interessierten sich nicht sehr für römische Geschichte und absolvierten das Seminar als Pflichtveranstaltung, aber wer sich glühend für antike Geschichte interessierte, war dort genau richtig und konnte eine Menge von ihm lernen. Für eine Einführung in das Studium der Geschichte, Chronologie, Literatur und Quellen, Standardwerke, wo man sie findet wie man sie benutzt gab er sich viel Mühe. Das war noch in grauer Vorzeit, als man noch mit Zettelkästen arbeitete und Digitalisierung noch Zukunftsmusik war. Wie gesagt, eine der besten Veranstaltungen, die für vieles entschädigte, was man im Schulunterricht vermisste.
     
  8. Idomenio

    Idomenio Mitglied

    Ein Buch schreiben und veröffentlichen dürfen alle.

    Laut deiner Inhaltsangabe wäre dieses Geschichtsbuch thematisch jedoch sehr eingeschränkt, wie andere Nutzer bereits erwähnt haben. Es würde sich zur Hälfte nur auf Deutschland beziehen und dann noch ein bisschen Frankreich und Rom, außerhalb Europas nur das Alte Ägypten!

    Ich würde die Einteilung ändern. Spontan würde mir diese einfallen:
    1. Vorgeschichte (Zeit der Jäger und Sammler, Neolithikum)
    2. Alter Orient (Erfindung der Schrift, erste Zivilisationen, Sumer, Ägypten, etc.)
    3. Klassische Antike (Griechenland und Rom)
    4. Mittelalter (sollte auch die orientalische Welt erwähnen)
    5. Indien (Harappa-Kultur, Mogulreich, Gandhi usw.)
    6. China (Entstehung, Konfuzius, Drei Königreiche, Modernisierung, Mao...)
    7. Präkolumbisches Amerika (Olmeken, Maya, Azteken, Inca, Prärie-Indianer, Inuit)
    8. Andere Kulturen (Austronesien, Subsahara-Afrika, Australische Ureinwohner, Zentralasien, Sibirien u.v.m.)
    9. Neuzeit (von Kolumbus und Luther bis zur Französischen Revolution, inkl. Kolonialismus und Neuer Welt)
    10. Das lange 18. Jahrhundert bzw. von (Napoleonische Kriege bis Anfang des 20. Jahrhunderts)
    11. Die beiden Weltkriege und die Zwischenkriegszeit (nicht zu vergessen die Nazis)
    12. Die Zeit bis heute (Kalter Krieg, Wettlauf zum Mond, Fall des Ostblocks, Aufstieg des Internets...)
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2018 um 23:51 Uhr
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ein Lehrer hätte diese Frage nie gestellt. Der hätte ein Desiderat gesehen und wenn es ihn so sehr gestört hätte, dieses Desiderat offen zu lassen, dass er das nicht hätte zulassen können, dann hätte er sich an die Arbeit gemacht, in der Hoffnung das Buch zur Publikations- und Zulassungsreife zu bringen.
    Und ein Fachlehrer hätte die korrekten Fachbegriffe sowie die Anforderungen des Lehrplans gekannt.
    Dass das alles vorne und hinten nicht passt, darauf wurde aber bereits vor Wochen hingewiesen. Umso irritierender ist es, dasss immer noch Leute auf einen ganz offensichtlichen und zudem noch schlecht gemachten Pennälerscherz hereinfallen.
     
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  10. Idomenio

    Idomenio Mitglied

    @El Quijote
    Du meinst also, der Themenersteller wäre ein Troll?
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Er trollt ja nicht. Vielleicht jemand, der schauen will, wie leichtgläubig das Forum ist. Da wären ihm einige Fische ins Netz gegangen. Oder vielleicht ein tatsächlich geschichtsinteressierter Schüler, der sein Schulbuch nicht mag und in pubertärer Selbstüberschätzung glaubt es besser machen zu können. Vielleicht aber auch ein Geschichtsstudent, der eine Hausarbeit in Didaktik schreibt und auf eine ungeschickte Art eine Inhaltskritik an „seinem“ Geschichtsbuch provozieren wollte, um das Geschichtswissen in diesem Forum zu testen.
     
  12. Solwac

    Solwac Aktives Mitglied

    Nein, aber trotzdem kann ich die Frage nicht ernst nehmen. Thema eröffnen, keinen weiteren Beitrag dazu schreiben und anderthalb Wochen nach Themenstart das letzte Mal ins Forum schauen (zumindest angemeldet).

    Und zumindest nach den ersten paar Antworten wäre eine fruchtbare Diskussion noch möglich gewesen, danach höchstens noch ein furchtbare... ;)
     
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  13. Biturigos

    Biturigos Aktives Mitglied

    Manchmal ist es interessant, aus einer merkwürdigen, fragwürdigen Anfrage eine interessante Diskussion zu entwickeln. Ich fand die Beiträge zu den eigenen Erfahrungen im Geschichtisunterricht, oder die Überlegungen um die Frage "Wie könnte ein didaktisch gutes Geschichtsunterrichtsbuch aussehen?" sehr anregend.
    Manchmal habe ich den Eindruck, dass man/frau aus den Fragen selbst etwas gewinnbringendes und wertvolles machen muss, da die Fragesteller verlässlich oft abtauchen und sich nicht mehr blicken lassen.
    Beklagt hatte ich das im internen Bereich einmal, inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, verstehen kann ich das Verhalten solcher "Eintagsfliegen" nicht.
     

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