Das Elitekorps des Kaisers. Die Marineoffiziere im Wilhelminischen Deutschland

Dieses Thema im Forum "Buchempfehlungen" wurde erstellt von Themistokles, 19. März 2008.



  1. Themistokles

    Themistokles Neues Mitglied

    Die Kaiserliche Marine, am Anfang dieses Jahrhunderts als Instrument überseeischer Politik gebaut, wurde zum Symbol für das Weltmachtstreben Deutschlands unter Wilhelm II. In der Kaiserlichen Marine nahm 1918 die Revolution ihren Anfang, die zum Sturz der Monarchie führte. Das Offizierskorps jener deutschen Flotte ist der Gegenstand der vorliegenden Untersuchung.

    Aus welchen Gebieten des neu erstandenen deutschen Reiches, aus welchen Schichten der Bevölkerung kamen die Offiziere, welche Vorbildung brachten sie mit und was veranlasste sie, diesen Beruf zu wählen?
    Welche Vorstellungen, welche Leitbilder bestimmten ihr Verhalten im politischen, gesellschaftlichen und militärischen Bereich?
    Sahen sie in der Flotte den "Schmelztiegel" des Reiches? Welche Beziehung bestanden zwischen den Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaft? Welchen Einfluss hatte all das auf das innere Gefüge der Flotte, auf die Schlagkraft in der Stunde der Bewährung? Lagen auch hier die Ursachen für die Revolution vom November 1918?

    Holger H. Herwig • Das Elitekorps des Kaiser. Marineoffiziere im Wilhelminischen Deutschland • Hans Christians Verlag Hamburg • 1977 • 280 Seiten

    Buchempfehlung von Köbis17
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 21. März 2008
  2. Arne

    Arne Premiummitglied

    "Elitekorps" ?

    Da hat der Mann wohl nach einem reißerischen Titel für sein Buch gesucht?
    Genauso gut könnte man die Preußische Garde, bzw. das Garde du Corps so nennen...
     
  3. Köbis17

    Köbis17 Gast

    @Arne, was lag Kaiser Wilhelm II näher, des Heer oder die Marine?
     
  4. Arne

    Arne Premiummitglied

    Okay, wenn du es so siehst. Trotzdem weiß ich nicht, ob man etwas wie eine "Lieblings-Teilstreitkraft" als "Elite" bezeichnen sollte, bzw. kann.
     
  5. Gneisenau

    Gneisenau Neues Mitglied

    Das sehe ich auch ähnlich.

    Allerdings sahen sich die Marineoffiziere tatsächlich als eine Art Elite. Der "Seeteufel" Graf Luckner schreibt über seine Heimkehr als Leutnant zur See der Reserve, nachdem er Jahre zuvor von daheim ausgerissen war:

    "Nun trete ich vor und sage ganz kurz: "Tag lieber Vater! Glaube meine Äußerung verwirklicht zu haben, des Kaisers Rock in Ehren zu tragen." Der alte Herr weiß nicht, wie ihm ist und was er machen soll. Marineoffizier? Der Bengel ist nicht versetzt, man wäre froh, wenn er Armeeleutnant geworden wäre und jetzt im kaiserlichen Rock?!

    "Deutschlands Zukunft liegt auf der See." Wilhelm II hat schon damals die Auswirkungen der Globalisierung im Zusammenhang mit dem weltweit zunehmenden Handel und dem Wettbewerb um Rohstoffe und Absatzmärkte erkannt.

    Gneisenau
     
  6. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Der Titel heißt, Das Elitekorps des Kaisers, die Betonung liegt auf < des Kaisers >.
    Sicherlich gab es jedemenge "Elitekorps", zumal gerade der "innerliche geistige Kleinkrieg" zwischen Marine und Heer immer an der Tagesordnung war. Und das ist bis heute so, nur mit dem Unterschied, das noch die Fliegerkorps dazukamen.
    Aber darum geht es in erster Linie nicht in dem Buch. Es beschreibt das Marine Offizierkorps.
     
  7. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Hallo, Köbis17,

    gab es eigentlich einen besonderen Grund oder Anlaß, um das immerhin 31 Jahre (deutsch) bzw. 35 Jahre (englisch) alte Buch zu empfehlen? Das es ein Standardwerk ist, will ich nicht bestreiten.

    Neueren Datum ist:
    Thomas Scheerer: Die Marineoffiziere der Kaiserlichen Marine. Sozialisation und Konflikte. Bochum: Winkler 2002. 346 S. [ISBN 3-930083-88-4]

    Gruß jschmidt
     
  8. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Nö, eigendlich nicht. ich fand es halt interessant vor allem im Bezug auf das Verhalten des Offizierkorps zum Ende des Krieges 1917/18.

    Aber wem es nicht gefällt, muß es auch nicht lesen.:cool:
     
  9. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Aber wem es nicht gefällt, muß es auch nicht lesen.:cool:[/quote]

    Sowieso.
     
  10. Obergefreiter

    Obergefreiter Gesperrt

    Elitekorps

    Das "Weltmachtstreben Deutschlands" war das Ergebnis britischer Kolonial- und Wirtschaftspolitik. Wer kann die genauen Gründe nennen, wieso es dem kleinen Neffen aus Deutschland möglich war, überhaupt gegen die britische Marine zu rüsten?
     
  11. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Merkwürdige Argumentation. Erst die These, die ein "fundiertes Urteil" vorspiegelt, dann die Frage, die völliges Unwissen signalisiert. :confused:

    Man muss Dir doch wohl nicht die entsprechenden Links bei Wiki, als erste Informationsquelle, benennen, oder doch? Das hilft, die Frage, ein wenig präziser zu stellen. :cool:

    Das wird doch ein "Obergefreiter" problemlos im Rahmen der "Auftragstaktik" eigenständig lösen können.:D
     
  12. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Da hier explizit auf Ökonomie (Kolonial- und Wirtschaftspolitik) abgestellt wird: die Aussage ist zunächst einmal wirtschaftshistorisch kontrafaktisch.

    Wenn man das Thema politik- und militärgeschichtlich ernsthaft angehen möchte (hier ohnehin off-topic, aber vielleicht in einem anderen Thread), dann wäre es ohnehin zu portionieren:

    1. Wie kam es zu den deutschen Kolonien, welche Rolle spielte dabei die Innenpolitik
    2. Welche Hintergründe hat das deutsche Engagement im Osmanischen Reich und im Mittleren Osten?
    3. Wie kam es zur deutschen Flottenrüstung? Welche Rolle spielte dabei auch die deutsche Industrie, sonstige innenpolitische "Interessengruppen", welcher Konsens bestand zur Politik?
    4. Welche Wurzeln und Treiber sind für die deutsche Wirtschaftsentwicklung ab 1871 zu identifizieren?
    5. Welche Bedeutung haben die (deutschen!) Akteure für die Formulierung dieser Weltmachtpolitik, wie benutzen sie argumentativ und innenpolitisch das "britische Vorbild" für den Hochimperialismus?

    usw. usf.


    Die Möglichkeit der Flottenrüstung war schlicht aufgrund der industriellen Kapazitäten des Deutschen Reiches gegeben, sie wurde strategisch durch den Treiber Tirpitz inszeniert, war in Anlehnung an ein Zitat von Bismarck überflüssig (die Kolonien werden vor Sedan verteidigt), und war finanziellen Restriktionen unterworfen.

    Die passenden Bemerkungen dazu stammen von Herwig, die der Buchtitel gibt Dir die Richtung:
    Herwig, Holger H.: Luxury Fleet - The Imperial German Navy 1888-1918
    Weitere Literaturempfehlungen hier:
    http://www.geschichtsforum.de/558926-post4.html
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Januar 2014

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