Ein U-Boot im Dienste der Mafia? (Prohibitionszeit)

Dieses Thema im Forum "USA | Kanada" wurde erstellt von El Quijote, 8. Juli 2015.



  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Hallo zusammen,

    ich lese gerade bei Graham Moore, Malt Whisky. 75 große Marken, S. 140, folgendes:
    Während der Prohibition erlebte Edradour einen Boom. King's Ransom war in den USA sehr beliebt. den Schmugglern war jede nur denkbare Methode recht, an den wertvollen Stoff zu kommen. Er wurde sogar mit Torpedos an die Küste von Long Island gefeuert. Über die umfassendsten Möglichkeiten verfügte Frank Costello, der König der Unterwelt, der seine Whisky-Schiffe mit einem Wasserflugzeug und einem U-Boot sicherte.
    Also dass ein Mafia-Boss über ein Wasserflugzeug verfügt, das halte ich ja durchaus für plausibel bis wahrscheinlich. Aber ein U-Boot? Hat davon schon mal jemand etwas gehört? Gibt es Quellen dazu? Oder ist das eine Urban Highland Legend, die da in whiskyseeliger Laune in die Welt gesetzt wurde und nun für bare Münze weitergehandelt wird?
     
  2. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Also wenn es um die 30iger Jahre geht, kann ich mir nicht vorstellen, daß die Schmuggler ein U-Boot besessen haben könnten. Das wäre in der Anschaffung damals viel zu teuer, genauso wie ein Torpedo.
    Ob da was mit Marke Eigenbau geht, kann ich allerdings schlecht einschätzen.
     
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  3. Xander

    Xander Aktives Mitglied


    Halte es nicht für so unwahrscheinlich, dass sich Schmuggler ein simples, gerade mal tauchfähiges Einmann-Vehikel gebastelt haben, um unerkannt ihre "Ware" zu transportieren!
    Seetauglich waren diese Dinger aber bestimmt nicht.
     
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  4. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Zuletzt bearbeitet: 8. Juli 2015
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  5. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Immerhin benutzen Kokain-Schmuggler U-Boote heutzutage. Wiki hat entsprechende Presseberichte im Eintrag "Handels-U-Boot" verlinkt.
    So vøllig absurd ist es also nicht.
    Hat die USA nach dem 1.Weltkrieg U-Boote aus Deutschland als Reparationen erhalten? Da kønnte ich mir schon vorstellen, dass da mal eins "verschwunden" ist.
    Oder ein korrupter U-Boot-Kommandant (so die US-Flotte schon U-Boote hatte). Der müsste allerdings seine Manschaft ebenfalls auf seiner Seite gehabt haben, unbemerkt geht das nicht.

    Meine Vorstellungskraft endet allerdings bei der Torpedo-Story. Ich kann mir das bildlich nicht vorstellen, wie das funktioniert haben soll.

    Gruss, muheijo
     
  6. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Hier kannst dich ja mal durchklicken:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_deutscher_U-Boote_(1906–1919)

    Aber die wenigen Boote, die nach USA gingen, wurden in aller Regel spätestens bis mitte der 20iger Jahre abgewrackt.
    Das mit dem Torpedo wäre aber möglich, wenn es sich um eine Übungstorpedo handelt, so kann dieser wieder Eingefangen werden, wenn seine Laufstrecke beendet ist. Aber auch solche Torpedos sind nicht billig.
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ihr seid also unterschiedlicher Meinung.
    Das Mississipi Submarine wäre natürlich als kleines, wenn auch riskantes(!) Transport-U-Boot denkbar. Bei Moore liest sich das aber ganz anders. Dort wird ja nicht von einem Transport-U-Boot zum Schmuggel gesprochen sondern von einen U-Boot zur Sicherung eines Schiffs. Wenn Moore also nicht einem Missverständnis aufsitzt, dann kann er nicht dass Mississipi Submarine meinen.
     
  8. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Du erwæhntest aber auch, dass der Whisky mit Torpedos an Land geschossen wurde. Ich hatte das so verstanden, dass das von einem (dem) U-Boot aus geschah.

    Wenn's um die reine Sicherung* geht, könnte das vielleicht wirklich zu einem bestochenen U-Boot-Kommandanten passen: In dem Fall muss er weder die Besatzung einweihen, noch hat er ein grosses Risiko. Im Ernstfall ist er halt auf "Ûbungsfahrt".

    (*) Darunter vertehe ich "Schmiere stehen"

    Gruss, muheijo
     
  9. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Da möchte ich widersprechen, denn nicht der Kommandant eines Kriegsschiffes gibt den Befehl zum Auslaufen wozu auch immer.

    Sich einfach so von der "Truppe" absetzen scheint mir sehr unwahrscheinlich, vor allem mit so einen modernen Seekriegsgerät, wie dem Uboot.
     
  10. Rurik

    Rurik Neues Mitglied

    Ja, also das Sichern kann ich mir auch nicht vorstellen. Wie soll ein U-Boot ein Schiff sichern? Man sieht es nicht (Abschreckung?) und es wäre auch zu langsam um z.B. Boote des Küstenschutzes abzufangen. Es müsste auch in ungeeigneten, flachen Gewässern opperieren. Für die Wartung bräuchte es auch eine gewisse Logistik, die irgendwann auffallen würde.
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    An diese praktischen Aspekt hatte ich nicht einmal gedacht. Ich dachte viel mehr an Finanzierung etc. Ich mein, okay, in der Ukraine gibt es ja auch einige Millionäre, die sich den Luxus erlauben, mit einem Panzer durch die Gegend zu fahren (war vor einigen Jahren, lange vor Maidan und Ukraine-Krise mal Thema im Weltspiegel oder Ausalndsjournal).
     
  12. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Ich möchte aber darauf verweisen, daß ein Panzer nicht vergleichbar ist mit einem Uboot, also schonmal allein aus der technischen Bedienung heraus.
     
  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das war rein auf die Finanzierung bezogen.
     
  14. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Oh ha, dir ist wohl nicht bewusst, was ein Panzer kostet und im Vergleich zu einem Uboot ... das ungefähr so, wie wenn du ein Bobby Car mit einer S-Klasse vergleichst ...auch im Bezug auf Unterhaltung, Ersatzteil usw. ...:winke:
     
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich hab bisher für weder das eine noch das andere ein größeres Kaufinteresse gehabt. ;)
     
  16. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    wie sagt man so schön: wer fragt, was ein Schiff kostet kann sich keines leisten.

    Was kostete denn so ein U-Boot damals?

    Kurioses am Rande: zur Ausstattung der Yachten Azzam und Eclipse (Beschreibung in Wiki) gehört neben dem obligatorischen Hubschrauber auch ein U-Boot und ein Raketenabwehrsystem.
     
  17. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Pablo Escobar soll auf einer seiner Facendas neben einer Stierkampfarena und einer Menagerie auch ein kleines Privatmuseum unterhalten haben, in dem u. a. Exponaten das Flugzeug ausgestellt war, mit dem er seine erste Schmuggeltour in die USA begonnen hatte.
     
  18. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Je nach Größe, werden bei der Kriegsmarine Anfang der 30iger Jahre Kosten ermittelt von 1,2 Mio - 4,5 Mio RM. Kleine Boote liegen bei ca.280t große bei 900t.
    Diese Kosten bewegen sich aber innerhalb eines Rüstungsauftrages von vermehrter Abnahmezahl und kann kaum auf ein einzelnes Boot herunter gerechnet werden.

    Mit der IvS wurde z.B. zur Testphase/Konstruktionsphase von Ubooten in den 20iger Jahren in Spanien (Umgehung des VV) von deutscher Seite 3-4 Mio RM auf 3 Jahre verteilt zur Verfügung gestellt. Das erste Uboot aus diesen Programm wurde dann unter dem Haushalt 1931 mit einem Preis von 1,5Mio RM gebaut. Es handelt sich hier um ein kleines Boot von 250t.
     
  19. steffen04

    steffen04 Gesperrt

  20. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Wahrscheinlich ist der Cadi immer noch billiger, als ein der Standard Torpedo der deutschen Marinen G7 ... ich kann leider keinen Stückpreis finden ...
     

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