Entschädigungsstreit um den Waldgirmeser Pferdekopf

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von Ashigaru, 17. Juni 2016.

  1. Hermundure

    Hermundure Aktives Mitglied


    Hallo Opteryx,

    wenn du wie ich im "staatlichen Auftrag" Prospektionen durchführst, gehen alle Funde automatisch in den Besitz des Landes (in dem Fall Sachsen-Anhalt) über.
     
  2. Opteryx

    Opteryx Mitglied

    Gut. Das gilt auch für das Recht am Foto. Aber Skizzen sind frei. Oder hat man dir jede Form der Veröffentlichung untersagt?
     
  3. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied


    So, und es geht - auch für mich überraschend - in die nächste Runde.
    Sensationsfund von Waldgirmes: Streit um römischen Pferdekopf geht in nächste Runde

    Das Land Hessen will die hohe Entschädigungssumme nicht zahlen. Leider enthalten die bisher dürren Medienberichte nicht den Grund, mit welcher Begründung das Land das ursprüngliche Urteil anfechtet. Der Kopf befindet sich nichtsdestotrotz auf der Saalburg und kann dort auch besichtigt werden.
     
    silesia gefällt das.
  4. edgar

    edgar Aktives Mitglied

    Also vom Schatzregal bin ich noch immer nicht so richtig überzeugt.
    Wenn ich mir die Briten so anschaue mit ihrem Treasure Act, so gibt es dort gefühlt viel mehr gemeldete Funde. Die belohnen dort unglaublich hoch. Ein Beispiel von vielen: Depotfund von Hoxne – Wikipedia

    Gibt es eigentlich ordentliche Statistiken wie es mit oder ohne Schatzregal aussieht ?
    Würde der Bund die Belohnungen übernehmen, so wäre das eine lächerliche Mehrausgabe.
     
  5. Hermundure

    Hermundure Aktives Mitglied

    Hallo Opteryx,

    man sieht es beim LDA nicht gerne, wenn Infos nach "draußen" gelangen. Ist fast so wie damals vor 30 Jahren, wenn du verstehst was ich meine. Schade eigentlich, wenn man sieht, wie andere (selbst mit Suchgenehmigung!) ihre Funde frei posten können. Ich prospektiere seit kurzem einen weiteren Platz, welcher bis jetzt fast nur Funde aus der RKZ hervorbrachte (u.a. der Rest einer Lanzenspitze, Fibeln und blattförmige Riemenbeschläge vom Pferdegeschirr). Er ist nur ein paar Kilometer von dem anderen Fundplatz bei Merseburg, welcher mich schon mit den Schleuderbleien und dem durchbrochenen Messerfutteralfragment beschenkte. Ich bin mal gespannt, was noch so zum Vorschein kommt.

    @edgar

    Finderglück: NRW hat 20 verborgene Funde im Schatzregal - WELT

    Die geringe Quote aus NRW, auch wenn es vorher keine Statistik gegeben hat, sagt eigentlich alles aus. Der Depotfund von Hoxne wurde im übrigen mit dem gleichen Detektor gefunden, welchen ich noch jetzt benutze. Gute alte 32-jährige analoge Technik (nur aufgepimpt mit einer größeren Spule, welche speziell für mein Modell in der Ukraine angefertigt wurde). Die heutige Jugend könnte mit sowas gar nichts mehr anfangen. Ohne Leitwertanzeige und nur nach "Gehör" ist diese hoffnungslos verloren. Und besser und tiefer sind die VFL-Detektoren von heute auch nicht - im Gegenteil, viel mehr störanfälliger.

    @Ashigaru

    "Das Land sehe seine Rechtsposition nicht ausreichend berücksichtigt, begründete die Ministeriumssprecherin den Schritt. Wann es in Frankfurt zu einem Prozess kommt, ist noch nicht abzusehen."

    Hessen legt Berufung gegen Urteil zu Entschädigung für antiken Pferdekopf ein

    Das Land spielt also auf Zeit und hofft, dem Bauern gehen die finanziellen Mittel im Streit aus. Übliche Taktik, wird aber nicht viel bringen, weil die rechtliche Ausgangslage glasklar ist (Anwendung des DschG vor 2011). Man will einzig und allein den Preis drücken und einen Vergleich erzielen. Am Gutachten wurde nichts bemängelt - warum auch?!

    Grüße
     
  6. Opteryx

    Opteryx Mitglied

     
  7. Opteryx

    Opteryx Mitglied

    Die Sparwut lässt es trotzdem nicht zu. Unser archäologischer Museumsmitarbeiter geht in den Ruhestand. Ein Nachfolger wird nicht genehmigt. Die Arbeitsgemeinschaft ist aufgelöst. Die große vor- und frühgeschichtliche Sammlung verwaist. Gottseidank haben andere Museen das Leichenfleddern bisher abgelehnt.
     
  8. Hermundure

    Hermundure Aktives Mitglied

    Hallo Opteryx,

    zu Hachelbich ist mir bisher nichts Neues bekannt.

    Den Fundplatz bei Merseburg würde man geophysikalisch untersuchen lassen. Allein das Geld fehlt im Moment dafür. Es wird zur Zeit für andere Projekte und für das Museum benötigt. Also gedulden wir uns.

    Grüße
     
  9. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

  10. Opteryx

    Opteryx Mitglied

    Ich meinte eigentlich, ob sich die gefundenen Schleuderbleie in das Jahrhundert von Hachelbich einordnen ließen.
    Grüße
     
  11. Hermundure

    Hermundure Aktives Mitglied

    Hallo Opteryx,

    die beiden Bleie sind unterschiedlich - eins ist ovoid (würde für 2./3. Jh. sprechen), das andere ist bipyramidal (eig. späte Republik/frühe Kaiserzeit). Da aber der Thekenbeschlag (3. Jh. und jetzt im Museum) nur ca. 50 m entfernt vom 1. Schleuderblei lag, gehe ich eher vom 3. Jh. aus.

    Grüße
     

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