Entwicklung der Lebenshaltungskosten 1924-1934

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von floxx78, 12. Oktober 2017.

  1. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied


    Es erstaunt, dass die Lebenshaltungskosten in Deutschland während der Weltwirtschaftskrise nicht unerheblich gesunken sind. Erwartbar bei einer krisenhaften Entwicklung wären eher steigende Kosten gewesen. Dies trifft auf Vergleichsdaten etwa aus den USA auch zu.

    Woran lag es, dass das in Deutschland nicht so war? Wurde subventioniert? Gab es festgelegte Höchstpreise für Lebensmittel/Dinge des täglichen Bedarfs? Besondere Wirtschaftsabkommen/-beziehungen mit anderen Staaten? Gibt es einen Zusammenhang mit der Reparationsfrage? War es aktuelles politisches Handeln, das dazu geführt hat oder strukturelle Bedingungen? Fragen über Fragen. Und mit Google komme ich nicht weiter.

    Um diese beiden Grafiken geht es:

    Gerade auf LeMO gesehen: LeMO Bestand

    Gerade auf LeMO gesehen: LeMO Bestand
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Kannst Du bitte vorab erläutern, wieso und worin Du einen wesentlichen Unterschied in den Preisentwicklungen zwischen den USA und D in der WWK siehst? Für welchen Zeitraum genau?

    Vor dem Hintergrund des sehr kurzfristigen Schrumpfens der Realgütermärkte um bis zu 30%, des Nachfrageschocks, des Angebotüberhangs, der folgenden extremen Verwerfungen auf den Arbeitsmärkten: aus welchem Grund erstaunt die Absenkung des Preisniveaus?

    Wie sollen Kosten als steigend erwartet werden, wenn Investitionsgütermärkte (mengenmäßig) völlig einbrechen (Preisverfall war die Folge), und Schlüsselmärkte für Rohstoffe/Konsumgüter wie etwa Baumwolle/Kleidung preislich auf 1/3 reduziert werden (gerade die Folgen etwa bei Baumwolle kann man 1:1 auch auf das Lohnniveau übertragen)? Die Liste lässt sich beliebig verlängern.

    Ein guter Einstieg ist Bernanke (später Fed-Präsident):
    The Macroeconomics of the Great Depression: A Comparative Approach
    To understand the Great Depression is the Holy Grail of Macroeconomics :D

    Der Aufsatz verweis weiter auf die Erklärungsversuche von Bernanke/Carey 1996 (Nominal Wage Stickiness and Aggregate Supply in the Great Depression) und dem Vorläufer Eichengreen/Sachs 1985 (Exchange Rates and Economic Recovery in the 1930s).
     

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