Frau auf Markt verkauft?

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Entdeckungen (15. - 18. Jhd.)" wurde erstellt von Nergal, 8. Dezember 2016.



  1. Nergal

    Nergal Neues Mitglied

    Lese vorhing in "Ladies Lords und Liderjane" Eulenspieghelverlag, 1991 folgenden Text :


    Habe hier noch was gefunden (Seite 117)
    https://books.google.at/books?id=7u9XAAAAcAAJ&pg=PA118&lpg=PA118&dq=smithfield+ein+mann+seine+frau+verkaufen&source=bl&ots=ruDub3JYfy&sig=bzmPCxU3OiR4ZvLzaT2C0WtlNmY&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiLhY6s8eTQAhUIJsAKHQ5nAWwQ6AEIHDAA#v=onepage&q=smithfield%20ein%20mann%20seine%20frau%20verkaufen&f=false


    Das scheint ein wenig befremdlich wenn man daran denkt wie sich die Engländer gegen Sklaverei auf eigenem Boden eingesetzt haben und bereits 1807 den Sklavenhandel in ihrem Herrschaftsbereich abschafften.

    Wie ist so etwa szu verstehn, war das weniger eine Art Handel mit Menschen als ein übertragen von Verpflichtungen die Person zu ernähren, zu kleiden usw. und als deren "Nutzen" dann eine Mithilfe im Haushalt/Gehöft, oder wie?
    Mußten die Verkauften dann allen "ehelichen Pflichten" nachkommen?
    (Interessant: es wurden auch Kinder verkauft,siehe Text)

    Weiß Jemand mehr darüber?

    btw.:Wer Madame de Avot genau war konnte ich nicht herausfinden, wobei der name mit "de" anstelle von "d'" geschrieben wurde. Nur ihr buch ist namentlich bei Google erwähnt, in französisch, als: Madame d'Avot, Lettres sur l'Angleterre, ou Mon séjour à Londres en 1817
     
  2. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

  3. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    Der Umstand hat zumindest auch Eingang in die hohe Literatur der Gesellschaftssatire mit mariner Beteiligung gefunden.

    https://books.google.de/books?id=NC...market wife killick desolation island&f=false

    (Ab S. 9, mitte). Tenor:
    Es mag merkwürdig erscheinen. Aber so ist es nunmal der Brauch, ein sehr alter Brauch und ich (Captain Aubrey) würde mich niemals gegen einen Brauch stellen, Gewohnheitsrecht sozusagen.

    In einer Zeit, in der man selbst auf dem Kontinent noch Katzen quälte, um Hexen eins auszuwischen (siehe Darnton, Das Katzenmassaker) und alle möglichen anderen Glauben, Aberglauben und Gewohnheiten existierten, was ist so verwunderlich daran, dass der tendenziell eher rechtlose Teil der Bevölkerung auf dem Markt verscherbelt wurde?
    (Auch die offizielle Stiftung von Ehen zu der Zeit war ja in erster Linie ein Handelsgeschäft...)
     
  4. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

  5. Nergal

    Nergal Neues Mitglied

    Danke! Sehr interessant.

    Also bei beidseitigem Einverständnis, aber ohne Rechtsgrundlage und häufig mit Strafverfolgung.
     

Diese Seite empfehlen