Gräber der Sahara

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von Wsjr, 26. September 2016.



  1. Wsjr

    Wsjr Neues Mitglied

    Hi

    Ich hab auf meiner letzten Saharawanderung einige Gräberfelder/Friedhöfe entdeckt, wie im Anhang sichtbar.

    Mich würde interessieren ob es irgendwelche Informationen zu solchen Grabstätten gibt. Sind sie islamisch oder präislamisch?

    Die Region war das marokkanische Tafifalt zwischen Rissani und M'hamid

    in Gewisser weise ähneln sich ein wenig den Berberfriedhöfen aber sind viel kleiner.
    Es befindet sich bei beiden Fällen keine Siedlung in der Nähe.
    Irgendwelche weiteren Funde wie Keramikscherben etc. konnte ich nicht ausmachen.
     

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    Zuletzt bearbeitet: 26. September 2016
  2. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 26. September 2016
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ja, je nach Ausrichtung der Gräber ist der Friedhof als islamisch anzusprechen (wobei die Ausrichtung der Gräber - siehe unsere Qibla-Diskussion - durchaus nicht genau sein muss. Warum als frühislamisch, ist mir nicht ersichtlich.
     
  4. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    Sie könnten in der Tat viel jünger sein. Die islamische Anlage auf angehängtem Bild wird auf das 18.-19. Jh. CE datiert.

    Weiterleitungshinweis
     

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    Zuletzt bearbeitet: 27. September 2016
  5. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Auf meiner letzten Reise in die Westsahara haben wir Kriegsgräber aus den 1970-er gefunden – und die sahen zum Teil genauso aus. Allerdings waren auch Grabstellen aus Beton dabei.
    Und nicht weit entfernt fanden sich auch vorislamischen Grabhügel!

    Von vielen früheren Reisen in die Sahara weiss ich wie schwierig solche Gräber zu datieren sind. Die Machart scheint sich in vergangenen tausend Jahren kaum geändert zu haben.

    Gruss Pelzer
    .
     
  6. Wsjr

    Wsjr Neues Mitglied

    Ja das ist wirklich schwer mit der Datierung von Steinsetzungen in der Sahara.
    Das gilt auch für Steinzirkel von Nomadenzelten. Die können tausende Jahre alt sein oder erst vor kurzem aufgebaut.
    Was auffält ist, dass bei meinen Gräbern jegliche Erd oder Steinaufschüttung oder Einfassung zu fehlen scheint.
    Möglicherweise wegerodiert?

    Hier habe ich noch etwas. Keine Gräber, denke ich zumindest, sondern auffällige Steinsetzungen. Derer fanden sich mehrere an einem markanten Pass. (M'harechpass)
    Mich wundert die Farbe mit der der große dieser Steinmanderl bemalt war
    Sie befanden sich aber auf einer der beiden Bergflanken oberhalb des Passes.
    Möglicherweise eine Art Wegweiser oder territoriale Abgrenzung?
     

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    Zuletzt bearbeitet: 28. September 2016
  7. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Das ist ein "Redjem" - eigentlich nur ein Wegzeichen, aber oft auch mit einer zusätzlichen kultischen Bedeutung.

    Gruss Pelzer
    .
     
  8. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    Gegen die Wegweiser-Deutung spricht, dass die Gebilde im Hintergrund dem im Vordergrund ähneln (siehe angehängten vergrößerten Ausschnitt). Als Wegmarkierung würde aber ein Steinhaufen reichen.

    Für die Deutung spricht, dass bis zu 10 Fuß hohe Steinhaufen als Markierungen verwendet wurden, glaubt man folgender Quelle, deren Gesamttext leider nicht zu öffnen ist, und setzt man voraus, dass es um die Sahara geht:

    https://www.google.de/?gws_rd=ssl#q=%22+marked+by+piles+of+stones+6+to+10+feet%22
     

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    Zuletzt bearbeitet: 28. September 2016
  9. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Solche Redjem/Wegzeichen sollen ja je nach Gelände aus grosser Entfernung sichtbar sein - zumindest die wichtigen. Aus Algerien und Libyen kenne ich noch wesentlich grössere. Auch die französischen Balisen waren ja manchmal einige Meter hoch. Dazwischen gibt es natürlich noch die kleinen Steinhäufchen, die einem den Weg weisen - oder verwehren.

    Gruss Pelzer
    -
     

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