Guanchen

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von heinz, 14. März 2004.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Ich sehe in diesem Textteil des Canarien z.B. auch Parallelen zu Dürers Rhinocerus. Auch der versucht ja eine Erklärung für die Physiologie des Nashorns zu finden und sieht es als ein gepanzertes und bewaffnetes Tier, das Elefanten jagt. Uns heute erscheint das lächerlich, für Dürer war das vermutlich die ihm am wahrscheinlichsten erscheinende Hypothese:

    "Nach Christiegeburt / 1513.Adi.i.May. Hat man dem großmechtigisten Kœnig Emanuel von Portugal / gen Lysabona aus India pracht / ain solch lebendig Thier. das nennen sie Rhinocerus / Das ist hie mit aller seiner gestalt Abconterfect. Es hat ein Farb wie ein gespreckelte Schildkrot / und ist von dicken Schalen uberleget sehr fest / und ist in der grœß als der Heilffandt / Aber niderichter von baynen und sehr wehrhafftig. Es hat ein scharffstarck Horn vorn auff der Nassen / das begundt es zu wetzen wo es bey staynen ist / das da ein Sieg Thir ist / des Heilffandten Todtfeyndt. Der Heilffande fürchts fast ubel / den wo es Ihn ankompt / so laufft Ihm das Thir mit dem kopff zwischen die fordern bayn / und reist dem Heilffanten unten am bauch auff / und er würget ihn / des mag er sich nicht erwehren. dann das Thier ist also gewapnet / das ihm der Jeilffande nichts Thun kan / Sie sagen auch / das der Rhinocerus / Schnell / fraytig / und auch Lustig / sey."
     
  2. chamaeleon

    chamaeleon Neues Mitglied

    La Gomera

    Erst vor kurzem verbrachte ich meinen Urlaub auf der Insel La Gomera. Der Name leitet sich übrigens von "Gomarrha" ab und es gibt einen gleichnamigen Berberstamm in Nordafrika. Mir wurde übrigens gesagt, dass es auf La Gomera biologisch den höchsten Anteil von Guanchen gegeben soll. Ungefähr 70% der Einheimischen sollen noch von Guanchen abstammen. Ich halte das für glaubwürdig, denn ich war auch einmal in Algerien zu Besuch und zwar in einer Region, wo die Berber als "Kabylen" bezeichnet werden. In der Tat sehen die Einwohner von La Gomera den Kabylen sehr ähnlich. Ein Kennzeichen ist rotblondes Haar, das sonst unter den Völkern des Mittelmeers sehr selten vorkommt.

    Zur Auswanderung der Guanchen gibt es zwei unterschiedliche Theorien. Erstens: die Verwüstung der Sahara. Die war einmal fruchtbar gewesen und später wurde sie zur Wüste. Zweitens: Druck durch die römische Besatzung. Es mag wohl Berber gegeben haben, denen das nicht passte. Nun muss eine Erklärung gefunden werden, warum sie hin und nicht wieder zurück kamen. Wahrscheinlich verwendeten sie Flöße aus Schilf, welche nach der Ankunft verrotteten.

    Die Pfeifsprache hat nichts mit herausgeschnittenen Zungen zu tun. Eine bessere Erklärung sind die tief eingeschnittenen Schluchten, von denen es auf La Gomera sehr viele gibt. Die bessere Anschauung hat man, wenn man selbst einmal dort war. Die Pfeifsprache bietet die Möglichkeit, sich über eine Schlucht hinweg verständigen zu können, ohne müselig bergab und berauf kraxeln zu müssen.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Is' schon klar, daher auch der Vergleich der Quellenpassage mit dem Dürer'schen Rhinozerus.
     
  4. duxalamannorum

    duxalamannorum Mitglied

    hier habe ich 2 interessante Bilder über die Eroberung der Insel Fuerteventura im Jahre
    1402 durch Jean de Béthencourt PICT0116.JPG

    PICT0118.JPG
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Bei Licht betrachtet ist die Muschelsammler"theorie" zweifelsohne Quatsch, das haben wir schon vor Jahren geklärt - warum also noch mal aufgreifen, was vor 7 bzw. 8 Jahren, kaum aufgetaucht, von der Mehrheit der Diskussionsteilnehmer ad acta gelegt wurde?
    Weil die Muschelsammler"theorie" nicht nur für die Besiedlung der Kanaren unsinnig ist (und offenbar nur in Dtld. in Literatur bekannt, die sich nicht zu schade ist, auch Atlantis"theorien" als valide Hypothesen zu offerieren), sondern auch, weil die Bezeichnung des hypothetischen "Volkes" (welches auch noch "klein" gewesen sein soll) nach seiner angenommenen Tätigkeit des Muschelsammelns offenbar auf archäologische Funde zurückgeht, nämlich das Auffinden von Muschelresten, die auf menschliche Mahlzeiten hindeuten.
    Was ist dazu aus archäologischer Sicht zu sagen? Muschelkalk gehört zu den organischen Überresten, die sich besonders gut erhalten, wohingegen z.b. die weichen, was knorpeligen Gräten von Fischen, die zumal im Gros eher fein und klein sind, sich nicht erhalten. Die Idee vom Muschelsammlervolk - ganz unabhängig von der Rolle dieses Volkes bei Besiedlungshypothesen - würde damit auf die Fehlinterpretation archäologischer Befunde zurückgehen.
     
  6. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Mit Erlaubnis von Frank81 aus dem Historum möchte ich gerne seinen Beitrag in einem dortigen Thread hier zitieren:

    ...Fortsetzung
     
  7. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    ...Fortsetzung

     
  8. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  9. Mfelix

    Mfelix Neues Mitglied

    Hallo und seid gegrüßt ,

    Zu der Sprache "El silbo" wollte ich hinzufügen ,dass es auf dem Festland im Hohen Atlas auch von wenigen benutzt wird.

    Ob es aber eine Tradition oder ein zeitlich jüngeres Phenomen ist ,kann ich nicht sagen.

    [MOD/ YT-link gelöscht. Bitte Hinweise beachten:
    http://www.geschichtsforum.de/thema/hinweise-zu-verlinkungen.37262/
    /MOD]
     
  10. Mfelix

    Mfelix Neues Mitglied

    Sorry ,hab die verlinkregeln nicht gelesen .
    Aber ich habe zum Thema was auf französisch gefunden.

    "La langue sifflée des Ait Abdi, dans le Haut Atlas, vestige des temps anciens"

    "Plusieurs populations de la planète utilisent des formes complémentaires de la langue qu’on appelle langues sifflées ou plus justement paroles sifflées car elles utilisent les modulations du sifflement à la place de celles des vibrations des cordes vocales.

    Elles constituent une forme sifflée de la langue parlée car elles en ont la complexité en termes de syntaxe et de vocabulaire. Elles permettent des communications à plus grande distance que la voix parlée .

    Ce langage sifflé est encore pratiqué chez les amazighs les îles Canaries (Île de La Gomera) et dans le Haut Atlas marocain. Elles permettent de se fondre dans les bruits de la forêt pour organiser la chasse comme en Amazonie, elles servent aussi à tenir des conversations amoureuses.
    Plusieurs navigateurs de l’Antiquité ont rapporté que les Guanches ( Les berbères autochtones des îles Canaries) , anciens habitants des îles Canaries, pratiquaient, outre leur parler habituel, un langage sifflé, connu actuellement sous le nom de silbo. Celui-ci leur permettait de communiquer de vallée en vallée sur plusieurs kilomètres. Quoiqu’il soit désormais basé sur la langue espagnole, le silbo est encore pratiqué par quelques Canariens qui tentent de remettre cette langue à l’honneur.

    Dans, le Haut Atlas cette pratique persiste encore, elle est perpétuée par les jeune bergers amazighs dans les hauts plateaux entre Tasraft n’Aït Abdi et Anergui, Haut Atlas, Maroc."

    Quelle:www.amazigh24.ma/Culture/langue sifflee/14.03.2019


    Ich weiss nicht ob man sich hier im Forum schon über den Namensgeber der Inseln geeinigt hat ,das es mit Hunden zu tun hat ,die außergewöhnlich groß waren schließ ich aus (kein Selektionsdruck vorhanden).

    Zudem hat man ja auch diese Hunde , mit Mönchs-Robben bei der Translation verwechselt die ,dem Hofe Juba II. gebracht wurden.

    Ich tendiere eher zu einem Volksstamm der als Namensgeber für Gran Canaria und dem Archipel in Frage kommt ,nimmt man doch an das er Name Gomera auch vom Stamm der Gomarah kommt.

    Gruß
     
  11. Mfelix

    Mfelix Neues Mitglied

    Erwähnenswertes der Guanchen ist auch die Tatsache ,das es auf den Kanaren(Cenobio de Valeron/Gran Canaria) einer der ersten "Lagerhallen" bzw. den Vorläufer der Bank auch "Igudar" genannt zu finden ist.
     

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