Handel zur Zeit Caesars

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von Hannes, 15. Juni 2018.

  1. Hannes

    Hannes Aktives Mitglied


    Hallo liebes Forum

    Ich habe die letzten zwei Tage versucht etwas über Import und Export zur Zeit Caesars von Italien, Mittel und West Europa zu finden.
    Viel war es aber nicht, was ich heraus gefunden habe.
    Ich weiß nicht, vielleicht suche ich falsch, keine Ahnung.

    Könntet ihr mir helfen bitte? Welche Waren wurden zur Zeit Caesars von Gallien und Noricum in- und exportiert ?

    Bei Noricum wurde das berühmte Eisen ins Römische Reich verhandelt,
    in Gallien Wein und Garum oder?
    Welche wichtigen Güter wurden noch zu See oder Land transportiert?
    Von Noricum ging es über die Bernsteinstraße, in Gallien war Masillia ein wichtiger Umschlag Platz oder?
    Außerdem hab ich gelesen Caesar organisierte seinen Getreide Nachschub für seine Soldaten über Narbo.

    Könntest ihr mir hier nochmal kurz helfen bitte?
    Ich habe wirklich versucht mich einzulesen bräuchte aber nochmal eure Unterstützung bitte.

    Danke
     
  2. Hannes

    Hannes Aktives Mitglied

    Das habe ich jetzt zu Noricum gefunden.


    In Noricum wurde der Handel durch die großen Handelshäuser aus Oberitalien kontrolliert. Die italienischen Händler der spätrepublikanischen-frühaugusteischen Zeit waren vor allem an den Bodenschätzen, wie z. B. dem norischen Eisen, dem Gold und dem Bergkristall interessiert. Das Eisen wurde schon in Noricum selbst am Magalensberg zu Waffen und Werkzeugen verarbeitet, ebenso Buntmetall wie z. B. Fiebeln. Bei Bronzegefäßen zeigte sich ein anderes Bild, diese produzierte man vielfach in Mittelitalien und Campanien und importierte sie über die großen Handelshäuser nach Noricum. Viele der Erzeugnisse aus Bronze wie Fiebeln, Lederbeschläge, Löffel und Nadeln wurden auch in den Donaugegenden erzeugt, entweder von Handwerkern in den Städten und vici oder auch in kleinen Werkstätten in den villae rusticae. Probegüsse aus Blei, Fehlgüsse und Gussbecher belegen dies auch im römischen Oberösterreich.

    Weiß noch jemand etwas zu Gallien?
     
    Dieter gefällt das.
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Es gibt ja auch nicht viel. Schriftliche Quellen gibt es wenig bis keine bzw. die schriftlichen Quellen, die es gibt, sind äußerst vage. Bleibt die Archäologie. Wir wissen, dass insbesondere die Oberschicht bereits vor den Römern einen mediterranisierten Lebensstil pflegte. Wohlgemerkt: Mediterranisiert, nicht mediterran. Das beinhaltet in erster Linie den Genuss von Wein und den Gebrauch von mediterraner Keramik bzw. Kratern aus Buntmetall... Die Frage ist halt, welche Gegenleistung keltische Fürsten für ihren Zugang zu mediterranen Luxusgütern leisteten. Klar, der norische Stahl ist bekannt. Hin und wieder wohl auch mal Rohstoffe (Pferdehaar, Bernstein...). Vielfach wird sich die Gegenleistung aber auch gar nicht im archäologischen Befund niederschlagen. Man muss z.B. auch damit rechnen, dass meinetwegen griechische oder etruskische Händlerdiplomaten sich mit wertvoller Keramik, Münzen, Wein etc. Durchgangsrechte oder auch militärischen Schutz (Geleit) erkauften.
     
  4. Hannes

    Hannes Aktives Mitglied

    Danke für deine Antwort.
     
  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  6. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Zum Beispiel der gallische Schinken, von dem Strabon schwärmt.

    In der damaligen Zeit muß man auch Sklaven zur "Handelsware" rechnen.
     
  7. Hannes

    Hannes Aktives Mitglied

    Wie funktioniert das im Römischen Reich genau?

    Wenn ein Händler zB Keramik oder Wein nach Noricum transportierte, hatte er entweder in diesem Beispiel eine eigene Werkstatt oder einen eigenen Weinberg auf dem seine Arbeiter die Ware produzierten? Oder gab es Händler die solche Waren billig in Italien einkauften und sie dann zum Bestimmungs Ort transportierten?

    Ich hab gestern von einem Garum Händler im großen Stil gelesen, der seine Garum Produktion in Pompei hatte.

    Außerdem habe ich gelesen, dass manche Händler zusammen Schiffe für den Transport mieteten. Etwas ähnliches wird es wohl zu Land auch gegeben haben. Also das man sich zu größeren Handelskaravanen zusammen schloß um sicherer zu reißen?
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wir wissen von den Römern, dass es bestimmte Keramikwerkstätten gab, die teils über Generationen liefen. Die wichtigste Terra Sigillata (hochwertige Luxuskeramik) ist die arretinische (aus dem heutigen Arezzo, Arretium). Am meisten (aber immer noch wenig) wissen wir über die Töpfer in Graufesenque. Hier scheint es mehrere Töpferwerkstätten gegeben zu haben, die sich kooperativ einen Ofen teilten. In welchem Verhältnis die Händler zu den Töpferwerkstätten bzw. zu den Brennern standen, ist - zumindest mir - nicht bekannt.
    Bei einer Werkstatt in Arezzo wissen wir dank der Stempel (daher Sigillata), dass ein junger Sklave zunächst zum Freigelassenen des Besitzers wurde und später zu dessen Nachfolger. Ob er auch die Tochter des Besitzers geheiratet hatte, wie mir mein Kopf vorspiegelt, mag Phantasie sein, ist ca. 20 Jahre her, dass ich im Proseminar von dieser Story hörte. Auch bei weniger prestigeträchtiger Töpfereiware können wir aber - in Xanten/CUT z.B. anhand der Fingerabdrücke auf den Fehlbränden nachgewiesen (Werkstattabfälle sind sowieso ein ganz wichtiges archäologisches Zeugnis) - ganze Biographien von Töpfern nachzeichnen. Caesar dürfte die Terra Sigillata allerdings nicht mehr kennen gelernt haben.

    Wie ich schon sagte: Über den Handel in der republikanischen Zeit sind wir nur unzureichend informiert. Wir wissen natürlich von Cato, dass der schreibt, dass man ein Landgut nahe bei (wirtschaftsstarken) Städten anlegen bzw. kaufen solle, damit der Gewinn, den es abwirft, nicht durch die Transportverluste aufgewogen wird. Alternativ gehen auch schiffbare Flüße, Häfen oder gut frequentierte Verkehrswege: oppidum validum prope siet aut mare aut amnis, qua naves ambulant, aut via bona celebrisque.
     

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