Haniel-Gruppe nach 1918

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von silesia, 13. September 2008.

  1. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter


    Die Familie Haniel hat mit Stand 1932 eine der größten deutschen Unternehmensgruppen geführt. Wesentliche Beteiligungen:

    Gutehoffnungshütte (GHH) AG, 100%
    Franz Haniel & Cie GmbH, 100%
    diverse Gewerkschaften
    Düsseldorfen Eisenbahnbedarf, vorm. Karl Weyer AG, 100%
    Vereinigte Westdeutsche Waggonfabriken Köln, über 50%
    Oldenbrug-Portugiesische Dampfschiffsreederei, Hamburg, über 50%
    Gesellschaft für Baumwoll-Industrie AG Hilden, ?
    Bank für Bergwerks- und Hüttenwerke, 100%
    Hackethal Draht- und Kabelwerke AG Hannover, 100%, u.a. mit Beteiligungen
    Widerstand AG für Elektrowärmetechnik AG, Hannover
    Lloyd Dynamowerke AG Bremen
    Kabel- und Metallwerke Neumeyer AG, Nürnberg
    Knorr&Hirth GmbH München, ?
    Verlag W. Thümmels Buchdruckerei, Nürnberg
    AG für Eisenindustrie- und Brückenbau
    Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte AG (Maxhütte) Rosenberg
    und diverse weitere Beteiligungen


    u.a. Gewerkschaften:
    Steinkohlebergwerk Neumühl, 100%
    Zeche Heinrich Essen, über 50%
    Steinkohlebergwerk Rgeinpreußen, 100%
    Steinkohlebergwerk Neu-Oberhausen, 100%
    Oranien-Nassau, Oberhausen
    und weitere


    Unterbeteiligungen der GHH AG:
    Deutsche Werft AG Hamburg, 100%
    Eisenwerk Nürnberg AG, 95,7%
    Maschinenfabrik Esslingen, ca. 40%
    Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG (MAN), 100%
    Fritz Neumayer AG, München, 100%
    Schwäbische Hüttenwerke Stuttgart, 50%
    Zahnräderfabrik Augsburg, 51%
    Dockbau GmbH Hamburg, 100%
    Fränkische Eisenhandelsgesellschaft, Nürnberg, 100%
    N.V. Algemeene Ijzer-en Staal Ferrostaal, Den Haag, 100%
    Haniel&Lueg GmbH, Düsseldorf
    Osnabrücker Kupfer- und Drahtwerk AG, über 50%
    Ferrostahl AG, Essen, 100%
    Schloemann AG, Düsseldorf, über 100%
    Erzgruben im Lahn-Sieg-Dillgebiet und in Luxemburg
    mehrere Kalkstein- und Dolomitbrüche
    und viele weitere Beteiligungen



    Kennt jemand Untersuchungen zur Unternehmensgeschichte speziell in der Weimarer Republik und im Dritten Reich
    (außer: Familienunternehmen in Europa: Haniel, Wendel und Falck, von Harold James / Angaben nach Zabel, Finanzielle Verflechtungen der bayerischen Wirtschaft außer Landes 1918-1933)
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    nochmal nachgefragt:

    Hat keiner eine Idee?
     
  3. Köbis17

    Köbis17 Gast


    Schau mal hier:

    http://www.haniel.de/

    1917 – 1945 Bewährung in Krieg und Krisen
    Mit neuer Struktur durch schwierige Zeiten

    Mitten im Ersten Weltkrieg wurden die Weichen neu gestellt. Es entstand das Unternehmen Franz Haniel & Cie. GmbH (FHC). Gesellschafter waren die Industrie- und Bergbaugesellschaften, der Schwerpunkt lag auf Handels- und Transportinteressen. Die eigenen Handelsaktivitäten erhöhten die Vermarktungschancen für die Produkte aus den Zechen und der GHH im Rahmen des seit langem bestehenden Kohlen-Syndikats.

    Gleichzeitig wurde eine Struktur im Unternehmen geschaffen, die bis heute die Corporate Governance Haniels bestimmt: die Trennung von Familie und Management. Generaldirektor wurde erstmals ein angestellter Manager. Trotz schwieriger politischer Lage konnte das Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließen: Düngemittel-, Eisen- und Grubenholzhandel ergänzten Kohlenschifffahrt und Kohlenhandel, die nach wie vor die tragenden Säulen des Unternehmens waren. In diesen Kerngeschäften erlangte Haniel Ende der 1920er Jahre eine Spitzenposition in Westeuropa. Das erfolgreiche Zusammenspiel von Fremdmanagement mit der Familie Haniel war für den Unternehmenserfolg entscheidend. Und die wichtigste Voraussetzung, um die anstehenden schwierigen Aufgaben zu bewältigen. Davon gab es in diesen politisch wirren Zeiten genug: Ruhrbesetzung, Hyperinflation und der heraufziehende Nationalsozialismus.

    Dem Dritten Reich stand Haniel skeptisch bis ablehnend gegenüber. Dennoch nützte die Brennstoffversorgung auch dem Regime. Das gilt besonders für das seit 1936 aus Kohle gewonnene Benzin der Rheinpreussen GmbH. Gerade im Krieg half es, vom Ausland unabhängig zu bleiben. Auf Grund der vielen vom Militär eingezogenen Arbeiter konnten die Haniel'sche Industrie und der Bergbau nicht auf Fremd- und Zwangsarbeiter verzichten. Bei Franz Haniel in Duisburg war es dagegen kaum möglich, den Verlust der Mitarbeiter zu ersetzen. Der Zweite Weltkrieg zerstörte Haniels europaweites Vertriebsnetz für Brennstoffe, Düngemittel und Eisen. Die Schiffsflotte wurde fast vollständig vernichtet. Alle Verbindungen zu den Tochtergesellschaften brachen ab. Die so genannte „Stunde null” ließ nicht erahnen, ob das Unternehmen weiter existieren würde.

    1917
    Aus der offenen Handelsgesellschaft wird die Franz Haniel & Cie. GmbH.

    1919
    GHH errichtet in Walsum eine der größten Binnenschiffswerften der Welt (Rheinwerft Walsum).

    1920 – 1922
    Handel mit Grubenholz, Sprengstoff, Düngemittel, Öl und Torf sowie Torfgewinnung

    1926
    Verkauf der Zeche Zollverein

    1929
    In- und ausländische Vertretungen bilden ein engmaschiges Netz für den Kohlenabsatz. Kurz vor der Weltwirtschaftskrise steht Haniel an der Spitze des Kohlenhandels und der Rheinschifffahrt.

    1936
    Die Zeche Rheinpreussen stellt durch ein chemisches Verfahren aus Kohle Benzin her. Die Rheinpreussen GmbH vertreibt es in einem eigenen Tankstellennetz.
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Hallo Köbis,


    danke für den link.

    Die Eigendarstellung ist aber wirklich sparsam gewählt.
     
  5. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Die Haniels gehörten bekanntlich zu jenen "großen Familien, von denen die Öffentlichkeit wenig wußte; zu wenig jedenfalls, um mehr als ein dämmriges Licht vor Augen zu haben, wenn ihr Name genannt wurde" (Kurt Pritzkoleit, Wem gehört Deutschland [1957], S. 86). Dortselbst (S. 86-90) finden sich auch Details zur Familie; der Verfasser hält dafür, dass die Haniels vor dem 1. Weltkrieg jedenfalls reicher waren als die Krupps.

    Zum Aufstieg der Familie siehe auch Lutz Graf Schwerin von Krosigk: Die große Zeit des Feuers (1957), Bd. I, S. 571 ff.; zu einigen Exponenten der Familien das Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft (1930), Bd. 1, S. 652 f.; zur Zeit ab 1960 die Daten in der verschiedenen Auflagen von "Wer gehört zu wem?" (Hg. Commerzbank).
     

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