Homosexuelle in Hessen, 30er-70er Jahre - historisch-biografische Methode

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von Ashigaru, 16. Februar 2017.



  1. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Hallo, ein Bekannter von mir möchte eine landesgeschichtliche Arbeit zur Schwulengeschichte schreiben und hat mich um Recherchehilfe gebeten. Er sucht vor allem nach Selbstzeugnissen zum Thema wie Autobiografien, Briefen etc. und möchte sich wohl vorrangig mit Schicksalen von Männern befassen, die a.) vor und nach dem Krieg wegen ihrer Homosexualität verurteilt worden oder b.) die im Dritten Reich verfolgt waren, und wie sie zurückblickten.
    Aber auch alles andere autobiografische ist erwünscht.

    Methodisch nicht einfach, finde ich, da es ja nach 1945 noch lange dauerte, bis Schwule sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen konnten. Erst Mal fällt mir nur der Blick in Prozessakten ein, wobei nach oberflächlicher Recherche für die Zeit nach 1945 noch nicht viel freigegeben oder erschlossen ist (was Prozesse im Dritten Reich betrifft, gibt's schon einiges). Die sind aufschlussreich, aber natürlich keine Autodokumente... Freue mich über Hilfe.
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Offiziell fiel der § 175 ja erst 1994. Wie lange er davor bereits nicht mehr zur Anwendung kam weiß ich nicht und Entschädigungen für erlittenes Unrecht aufgrund Homosexualität sind erst seit letztem Jahr möglich.
     
  3. letztergisone

    letztergisone Aktives Mitglied

    Frag mal bei der Uni Marburg nach, da gab es ein, zwei die sich mit dem Thema beschäftigt haben.
     
  4. romanus00I

    romanus00I Neues Mitglied

    Der Paragraf 175 kam bis 1994 zur Anwendung - zwar erfasste er seit 1969 nur noch Geschlechtsverkehr zwischen männlichen Erwachsenen und männlichen Jugendlichen (einfache männliche Homosexualität war also straffrei), aber noch 1993 wurden laut Wiki 76 Männer wgen Verstößen gegn den § 175 StGB verurteilt.
     

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