Indogermanen, Konstrukt oder Wirklichkeit?

Dieses Thema im Forum "Frühzeit des Menschen" wurde erstellt von DerGeist, 18. April 2008.

  1. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied


    Den wichtigsten Satz aus obiger Zusammenfassung
    "Lokale beziehungsweise globale kulturelle Zuordnungen waren offenbar wichtiger als biologische Wurzeln."
    sollte man hier in sämtlichen Themen über Frühzeit, Antike oder Völkerwanderung als Überschrift posten.
     
    hatl gefällt das.
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Da rennst Du bei mir offene Türen ein.

    Das ist ungeachtet der einzelnen Nachweise (ebenso unbestrittener) populationsgenetischer Wellen/Verbreitung* ("Invasionen") letztlich die Vorstellung einer mindestens parallelen "cultural diffusion". Ein entweder/oder halte ich für realitätsfern.


    * zB in den Übergängen zum Neolithikum und Kupferzeit/frühe Bronzezeit
     
  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  4. Sternengucker

    Sternengucker Neues Mitglied

    Hallo. Ich hab hier noch nicht alles durchgelesen aber spontan eine einfache Frage: Weiß man nun eigentlich wie die "Indogermanen" oder die "Jamnaja" denn aussahen?

    Ansonsten kurz mein Senf zum Streit zwischen "Anatolien" und "Kurgan" Hypothesen: Rein gefühlsmäßig fand ich es schon immer seltsam, dass es erst in den letzten 2000 Jahren immer mal wieder zu Überfällen und Eroberungen von "Steppenkriegern", sei es Hunnen oder Mongolen gab. Und die Genetik bestätigt nun offenbar meine Vermutung, dass es schon viel früher geschah, als es noch keine schriftlichen Aufzeichnungen gab. Siehe auch dieser oberflächliche Artikel, der das ganze gut zusammenfasst:
    http://angelika-franz.net/wp-content/uploads/2017/07/0006130312.pdf
    (Bis auf die Überschrift mit dem Ackerbau)

    Nur interessiert mich halt ganz dumpf (keine Angst, ob die blond waren ist mir egal) wie die wohl aussahen. So wie heutige Kasachen? Asiatisch-Europäisches Mischmasch also? Oder wie oder was? Naja, wenn jemand gute und neue Artikel dazu hat, gerne melden.
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Zwei Beine, zwei Arme, zwei Augen, Mund, Nase, manche dick, andere dünn, manche klein, andere groß....

    Eigentlich ist da nichts seltsames dran. Ist eine Frage des Siedlungsraums und der daraus resultierenden Soziologie, nicht der Genetik.
    Wir reden hier von Leuten, die außerhalb des fruchtbaren Raums nomadische Viehwirtschaft betreiben und in einem asymmetrischen Handelsverhältnis zur Zivilisation stehen. Das wiederum führt zu Spannungen, die sich irgendwann Bahn brechen.

    Schau dir noch mal die Geschichte der Kasachen der letzten hundert Jahre an.
     
  6. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied


    Die Yamnaya-Migrationen gingen wohl auch ins westliche Europa (iberische Halbinsel):

    Ancient Spanish DNA taken over by mysterious men from the East

    Der Artikel aus National Geographic beruht auf einer Studie, die in Science veröffentlicht wurde:

    The genomic history of the Iberian Peninsula over the past 8000 years

    Abstrakt
    Wir haben genomweite Daten von 271 alten Iberern gesammelt, von denen 176 aus der weitgehend ungemusterten Zeit nach 2000 v. Chr. stammen und so einen hochauflösenden Zeittransekt der iberischen Halbinsel liefern. Wir dokumentieren eine hohe genetische Substruktur zwischen nordwestlichen und südöstlichen Jägern und Sammlern vor der Verbreitung der Landwirtschaft. Wir zeigen sporadische Kontakte zwischen Iberien und Nordafrika um ~2500 v. Chr. und um ~2000 v. Chr. den Ersatz von 40% der Abstammung von Iberia und fast 100% der Y-Chromosomen durch Menschen mit steppenischer Abstammung. Wir zeigen, dass sich die Abstammung der Steppe in der Eisenzeit nicht nur in den indo-europäischen, sondern auch in den außereuropäischen Sprachraum ausgebreitet hat, und wir zeigen, dass die heutigen Basken am besten als eine typische eisenzeitliche Bevölkerung ohne die Vermischungsereignisse beschrieben werden, die später den Rest Iberiens betrafen. Darüber hinaus dokumentieren wir, wie zumindest seit der Römerzeit die Abstammung der Halbinsel durch den Genfluss aus Nordafrika und dem östlichen Mittelmeerraum verändert wurde.

    Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator
     
    silesia gefällt das.
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Die Frage wäre, wer da migrierte, resp. wie man sich die Träger vorzustellen hat, xte Generation. Wie funktionierte diese „Westverschiebung“ in der Vorstellung von Wanderungen?
     
  8. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  9. Sternengucker

    Sternengucker Neues Mitglied

    Hundert oder hunderte Jahre? Manchmal hab ich das Gefühl es läuft auf folgendes hinaus: Die "kasachisch", also asiatisch aussehenden Kasachen kamen mit Dschingis Khan aus dem Altai Gebirge, die "russischen" Kasachen mit der russischen Expansion bzw. UDSSR. Und davor war keiner da. Oder wie oder was. Was sagt uns mein Halbwissen? Oder war diese Region schon immer ein Platz wo "Ost und West" sich trafen und aus so einer Mischung auch die ach so technologisch überlegene Jamnaja Kultur entstand? Und wieso lebten diese Menschen in der Steppe?
     

Diese Seite empfehlen