Kaiserwürde nur an Ostfranken ?

Dieses Thema im Forum "Die Franken" wurde erstellt von Thomas Hagen, 14. April 2017.



  1. Thomas Hagen

    Thomas Hagen Neues Mitglied

    Guten Tag,

    leider nur nebenbei habe ich für meine Buchrecherche aufgeschnappt, dass bereits im Hochmittelalter nach dem Willen eines Papstes die Kaiserwürde nur mit dem ostfränkischen Reich verbunden sein sollte.

    Stimmt das ? Wenn ja, welcher Papst war das ?

    Oder beruhte dies nur faktisch darauf, dass der deutsche König sich als König von Oberitalien (Nachfolgereich von Mittelfranken) krönte und dadurch Anspruch auch auf die Kaiserwürde erhielt ? Wobei das bei Barbarossa ja gerade nicht der Fall war. Der war nur ostfränkischer (deutscher) und Burgunderkönig, nicht aber von Oberitalien, dennoch gekrönter Kaiser.

    In späteren Zeiten versuchte zwar der eine oder andere westfränkische, sprich französische König die mittelalterliche Kaiserwürde zu erlangen, musste dafür aber deutscher König werden (Philipp IV. durch seinen Sohn, Franz von Valois) !?

    Gab es noch weitere Franzosenkönige mit diesem Ziel ?

    Dank und Gruß
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Zuletzt bearbeitet: 14. April 2017
  3. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    So etwas wie einen Anspruch auf die Kaiserwürde gab es meines Wissens nicht. Der Papst krönte zum Kaiser, von wem er dazu gezwungen oder dafür gewonnen wurde oder wessen Hilfe er (z. B. gegen die stadtrömische Bevölkerung oder Fürsten Italiens) benötigte. Es steckte jedenfalls in jedem Einzelfall eine Menge Realpolitik dahinter. Die Päpste waren normalerweise gar nicht erfreut, wenn der ostfränkische/deutsche König nach Rom kam, es sei denn, sie hatten selbst auch etwas davon. Umgekehrt aber mussten sich die Könige den Weg (auch in Rom selbst) oft erst freikämpfen.
    Faktisch war über weite Strecken des Mittelalters hinweg wohl nur der ostfränkische/deutsche König in der Position, entsprechenden Einfluss/Druck in Italien und Rom auszuüben.
     
  4. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Der erste war Philipp III.
     
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  5. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Der westfränkische König Karl der Kahle war von 875-877 römischer Kaiser - aber kein ostfränkischer König.
    Die Guidoniden aus Spoleto Guido I. und sein Sohn Lambert waren von 891-98 römische Kaiser.
    Ludwig, der Blinde von der Provence war 901-05 war ebenfalls kein ostfänkischer König, genausowenig wie Berengar I. von Friaul 915-24.
    Gut, das ist alles eher Früh- als Hochmittelalter....
     
  6. markobr

    markobr Neues Mitglied

    Zur Zeit des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit versuchte auch der französische König Franz I. noch mal, sich im HRR wählen zu lassen. Für die Kaiserwürde sah man damals schon nicht mehr unbedingt eine Handlung des Papstes für erforderlich an. Da aber der Habsburger Karl V. dank der Fugger und einiger anderer Bankiers den Kurfürsten mehr Geld bieten konnte als Franz, hat das nicht geklappt. Na ja, es mag da auch noch andere Gründe gegeben haben, aber mehr als eine halbe Million Gulden sind schon ein gutes Argument.
     

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