Kirche, Magie und »Aberglaube«: »Superstitio« in der Kanonistik des 12. und 13. Jahrh

Dieses Thema im Forum "Buchempfehlungen" wurde erstellt von ursi, 17. März 2010.



  1. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Magische und abergläubische Vorstellungen und Praktiken der Menschen im Mittelalter haben immer wieder die Aufmerksamkeit verschiedener Disziplinen auf sich gezogen. Der kirchenrechtliche Diskurs über superstitio wurde bislang jedoch nur unzureichend aufgearbeitet.
    Die vorliegende Publikation schliesst diese Lücke, indem sie Texte der klassischen Kanonistik vom Decretum Gratiani (um 1140) bis zum Liber Extra (1234) ins Zentrum einer detailreichen Analyse rückt. Neben gedruckten werden insbesondere ungedruckte Quellen in ihren Entstehungskontext gestellt und thematisch ausgewertet. Schwerpunkte bilden dabei Dämonenvorstellungen, die Wahrsagepraktik des Losens, der Glaube an Amulette sowie die Anwendung von Schadenzauber in geschlechtlichen Beziehungen. So wird deutlich, wie zunehmend römischrechtliche Konzepte in die von Augustinus († 430) geprägte Superstitionenkritik der Kirche eingeflossen sind. Damit öffnet sich der Blick auf die Verflechtung von Religion und Recht in der Kultur des lateinischen Mittelalters.

    Patrick Hersperger • Kirche, Magie und »Aberglaube«: »Superstitio« in der Kanonistik des 12. und 13. Jahrhunderts • Böhlau Verlag • 2010 • 533 Seiten
     

    Anhänge:

  2. Mauerblume

    Mauerblume Neues Mitglied

    Danke für den Tipp!
     

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