Maria Theresia: Die Kaiserin in ihrer Zeit

Dieses Thema im Forum "Buchempfehlungen" wurde erstellt von ursi, 3. August 2017.



  1. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Irgendwo gibt es das schon zu Mariatheresias Kaisertitel. Finde ich nur nicht. Zudem hat es schon mit ihr zu tun. Aber gut, dass Buch...
     
  2. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Die Frau des Kaisers wird nun einmal im deutschen Sprachraum als Kaiserin bezeichnet. Die Frau des Königs als Königin ...

    Barbara von Cilli, die nicht in Rom gekrönt wurde, wird z. B. auch als Kaiserin bezeichnet, das interessanterweise aber nicht erst im 19. Jahrhundert oder in der Sekundärliteratur, sondern bereits in den zeitnahen Quellen.

    Aktuelle wissenschaftliche Lese-Empfehlung:
    Bettina Braun et al. (Hrsg.): Nur die Frau des Kaisers, 2016 (Hier geht es auch um Maria Theresia, aber nicht nur um sie ....)
     
  3. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Ich habe das Buch leider noch nicht gelesen, aber ich werde mich gerne dazu äußern, wenn ich es gelesen habe.:winke:
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    Was den Kaiserinnen-Diskurs um Maria Theresia betrifft, für mich ist sehr aufschlussreich, dass so eine Frage noch im 21. Jahrhundert Relevanz hat.

    Aber es bestätigt auch, dass wir in Bezug auf Geschichtsperspektive, Genderfragen und Arbeiterbewegung inzwischen längst wieder auf dem Weg ins 19. Jahrhundert sind. (Zumindest habe ich in den letzten Jahren immer wieder dieses Eindruck gehabt. Ich hatte eigentlich gehofft, dass es nur eine persönliche Wahrnehmung von mir ist.:()
     
  4. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Vielen Dank für den Literaturtipp, ursi. Ich mag Frau Stollberg-Rillinger ja eh. Hat jemand die Doku mit ihr auf dem ORF gesehen, wo es um Dokumente der Kaiserin ging wie z.B. die Pragmatische Sanktion? "Dokumente, die die Welt bewegen: Maria Theresia die Matriarchin (7/12)"
    Hatte ich auch mal woanders gefragt, aber passt hier auch gut rein.
    Wenn ich mal Zeit dazu habe, es zu lesen, werde ich mir die Bio sicher zulegen.

    Ihre Reformen sind wirklich bemerkenswert. Sie hat geschickt geschafft, rasch am Beginn ihrer Herrschaft eigene Akzente zu setzen ohne jetzt allen Mitarbeitern ihres Vaters vor den Kopf zu stoßen. Am spannendsten fand ich persönlich die 1-2 Jahre, wo es tatsächlich um ihre Krone ging, als dann Karl Albrecht nicht auf Wien vorstieß, sondern die Franzosen stattdessen Prag eroberten. Genauso blitzschnell wie ihre Herrschaft unter dem Angriff Friedrichs und Karl Albrechts zusammenzubrechen gedroht hatte, stürzte auch die bayerische Dominanz in Böhmen zusammen.
     
  5. hatl

    hatl Premiummitglied



    Ich hab das Buch leider nicht gelesen, aber lese gerade mit Genuss
    Pieter M. Judson – Habsburg, Geschichte eines Imperiums 1740-1918.
    Als 1740 die 23-jährige MT die Rolle ihres verstorbenen Vaters übernimmt sieht sie sich „sofort Angriffen ihrer expansiven Nachbarn ausgesetzt“. Folgt man Judson weiter, dann ergab sich auch daraus eine Notwendigkeit das Reich zu reformieren und zu einem Staat zu machen.

    Also ein Konglomerat von weitgehend autonom agierenden Besitzungen stärker auf ein Regel gebendes Zentrum Wien auszurichten.

    Man könnte auch sagen, und so verstehe ich Judson, MT war zeitlich eingebettet in die Entstehung des Habsburger Staates und hier in wirkungsvollster Rolle.
    Dazu waren die Zentralisierung der Gewalt notwendig und, eigentlich das Gleiche, die überregionale Verbindlichkeit von Regeln.
    Dazu gehören wachsende Gleichheit der Untertanen und, eigentlich das Gleiche, die Entwicklung des Staatsbürgers. Des Menschen also, der nur durch Zugehörigkeit zum Staat eigene Rechte erwirbt und sich daher durch den Staat wesentlich besser organisierbar erweisen soll.

    In diesem Sinne wäre Maria Theresia nicht nur große Reformerin, sondern auch die eigentliche, und ebenso geduldige wie beharrliche, Staatsgründerin.
     
  6. balkanese

    balkanese Aktives Mitglied

    Das war ein Dokument der Frau Kaiser?
     
  7. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Genau genommen natürlich in Auftrag gegeben von ihrem Vater, dem Kaiser. Aber für sie ja von hoher Wichtigkeit.
     

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