Meinung zu Dr. Daniele Ganser

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von Silencio, 13. April 2017.



  1. Silencio

    Silencio Neues Mitglied

    Hallo Liebe Geschichtsforum Mitglieder,

    ich würde gerne wissen was ihr von dem Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser haltet.
     
  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Alles, was er sagt, stimmt!

    Leider sagt er nicht alles, sondern verschweigt die allerfinstersten Machenschaften.
    :still:
     
  3. Silencio

    Silencio Neues Mitglied

    Ich glaube, dass man das von keiner Person sagen kann.
     
  4. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Es ist sicherlich angemessen, eine kritische Perspektive auf die Politik der "Mächte" zu haben. Den Anspruch unterstütze ich gerne. Aber rechtfertigt der hohe Anspruch jedes Mittel, auch das der "Verschwörungstheorie"?

    Ob allerdings eine Analyse der politischen oder wirtschaftlichen Interessen der großen Mächte in den Kategorien von Verschwörungstheorien sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln.

    Diese verschwörungstheoretischen Analysen verstellen eher den Blick auf die Dynamik und die Probleme der Globalisierung. Und sie werden den Verteilungskonflikten sicherlich nicht gerecht, die eines der zentralen Probleme sind, einer Weltökonomie, der zentrales Paradigma das wirtschaftliche Wachstum ist.

    Im Rahmen vielfältiger Ansätze beispielsweise im Rahmen der "Politischen Ökonomie" wurde wesentlichen faktenorientierter diese Entwicklung gekennzeichnet. Und man kann eine Vielzahl seriöser Vertreter benennen, die die Verzahnung von politischen und ökonomischen Entwicklung einer globalisierten Welt benennen.

    Sei es ein Beck (Weltrisikogesellschaft), ein Pikety (Capital), Landes (Wohlstand und Armut..),ein Rifkin oder Crouch, oder auch ein Castells (Das Informationszeitalter) und nicht zuletzt die Studien von Meadows und anderen zu den ökologischen Problemen des Wachstums, um eher assoziativ ein paar wichtige Autoren - ohne Systematik oder Vollständigkeit - aufzuführen.

    In diesem Sinne sollte man sich wieder kritisch mit Fakten beschäftigen und das postfaktische Verschwörungsgesäusel getrost beiseite schieben. Es behindert den Blick auf die reale "Realität" und führt in der Konsequenz zur politischen Verdummung, weil Menschen verführt werden Spekulationen zu glauben. Und nicht emanzipiert werden, weil sie verlernen, faktenorientiert, analytisch, pluralistisch und kritisch sich mit Themen zu beschäftigen
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. April 2017
  5. Silencio

    Silencio Neues Mitglied

    Vielen Dank für ihren sehr interessanten Beitrag. Dennoch ging es mir mit meiner Frage eher darum ob man die Arbeit/die Vorträge speziell von Daniele Ganser als wissenschaftlich und faktenorientiert bezeichnen kann. Besonders bei seinen Vorträgen sehe ich immer wieder große Defizite im Bereich Wissenschaftlichkeit.
     
  6. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    "Faktenorientiert" ist eine schöne Formulierung. Und nein, seine vortragsweihe ist nicht an den Fakten orientiert, sondern eher an der Rhetorik orientiert. Mit seiner Enthüllungsrethorik liefert er einen professionellen Beitrag zur Entprofessionalisierung der Debatte.

    Es kommt gar nicht darauf an, was er sagt, sondern wie und wo er etwas sagt. Einzelne Fakten stellt er in einen zweifelhaften Kontext und erklärt den Zweifel zur Maxime des Denkens.

    Spätestens wenn sich Dr. Ganser dazu herablässt auf dem Podium des neurechten Compact-Magazin zusammen mit dem verurteilten Rechtsterroristen Karl-Heinz Hoffmann darüber zu spekulieren, warum die NATO am Oktoberfestattentat von 1980 Schuld sein könnte ..., hört der Spaß definitiv auf.

    Man kann natürlich darüber spekulären, welche politischen Ziele Ganser bei der Sache selbst verfolgt. Leider habe ich dazu keine konkrete Erkenntnisse. Dass Gansers Theorien unpolitisch gemeint sein könnten, würde ich vom Gesamtkontext her ausschließen, immerhin bezieht er sich meistens auf die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts oder gleich auf die Gegenwart.
    Vielleicht geht es ihm selbst auch nur ums Geld oder ums Öl, was seine eigene Theorie im wesentlichen bestätigen würde.

    Empfehlenswert zum Thema halte ich auch den Thread "Vor der Fantasie stehen die Fakten" hier im Geschichtsforum.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13. April 2017
  7. Silencio

    Silencio Neues Mitglied

    Da bin ich ganz ähnlicher Meinung. Ganser versteht genau wie er die Leute überzeugen kann. Das große Problem ist, dass er auf viele Menschen sehr sympatisch und somit auch glaubwürdig wirkt. Teilweise sind seine Vorträge gefüllt mit Geschichten auf dem eigenen Leben und vor allem mit vielen Witzen. Die eigentliche Argumentation und die Aussagen geraten da schnell in den Hintergrund.

    Welche politischen Ziele Ganser verfolgt ist wirklich recht schwer zu sagen. Was man aber sehr wohl sagen kann ist, dass Ganser mit seinen Büchern und Vorträgen sehr viel Geld verdient. Bei vielen Verschwörungstheoretikern fragt man sich halt: meinen die das wirklich ernst oder machen die das nur weil es so profitabel ist.
     
  8. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Direkte politische Ziele verfolgt er wohl kaum, eher publizistische. Er ist ein erfolgreicher Unterhalter und Phantast; vielleicht mit Erich von Däniken vergleichbar.

    Gruss Pelzer
    .
     

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