Mit chemischen Waffen gegen die Römer

Dieses Thema im Forum "Das Reich der Perser" wurde erstellt von Daniel Oswald, 19. Januar 2009.



  1. Daniel Oswald

    Daniel Oswald Administrator Mitarbeiter

    An der Grenze zwischen dem persischen und dem römischen Reich gelegen, litt die Stadt Dura Europos im heutigen Syrien immer wieder unter den heftigen Kämpfen der beiden notorischen Kriegsgegner. Als im Jahr 256 n. Chr. die Sassaniden die römische Festung zu erobern versuchten, schreckten sie vor keinem Mittel zurück - auch vor dem Einsatz chemischer Waffen nicht.
     
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  2. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Sind Rauchgase (auch wenn sie hier geplant eingesetzt wurden) schon chemische Kriegsführung?
     
  3. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Wohl kaum, genauso wenig wie ein Brandpfeil. Das Schlagwort macht sich journalistisch aber gut. Man schleuderte ja auch allen möglichen Dreck in belagerte Städte oder Brunnen- soll man das biologische Kriegführung nennen?
     
  4. FoxP2gen

    FoxP2gen Neues Mitglied


    Also, wenn man tote Rindviecher in einen Brunnen wirft um Bakterien zu züchten und durch eine Epidemie die Bevölkerung zu schwächen, oder eigene Pesttote in eine "gesunde" Stadt werfe um die Bevölkerung anzustecken... dann könnte man schon fast von biologischen Waffen reden, ja. Auch wenn sie im Verhältnis zu heutigen Bio-Waffen recht primitiv waren.

    Ob nun das "Ausräuchern" der Römer zu den chemischen Waffen gehörte ist ein Bisschen schwieriger. Es ist ja nun was anderes, ob ich Giftgas/Tränengas/Pfefferspray etc. versprühe, oder ob ich einfach eine größere Menge Pech anzünde und die Rauchentwicklung für mich nutze. Es macht in meinen Augen schon einen Unterschied, wenn ich tatsächlich GIFTIGES Gas einsetze oder "nur" die übliche Rauchentwicklung für mich nutze.
     
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  5. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

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  6. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Du hast schon recht, aber das setzt auch voraus das sie die Wirkung kannten. Was mich noch interessieren würde, wie kommt der Mann auf diese Kombination (Erdpech und Schwefel)? Hat man Reste gefunden?
     
  7. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Simpler Rauch reicht völlig in wenigen Sekunden. Das entstehende Kohlenmonoxid besorgt eine schnelle tödliche Vergiftung. An Schwefel ist das Gemeine, dass das SO2 die Lungen stark verätzt.
     
  8. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied


    (Aus Schwefel ? Wikipedia)
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Januar 2009
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Dann wollten die Perser den Römern wohl was gutes tun, und ihnen das abführen erleichtern...
     
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  10. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    :friends:Spaßvogel. ;) Es ging um die Frage, ob die Römer Schwefel bereits kannten.
    Dioskurides kannte Schwefel jedenfalls als Heilmittel, siehe fünftes Buch Nr. 123(124) Dioskurides Materia Medica, die etwa 70 nach Chr. enstand.
    Welch kluger Mann, denn er schreibt, der beste Schwefel sei der, welcher noch nicht im Feuer gewesen!
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Januar 2009
  11. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Natürlich, er lagert sich ja in aktiven Vulkangegenden an der Oberfläche von Felsen an und muss nur abgekratzt werden.
     
  12. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Ich meinte eigentlich die Wirkung von Schwefeldioxid.
     
  13. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Das liegt dann wohl nahe.
     
  14. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Verstehe ich nicht, steh wohl auf dem Schlauch.:S
     
  15. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Wenn man Schwefel kannte, wird man auch um seine Brennbarkeit und die Wirkung der Gase gewusst haben.
     
  16. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Schon verstanden, stand wohl wirklich etwas auf dem Schlauch.
     
  17. Serapis

    Serapis Neues Mitglied

    C-Waffen der Sassaniden

    Forscher finden Hinweis auf Giftgaseinsatz in der Römerzeit


    Giftgas ist keine moderne Erfindung: Der Archäologe Simon James sieht in Funden aus einem alten Belagerungstunnel Beweise, die den Einsatz dieser chemischen Waffe zu Zeiten des antiken Roms dokumentieren. Während früherer Ausgrabungen im heutigen Syrien waren Forscher auf die Überreste von etwa 20 römischen Soldaten gestoßen, die auf engstem Raum in einem Tunnel gestorben waren. In dem gleichen Tunnel fanden die Forscher Chemikalien, die zur Erzeugung giftiger Rauchschwaden dienen können – James ist daher überzeugt, dass die angreifenden Truppen des Sassanidenreichs, einer antiken Großmacht, die Römer mit Giftgas umbrachten.

    Rest:
    wissenschaft.de - Antike C-Waffen
     
  18. Gil-galad

    Gil-galad Aktives Mitglied

    Über den Einsatz von Rauch- und Reizgasen haben wir hier ab Beitrag #5 schon mal diskutiert, allerdings ohne klares Ergebnis.

    Ich würde durchaus den Einsatz von potentiell krankheitserregenden Stoffen, wie Pesttoten, Leichen, Tierkadaver, Fäkalien etc. in den Bereich der (primitiven) biologischen Kampfführung einordnen, da der gewünschte Effekt (Ausbruch von Seuchen, Verseuchung des Wassers etc.) auch mit diesen pimitiven Mitteln erreicht werden kann. Nur sind diese Mittel eben nicht so zuverlässig, wie eine moderne biologische Waffe, der Zufall spielt hier eine wesentlichere Rolle.
     
  19. askan

    askan Neues Mitglied

    Selbst die modernen B-Waffen bestehen aus den selben netten kleinen Tierchen wie damals!
     
  20. Gil-galad

    Gil-galad Aktives Mitglied

    Mit dem kleinen Unterschied, dass man sie heute extra für den Einsatz als Waffe züchtet. In der Antike würde ich diese "B-Waffen" eher als Zufallsentwicklung betrachten, da ich mir kaum vorstellen kann, dass man jemand absichtlich mit der Pest infiziert hat, um ihn dann nach seinem Ableben über die gegnerische Burgmauer zu schleudern. Dass Kadaver geeignet sind um Wasser nachhaltig zu verseuchen, das dürfte auch in dieser Zeit hinreichend bekannt gewesen sein, wenn auch nicht der genaue Grund dafür.
     

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