nazigold grabungserlaubnis österreich

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von baechentaler, 31. März 2017.



  1. baechentaler

    baechentaler Neues Mitglied

    Hallo zusammen,
    bin eigentlich an einem ganz anderen thema interessiert, und zwar über die römerzeit in tirol.
    aber bei gewissen nachforschungen vor ort stösst man halt hin und wieder auf andere interessante sachen.
    nun habe ich durch mehr oder weniger zufall 2 mögliche nazi-gold-verstecke ausfindig gemacht, die sich mit allen geschichten rundherum decken. das problem ist nur-- heimlich kann man diese 2 verstecke nicht öffnen. der grund gehört in beiden fällen der österr. bundesforste. hat man eine chance, dort eine grabungserlaubnis zu erhalten bzw. hat man was davon? meine hälfte der besitzer, hälfte der finder?
    hoffe auf sachkundiges feedback-- vielen dank im vorhinein.
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ganz grundsätzlich und unabhängig davon, was du als Bodendenkmal vorliegen hast, tatsächlich oder imaginiert: Ausgrabungen überlässt man bitte genauso wie Zahnfüllungen dem sachkundigen Personal! Für die Wissenschaft verlieren unsachgemäß geborgene Artefakte ganz erheblich an Wert, da die Lage (Erdschicht, Positionierung, niedergelegt oder verloren) ganz erhebliche Daten für die wissenschaftliche Interpretation sind und auch verloren, selbst dann, wenn du so ehrlich wärest und sämtliche Artefakte der Behörde übergeben würdest.

    Was das österreichische Bundesgesetz zum Denkmalschutz sagt:

    Zufallsfunde von Bodendenkmalen
    § 8. (1) Werden unter der Erd- bzw. Wasseroberfläche Gegenstände, die infolge ihrer Lage, Form oder Beschaffenheit offenkundig den Beschränkungen dieses Bundesgesetzes unterliegen könnten (Bodendenkmale), aufgefunden (Zufallsfunde), so ist dies im Hinblick auf die für Bodenfunde zumeist besondere Gefährdung durch Veränderung, Zerstörung oder Diebstahl sofort, spätestens aber an dem der Auffindung folgenden Werktag, dem Bundesdenkmalamt anzuzeigen. Gleiches gilt auch für Bodendenkmale, die lediglich durch Ereignisse wie Regen, Pflügen oder dergleichen zufällig teilweise oder vollständig an die Oberfläche gelangten.[...]


    Erwerb von Miteigentumsanteilen bei Bodendenkmalen durch Gebietskörperschaften
    § 10. (1) Werden bei Grabungen und anderen wissenschaftlichen Nachforschungen, die durch Organe von Gebietskörperschaften einschließlich deren Museen, Sammlungen oder sonstigen wissenschaftlichen Einrichtungen oder auf deren Anordnung bzw. Ersuchen durchgeführt werden, bewegliche Gegenstände gefunden oder zu Tage gefördert, die so lange im Boden verborgen gewesen sind, dass ihr Eigentümer nicht mehr ermittelt werden kann und bei denen es sich um Bodendenkmale handelt, so besteht im Interesse einer gesicherten Verwahrung in der wissenschaftlichen Sammlung einer Gebietskörperschaft ein Ablöserecht der Gebietskörperschaft, die Hälfteeigentümerin ist, an jenem Eigentumsanteil, der dem Eigentümer des Grundes durch die Bestimmung des § 399 ABGB zukommt. Das Gleiche gilt auch für jene Fälle, in denen dem Bund gemäß § 400 ABGB im Hinblick auf unerlaubte Handlungen des Finders dessen Anteil zugefallen ist. Bewegliche Bodendenkmale gelten - unabhängig von ihrem Verkehrswert - stets als Schatzfund. [...]


    Bewilligungen und Verpflichtungen bei Grabungen nach Bodendenkmalen
    § 11. (1) Die Nachforschung durch Veränderung der Erdoberfläche bzw. des Grundes unter Wasser (Grabung) und sonstige Nachforschungen an Ort und Stelle zum Zwecke der Entdeckung und Untersuchung beweglicher und unbeweglicher Denkmale unter der Erd- bzw. Wasseroberfläche dürfen nur mit Bewilligung des Bundesdenkmalamtes vorgenommen werden, soweit Abs. 2 und 9 nichts anderes vorsehen (Forschungsgrabung). Eine derartige Bewilligung kann nur an Personen erteilt werden, die ein einschlägiges Universitätsstudium absolviert haben. Bewilligungen können nur physischen Personen und nur für konkrete Grabungsvorhaben erteilt werden, die im Bewilligungsbescheid klar (unter Anschluss von Plänen, die der Antragsteller beizubringen hat) zu umschreiben sind. Bewilligungen gemäß diesem Absatz können mit Einschränkungen, Auflagen und Sonderregelungen verbunden sein (hinsichtlich Fläche und Tiefe, Art der Durchführung, Meldepflichten, Kontrollen usw.). Ein Rechtsanspruch auf Erteilung einer Grabungsgenehmigung auf Grund der Bestimmungen dieses Bundesgesetzes besteht nicht.

    Also, nein, du darfst nicht graben und wenn du wirklich an Geschichte interessiert bist, lässt du es auch. Wenn dein Verdacht sich einigermaßen gut begründen lässt, kannst du ihn der zuständigen Behörde melden.
     
  3. baechentaler

    baechentaler Neues Mitglied

    El Quiote, tut mir leid, aber diesmal bist du aber schon so was von auf dem Holzweg.
    Sogenanntes Nazigold fällt nicht unter den Denkmalschutz, da es meist erst vor 72 Jahren vergraben wurde und die Goldbarren meist den Aufdruck Deutsche Reichsbank haben. Auch das sogenannte Nazi- Raubgut so wie z.b. Kroatischer Staatsschatz, ehem. Judenbesitz, gestohlene Kunstschätze uvm. haben das Bundesdenkmalamt sicherlich nicht im geringsten zu interessieren. Da ist sicherlich eine andere Behörde zuständig, aber welche? Also nochmals die Frage: Gibt es die Chance auf eine Grabungsbewillingung durch die österreichische Bundesforste. Und sollte man wirklich fündig werden, welcher Behörde ist man meldepflichtig und hat der Finder rechtlichen Anspruch auf Anteil, Finderlohn o.ä. und wie hoch ist dieser Anteil ?
     
  4. Rovere

    Rovere Premiummitglied

  5. baechentaler

    baechentaler Neues Mitglied

    lustig, lustig. kann man hier auch richtige bzw. zielführende antworten erhalten?

    mir gehts doch nicht um die adresse der bundesforste--- diese adresse kriegt schon mein 3-jähriger enkel im internet heraus.

    ok, für jene, die etwas begriffsstutzig sind, präzisiere ich meine frage nochmals:

    1.: erteilt die österrr. Bundesforste Grabungsbewilligungen?
    2.: wenn ja, unter welchen Voraussetzungen?
    3.: wer ist bei der ÖBF der Ansprechpartner?
    4.: falls man eine Grabungsbewilligung erhält und fündig wird, wie ist die weitere Vorgangsweise? Anzeige, Meldung, Mitteilung an wem und wie usw?
    4.: Hat der Grabungsbewilligungsinhaber materiell etwas davon?
    5.: wenn ja wieviel in etwa in % ?

    So, und nun bitte wirklich nur mehr seriöse Antworten, die mir weiterhelfen können.

    Danke
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wie kommst du darauf, dass das das ÖBDA nicht zu interessieren habe bzw. dass 72 Jahre nicht lang genug her sei?
    Aber selbst wenn es keine gesetzliche Regelung gäbe: Wer sich wirklich für Geschichte interessiert, überlässt die Bergung historischer Artefakte den Fachleuten.
     
  7. baechentaler

    baechentaler Neues Mitglied

    irgendwie scheinst du in keiner weise fachkundig zu sein, sonst würdest du im denkmalschutzgesetz fassung von heute, den 3.4.2017 den 2. abschnitt §2 (2) nicht falsch zitieren.
    mögliches nazigold kann auch niemals im vorhinein als ganz oder teilweise historische artefakte bestimmt werden.

    so, und nun lass mich bitte in ruhe mit deinen total falschen behauptungen - hast dich von selbst disqualifiziert!!!!
    mach dir lieber einen tee - ist gut für körper und geist - oder kannst du das auch nicht?
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    :fs::confused:
    Wie kann ich etwas falsch zitieren, was ich gar nicht zitiert habe?
     
  9. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Selber keine Ahnung aber gleich patzig werden.

    Wenn die Bundesforstverwaltung der Eigentümer ist, wie Du selber schon schriebst, dann ist das dein erster Ansprechpartner und die werden Dir auch den konkreten Zuständigen bennenen und die restliche Vorgangsweise.

    Für das was nicht unter Denkmalschutz fällt: Nach § 399 des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches gehört die Hälfte des Fundes dem Grundeigentümer, die andere Hälfte dem Finder. Ich hege aber ebenfalls Zweifel daran, dass es für "Nazi"-Gold und Ähnliches keine Sonderregelungen gibt und kein besonderes historisches Interesse.

    Falls es Dir nicht aufgefallen sein sollte, dieses hier ist ein Geschichts- und kein Sondengängerforum und auch kein Auskunftsbüro. Mach deine Recherchen gefälligst selber.
     
  10. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Vielen Dank für die klare und richtige Ansage!
     
  11. Opteryx

    Opteryx Neues Mitglied

     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Mai 2017
  12. Poncirus

    Poncirus Neues Mitglied

    Hat der baechentaler jetzt den Schatz gefunden und ist reich geworden? Oder jagd ihn jetzt wahlweise der österreichische Staat, die OdeSSA oder irgendwer anders? Eine ZDF-History-Sondersendung gab es noch nicht.
     

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