Nr. 2: 27.Februar 1933: Der Reichstag brennt!

Dieses Thema im Forum "Diskussionsforum zum Zeitungszeugen" wurde erstellt von Daniel Oswald, 25. Januar 2009.

  1. Daniel Oswald

    Daniel Oswald Administrator Mitarbeiter


    Diskutieren Sie mit uns zur Ausgabe Nummer 2 vom Zeitungszeugen.

    Die Themen:
    Der Reichstag brennt!

    In dieser Ausgabe befinden sich die Zeitungen und Dokumente:
    Vorwärts vom 28.Februar 1933
    Völkischer Beobachter vom 28.Februar 1933
    Vossische Zeitung vom 28.Februar 1933
    Nazi-Propaganda als Plakat
     
  2. Daniel Oswald

    Daniel Oswald Administrator Mitarbeiter

    Ich hatte schon mit gerechnet diese Ausgabe nicht mehr zu bekommen.
    Doch heute am Sonntag war die Zeitschrift im Kiosk weiterhin ausgelegt.

    Dank der Pressenachrichten begutachtete ich sofort das Plakat und ich muss sagen, hier sind die Zeitungszeugen entschieden zu weit gegangen. Besser wäre das Plakat auf A5-Größe gewesen und nicht eines welches aus Plakatpapier zum Aufhängen geeignet ist. Mit Aufklärung oder Wissensvermittlung hat das nichts zu tun. Ich hoffe nur das dennoch weitere Ausgaben folgen werden. Auch frage ich mich, warum so ein Poster überhaupt rein musste.
     
  3. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied


    Was war das bitte für ein Plakat, geht eine genauere Beschreibung?
     
  4. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    "Der Reichstag in Flammen!
    Von Kommunisten in Brand gesteckt!
    So würde das ganze Land aussehen, wenn der Kommunismus und die mit ihm verbündete Sozialdemokratie auch nur auf ein paar Monate an die Macht kämen!
    Brave Bürger als Geiseln an die Wand gestellt!
    Den Bauern den roten Hahn aufs Dach gesetzt!
    Wie ein Aufschrei muß es durch Deutschland gehen:
    Zerstammft den Kommunismus!
    Zerschmettert die Sozialdemokratie!

    Hakenkreuz Wählt Hitler Liste 1"

    Ich habe mal jetzt die unterschiedlichen Schriftgrößen und Absätze weggelassen.
    Aber das ist der Wortlaut. Das ganze als Plakat aufgemacht.
     
  5. Artorius

    Artorius Aktives Mitglied

  6. Simius

    Simius Neues Mitglied

    Also, ich habe mir die Zeitungszeugen nicht gekauft, da ich sie in meiner Stadt nicht bekomme, keine Ahnung warum.
    Aber das Plakat ist meiner Meinung auch ein wenig zu, wie soll man sagen, zu "groß aufgemacht".
    Es hätte gereicht, dieses Plakat in verkleinerter Form in der Ausgabe beizulegen, aber sicherlich steigert dieses Plakat und die Beschlagnahmungen die Verkaufszahlen.
    Irgendwie war aber zu erwarten, dass die Zeitungszeugen nicht gut in Deutschland ankommen, also verfassungs-technisch gesehen.
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Nach wie vor: Das Problem ist nicht die Verfassung, sondern die Verletzung der Inhaberrechte.
     
  8. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Danke. Das Plakat ist dann ja wohl schwer daneben, da wird doch eine gewisse Grenze überschritten.
     
  9. Naphae

    Naphae Neues Mitglied


    In der heutigen Zeit darf ja wohl voraussetzen, dass die meisten Menschen wissen, wie sie das Ganze zu betrachten haben bzw. zu verstehen haben. Immerhin leben wir in einer aufgeklärten Zeit und seit der Schule haben wir gelernt, wohin uns das ganze Zeug mit H. geführt hat. Und davon gehen bestimmt auch die Herausgeber dieser Zeitung aus...

    Was die Plakate angeht:
    Ich glaube auch nicht, dass der Sinn davon der ist, dass man sich diese Dinger an die Wand kleistern soll! Wir sollten nicht vergessen, dass die Herausgeber wohl kaum für etwas verantwortlich gemacht werden können, was die Leser damit anstellen.


    Ich für meinen Teil finde die Zeitung wirklich gelungen. :yes:
     
  10. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Die Idee hinter den Zeitungszeigen finde ich ja auch klasse. Aber das aktuelle Plakat ist doch etwas übertrieben.
    Hätten die sich lieber eine andere Zeitspanne ausgesucht,aber gerade in Deutschland dürfte sich Material aus der NS-Zeit wohl verkaufen wie warme Semmeln (aus verschiedenen Gründen).
     
  11. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Diese Zeitung konnte ich bisher nur über die Berichte verfolgen, ich selbst besitze kein Exemplar. Trotz des Plakats hätte ich es nicht verboten, weil mich die Grundannahme dahinter stört. Mich stört, dass nach der doch beindruckenden Eroflgsgeschichte der bundesrepublikanischen Demokratie ein derartiges Mißtrauen an den Tag gelegt wird. Jeder kennt die Plakate doch im Grunde, weil sie Bestandteil irgendeines Schulbuches waren. So degoutant ich das Plakat an sich persönlich finde, so glaube ich doch, dass die staatliche Reaktion kaum mehr rational ist. Wo wir doch im Grunde alle wissen, dass 'Mein Kampf' und ähnliches Propagandageseiere wirklich nur einen Mausklick entfernt ist.
    Was aber sagt das aus über das Umgehen mit historischen Quellen? Ist es wirklich rational anzunehmen, von ihnen ginge derartiger Verführungsgrad aus, dass man sich ergeben nationalsozialistischen Wahnideen ergibt? Das ist etwas, was mich viel mehr beunruhigt als das Plakat.
     
    1 Person gefällt das.
  12. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Es geht nicht um Plakate, es geht um das öffentliche Verbreiten nationalsozialistischer Schriften (in diesem Fall Zeitungen) und Symbolen die lt. Gesetz nicht erlaubt sind. Dann kommt hinzu, dass es Copyright-Probleme gibt.

    Letztendlich scheint der Herausgeber der "Zeitungszeugen" absichtlich diesen Weg zu gehen, um an unseren Gesetzen zu sägen.
     
  13. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Die rechtliche Seite ist mir sehr wohl bewußt, meine Argumentation zielte eher darauf ab, dass diese strikte Politik im Grunde von der Realität überholt wurde.

    Mag sein, dass Du recht hast. Da müssen wir wohl noch abwarten, wie sie sich erklären und was die involvierten Historiker dazu zu sagen haben. :winke:
     
    1 Person gefällt das.

Diese Seite empfehlen