Paleo-Tsunamis

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von silesia, 18. März 2016.



  1. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Beim Durchblättern der Neuigkeiten sind mir dazu gleich zwei Aufsätze aufgefalllen:

    Tsunami am Roten Meer, ca. 100-500 BC
    PLOS ONE: Offshore Evidence for an Undocumented Tsunami Event in the ?Low Risk? Gulf of Aqaba-Eilat, Northern Red Sea

    Tsunami an der Mündung des Guadalquivir/Golf von Cadiz, ca. 100-300 CE
    Geomorphological record of extreme wave events during Roman times in the Guadalquivir estuary (Gulf of Cadiz, SW Spain): An archaeological and paleogeographical approach
    (Der 218/209 BCE-Tsunami konnte nicht bestätigt werden)


    P.S. Das waren Zufallsfunde. Das scheint aber ein wachsendes Feld zu sein, u.a. kombiniert mit den Auswirkungen auf Gesellschaften, Abgleich mit Schriftquellen, Siedlungsbewegungen etc..
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. März 2016
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    ... offenbar aber wenig bekannt?:pfeif:
     
  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  4. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Habe die letzten Tage, nachdem ich das gelesen habe, hin und wieder - dezent und unaufgeregt - aufs Meer geschaut, ob sich da was zusammen braut. :pfeif:

    Aber so richtig kann ich mir das nicht vorstellen, dass es Stellen gibt, die durch Erosion so gefährdet sind.
     
  5. Lukullus

    Lukullus Aktives Mitglied

    Vulkanische Inseln gelten aufgrund ihres instabilen Aufbaus als äußerst rutschungsgefährdet. Zu den Hawaii-Inseln gibt es Vermutungen dass Tsunamis Korallen bis in Höhen von 365 m gespült haben könnten. Bislang lokalisierte Rutschungen um die Inseln sind jedenfalls mächtig beeindruckend.
    In folgendem link ab S. 142 anschaulich zusammengestellt.

    https://books.google.de/books?id=-k...6AEIIjAD#v=onepage&q=hawaii erdrutsch&f=false

    Was meines Wissens strittig diskutiert wird, ob durch solche Rutschungen hervorgerufene Tsunamis nur lokalen Charakter haben oder auch weit entfernte Küsten bedrohen.
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Eine weitere Untersuchung zu den paleo-Tsunamis vor Aceh. Das Gebiet wurde durch den 2004er Tsunami schwer getroffen.

    Der Zeitraum betrifft die letzten rd. 7500 Jahre, in denen 11 solcher Ereignisse zuvor identifiziert werden konnten.

    Publikation in der nature:
    https://www.nature.com/articles/ncomms16019
    Highly variable recurrence of tsunamis in the 7,400 years before the 2004 Indian Ocean tsunami

    The devastating 2004 Indian Ocean tsunami caught millions of coastal residents and the scientific community off-guard. Subsequent research in the Indian Ocean basin has identified prehistoric tsunamis, but the timing and recurrence intervals of such events are uncertain. Here we present an extraordinary 7,400 year stratigraphic sequence of prehistoric tsunami deposits from a coastal cave in Aceh, Indonesia. This record demonstrates that at least 11 prehistoric tsunamis struck the Aceh coast between 7,400 and 2,900 years ago. The average time period between tsunamis is about 450 years with intervals ranging from a long, dormant period of over 2,000 years, to multiple tsunamis within the span of a century. Although there is evidence that the likelihood of another tsunamigenic earthquake in Aceh province is high, these variable recurrence intervals suggest that long dormant periods may follow Sunda megathrust ruptures as large as that of the 2004 Indian Ocean tsunami.


    Ergänzend die Meldung:
    https://www.nature.com/articles/d41586-017-01740-1
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. August 2017
  7. Dion

    Dion Aktives Mitglied

    Vielleicht passt es nicht ganz in diesen Thread, aber diese Notiz zu dem Tsunami aus dem Jahr 2004 dürfte den einen oder anderen doch interessieren – Zitat:

    Fast alle 105 Onge auf der Insel Little Andaman konnten sich vor der Welle retten. Sie hatten bemerkt, wie die Tiere nervös wurden und sich von der Küste entfernten, berichtete Manish Chandi von seinem Besuch auf der Insel. Dort hatte er auch erfahren, dass die Legenden der Onge Erdbeben und Tsunamis schildern. Die Urwaldnomaden siedeln seit schätzungsweise 30.000 Jahren auf den Inseln. Tsunamis sind für sie eine historische Erfahrung, vor der die Alten ihre Gemeinden warnten.

    [FONT=&quot]Vielleicht sollte man auch bei uns Legenden, also mündlichen, vor allem aber lokalen Überlieferungen, mehr Aufmerksamkeit zollen als dies gemeinhin geschieht, denn Siedlungskontinuitäten über mehre[FONT=&quot]re tausend Jahre [/FONT]gibt es nicht nur auf den Inseln, sondern auch bei uns.[/FONT]
     
  8. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Über Möglichkeiten von Kontinuitäten über Jahrtausende hatten wir uns in diesem Thread ausgetauscht:
    http://www.geschichtsforum.de/f78/wallfahrtsort-ein-jahrtausende-altes-kontinuum-50583/

    Da ging es zuletzt um eine Gegend, in der alle paar Jahrhunderte die jeweils dominierenden Kulturen (bzw. Ethnien und Religionen) gewechselt haben und teilweise noch nicht einmal eine Siedlungskontinuität nachweisbar ist.

    Ein Direktvergleich mit einem der isoliertesten Sammler-und-Jäger-Völker unserer Erde könnte da sicher nützlich sein. :pfeif:


    [FONT=&quot] [/FONT]
     
  9. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  10. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    365 Ante Domini gab es das Grab des Alexander und Römische Ruinen in Tunesien allerdings noch nicht.
     
  11. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    In dem Fall einfach anno domini. ;)
     
  12. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Das kommt davon, wenn man sich abends noch Übersetzungsversuche antut.
     

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