Peter und Paul Festung in St. Petersburg

Dieses Thema im Forum "Ausstellungen | Historische Sehenswürdigkeiten" wurde erstellt von Liljana, 15. Juli 2006.



  1. Liljana

    Liljana Neues Mitglied

    Die Keimzelle der Stadt St. Petersburg liegt auf einer kleinen Insel im sumpfigen Newa-Delta. Dort legte Peter der Große am 1703 die Peter-Paul-Festung an. Am 16. Mai 1703 soll der erste Spatenstich erfolgt sein, im Herbst desselben Jahres arbeiteten ca. 20 000 Männer, meist Leibeigene, an der Errichtung des Bollwerks. 1706 wurden die Erdwälle durch eine dicke Steinummauerung in der Form eines unregelmäßigen Sechsecks ersetzt. Die Eckpunkte sicherten Bastionen, die nach den Adligen benannt sind, die den Bau leiteten. Der Bau aller Befestigungsanlagen war in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts vollendet. Seiner Funktion als Befestigungsanlage musste das Bauwerk allerdings nie gerecht werden. Seit 1717 nutzte man einen Teil des Komplexes als Gefängnis. So wurde beispielsweise Dostojewski hier inhaftiert, bevor man ihn nach Sibirien deportierte und der Bruder Lenins verbrachte hier nach seinem Attentatsversuch auf den Zaren die letzten Tage vor seiner Hinrichtung.
    Die älteste Kathedrale der Stadt, die Peter-und-Paul Kathedrale (entstanden 1712 - 1733), bildet das Herzstück der Peter-und-Paul-Festung auf der Haseninsel.
    Die Kathedrale wurde von dem ital. Architekten Domenico Trezzini nach 21 Jahren Bauzeit 1733
    errichtet. Typisch an der im holländisch frühbarockem Stil erbauten Kathedrale ist ihre lange goldene Turmspitze, die zum Wahrzeichen der Stadt gehört. Die Gesamtlänge des Glockenturms beträgt 122,5 Meter. Der fliegende Engel mit einem Kreuz in der Hand krönt die vergoldete Turmspitze. Lange Zeit gehörte die Kathedrale zu dem höchsten Gebäude der Stadt, sogar Russlands. Das prunkvolle Innere lässt sich sehen. Marmorsäulen, klassizistische Deckenverzierungen, Kristallüstren, vergoldete Ikone und mehr.
    Die Kathedrale beherbergt die Grablege der Romanow-Zaren von Peter dem Großen bis Nikolaus II. (außer Peter II. der in Moskau beigesetzt wurde.) sowie Verwandte der Zarenfamilie z.B. Großfürsten.
     

    Anhänge:

  2. Arne

    Arne Premiummitglied

    Interessanter Beitrag. Die Festung gehört zum festen Programm für St.Petersburg-Touristen, wohl auch wegen der Zarengräber.

    Ist da nicht heute noch eine kleine Marine(?)-Einheit stationiert?
    Man müßte mal eine Sammlung von Festungen machen, die nie angegriffen wurden. Ich schätze da käme eine beeindruckende Masse zusammen ;)
     
  3. Liljana

    Liljana Neues Mitglied

    Hallo Arne,
    meines Wissens ist dort heute keine Marine mehr stationiert.
    Die Peter und Paul Festung beherbergt allerdings ein Marine Museum, was ich allerdings, muß ich zu meiner Schande gestehen, nie besucht habe.
    Was allerdings noch interresant ist:
    Im Süden der Festung befindet sich an den Festungsmauern die Naryschkin Bastion, von wo aus seit dem 18 Jahrhundert täglich um 12 Uhr eine Kanonkugel abgefeuert wird.
     
  4. hegen

    hegen Neues Mitglied

    :autsch:Machs mal halblang - dann wäre das Winterpalais schon lange Schutt und Asche. Der Böllerschuß - ohne Kugel - diente der Synchronisation der Schiffsuhren.
    Gruß Hegen
     
  5. Martial

    Martial Neues Mitglied

    Noch was zur Peter-Paul-Kathedrale: Der Engel, der die Turmspitze krönt, dient als Wetterfahne. Die Spitze wurde 1830 bei einem Sturm beschädigt. Da es zu teuer war, ein Gerüst zu errichten, suchte und fand man einen Freiwilligen, der Engel und Kreuz unter Einsatz seines Lebens wieder aufrichtete. Für seine heldenhafte Tat bekam der Bauer Tjoluschkin vom Zaren Geld und Kleidung und - der Legende nach - den "Goldenen Becher", d. h. er durfte in jedem Haus des Landes, soviel er wollte, kostenlos trinken. Die Folgen dürften klar sein: Der Wodka machte seinem Leben schnell ein Ende.
     

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