Spielfilme angesiedelt im 18.Jh.

Dieses Thema im Forum "Dokumentarfilme/Spielfilme" wurde erstellt von Brissotin, 26. September 2006.

?

Was ist der beste Film zum Thema 18.Jahrhundert?

  1. Barry Lyndon (1975)

    16 Stimme(n)
    21,6%
  2. Gefährliche Liebschaften (1988)

    14 Stimme(n)
    18,9%
  3. Jefferson in Paris (1995)

    1 Stimme(n)
    1,4%
  4. Der letzte Mohikaner (1992)

    18 Stimme(n)
    24,3%
  5. Rob Roy (1995)

    2 Stimme(n)
    2,7%
  6. King George - Ein Königreich für mehr Verstand (1995)

    4 Stimme(n)
    5,4%
  7. Revolution (1985)

    4 Stimme(n)
    5,4%
  8. Farinelli (1994)

    2 Stimme(n)
    2,7%
  9. Marie Antoinette (2006)

    1 Stimme(n)
    1,4%
  10. Amadeus (1984)

    12 Stimme(n)
    16,2%
  1. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied


    "Nicolas le Floch" (France 2, 2009)
    E 4 : "L’Affaire Nicolas Le Floch"


    Nicolas Le Floch realisiert rasch, dass er hereingelegt wurde, als er bei Madame de Lastérieux (Noémie Rosenblatt) eintrifft. Sie hat ihn scheinbar mit einem Brief zu einem Diner geladen. Doch auch sie hat ihrerseits einen Brief von ihm, der sein Kommen ankündigt und dass sie künftig Marquise de Ranreuil werden könnte. Statt Le Floch ihren angeblichen Brief von ihm zu zeigen, trennen sie sich im Streit. Kurz darauf ist Madame de Lastérieux ermordet und Le Floch der Hauptverdächtige. Typisch Ancien Régime wünscht der König und auch Sartine, dass Le Floch aus der Schusslinie genommen wird. Er darf nicht weiter ermitteln; Inspecteur Bordeau übernimmt den Fall [oben habe ich ihn und Procurateur de Noblecourt (Jean-Marie Winling) leider verwechselt!].
    Stattdessen soll Le Floch im Auftrag des Königs nach Paris reisen. Dort angekommen wird er vom Chevalier d'Eon (Philippe Demarle) über seinen Auftrag informiert. Mit Hilfe von Mlle, de Langremont kommen sie Morande (Jean-Paul Comart) auf die Schliche, der eine Flut von Libellen gegen Madame du Barry in England drucken lässt. Was Le Floch noch nicht weiß, ist dass ihm selber die Gegenspionage auf den Spuren ist. Beinahe hätte Le Floch einen Vertrauten von Mme. de Lastérieux namens Darchis (Nicolas Bridet) in London aufgestöbert. Doch dieser entkommt ihm auf einem Ball, nur um Lord Aschbury (Geoffrey Carrey) auf Le Floch zu hetzen. Mit Hilfe von Beaumarchais (Sébastien Thiérry) und D'Eon gelingt Le Floch der Ausbruch aus dem Tower.
    In London aber hat Le Floch kennengelernt wie sich ein feindlicher Spion durch Gift selbst getötet hat und ahnt daher nunmehr den Hintergrund des Mordes an Mme. de Lastérieux. Es geht nur noch darum Darchis zu entlarven und ihn daran zu hindern selber das Gift zu nehmen...

    Leider kommen in dieser durchaus weitesgehend unterhaltsamen Folge allzuviele Uniformen und hässliche Haarbeutel vor, was den Spaß etwas mindert. Außerdem ist Darchis von Anfang an der einzige Verdächtige. Sehr schön sind hier neue Aspekte miteingeflossen wie Kartenspiel, Tanz und Musik. Das Spionagethema ist auch recht ergiebig und wird hier recht glaubhaft rübergebracht.

    Wirklich interessant ist aber, als Le Floch zurück in Paris feststellt, dass man seine Unschuld damit bewiesen hat, dass ein gefolterter Diener von Madame de Lastérieux den Mord gestanden hat. Der arme Dienstbote wurde ein Todesopfer der unerbittlichen Justiz. Sowohl Le Floch als auch seine Freunde wie Bordeau sind allesamt keine Engel und bereit die "torture", wo sie es für nötig halten einzusetzen.

    Insgesamt aber schön, dass sich die Geschichten um Le Floch nicht immer ums selbe Thema drehen.
     
  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    "Nicolas le Floch" (France 2, 2010)
    E 5 : "La Larme de Varsovie"

    Diese Episode folgt offensichtlich keinem Roman von Parot und fällt daher offensichtlich auch inhaltlich gegenüber den übrigen stark ab.

    Im Zentrum steht der ominöse Comte de Saint-Germain (Tom Novembre), der ein Günstling des Königs ist. Von daher müsste die Folge um 1760 spielen, passt also nicht in die Chronologie des Restes der Reihe. Auch kommt am Anfang die Königin (Nathalie Roussel) vor, die Le Floch ins Vertrauen zieht. Es geht um ein wertvolles Collier. Bald schon wird Mlle. de Clairvoie (Lucile Krier) tot aufgefunden, die einen engen Kontakt zu Saint-Germain gepflegt hatte. Der Baron d'Héricourt (Vincent Ozanon) und seine Gattin ziehen derweil eine blutige Spur durch Paris, denn sie setzen Saint-Germain ebenfalls zu. Aber sie sind nicht die Mörder von Mlle. de Clairvoie. Immerhin schafft es die Duchesse de Langremont (Camille de Pazzis - eine Umbesetzung) den Baron aufzustöbern. Zu spät wie sich erweisen soll.

    Offenbar wurde hier versucht im Stil von "L'affaire Nicolas le Floch" wiederum möglichst viele historische Personen - diesmal aus dem Umkreis der Rosenkreuzler - auftreten zu lassen. Saint-Germain, Madame d'Urfé. Aber gerade die Auflösung ist recht banal und erinnert ein bisschen an "Indiana Jones - der letzte Kreuzzug". Dass der Chevalier d'Aumont eine Art Superhirn ist, der alle Morde begeht, scheint irgendwie nicht plausibel und wie er allein z.B. die unterirdische Kapelle illuminiert ist auch nicht gerade logisch. Sein Ende eher unfreiwillig komisch.

    Bisher die schwächste Episode der Reihe. Selbst die hübschen Damen machen das nicht wett, was an brauchbarer Handlung fehlt.
    Die Klamotten des Duc de Choiseul und des Comte de Saint-Germain tun regelrecht weh.
     
  3. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied


    Maria Theresia" Robert Dornhelm (2017) Ö/CZ

    Endlich durfte ich nun den 1. Teil dieses tollen Werkes anschauen. Und er übertrifft gewissermaßen den zweiten noch. Eine Herrscherbiographie als eine halbfiktive Soapopera.

    Maria Theresia (Marie-Luise Stockinger) lernt als Kind den Herzog von Lothringen(Vojtěch Kotek) kennen. 9 Jahre später trifft sie ihn erst wieder. Ihr Vater, Kaiser Karl VI. (Fritz Karl), hat mit Franz Stephans Vater die Ehe der beiden arrangiert. Doch rasch mischt sich Prinz Eugen (Karl Markowics) ein, welcher bald einen neuen Favoriten für die Hand Maria Theresias hat. Er und Feldmarschall Grumbkow (Zoltán Rátóti) sehen den meisten Gewinn in einer Vermählung der Erzherzogin mit Kronprinz Friedrich von Preußen. Die konfessionellen Bedenken der Berater des Kaisers wurden damit weggewischt, dass es keine Alternativen gäbe. Da Maria Theresia aber die preußische Delegation mit ihrer Meinung über den barbarischen preußischen Hof brüskiert, scheitert das Projekt. Maria Theresia will sich nun auf den Hinweis des Kaisers hin, sie verstehe nichts vom Staat, insgeheim auf die Herrschaft mit Hilfe von Spannagel (Cornelius Obonya) vorbereiten. Als das durch die Anschuldigung des Grafen Nikolaus von Esterhazy (Bálint Adorjáni) heraus kommt, landet Spannagel im Kerker und Maria Theresia wird nahegelegt ins Kloster zu gehen. Doch ihr gelingt es in einer Verteidigungsrede den Kaiser und seine Minister davon zu überzeugen, dass es die besten Idee sei, wenn sie Franz Stephan heiraten würde, da dieser im Gegenzug dafür auf sein Herzogtum verzichten würde, was Frankreich zur Anerkennung der Pragmatischen Sanktion verleiten würde. Franz Stephan allerdings, nun an den Hof zurückgeholt, von dem ihn Prinz Eugen vertrieben hatte, weigert sich anfangs in den Verzicht auf sein Herzogtum einzuwilligen, auch da ihm die Mademoiselle de Chartres (Zuzana Mauréry) davon abrät und er sich mittlerweile mit der Hand von Maria Theresias Schwester Anna (Anna Posch) abgefunden hat und nun scheinbar sie statt Maria Theresia liebt. Doch gelingt es Anna und dem nunmehr freigelassenen Spannagel den Herzog von Lothringen zu überzeugen. Obwohl der Arzt der Kaiserin (Jan Budař) der Kaiserin (Zuzana Stivínová) attestiert keine Kinder mehr bekommen zu können, wird im Ehevertrag festgelegt, dass ein möglicher Sohn Karl VI. ihn dennoch beerben würde. Trotz alledem heiraten Maria Theresia und Franz Stephan schließlich und Maria Theresia wird schwanger. Zuvor stirbt Prinz Eugen, woran Grumbkow, der nun einer Ehe Maria Theresias mit Franz Stephan positiv gegenüber steht, nicht ganz unschuldig ist. Denn Prinz Eugen versucht bis zum Schluss diese Vermählung zu verhindern.

    Noch deutlicher als im 2. Teil reihen sich hier historische Fehler aneinander. Am augenscheinlichsten ist das Weglassen des ganzen Polnischen Thronfolgekrieges ohne den der Druck auf Österreich und der Ländertausch Lothringens gegen Toskana unerklärlich bleibt.
    Bartenstein, in den 1730ern der maßgeblichste Berater des Kaisers, tritt garnicht auf.
    Der Kaiser wird als eine Art gehetztes Reh dargestellt, der es sogar zulässt, dass ein ungarischer Graf seine Gemahlin, die Kaiserin, beleidigt und die Erzherzogin Maria Theresia, seine Erbin verdächtigt. Damals hätte das wohl einen Ausflug auf den Spielberg mit sich gebracht. So nicht hier, wo der Drehbuchschreiber in Ermangelung von irgendwelcher Action unplausible, um nicht zu sagen hirnrissige, Konflikte konstruiert.
    Sehr albern auch, als Maria Theresia irgendwelche Zusammenhänge büffelt, die damals eh jeder mit nur einem Hauch von Bildung gewusst hätte - wie der Frieden von Utrecht.

    Vielleicht hätte das lächerliche Drehbuch nicht funktioniert, wenn der einzige wirkliche Gegenspieler Maria Theresias, hier Prinz Eugen, im Feldzug gebunden gewesen wäre. Auch dass ein Krieg drohen würde, wäre wohl unlogisch gewesen, da ja eben in den 1730ern ein Krieg zwischen Österreich und Frankreich existierte.

    Die Kostüme wirken durch die Chance des Vergleichs mit Teil 2 noch mieser. Franz Stephan z.B. hat scheinbar über Jahrzehnte den selben Anzug. Gerade in den Ankleideszenen erkennt man furchtbare Schuhe, volle Kanne Kameraeinstellungen auf metallene Schnürösen etc.. Auch sehr drollig, wenn man vorgegaukelt bekommt, man hätte Franz Stephan das Spanische Hofzeremoniell erklären müssen, wo er ja am Wiener Hof aufgewachsen ist. Sehr amüsant auch, als Maria Theresia anhand von Modestichen (Galerie des Modes) der 1770er ihr Kleid ändern will, um es durch ein tieferes Dekolleté der französischen Mode ähnlicher zu machen, obwohl zeitgleich alle anderen am Hof natürlich der Mode entsprechend sowieso tiefe Ausschnitte tragen. Aua! Noch peinlicher sehen diese komischen Kopfbinden vieler Rollen aus, die dazu scheinbar dienen sollen, dass die Perücken besser halten, auch wo die Frisur damals wie bei den Damen seltenstens eine Perücke nötig machte.
    Von den Kostümen her wird einfach immer das Gleiche getragen, egal ob 1720er, 30er oder 40er.

    Filmisch sehr langweilig produziert, inhaltlich meistenteils frei erfunden. Karl Markovics als Prinz Eugen ist ein Witz auf Rädern. Der italienischstämmige Franzose, der prima Wiener Dialekt spricht - ahja!

    3 von 10 gefälschte Verträge.
     
    Chan gefällt das.
  4. Fulcher

    Fulcher Aktives Mitglied

  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Macht optisch auf jeden Fall was her. Auch wenn es eigentlich nicht (mehr) mein Zeitschnitt ist.
     
  6. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    "Nouvelle France" Canada/F/UK 2005

    François le Gardeur (David La Haye) kehrt nach Québec zurück, stellt fest, dass sein Vater gestorben ist und übernimmt dessen Geschäfte. Indes verliebt er sich in die Heilerin (?) Marie-Loup Carignan (Noémie Godin-Vigneau), die sich unter anderem um den Pfarrer Blondeau (Gérard Depardieu) kümmert. Doch auch der Intendant Le Bigot (Vincent Pérez) hat auf diese ein Auge geworfen. Obendrein scheint der Krieg Le Bigot bereits ausweglos.
    Als Rahmenhandlung besucht Marie-Loups Tochter den mal wieder siechenden Pater Blondeau. Den Rest will ich hier mal lieber verschweigen...

    Die Dialoge dieses kanadischen Versuchs ein monumentales Drama zu schaffen sind leider so misslungen, dass es schon wehtut. Was unheimlich bedeutungsschwanger klingen soll, wirkt schlichtweg banal. Wenn man sich zeitnah entstandene Dokus zu dem Konflikt anschaut wie "The War That Made American", fällt der enorme Kontrast auf, wenn hier 2005 noch (oder wieder?) mächtig in die Mottenkiste gegriffen wurde. Bei einigen Kleidungsstücken fragten wir uns, was das überhaupt darstellen soll. Ein Kleid? Ein Hemd? Niemand weiß es. :D
    Der Versuch das Ganze durch internationale Weltstars wie Depardieu, Tim Roth und Vincent Pérez zu retten, geht m.E. nach hinten los, denn neben diesen wirkt das kanadische Ensemble regelrecht amateurhaft, auch wenn sie sich evtl. bemühten, aber möglicherweise auch an der Dramaturgie schlichtweg scheiterten.

    Lange nichtmehr einen dermaßen hanebüchenen Kram gesehen. Immerhin bilden Handlung und Ausstattung ein insgesamt stimmiges Ganzes. ;)

    3 von 10 Herzschmerzarien.
     
  7. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich hab jetzt nen Trailer zu "The Favourite" mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone in den Hauptrollen gesehen. Die Drehorte und Kostüme wirken schonmal beeindruckend. Bin gespannt wie man aus dem Thema eine interessante Handlung konstruieren kann und ob der Film denn überhaupt in die deutschen Kinos kommt.
     

Diese Seite empfehlen